Archiv für den Monat März 2012

Werbung für Brandenburg: Naturpark Dahme-Heideseen

Am zweiten Tag ging der Botaniker-Ausflug in den Naturpark Dahme-Heideseen, der südöstlich von Berlin liegt. Eine wunderschöne Ecke Deutschlands! Hier sind eigentlich nur Nadelwälder und viiile Seen zu finden. Einige Leute fühlten sich prompt an Schweden erinnert. Zunächst fährt der Botaniker (oder auch normale Spaziergänger) bis nach Philadelphia (Mark) (Friedrich der Große ist Schuld, dass es in Brandenburg so viele Orte mit Namen nach beliebten Auswandererzielen hat *g*) und schlendert dann gemächlich durch sehr helle Kieferwälder, die Bugker Sahara genannt werden.

Eine Wüste in Deutschland? Mitnichten, aber die Region ist sehr niederschlagsarm und durch die nährstoffarmen Sande können sich auch kleine Dünen bilden. Und eben weil es so trocken und sandig dort ist, wachsen eben hauptsächlich Kiefern.

Diese Wälder werden Flechten-Kiefern-Wälder genannt und zuerst dachte ich: „Hmm, was soll denn daran besonders sein? Ein Wald mit Kiefern auf denen Flechten wachsen. und?“ Ha, Pustekuchen! Die Flechten wachsen auf dem nährstoffarmen Boden, was das gesamte Biotop eben zu etwas sehr besonderem macht.

Bei jedem Schritt knirscht es und man kann wundervoll-bizarre Flechtenformen beobachten. Außerdem sind dort einige schöne kleine bunte Blümchen zu finden, die auch gerne auf Sand wohnen.

Und lässt man sich weiter durch diese knirschenden bizarren Wälder treiben, kommt man irgendwann unweigerlich zum Großen Wucksee, an dem sich wundervoll picknicken lässt, wenn man nicht grade mit 49 anderen Botanikern und straffem Programm unterwegs ist. Und wer sich abkühlen möchte, der kann das mit einem Sprung ins kalte, klare Wasser tun. Einfach nur schön da! Und ruhig! Viele der Botanikerkollegen aus den Ballungsräumen im Westen der Republik waren verwundert über die Stille, man hört einfach nichts außer Wasserplätschern, Sandknirschen und mal hier und da einen Vogel. Keine Autos, keine Flugzeuge, keine Zuggeräusche … Toll!

Nicht weit entfernt war die zweite Station des Ausflugs, der Große und Kleine Milasee. Wieder wunderschön und diesmal mit kleinen, zauberhaften Mooren an den Ufern. Und auch wieder wunderbar zum Baden geeignet. Leider fliegen dort auch fiese Viecher rum, die einen fies beißen können, aber sowas übersteht man als Botaniker ;-)

Aber die Landschaft ist wirklich wunderbar zum Erholen: Ruhe, Wasser, Wald und einige lauschige Plätzchen zum Sonne tanken.

Hach, war das schön dort! Irgendwie habe ich schon immer ’ne besondere Beziehung zu Brandenburg gehabt und würde es als Lieblingsteil Deutschlands bezeichnen, auch wenn Herr Grebe in seinem Lied öfter Recht hat als man gerne zugeben mag ;-)

Werbung für Brandenburg: Untere Havel

Mir ist nach grün und Natur und blauem Himmel und Wasser! Und da müsst ihr jetzt mit durch *g* Die letzten beiden Geburtstagsbeiträge warten noch ein bißchen …

Wie andere Wissenschaftler treffen sich auch Botaniker gerne, um über ihre Forschungen zu diskutieren und dann gibt es eben nette kleine botanische Treffen, wo einem die Gegend des Tagungsstandortes gezeigt wird von Experten vor Ort. Weil Pflanzen gibt es ja praktisch überall! Die erste Exkursion des kleinen Botaniker-Treffens von Potsdam im letzten Juni ging an die Untere Havel. Ein wunderschöner, ruhiger Flecken Erde im Nordwesten Brandenburgs. Dort beguckten sich die Botaniker interessiert feuchte Wiesen, ihre Bewohner und Ufer.

Gestartet wurde in einem idyllischen Dorf, dessen Namen ich leider vergessen habe, aber ich mag diese Bauweise der Häuser sehr …

Die Havel ist ein 334 km langer Fluss, der in Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe des Müritz Sees entspringt und bei Havelberg in die Elbe mündet. Eigentlich ist das nicht soweit voneinander entfernt, aber der Fluss macht einen Bogen durch Berlin, fließt durch Potsdam und Brandenburg an der Havel, um dann entlang der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg Richtung Elbe zu strömen.

Die Untere Havelniederung gehört mit den angrenzenden Landschaften des Rhinluchs und Havelländischen Luchs zu dem größten zusammenhängen Binnen-Feuchtland im westlichen Mitteleuropa und ist wirklich eine Besonderheit für Naturfreunde.

Und so fließt die Havel träge vor sich hin …

und immer weiter Richtung Elbe durch wunderbar weitläufige Landschaft und artenreiche Wiesen, …

auf denen die wunderschönen Schwanenblumen bewundert werden kann, die in einigen Bundesländern auch auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten steht. Hübsch mit diesem zarten rosa, nicht?

