Türkisches Schwesternkochen

Zwerg hatte sich letztens ein Kochbuch über die türkische Küche gekauft und wollte dringend etwas daraus ausprobieren. Was bot sich da an als zu warten bis sie ihre große Schwester in Klein-Ankara besucht und vorher nett im türkischen Supermarkt um die Ecke zu stöbern und sich von der Auswahl an Bulgur, Gewürzen, Oliven, Hülsenfrüchten und Käse erschlagen zu lassen ;-) Ich liebe diese Läden! Ich finde jederzeit Monsterbunde an Petersilie, Minze und Koriander. Ein Träumchen! Und erst das frische Brot in den Bäckereien hier, unglaublich!

Jedenfalls ließ ich Zwerg aus ihrem Buch das Essen aussuchen und war auch schon bei dem ersten ausgesuchten Gericht skeptisch. Petersiliensalat! Ausgerechnet Petersilie! Also, ich habe so prinzipiell nichts gegen Petersilie, außer ich muss sie hacken. Hat definitiv ihre Daseinsberechtigung, aber in großen Mengen? Hmm *skeptischsei* Aber gut, wenn Zwerg unbedingt will, kann man es ja mal austesten und die halbe Menge machen. Die anderen Gerichte, Pergamentgemüse, aus der Alufolie bei uns, und Hackfleischbällchen mit Feta stießen meinerseits auf weit offene Ohren. Also fix alles gekauft und in Etappen ans Werk gemacht. Dabei ist es wirklich praktisch, wenn man zu zweit kocht, weil dann kann der eine die ungeliebten Aufgaben des anderen übernehmen, wie beispielsweise Petersiliehacken. Und wenn man die Zubereitung des gesamten Gerichts auch noch auf zwei Tage aufteilt, Tag 1 Köfte-Basteln, Tag 2 Gemüse und Salat, ist es auch nicht zu stressig in Miniküchen :-) So prinzipiell ist alles wirklich einfach zuzubereiten und der unschlagbare Vorteil vom Ofengemüse ist, dass man während es vor sich hinschmurgelt, schon die Küche aufräumen kann, ha!

Uns hat wirklich jeder einzelne Bestandteil wunderbar geschmeckt. Das Gemüse und die Köfte waren genau richtig gewürzt. Aber eine echte Überraschung war der Petersiliensalat! Es waren ja wirklich nicht viele Zutaten und die Zubereitung kriegt jeder hin, aber der war so großartig! So wirklich, richtig, ernstlich großartig! Allerdings darf man die Eier nicht vergessen, die machen es erst richtig rund, warum auch immer! Und falls doch noch Petersiliensalat übrig bleibt, macht er sich wunderbar auf Sandwiches oder unser nächstmorgiges Sonntagsfrühstück, das ich der geneigten Leserschaft als nächstes präsentieren möchte. Wir haben definitiv Gefallen an der türkischen Küche gefunden und werden öfter mal die entsprechenden Kochbücher konsultieren. Schmeckt einfach wunderbar!

Beyaz Peynirli Köfte – Hackfleischbällchen mit Feta

Zutaten für 8 Köfte:
1 Schluck Olivenöl
1 mittlere Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1 grüne türkische Peperoni, sehr fein gewürfelt
250 g Lammhack
1 Ei
1/2 Brötchen vom Vortag,
in Wasser eingeweicht und ausgedrückt
1 El Petersilie, gehackt
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Oregano, Basilikum
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
je 1/4 TL Zimt-, Piment-, Nelkenpulver
1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

100 g Feta in 8 Würfel geschnitten

neutrales Öl zum Braten

(1) Das Olivnöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Peperoniwürfel darin in 5 Minuten glasig dünsten. Die Pfanne vom Herd nehmen.
(2) Das Hack mit der Zwiebel-Peperoni-Mischung und den restlichen Zutaten außer dem Feta vermischen und einen homogenen Fleischteig daraus kneten. Dann den Teig achteln und jedes Achtel zu einem kleinen Fladen formen, dort hinein einen Fetawürfel geben und den Teig drum herum schließen. So alle Köfte formen.
(3) Das neutrale Öl in einer Pfanne erhitzen und die Köfte bei mittlerer Hitze von allen Seiten braun braten.

Genießen!

