Archiv für den Monat November 2011

Türkisches Schwesternkochen

Zwerg hatte sich letztens ein Kochbuch über die türkische Küche gekauft und wollte dringend etwas daraus ausprobieren. Was bot sich da an als zu warten bis sie ihre große Schwester in Klein-Ankara besucht und vorher nett im türkischen Supermarkt um die Ecke zu stöbern und sich von der Auswahl an Bulgur, Gewürzen, Oliven, Hülsenfrüchten und Käse erschlagen zu lassen ;-) Ich liebe diese Läden! Ich finde jederzeit Monsterbunde an Petersilie, Minze und Koriander. Ein Träumchen! Und erst das frische Brot in den Bäckereien hier, unglaublich!

Jedenfalls ließ ich Zwerg aus ihrem Buch das Essen aussuchen und war auch schon bei dem ersten ausgesuchten Gericht skeptisch. Petersiliensalat! Ausgerechnet Petersilie! Also, ich habe so prinzipiell nichts gegen Petersilie, außer ich muss sie hacken. Hat definitiv ihre Daseinsberechtigung, aber in großen Mengen? Hmm *skeptischsei* Aber gut, wenn Zwerg unbedingt will, kann man es ja mal austesten und die halbe Menge machen. Die anderen Gerichte, Pergamentgemüse, aus der Alufolie bei uns, und Hackfleischbällchen mit Feta stießen meinerseits auf weit offene Ohren. Also fix alles gekauft und in Etappen ans Werk gemacht. Dabei ist es wirklich praktisch, wenn man zu zweit kocht, weil dann kann der eine die ungeliebten Aufgaben des anderen übernehmen, wie beispielsweise Petersiliehacken. Und wenn man die Zubereitung des gesamten Gerichts auch noch auf zwei Tage aufteilt, Tag 1 Köfte-Basteln, Tag 2 Gemüse und Salat, ist es auch nicht zu stressig in Miniküchen :-) So prinzipiell ist alles wirklich einfach zuzubereiten und der unschlagbare Vorteil vom Ofengemüse ist, dass man während es vor sich hinschmurgelt, schon die Küche aufräumen kann, ha!

Uns hat wirklich jeder einzelne Bestandteil wunderbar geschmeckt. Das Gemüse und die Köfte waren genau richtig gewürzt. Aber eine echte Überraschung war der Petersiliensalat! Es waren ja wirklich nicht viele Zutaten und die Zubereitung kriegt jeder hin, aber der war so großartig! So wirklich, richtig, ernstlich großartig! Allerdings darf man die Eier nicht vergessen, die machen es erst richtig rund, warum auch immer! Und falls doch noch Petersiliensalat übrig bleibt, macht er sich wunderbar auf Sandwiches oder unser nächstmorgiges Sonntagsfrühstück, das ich der geneigten Leserschaft als nächstes präsentieren möchte. Wir haben definitiv Gefallen an der türkischen Küche gefunden und werden öfter mal die entsprechenden Kochbücher konsultieren. Schmeckt einfach wunderbar!

Beyaz Peynirli Köfte – Hackfleischbällchen mit Feta

Zutaten für 8 Köfte:
1 Schluck Olivenöl
1 mittlere Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1 grüne türkische Peperoni, sehr fein gewürfelt
250 g Lammhack
1 Ei
1/2 Brötchen vom Vortag,
in Wasser eingeweicht und ausgedrückt
1 El Petersilie, gehackt
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Oregano, Basilikum
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
je 1/4 TL Zimt-, Piment-, Nelkenpulver
1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

100 g Feta in 8 Würfel geschnitten

neutrales Öl zum Braten

(1) Das Olivnöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Peperoniwürfel darin in 5 Minuten glasig dünsten. Die Pfanne vom Herd nehmen.
(2) Das Hack mit der Zwiebel-Peperoni-Mischung und den restlichen Zutaten außer dem Feta vermischen und einen homogenen Fleischteig daraus kneten. Dann den Teig achteln und jedes Achtel zu einem kleinen Fladen formen, dort hinein einen Fetawürfel geben und den Teig drum herum schließen. So alle Köfte formen.
(3) Das neutrale Öl in einer Pfanne erhitzen und die Köfte bei mittlerer Hitze von allen Seiten braun braten.

Genießen!

