Archiv für den Monat Oktober 2011

Grüne Bohnen mit Tomaten auf italienische Art

Von meiner Liebe zu grünen Bohnen berichtete ich ja schon öfters und eigentlich ist die Saison auch knapp vorbei, aber dieses kleine, gar köstliche Variante von grünen Bohnen mit Tomaten möchte ich Euch nicht vorenthalten. Hilft vielleicht auch gegen Winterblues mit TK-Bohnen später im Winter? Ich bin ja eigentlich immer auf der Suche nach neuen Bohnenrezepte, auch wenn die einfachen Butterbohnen fast unschlagbar sind. Fündig wurde für diese Variante im wunderbaren „La cucina verde“ von Carlo Bernasconi, das von Zwerg gerade eifrigst neben mir studiert wird. Bohnen mit Tomaten sind mir noch nicht wirklich oft unter gekommen, aber die Kombi ist definitiv nicht verkehrt. Erst recht nicht im Zusammenspiel mit der Minze, aber man kann mich ja auch getrost als Minz-Junkie bezeichnen ;-) Wird es nächstes Jahr definitiv wieder geben (das Bild ist sehr unglücklich, aber glaubt mir, der Geschmack!) und dann in ’ner großen Portion als lauwarmen Salat und nicht nur als kleine Beilage:

Grüne Bohnen mit Tomaten und Zwiebeln

Zutaten für 4 Portionen:
600 g grüne Bohnen
300 g Tomaten
1 Zwiebel
2 EL Olivenöl
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackte Minze
Salz, Pfeffer

(1) Die Bohnen putzen und in kochendem Salzwasser in ca. 10 Minuten al dente kochen, dann unter kaltem Wasser abspülen. Die Tomaten kreuzweise einschneiden, kurz ins kochende Bohnenwasser halten, kalt abschrecken, häuten und das Fruchtfleisch würfeln.
(2) Die Zwiebel huten, in dünne Ringe schneiden und im heißen Olivenöl 2-3 Minuten andünsten. Die Tomatenwürfel hinzu geben, wenige Minuten mitdünsten. Dann die Bohne hinein geben und nochmals einige Minuten in der Pfanne wenden.
(3) Salzen und pfeffern, mit der Petersilie und Minze bestreuen und sofort servieren.

Auch als lauwarmer Salat zu frischem Brot wunderbar!

Quelle: Bernasconi C., Bertonasco L. (2010): La Cucine verde. Die schönsten italienischen Gemüserezepte. Jacoby Stuart

Oktober-Sommer mit Wassermelonen-Slush

Zwerg ist gerade zu Besuch, für ’ne ganzer Woche und da muss auch nen bißchen Programm her. Damit wir erstmal nen Überblick bekommen, was in dieser, ja seien wir ehrlich, auf den ersten Blick hässlichen Stadt so alles gibt. So starteten wir eine Stadtrundfahrt, die wirklich interessant und informativ war. Wer hätte gedacht, dass Kassel vor dem Bombardement der Briten 1943, bei dem 95% der Stadt zerstört wurde, eine mondäne Barock-Stadt war? Erklärt das heutige Stadtbild … Auf der Tour ging es natürlich auch hoch zum Wahrzeichen der Stadt, dem Herkules, von dem man gestern eine wunderbare Sicht über Kassel mit dem Kaufunger Wald am Horizont hat. Nach den zwei Stunden Rundfahrt machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Karlsaue an der Orangerie und kamen wirklich durstig zu Hause an. Ich sag’s Euch, Sommer im Oktober, gibt schlimmeres!