Kagitta Sebze – Gemüse im Pergamentpapier

Zutaten für 2 Personen:
2-3 Kartoffeln, halbiert und in Scheiben geschnitten
1 Zucchini, längs halbiert und in Scheiben geschnitten
2 kleinere Karotten, in Scheiben
50 g Erbsen, TK oder frisch
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Oregano, Basilikum
je 1/4 TL gemahlener Sumach, rosenscharfes Paprikapulver
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer

(1) Den Ofen auf 220°C vorheizen.
(2) Das Gemüse in eine Schüssel geben und mit den Gewürzen gut mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem Olivenöl wirklich gut durchmischen bis die Gemüsestückchen gut eingefettet scheinen.
(3) Pergamentpapier (oder Alufolie in meinem Fall) doppelt so lang zuschneiden wie das Backblech. Das gewürzte Gemüse darauf verteilen und eine dicht geschlossenen Tasche basteln. Dafür die kurzen Kanten vom Pergamentpapier aufeinander klappen und die langen Seiten gut falzen. Dann das kurze Ende auf gu umknicken, so dass keine Luft entweichen kann.
(4) Für 30-35 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben.

Genießen!

Maydanoz Salatasi – Petersiliensalat mit Eiern

Zutaten für 2 Personen:
1,5 Bund glatter Petersilie (oder ein türkisches Bund), gehackt
1 Bund Schnittlauch, gehackt
1/2 Bund Minze, gehackt
2 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

2 hartgekochte Eier, gepellt

(1) Die Petersilie, Schnittlauch und Minze in eine Schüssel geben. Den Zitronensaft und Olivenöl hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Die Eier in Scheiben oder Achtel schneiden und auf den Salat legen.

Genießen!

Reste des Petersiliensalatskann man auch wunderbar auf Sandwiches oder Quesadillas legen. Sehr sehr köstlich!

Quelle: alle Rezepte aus und leicht modifiziert nach Stubert Semiha (2011): Afiyet olsun! Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie. Gerstenberg

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4 Kommentare zu “Türkisches Schwesternkochen

  1. porcelinablue 25. November 2011 um 13:11 Reply

    Solche Hackfleischbällchen will ich jetzt auch! Und Kräuterhacken müsste doch wohl jeder ätzend finden, oder?

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  2. Restaurant am Ende des Universums 25. November 2011 um 13:25 Reply

    Hach wie schön…all diese leckeren Gerichte. Da bekomme ich total Lust, mal wieder türkisch zu kochen. Aber weißte, was ich stattdessen morgen abend machen werd? Ein Bayerisches Buffet für den Besten, der sich das zum Geburtstag gewünscht hat. Ich glaube, weiter weg von meiner heimischen Küche geht schon gar nicht mehr. :-)

    Aber die Sache mit dem Hacken von Petersilie kann ich sehr gut nachvollziehen. Ist in der Küche eines meiner meistgehassten Arbeiten. Ich glaube sogar auf Platz 1.

    Was ich noch schnell loswerden wollte, ohne zu besserwisserisch zu klingen, es heißt beim Salat „Maydanoz Salatasi“ (allerdings ohne i-punkt über dem letzten Buchstaben). :-)

    Liebe Grüße
    A.D.

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  3. Anikó 25. November 2011 um 13:33 Reply

    Porcelinablue, Frau Kochschlampe mag Kräuterhacken sehr gern. Erstaunlich und gruselig gleichzeitig, oder? ;-)

    A.D., da bin ich ja froh, dass das Essen Deine Zustimmung findet :-) Und nein, überhaupt nicht besserwisserisch, bin froh, wenn mich jemand korrigiert :-) Kann das ja auch nicht leiden, wenn ich ungarisch spreche und Fehler mache und keiner was sagt, zum Mäusemelken. Das i ohne Punkt war noch bei einem anderen Gericht, glaub ich, aber hab das partout hier nicht gebastelt gekriegt. Aber „Petersiliensalat“ kann ich schreiben :-)

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  4. […] am 24., gab es am Heiligabend nur den von Zwerg gewünschten Kartoffelsalat à la Frau Mama mit fetagefüllten Köfte und Schnitzelchen. Für den zweiten Tag schlug Zwerg auch einen Fish Pie vor, jetzt nicht unbedingt […]

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