Werbung für Brandenburg: Naturpark Dahme-Heideseen

Am zweiten Tag ging der Botaniker-Ausflug in den Naturpark Dahme-Heideseen, der südöstlich von Berlin liegt. Eine wunderschöne Ecke Deutschlands! Hier sind eigentlich nur Nadelwälder und viiile Seen zu finden. Einige Leute fühlten sich prompt an Schweden erinnert. Zunächst fährt der Botaniker (oder auch normale Spaziergänger) bis nach Philadelphia (Mark) (Friedrich der Große ist Schuld, dass es in Brandenburg so viele Orte mit Namen nach beliebten Auswandererzielen hat *g*) und schlendert dann gemächlich durch sehr helle Kieferwälder, die Bugker Sahara genannt werden.

Eine Wüste in Deutschland? Mitnichten, aber die Region ist sehr niederschlagsarm und durch die nährstoffarmen Sande können sich auch kleine Dünen bilden. Und eben weil es so trocken und sandig dort ist, wachsen eben hauptsächlich Kiefern.

Diese Wälder werden Flechten-Kiefern-Wälder genannt und zuerst dachte ich: „Hmm, was soll denn daran besonders sein? Ein Wald mit Kiefern auf denen Flechten wachsen. und?“ Ha, Pustekuchen! Die Flechten wachsen auf dem nährstoffarmen Boden, was das gesamte Biotop eben zu etwas sehr besonderem macht.

Bei jedem Schritt knirscht es und man kann wundervoll-bizarre Flechtenformen beobachten. Außerdem sind dort einige schöne kleine bunte Blümchen zu finden, die auch gerne auf Sand wohnen.

Und lässt man sich weiter durch diese knirschenden bizarren Wälder treiben, kommt man irgendwann unweigerlich zum Großen Wucksee, an dem sich wundervoll picknicken lässt, wenn man nicht grade mit 49 anderen Botanikern und straffem Programm unterwegs ist. Und wer sich abkühlen möchte, der kann das mit einem Sprung ins kalte, klare Wasser tun. Einfach nur schön da! Und ruhig! Viele der Botanikerkollegen aus den Ballungsräumen im Westen der Republik waren verwundert über die Stille, man hört einfach nichts außer Wasserplätschern, Sandknirschen und mal hier und da einen Vogel. Keine Autos, keine Flugzeuge, keine Zuggeräusche … Toll!

Nicht weit entfernt war die zweite Station des Ausflugs, der Große und Kleine Milasee. Wieder wunderschön und diesmal mit kleinen, zauberhaften Mooren an den Ufern. Und auch wieder wunderbar zum Baden geeignet. Leider fliegen dort auch fiese Viecher rum, die einen fies beißen können, aber sowas übersteht man als Botaniker ;-)

Aber die Landschaft ist wirklich wunderbar zum Erholen: Ruhe, Wasser, Wald und einige lauschige Plätzchen zum Sonne tanken.

Hach, war das schön dort! Irgendwie habe ich schon immer ’ne besondere Beziehung zu Brandenburg gehabt und würde es als Lieblingsteil Deutschlands bezeichnen, auch wenn Herr Grebe in seinem Lied öfter Recht hat als man gerne zugeben mag ;-)

Advertisements

Mit Tag(s) versehen: , , , ,

5 Kommentare zu “Werbung für Brandenburg: Naturpark Dahme-Heideseen

  1. […] Am zweiten Tag ging der Botaniker-Ausflug in den Naturpark Dahme-Heideseen, der südöstlich von Berlin liegt. Eine wunderschöne Ecke Deutschlands! Hier sind eigentlich nur Nadelwälder und viiile Seen zu finden. hier geht es zur Quelle: Werbung für Brandenburg: Naturpark Dahme-Heideseen « Paprika … […]

    Gefällt mir

  2. richensa 20. März 2012 um 11:06 Reply

    Ja, die verkannten Ecken Brandenburgs! Mir persönlich sind die Kiefernwälder und die kargen Sandböden immer etwas zu… karg, weil ich selber laubwaldgeprägt bin.
    Die Sanddünen sind gar nicht so klein, bei archäologischen Ausgrabungen, besonders im Braunkohlenrevier der Lausitz kann man immer wieder beobachten, welche Sandmengen unterwegs waren, um Siedlungen und Ackerflächen langsam unter sich zu begraben, im Prinzip seit der Bronzezeit…

    Gefällt mir

    • Anikó 28. März 2012 um 14:21 Reply

      Ich mag die extreme: auf der einen Seite, die reichhaltigen Laubwälder hier in Nordhessen/Südniedersachsen mit ihrer wahnsinnigen Vielfalt an Frühjahrsblühern, die so wahnsinnig hübsch aussehen und auf der anderen Seite, die sehr kargen Wälder in so einsamen Gegenden wie dort. Wo soviel Licht auf den Boden auch imer Sommer fällt und eben nur Spezialisten unter den Arten leben können :-)

      Gefällt mir

  3. multikulinaria 1. April 2012 um 17:26 Reply

    Liebe Anikó, habe deinen Artikel mit Freude gelesen. Auch wenn ich manchmal bedaure, dass wir hier im Südosten Berlins nur Kiefernwald und keinen schönen Laub- oder Mischwald haben, lieben wir es doch. Wir brauchen von unserer Stadtrandsiedlung nur paar Kilometer radeln, um an die ersten Dahmeseen zu gelangen. Herrlich! Allerdings dort noch nicht ganz so ruhig. Bootsdurchgangsverkehr und Flugahfennähe gegenwärtig…

    Gefällt mir

    • Anikó 1. April 2012 um 17:55 Reply

      Peggy, freut mich, dass ich Dir eine kleine Freude machen konnte mit der kleinen Brandenburg-Werbung. Ja, so nah an der Stadt ist es bestimmt noch ein bißchen störend mit den Geräuschen, aber weiter draußen, ein Traum von Ruhe :-)

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: