Archiv für den Monat Januar 2012

Indisches Gemüsecurry für Faule

Schon zwei mir bekannte weibliche Wesen fragten mich letztens, ob ich nicht irgendwelche Rezepte und/oder Blogs zum Abnehmen wüsste. Ich bin da irgendwie der gefühlt schlechteste Ansprechpartner, nicht weil ich so Abnehmen nicht nötig hätte, aber ich weigere mich, mich irgendwelchen widersinnigen Essensanweisungen zu unterwerfen. Ich bin einfach davon überzeugt, dass wenn man sich einigermaßen gesund ernährt, Sport macht und sonst eben auf den eigenen Körper hört, passt das schon irgendwie, oder? Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte einfach, dass ich mich einigermaßen ausgewogen ernähre *ggg* Also Lieblingscousinchen und Mietze, versucht das mal, sollte gesund sein und wärmt den Bauch von innen. Viiiel besser als Sprossensalat bei dieser fies-feuchten Kälte ;-)

Von dem indischen Mimosen-Essen mit Frau Kochschlampe ist immer noch Currypaste übrig, die zum Glück nicht so schnell schlecht wird. Und so ist immer eine nette kleine Würzpaste im Haus, mit der man fix ein kleines Gemüsecurry (oder wer mag auch mit Fleisch oder Fisch) zaubern kann. Nur noch wenige Zutaten nötig und auch Gemüserestchen aus dem Kühlschrank lassen sich wunderbar verbasteln. Wer richtig faul ist, wie ich an dem Abend, kippt einfach kochendes Wasser auf Couscous, wartet und isst es dazu, wer noch etwas mehr Elan hat, kocht sich Reis.

Indisches Gemüsecurry für Faule

Zutaten für 3 Portionen:
1 rote Zwiebel
2 cm Ingwer
guter Schluck neutrales Öl
1,5 EL milde Currypaste
1 kleine Zucchini
1 kleine Aubergine
1 kleine Mangoldstaude
1 kleine Dose gehackte Tomaten
1 EL Joghurt
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst das ganze Gemüse kleinschnippeln. Die Schale vom Ingwer mit einem Teelöffel abkratzen und fein reiben. Die Zwiebel pellen, halbieren und in halbe Ringe schneiden. Die Zucchini und Aubergine waschen, trocknen. Die Früchte halbieren, längs dritteln und in mittelgroße Würfel schneiden. Den Mangoldblätter waschen, gut abtropfen lassen und die weißen Stiele von den Blättern abschneiden. Dann die Stiele in 1 cm breite Streifen schneiden, die Blätter 0,5 cm breit.
(2) In einem mittelgroßen Topf das Öl erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze langsam anschmurgeln bis sie weich sind. Den Ingwer zugeben, kurz mitdünsten.
(3) Die Zucchini- und Auberginenwürfel hinzufügen und anbraten lassen. Dann die Currypaste dazu geben und kurz mit anbraten, damit sich die Aromen in der Currypaste voll entfalten können.
(4) Wenn das Gemüse und Currypaste angebraten sind, die Tomatenstücke hinzufügen, salzen und pfeffern Deckel drauf und etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen. Dann die Mangoldstiele hinzufügen. Weiter schmoren lassen bis das Gemüse gar ist.
(5) Kurz vor Ende der Garzeit die Mangoldblätter hinzufügen und etwa 5 Minuten mitköcheln.
(6) Zum Schluss den Topf vom Herd nehmen und den Joghurt unterrühren. Nochmals kosten und mit Salz und/oder Pfeffer abschmecken, falls noch was fehlt.

Mit Reis oder wer fauler ist, Couscous servieren.

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Samtiges wollweiß: Cauliflower and Cheese

Ich hab da so ’ne Theorie: Je usseliger das Wetter einer Region, desto mehr Comfort Food ist dort traditionell verankert. Also das, was ich unter Comfort Food verstehe, was meine Seele beruhigt und mir ein wohliges Gefühl verleiht. Und die Briten können das manchmal wirklich gut. Ein gutes Beispiel dafür ist diese Kombination aus Blumenkohl, sowieso eines meiner Lieblingsgemüse mit einer warmen Käsesauce im Ofen überbacken. Warmer, überbackener Käse macht eh alles besser, oder?

Das Rezept habe ich aus dem „River Cottage Everyday“ aus dem viel zu wenig koche für seine Vielzahl an tollen Rezepten. Und es ist ein wundervolles kleines, unkompliziertes Rezept: schöner Blumenkohl überzogen von samtiger, würziger Käsesauce. Perfekt!

