Archiv für den Tag 1. Januar 2012

Buék oder Mehr Geld durch Hülsenfrüchte

BUÉK Euch allen!
*Sektkelchhochhalt*

„Buék?“ wird sich der ein oder andere jetzt fragen, was soll denn das sein? In Ungarn wird es einem fröhlich am 01. Januar kurz nach Mitternacht entgegen geschmettert und ist ganz einfach die Abkürzung für „Boldog uj évet kivánok!“, also übersetzt: „Ich wünsche ein frohes neues Jahr!“, was ich hiermit auch der geneigten Leserschaft wünsche! Und noch viel Gesundheit und fröhliche Stunden in der Küche mit köstlichsten Ergebnissen und vielen anderen Abenteuern!

In Ungarn wie auch in anderen Ländern (z.B. Italien und Tschechische Republik), gibt es die Tradition am Neujahrstag Linsen zu essen, damit im kommenden Jahr immer genug Geld im Portemonnaie zu finden ist. Nun war ich früher nicht wirklich als großer Fan der Hülsenfrüchte bekannt, aber das änderte sich in den letzten Jahr und endlich wollte ich mal so richtig europäisch Linsen kochen. Frau Mama und Herr Papa waren skeptisch: „Dauert das nicht ewig?“ „Soll ich nicht lieber ’ne Dose aufmachen?“ Nein und nein! Man muss ja nicht die am längsten kochende Linsensorte kaufen und das Rezept von Eszter (Füszer és Lélek) hörte sich zu gut an, um einfach durch eine Dose ersetzt zu werden.

Besonders reizvoll fand ich die Würzug mit Senf, Honig und Knoblauch. Als echtes ungarisches Gericht, darf natürlich Paprikawurst nicht fehlen ;-) Und was soll ich sagen, es passte einfach alles wunderbar! Es wird ein supertolles Fözlék oder Eintopf draus, je nachdem welche Nationalität das Gericht isst. Hat auch wirklich meine Eltern und Zwerg überzeugt und vielleicht kommt Muttern ja von den Linseneintopfdosen weg ;-) Es ist einfach zu kochen und wenn man Pardina-Linsen benutzt wie ich, dauert die Linsengarzeit auch nur so 20-30 Minuten, eine durchaus vertretbare Zeit, wenn man  nur 4 Stunden Schlaf die Nacht hatte *g* Aber nicht nur zu Neujahr, auch sonst eine große Nachkochempfehlung meinerseits, passt ebenfalls im restlichen Herbst und Winter sehr gut!

Hier also das Rezept für Linsengemüse wie es Eszters Großmutter zauberte:

Lencsefözelék nagyanyám módra – Linsengemüse nach Großmutters Art

Für 6 Portionen als Hauptgericht:
500 g Pardina-Linsen
1 große Zwiebel
1 EL Öl
3 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
2 EL Honig
2 EL Senf

Für die Roux/Mehlschwitze:
2 EL Öl oder Schmalz
3 Knoblauchzehen
1 EL Mehl

Einlage:
200g scharfe Paprikawurst
2 rote Zwiebeln
Schluck Öl

Essig nach Geschmack

(1) Die Zwiebel in feine Würfelchen schneiden. Einen Schluck Öl in einem größeren Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Währenddessen die Linsen waschen und die schlechten (schwimmen oben) raus sammeln. Mit den drei Lorbeerblättern zu den Zwiebeln geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass die Linsen bedeckt sind.
(2) Bei mittlerer Hitze kochen lassen und öfter das Wasser auffüllen, damit die Linsen immer bedeckt sind und nicht am Topfboden anbrennen.
(3) Währenddessen den Knoblauch sehr fein würfeln oder pressen. Die Paprikawurst in dünnere Scheiben schneiden. Die roten Zwiebeln in Ringe schneiden.
(4) Einen Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin bei mittlerer Hitze weich-knusprig braten. In einer anderen kleinen Pfanne die Hälfte der Wurstscheiben geben und bei höherer Hitze knusprig anbraten ohne extra Fettzugabe.
(5) Wenn die Linsen gar sein, gut salzen und pfeffern. Eine Schöpfkelle abnehmen und mit einem Pürierstab fein pürieren und zurück zum Fözelék geben. Honig und Senf zu den Linsen geben und würzig abschmecken.
(6) Das Öl für die Mehlschwitze erhitzen und den Knoblauch leicht andünsten. Dann das Mehl dazu geben und gut verrühren. Die Roux zu den Linsen geben und gut einrühren. Die andere Hälfte der Würstchen mit in die Suppe geben und noch einige Minuten köcheln lassen.
(7) Nochmals abschmecken und mit den angebratenen Zwiebelringen und Paprikawurstscheiben servieren. Am Tisch kann sich jeder nach Gutdünken den Essig seiner Wahl ins Linsenfözelék rühren. Zusammen mit frischem Brot

genießen.

Quelle: Füszer és LélekLencsefözelék nagyanyám módra

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