Zum Glück hatte ich im August ein bißchen Wassermelone eingefroren, die wir mit etwas Mühe zu einem Slush grob nach  Porcelinablues Idee vermixten. Einfach die vorher gefrorenen und jetzt etwas angetauten Wassermelonen-stücke (eine 1l-Gefriertüte zu ca. 2/3 gefüllt) mit dem Saft einer Orange, 2-3 TL Puderzucker und einer handvoll gehackter Minze (gerne auch weniger, wenn jemand nicht so minzaffin ist wie Zwerg und ich *g*) im Mixer zerkleinern und sofort sich selbst damit erfrischen! Ich hab auch noch eine Tüte mit Wassermelonenstücken im Tiefkühler, wenn sich das Wetter hält, wird das nochmal gemacht :-)

Palóczen-Suppe für die beste aller Sekretärinnen

Aaah, ich habe den Dill vergessen … Jetzt wo ich nochmal den Artikel rausgesucht habe, fällt es mir auf!

Für die beste aller Sekretärinnen habe ich die Suppe des zweiten Sonnabends in Ungarn nachgekocht, damit sie auch endlich mal eine Palóczen-Suppe kosten kann. Dies scheint eine typische Suppe des Volkes der Palóczen zu sein, die im Norden Ungarns östlich der Donau leben. Sie kamen angeblich gleichzeitig mit den Ungarn im 9. Jahrhundert ins Karpatenbecken und sind über die Zeit aber vollkommen magyarisiert. Trotzdem erkennt man noch Unterschiede in ihrem ungarischen Dialekt, Bauweise und Traditionen. Ein beeindruckendes Relikt der palóczischen Lebensweise ist das Dorf Hollókö, das zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Da will ich auch unbedingt nochmal hin, soll echt interessant sein und ein kleines Ziel von mir ist es,den Großteil der Unesco Weltkultur und -naturerbe zu sehen. Vielleicht sollte ich mal ne Liste hier im Blog anlegen :-)

Lustigerweise ging unser Ausflug an dem Tag als es diese Suppe gab ins Gebiet der Palóczen, ohne dass ich Ahnung davon hatte, als ich mir das Essen von meiner Tante wünschte. Interessanterweise scheint es typisch für Bergbewohner der Region zu sein, dass sie ihre Bohnensuppen mit einer saurer Komponente und Dill kombinieren, wie ja auch schon erfolgreich der Bohnen-Kulajda letztes Jahr bewiesen hat.

Aber allen die gerne eine etwas reichhaltige, fleischige Suppe wollen, sei dieses Rezept ans Herz gelegt, erst Recht der besten aller Sekretärinnen:

Palóczen-Suppe

Zutaten für 6 Personen:
1 große Zwiebel
guter Schluck neutrales Pflanzenöl
2 TL Paprika edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
500 g Gulaschfleisch
Salz
2 Lorbeerblätter
300 g grüne Bohnen
3 Möhren
5 mittelgroße Kartoffeln
150 g Schmand
1 EL Weißweinessig
1/2 Bund Dill

(1) In einem großen Topf (3-4 l) das Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel würfeln und in dem heißen Öl ca. 10 Minuten langsam glasig andünsten bis sie etwas süßlich duften. Dann den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver hinzufügen. Kurz in der Topfhitze andünsten. Es darf nicht anbrennen, sonst wird das gesamte Essen bitter! Das Fleisch hinein geben, aufs die Hitze zurück, salzen und etwas umrühren. Lorbeer dazu, Deckel drauf und ca. 50 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze schmoren lassen.
(2) Während das Grundgulasch schmurgelt die Bohnen putzen und dritteln. Die Kartoffeln und Möhren schälen und in etwa 2 cm große Stücke schneiden.
(3) Nach den 50 Minuten das Gemüse dazu geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass das ganze eine suppige Konsistenz erhält. Nochmals 30-40 Minuten köcheln lassen oder bis das Gemüse gar ist.
(4) Wenn alles gar ist, ein wenig der Suppenflüssigkeit mit dem Schmand verrühren und in die Suppe rühren. Den Dill fein hacken und dazu geben. Zum Schluss mit dem Essig abschmecken.

Mit frischem Weißbrot zusammen

genießen!

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