Und weil sowohl die Zutaten als auch das fertige Gericht hauptsächlich weiß,  eher ein warmes wollweiß, sind (bis auf den schön knusprigen Käse *g*), macht es mit bei Uwes Blogevent „Cookbook of Colours: Januar„.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Cauliflower & Cheese

Zutaten für 2-3 Portionen als Hauptgericht:
1 Blumenkohl
300 ml Milch
1 Lorbeerblatt
einige Pfefferkörner
1/2 Zwiebel halbiert
1 EL Butter
1 EL Mehl
100 g geriebener Emmentaler (eigentlich Cheddar)
25 g geriebenen Hartkäse (Parmesan oder Pecorino)
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

(1) Das Lorbeerblatt, die Pfefferkörner und die halbierte halbe Zwiebel in einen Papierteefilter (oder Teeei) geben und in der Milch erhitzen bis kurz vorm Kochen. Vom Herd nehmen und mindestens 30 Minuten, lieber 1-2 Stunden ziehen lassen. Dann die Gewürze entfernen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform einfetten.
(3) Den Blumenkohl in größere Röschen teilen und in kochendem Salzwasser so lange köcheln lassen bis sie gar, aber noch al dente sind. Abgießen und ausdampfen lassen.
(4) Währenddessen die Käsesauce kochen. Dafür die Butter bei mittlerer Hitze zerlassen und das Mehl einrühren. 1-2 Minuten auf Herd die Mehlmischung anschwitzen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und einen Schluck der gewürzten Milch unter Rühren hinzugeben. Die Milch schluckweise weiter zugeben und dabei so gut rühren, dass keine Klümpchen entstehen. Zurück auf den Herd stellen und unter Rühren zum Kochen bringen, damit die Sauce bindet. Dann 1-2 Minuten kochen lassen, um den Mehlgeschmack zu vertreiben. Den Pecorino und 75g des geriebenen Emmentalers dazu geben und unterrühren. Wenn er geschmolzen ist die Sauce mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und dem Senf abschmecken.
(5) Die Blumenkohlröschen mit der Sauce vorsichtig vermischen, in die Auflaufform füllen, in den Ofen geben und 20 Minuten backen bis er etwas gebräunt ist und blubbert.

Genießen!

Dazu: frisches Brot oder für das ultimative Comfort Food-Gefühl Kartoffelbrei

Quelle: leicht modifiziert nach Hugh Fearnley-Whittingstall (2009): River Cottage Everyday. Bloomsbury. Seite 322

Unbekannte Gemüse-Welten: Butterrübchen

Foodblogger sind schon ein lustiges und unwahrscheinlich nettes Völkchen. Man hat sofort gemeinsame Themen und wenn man nicht aufpasst, bekommt man aufgrund eines harmlosen Kommentars, flugs komische Gemüsesorten zugeschickt. Danke, beste aller Heikes! Da lagen dann also diese drei Rübchen, die eigentlich schon ausgewachsene Rüben sind, und wollten gegessen werden. Zum Glück kam zum darauf folgenden Wochenende die Lieblingsvegetarierin vorbei und wir überlegten gemeinsam, wie man diese Rübchen am Besten zelebrieren könnte.

Schlussendlich wurde es ein sehr einfaches Essen, bei dem die Hauptzutat im Vordergrund stehen sollte und nicht durch zu viele andere Aromen überdeckt werden sollte. Also wurden die Rübchen einfach in Butter gedünstet und zum Schluss mit Petersilie bestreut. Erstaunlich wie diese Butterrübchen schmecken: es ist schon eine deutliche Kohlnote, aber gleichzeitig mit einem Hauch Meerrettichschärfe. Sehr interessant! Könnte ich durchaus öfter essen, aber leider sind die Butterrübchen weder hier im Nordhessischen, noch in der Ostseeheimat zu finden. Offensichtlich sind sie mit den Mairüben und Teltower Rübchen, die vor allem in der Brandenburger Ecke bekannt sind verwandt, aber nicht dasselbe. Alles komisch, aber egal. Lecker sind se und nochmal danke an Heike, dass wir sie probieren konnten :-)

Dazu schlug Frau Kochschlampe einen kleinen Salat mit Creme fraiche-Dressing vor, wo der Rest des Essen doch schon einigermaßen gesund war. Und ja, er war großartig und schnell gemacht und wird es öfter geben. So richtig grünen Salat gibt es hier ja auch eher selten …

Butterrübchen-Gemüse

Zutaten für 2 als Beilage:
3 Butterrübchen
1 EL Butter
Salz
Petersilie, feingehackt

Butterrübchen schälen, vierteln und in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Die Butter in einem Topf zerlassen, Rübchen dazu geben, salzen und mit Deckel drauf so lange bei mittlerer Hitze dünsten lassen bis sie weich sind. Petersilie drüber streuen und genießen!

So simpel :-)

Romana-Salatherzen mit Creme fraiche-Dressing

Zutaten für 2 Personen:
1 Romana-Salatherz
1 kleine rote Zwiebel
1 handvoll schwarze Oliven
1/4 Bund Petersilie

Für das Dressing:
1 Knoblauchzehe
4 EL Creme fraiche
Zitronensaft
Salz, Pfeffer
fein geriebener Parmesan

Den Salat waschen, trocken schleudern und grob schneiden. Die Zwiebel pellen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Oliven grob und die gewaschene Petersilie fein hacken. Alles mischen.
Für das Dressing die Knoblauchzehe mit Salz fein zerreiben (entweder mit einem Messer oder im Mörser), mit der Creme fraiche gut mischen. Mit dem Zitronensaft, Salz, Pfeffer und fein geriebenem Parmesan abschmecken. Das Dressing über dem Salat geben, gut durchmischen und sofort servieren.

