Archiv für den Tag 18. September 2011

Am weglaufenden Wasser – Fremdessen auf Spiekeroog

Untergebracht waren wir auf Spiekeroog im „Haus am Meer“ (ich hab ja sofort diesen Ohrwurm davon), einer Art Jugendherberge der Diakonie. Sauber, ordentlich, interessante Frotteebettwäsche ;-) Leider haben es so Jugendherbergseinrichtungen an sich, dass ihre Essenszeiten nicht sonderlich flexibel sind. Da wir aber meistens die ganzen Tag unterwegs waren, es abends in der Herberge aber nur noch kalt gab, hatten wir uns entschlossen die Tage mit einem Restaurantbesuch ausklingen zu lassen. Leider haben fast alle Küchen der Insel nur bis 21 Uhr auf und die Köche achten sehr darauf, dass nach 21 Uhr keine Bestellungen mehr einkommen. Muss man sich nur drauf einstellen, dann geht das alles.

Am ersten Tag musste alles schnell gehen, da wir erst gegen 19:30h auf Spiekeroog ankamen. Schnell zur Unterkunft, Zimmer beziehen, aufs Gepäck warten und auf zum erstbesten Restaurant, das uns auf dem Weg ins Dorf übern Weg lief. Und das war nicht das schlechteste Wahl! Wir landeten im Restaurant des Hotels „Spiekerooger Leidenschaft“ (Adresse: Noorderpad 6) und um Euch nicht mit neun, teilweise den gleichen, Essen zu langweilen, jeweils nur meins und noch ein typisches oder bemerkenswertes aus der Runde :-)

Am ersten Abend war mir noch nicht nach Fisch, bin ja eher fischophob, also gab es für Kalbsleber auf Berliner Art mit Apfel und krossen Zwiebeln mit dem ultimativen Comfort Fod für mich, Kartoffelpüree. War wirklich köstlich!

Sehr viele der Kollegen wählten die gebratene Kutterscholle, zu der noch Bratkartoffeln und Salat gehörten. Den Kollegen hat es gut geschmeckt:

Am zweiten Abend reservierten wir einen Tisch im Restaurant des Hotels „Inselfrieden“, der „Friesenstube“ (Adresse: Süderloog 12) reserviert. Im Restaurant selbst war es ziemlich warm und etwas stickig trotz geöffneter Türen, ich glaub das lag an der ungünstigen Verteilung derselbigen. Das Essen dagegen war vorzüglich. Ich suchte mir meinen Anfängerfisch aus, Matjes mit Gurkenrahm, gebackenen Äpfeln und – Überraschung! – Bratkartoffeln. So eingelegten Heringskram mochte ich als Kind ja schon als einzigen Fisch (nein, wir in der DDR hatten ja nichts, nicht mal Fischstäbchen *g*).

Den letzten Abend verbrachten wir Fischrestaurant  Capitänshaus (Adresse: Süderloog 1) und das war vom Essen her das beste der drei besuchten Restaurants. Neben traditionellen Fischgerichten, standen auch modernere Interpretationen auf der Karte.

Der Kollegenfreund kann der Kombination von Fisch und Linsen nicht widerstehen und bestellte sich Steinbeißerfilet auf Balsamico-Linsen mit einer Sauce von der ich vergaß, was es ist. Ich durfte auch kosten und war ganz begeistert von der Mischung. Wir waren uns sofort einige, dass man eigentlich öfter mal was mit Linsen kochen müsste!

Ich überwand meine Abneigung gegen gegen gebratenen Fisch und bestellte Pannfisch mit – Überraschung! – Bratkartoffeln einer Senfsauce und Salat. Der Pannfisch bestand aus den gebratenen Filets von Lachs, Rotbarbe, Seelachs und Steinbeißer. Am Besten fand ich den Steinbeißer … Und es war wirklich köstlich! Einfache Komponenten, einfache Zubereitung, einfach gut!

Ein Brötchen mit Backfisch durfte auch nicht fehlen, war aber leider zu fettig. Es tropfte das Fett aus dem Fisch :-/

Am letzten Nachmittag gönnte ich mir noch einen ostfriesischen Tee mit Kluntje und Sahne. Leider ist mir der Tee immer ein bißchen zu herb und macht bei mir stumpfe Zähne, aber ich bin ja auch eine Schwarztee-Memme:

Der asaisonale, erstochene Rhabarber-Baiser-Kuchen dagegen war lecker, Biskuit-Teig mit Rhababer belegt und fluffigem Baiser, toll!

Nicht nur landschaftlich kann ein Besuch der Insel empfohlen, auch kulinarisch hat sie ’nen bißchen was zu bieten! Lasst Euch ruhig mal auf die Insel wehen :-)

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