Kagitta Sebze – Gemüse im Pergamentpapier

Zutaten für 2 Personen:
2-3 Kartoffeln, halbiert und in Scheiben geschnitten
1 Zucchini, längs halbiert und in Scheiben geschnitten
2 kleinere Karotten, in Scheiben
50 g Erbsen, TK oder frisch
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Oregano, Basilikum
je 1/4 TL gemahlener Sumach, rosenscharfes Paprikapulver
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer

(1) Den Ofen auf 220°C vorheizen.
(2) Das Gemüse in eine Schüssel geben und mit den Gewürzen gut mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem Olivenöl wirklich gut durchmischen bis die Gemüsestückchen gut eingefettet scheinen.
(3) Pergamentpapier (oder Alufolie in meinem Fall) doppelt so lang zuschneiden wie das Backblech. Das gewürzte Gemüse darauf verteilen und eine dicht geschlossenen Tasche basteln. Dafür die kurzen Kanten vom Pergamentpapier aufeinander klappen und die langen Seiten gut falzen. Dann das kurze Ende auf gu umknicken, so dass keine Luft entweichen kann.
(4) Für 30-35 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben.

Genießen!

Maydanoz Salatasi – Petersiliensalat mit Eiern

Zutaten für 2 Personen:
1,5 Bund glatter Petersilie (oder ein türkisches Bund), gehackt
1 Bund Schnittlauch, gehackt
1/2 Bund Minze, gehackt
2 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

2 hartgekochte Eier, gepellt

(1) Die Petersilie, Schnittlauch und Minze in eine Schüssel geben. Den Zitronensaft und Olivenöl hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Die Eier in Scheiben oder Achtel schneiden und auf den Salat legen.

Genießen!

Reste des Petersiliensalatskann man auch wunderbar auf Sandwiches oder Quesadillas legen. Sehr sehr köstlich!

Quelle: alle Rezepte aus und leicht modifiziert nach Stubert Semiha (2011): Afiyet olsun! Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie. Gerstenberg

Kartoffelsalat mit ohne Laktose und Fruktose für Frau Mama

Unser familieneigener Standard-Kartoffelsalat wurde seinerzeit durch Herrn Papas Einfluss durch die Zugabe von saurer Sahne und Paprikapulver ungarisiert und eigentlich mögen wir den so sehr gerne. Jetzt wurde bei Frau Mama allerdings letztens hochoffiziell eine ziemlich fiese Fruktose- und Laktoseintoleranz festgestellt, also fällt der Standard-Kartoffelsalat aus (außer mit Minus L-Saurer Sahne und ohne Apfel). Frau Mama mag aber Kartoffelsalat und wollte dann bei und mit der experimentierfreudigen, blogschreibenden Tochter (moi! *g*) mal einen anderen Salat austesten. Erst stand ein Salat mit Mayo zur Debatte (Frau Mama und freiwillig Mayo, hätte es vor ’nem Jahr noch nicht gegeben!), aber ich konnte sie dann mit einem auf Brühebasis aus dem Buch „Spezialitäten aus aller Welt“ (lohnenswerte Anschaffung, wirklich!) überzeugen. Der schwäbische Kartoffelsalat bestach mit seiner Einfachheit und wurde von uns durch Gurkenscheibchen ergänzt. Dazu grobe, frische Bratwurst und wirklich köstlicher, leckerer Traubensenf aus der Einbecker Senffabrik. Ein große Kaufempfehlung, wenn ihn die geneigte Leserschaft im Geschäft (gibt in einige in Deutschland verteilt oder online) finden sollte.

Jedenfalls bereitete Frau Mama diesen Salat für uns zu, während ich malad und strickend auf dem Sofa rumdümpelte. Ich glaube sonderlich kompliziert war es nicht, dafür umso köstlicher und die zum Schluss drüber gegebenen, angebratenen Zwiebelchen gaben den letzten Kick. Wirklich vorzüglich!

Schwäbischer Kartoffelsalat

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
Salz
1/2 Salatgurke
1/4 l  Hühnerbrühe
4 EL Weißweinessig
Pfeffer
1 Prise Zucker
2 Zwiebeln
4 EL Butter

(1) Kartoffeln waschen, in Schale im Salzwasser garen, noch heiß pellen und in Scheibe schneiden. In eine Schüssel füllen.
(2) Während die Kartoffeln kochen, die Gurke schälen und in feine Scheiben hobeln. Salzen und in ein Sieb geben, damit das austretende Wasser abfließen kann.
(3) Die Fleischbrühe erhitzen. Mit dem Weißweinessig, Salz, Pfeffer und dem Zucker würzen. Alles über die Kartoffeln gießen und vermischen.
(4) Die Zwiebeln pellen und in Scheiben schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe bei mittlerer Hitze in etwa 7 Minuten anbraten bis sie braun sind.
(5) Die Gurken vorsichtig ausdrücken und zusammen mit den Zwiebelringen unter den Salat mischen. Nochmals abschmecken und noch warm servieren.