Genießen!

Buék oder Mehr Geld durch Hülsenfrüchte

BUÉK Euch allen!
*Sektkelchhochhalt*

„Buék?“ wird sich der ein oder andere jetzt fragen, was soll denn das sein? In Ungarn wird es einem fröhlich am 01. Januar kurz nach Mitternacht entgegen geschmettert und ist ganz einfach die Abkürzung für „Boldog uj évet kivánok!“, also übersetzt: „Ich wünsche ein frohes neues Jahr!“, was ich hiermit auch der geneigten Leserschaft wünsche! Und noch viel Gesundheit und fröhliche Stunden in der Küche mit köstlichsten Ergebnissen und vielen anderen Abenteuern!

In Ungarn wie auch in anderen Ländern (z.B. Italien und Tschechische Republik), gibt es die Tradition am Neujahrstag Linsen zu essen, damit im kommenden Jahr immer genug Geld im Portemonnaie zu finden ist. Nun war ich früher nicht wirklich als großer Fan der Hülsenfrüchte bekannt, aber das änderte sich in den letzten Jahr und endlich wollte ich mal so richtig europäisch Linsen kochen. Frau Mama und Herr Papa waren skeptisch: „Dauert das nicht ewig?“ „Soll ich nicht lieber ’ne Dose aufmachen?“ Nein und nein! Man muss ja nicht die am längsten kochende Linsensorte kaufen und das Rezept von Eszter (Füszer és Lélek) hörte sich zu gut an, um einfach durch eine Dose ersetzt zu werden.

Besonders reizvoll fand ich die Würzug mit Senf, Honig und Knoblauch. Als echtes ungarisches Gericht, darf natürlich Paprikawurst nicht fehlen ;-) Und was soll ich sagen, es passte einfach alles wunderbar! Es wird ein supertolles Fözlék oder Eintopf draus, je nachdem welche Nationalität das Gericht isst. Hat auch wirklich meine Eltern und Zwerg überzeugt und vielleicht kommt Muttern ja von den Linseneintopfdosen weg ;-) Es ist einfach zu kochen und wenn man Pardina-Linsen benutzt wie ich, dauert die Linsengarzeit auch nur so 20-30 Minuten, eine durchaus vertretbare Zeit, wenn man  nur 4 Stunden Schlaf die Nacht hatte *g* Aber nicht nur zu Neujahr, auch sonst eine große Nachkochempfehlung meinerseits, passt ebenfalls im restlichen Herbst und Winter sehr gut!

Hier also das Rezept für Linsengemüse wie es Eszters Großmutter zauberte:

Lencsefözelék nagyanyám módra – Linsengemüse nach Großmutters Art

Für 6 Portionen als Hauptgericht:
500 g Pardina-Linsen
1 große Zwiebel
1 EL Öl
3 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
2 EL Honig
2 EL Senf

Für die Roux/Mehlschwitze:
2 EL Öl oder Schmalz
3 Knoblauchzehen
1 EL Mehl

Einlage:
200g scharfe Paprikawurst
2 rote Zwiebeln
Schluck Öl

Essig nach Geschmack

(1) Die Zwiebel in feine Würfelchen schneiden. Einen Schluck Öl in einem größeren Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Währenddessen die Linsen waschen und die schlechten (schwimmen oben) raus sammeln. Mit den drei Lorbeerblättern zu den Zwiebeln geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass die Linsen bedeckt sind.
(2) Bei mittlerer Hitze kochen lassen und öfter das Wasser auffüllen, damit die Linsen immer bedeckt sind und nicht am Topfboden anbrennen.
(3) Währenddessen den Knoblauch sehr fein würfeln oder pressen. Die Paprikawurst in dünnere Scheiben schneiden. Die roten Zwiebeln in Ringe schneiden.
(4) Einen Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin bei mittlerer Hitze weich-knusprig braten. In einer anderen kleinen Pfanne die Hälfte der Wurstscheiben geben und bei höherer Hitze knusprig anbraten ohne extra Fettzugabe.
(5) Wenn die Linsen gar sein, gut salzen und pfeffern. Eine Schöpfkelle abnehmen und mit einem Pürierstab fein pürieren und zurück zum Fözelék geben. Honig und Senf zu den Linsen geben und würzig abschmecken.
(6) Das Öl für die Mehlschwitze erhitzen und den Knoblauch leicht andünsten. Dann das Mehl dazu geben und gut verrühren. Die Roux zu den Linsen geben und gut einrühren. Die andere Hälfte der Würstchen mit in die Suppe geben und noch einige Minuten köcheln lassen.
(7) Nochmals abschmecken und mit den angebratenen Zwiebelringen und Paprikawurstscheiben servieren. Am Tisch kann sich jeder nach Gutdünken den Essig seiner Wahl ins Linsenfözelék rühren. Zusammen mit frischem Brot

genießen.

Quelle: Füszer és LélekLencsefözelék nagyanyám módra

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