Ach, ich mag so weite, grüne Landschaften mit Wasser. Wirken irgendwie beruhigend auf mich :-)

Geburtstagssause die IV. – Chili sin carne

Ein Klassiker der Partyküche, oder? Aber wie bei Lasagne geht es mir auch hier bei so, dass ich die Gemüsevariante einfach viel lieber mag als die Fleischversion. Manchmal, eigentlich ziemlich oft, gibt es auch für mich zuviel Fleisch. Das schöne am Chili ist ja, dass es aufgewärmt am nächsten Tag noch besser ist und so einfach ein wenig Arbeit umverteilt werden kann und nichts auf den Punkt gar sein muss. Für meine Schmerzrezeptoren im Mund war das Chili schon haarscharf an der Grenze, konnte es nur mit Mühe und viel Brot essen, aber bin ja auch eine bekennende Scharf-Mimose – Hallo, meine Name ist Anikó und ich kann keine scharfen Gerichte essen! Wer dort unempfindlicher ist, darf die Chilischotenmenge gerne erhöhen. Was ich sehr gerne mag an diesem Rezept, ist die Gewürzmischung, die man erst anrührt. Es ist mehr als ihr brauchen werdet, aber die ist vielseitig einsetzbar für andere Fleisch- oder Bohnengerichte. Der Göttinger Ex-Mitbewohner F. hat sich die über alles mit Bohnen gekippt ;-) Diese Menge für die Party hab ich in zwei Töpfen gekocht, so dass sich auch die Kochzeit in Grenzen hielt. Ihr könnt die Menge gerne für Eure Familien halbieren.

Ich glaube, es hat allen gut geschmeckt, keiner vermisste lautstark Fleisch und sogar der mäkelige Coladieb mochte es *g*

Chili sin carne

Zutaten für 8-10 Portionen:
großzügiger Schluck neutrales Öl
2 Gemüsezwiebeln
6 Knoblauchzehen
500 g Möhren
500 g Pastinaken
2 rote Paprikaschoten
500 g Zucchini
2 Chilischoten
6 EL Ketchup
6 EL Tomatenmark
1 Flasche Bier (1/2 l)
4 kleine Dosen Tomaten in Stücke
4 Dosen rote Bohnen
2 Dosen Mais
Salz, Pfeffer
2 EL Rotweinessig
4 TL getrockneter Oregano
2 TL Kreuzkümmelsamen
2 EL Chili con carne-Gewürz

Chili con carne-Gewürz:
1 EL rosenscharfes Paprikapulver
1 EL edelsüßes Paprikapulver
1 TL Chilipulver
1 EL gerebelter Oregano
2 TL Kreuzkümmel (ganz)
1/2 TL Pimentkörner
1/2 TL Nelken
Salz

(1) Zuerst die Gewürzmischung herstellen. Dafür den Kreuzkümmel mit dem Piment und Nelken und etwas Salz mittelfein Mörsern. Mit den restlichen Zutaten in ein gut schließendes Glas geben.
(2) Dann das ganze Gemüse vorbereiten. Die Zwiebeln pellen und mittelfein würfeln. Den Knoblauch ebenfalls pellen und fein würfeln. Die Möhren und Pastinaken schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Die Zucchini halbieren und auch in 1 cm große Würfel schneiden. Die Paprika ebenfalls in Würfel schneiden. Die Chilischote halbieren, die Samen entfernen und fein würfeln. Danach SOFORT gründlich die Hände waschen, damit man sich nicht ausversehen in die Augen fasst, sehr schmerzhaft!
(3) Großzügige Schlucke Öl in den Töpfen erhitzen. Im folgenden immer die Hälfte der Zutaten gleichmäßig auf die beiden Töpfe aufteilen. Die Zwiebeln, Möhren und Pastinaken einige Minuten darin anschwitzen. Schon etwas salzen und pfeffern. Die Chilischotenwürfelchen hineingeben. Ebenso die Zucchini- und Paprikawürfel. Alles ein wenig andünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und mit andünsten und gut verrühren. Dann großzügig mit 1 EL Der Chili con carne-Gewürzmischung bestreuen. Unterrühren. Den Ketchup dazu geben und mit dem Bier ablöschen. Die Tomatenstücke aus der Dose dazu geben. Mit dem Oregano und dem Kreuzkümmel würzen. Nochmals gut salzen und pfeffern. Deckel drauf und bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa 30 Minuten schmurgeln lassen.
(4) Mais aus der Dose abtropfen lassen. Die Bohnen in ein Sieb geben und kurz abspülen bis das schleimige weg ist. Nach den 30 Minuten dazu geben und nochmals 10-15 Minuten köcheln lassen.

Dann mit Tortillachips, Reis oder Brot servieren. Wer so eine Scharf-Mimose wie ich ist, darf auch gerne Schmand oder so dazu geben, passt wunderbar.

Genießen!

Quelle: Idee nach Hess R., Schinharl C., Szwillus M. (2004): Spezialitäten aus aller Welt. Gräfe und Unzer. München S. 132 und 250

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