Genießen!

Quelle: etwas verändert nach Hess R., Schinharl C., Szwillus M (2004): Spezialitäten aus aller Welt. Gräfe und Unzer. München. S. 29

Schmeckt auch noch am nächsten Tag bei Zimmertemperaur wirklich gut und kann auch mit ins Büro genommen werden :-) Und weil ja Frau Mama nicht die einzige ist, die unter Fruktose- und Laktoseintoleranz leidet, gibt es jetzt auch zwei neue Kategorien, in die ich auch die schon gebloggten Rezepte einsortieren werde.

Ich schmecke was … Fenchel-Pasta

Es war länger ruhig hier, oder? Neben dem Semesterstart in der Uni, musste ich auch wieder ins Krankenhaus, um mein kleines Ohr mal wieder von innen begucken zu lassen *seufz* Glücklicherweise wurde nix gefunden, außer dem was drin sein sollte :-) Leider vertrag ich Vollnarkosen und diese OP im speziellen nicht soo gut und brauch ’nen Weilchen bis ich wieder auf die Beine komme, aber im Gegensatz zum letzten Jahr, spielte mein Geschmacksnerv im Ohr diesmal nicht beleidigte Leberwurst und so konnte ich vom ersten Tag an das Krankenhausessen genießen ;-) Auch dieses Jahr kam Frau Mama wieder her, um mich zu pflegen und so genießen wir die Zeit zusammen, machen lange Mittagsnicker (Nickerchen kann man das, was wir machen nicht mehr bezeichnen *g*), stricken so rum (Frau Mama Mützen, ich nen Schal), gucken Dokus, Raumschiff Enterprise und die Lieblingszeichentrickserie und kochen was uns so anlacht und worauf wir Lust haben.

Letzte Woche Freitag haben Frau Mama und ich Das! geguckt aufm NDR, bei dem Rainer Sass immer in wenigen Minütchen ein Rezept vorstellt. In diesem Fall eine schnelle Pasta-Sauce mit Fenchel, die mit wenigen Zutaten auskommt. Heute hab ich mich dann das erste Mal seit 10 Tagen an der Herd gestellt und es innerhalb von 30 Minuten gezaubert. Und es war wirklich köstlich! Der würzig-milde Fenchel harmonierte wunderbar mit dem bißchen Chili und der Frische der Zitrone. Zuletzt noch die knackigen Pinienkerne drauf und mit geriebenem Pecorino oder Parmesan, der cremig zerläuft bestreut. Wirklich richtig gut!

Pasta mit Fenchel

Zutaten für 3 Hungrige:
250 g Penne rigate
1 mittlere Fenchelknolle
Schluck Olivenöl
1 kleine Schalotte
1 Knoblauchzehe
1/2 kleine Chilischote
3 Champignons
1 TL Fenchelsaat, angemörsert
200 ml Gemüsebrühe
Saft und Schale 1/2 Zitone
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
1 handvoll Pinienkerne
ordentlich Parmesan oder Pecorino zum Bestreuen

(1) Vom Fenchel die äußeren Blätter und die angetrocknete Schnittstelle entfernen. Das Grün der Knolle abschneiden, fein hacken und zur Seite stellen. Die Knolle halbieren und (ja, mitsamt Strunk) in feine Scheiben schneiden. Die Schalotte pellen und in Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehe ebenfalls. Die Chilischote entkernen und fein hacken. Die Champignons mit einem Tuch abreiben und auch – Überraschung! – in Scheiben schneiden.
(2) Das Wasser für die Pasta aufsetzen und nach Packungsanweisung garen.
(3) Das Olivenöl in einer heißen Pfanne erhitzen und den Fenchel wenige Minuten anbraten. Die Schalotte, Champignons, Knoblauchzehe, Chilischote und die Fenchelsaat zufügen und kurz mitbraten lassen. Salzen, pfeffern und die Gemüsebrühe zusammen mit der Zitronenschale und -saft zugeben. Kurz köcheln lassen bis der Fenchel gar ist, aber noch Biss hat. Kosten und mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.
(4) Die Pinienkerne währenddessen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Den Käse fein reiben.
(5) Die fertige Pasta mit der Fenchelsauce mischen. Mit dem gehackten Fenchelgrün darüber geben, Pinienkerne verteilen und mit dem Käse bestreut servieren.

Quelle: Rainer Sass – Das! vom 11.11.2011

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