Archiv für den Monat April 2012

Blühender Frühling

Ich liebe es, wenn im Frühling das Wiesenschaumkraut zart hell-lila blüht

und die Felsenbirnen förmlich explodiert vor Blüten, gibt hoffentlich eine reiche Ernte im Juli :-)

Eine Ode in grün und weiß: Gefüllte Zucchini mit Bärlauchrisotto

Letztens schlenderte ich durch den Biodiscounter des Vertrauens und was lachte mich da unverchämt von unten aus dem Gemüseregal an? Runde Zucchini! Ja, ich weiß, das sind normale Zucchini, nur in rund und nicht länglich, aber trotzdem! Die wollte ich schon immer mal kochen, weil sie sich so schön und praktisch füllen lassen und dabei noch ernstlich schick aussehen. Entgegen den Essensplanungen wurden zwei Stück eingepackt. Schnell noch die beste Kora von allen eingeladen und ans gemeinsame Kochen gemacht. Da uns beiden nach vegetarisch und frühlingshaft war, wurde eine wahre Kräuterorgie draus: Rosmarin, Thymian, Petersilie und Bärlauch. Viel grün nach dem langen, grauen Winter. Gefüllt wurde die Zucchini hauptsächlich mit Ricotta und dem Inneren der Zucchini. Irgendwie muss da drin ja Platz zum Füllen geschaffen und dann kann das gleich mitverwendet werden. Dazu schwebte mir ein Risotto vor, weil ich das schon lange, lange nicht mehr gemacht hatte und mir meine liebe Kollegin A. Bärlauch aus ihrem Garten mitbrachte. Perfekt!

Trotz der Improvisation, es war super lecker! Hat wundervoll zusammen gepasst! Die Zucchini knackig-zart mit kräutiger Füllung, die den feinen Eigengeschmack der Zucchini nicht überdeckte. Auch das cremige, wenn auch nicht perfekt wellenfließende, Risotto harmonierte mit dem ganz leichten Bärlauchgeschmack wunderbar! Schöne Frühlingsküche!

Gefüllte runde Zucchini mit Bärlauchrisotto

Zutaten für 2 Personen

Für die gefüllten Zucchini:
2 runde Zucchini
1 Zwiebel
Schluck Olivenöl
100 g Ricotta
1 Zweiglein Rosmarin
einige Zweiglein Thymian
3 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

Für das Bärlauchrisotto:
1 kleine Zwiebel
2 EL Butter
Schluck Olivenöl
ca. 125 g Risotto-Reis (hier Arborio)
1 großzügiger Schluck Noilly Prat
3 1/2 große Kellen Gemüsebrühe (etwa 400 ml)
10 Blätter Bärlauch
1 handvoll geriebener Parmesan

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(2) Die Zucchini waschen, trocknen und den Deckel abschneiden. Das Innere aushöhlen, etwa 0,5-1 cm Rand lassen. Das Innere klein würfeln.
(3) Die Zwiebel fein würfeln. Den Rosmarin vom Stengel streifen und hacken. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen.
(4) Ein Schluck Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig andünsten, die Zucchiniinnereswürfel dazu geben. Salzen, pfeffern. So lange anbraten bis die Masse hellbraun ist. Rosmarin und Thymian hinzu geben. Etwas abkühlen lassen.
(5) Den Ricotta mit der Zwiebel-Zucchini-Masse vermischen. Die Petersilie zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In die Zucchini füllen, Deckel aufsetzen und die beiden Zucchini in eine kleine, leicht eingeölte Auflaufform setzen. In den Ofen schieben und 40-45 Minuten backen.
(6) Während die Zucchini im Ofen sind, das Bärlauchrisotto zubereiten. Erstmal die Brühe, wenn sie nicht heiß sein sollte, in einem Topf auf den Herd stellen und erhitzen. Dann die Zwiebel fein würfeln. 1 EL der Butter mit dem Schluck Olivenöl in einem Topf schmelzen und Zwiebel langsam glasig dünsten. Den Reis hinzufügen und gut durchrühren bis jedes Reiskorn von Fett überzogen ist und schon leicht glasig wird.
(7) Einen großzügigen Schluck Noilly Prat drüber gießen und einkochen lassen.
(8) Nach und nach kellenweise die heiße Gemüsebrühe zugeben, immer dann wenn der Reis die Brühe fast vollständig aufgesogen hat. Dabei öfter mal umrühren. So lange immer wieder auffüllen und einköcheln lassen bis der Reis gar, aber noch bißfest ist. Das dauert je nach Reissorte bis zu 18 Minuten.
(9) Währenddessen den Bärlauch waschen, trocknen und fein hacken.
(10) Wenn der Reis gar ist, den Topf vom Herd nehmen. Bärlauch, die restliche Butter und Parmesan unterrühren. Deckel drauf und 2 Minuten ruhen lassen.

Zusammen mit der gefüllten Zucchini servieren und

genießen!

Anmerkung: Ich weiß, es ist kein Ode im herkömmlichen Gedichtsinn, aber reimen kann ich nun mal gar nicht ;-)

Schnellste Gemüsebrühe ever, wirklich!

Oh Gott, wie oft starb bei mir schon die Lust auf Risotto, weil keine Brühe im Haus war. Ja, ich habe Instantbrühe da, sogar welche ohne Hefeextrakt, aber es ist einfach nicht dasselbe wie mit selbstgeköchelter Brühe. Jetzt dauert Gemüsebrühe schon nicht so lange wie Hühnerbrühe, aber trotzdem manchmal noch viel zu lang nachm Feierabend *seufz* Im River Cottage Everyday Veg bin ich auf ein Rezept für eine schnelle, leichte Gemüsebrühe gestoßen, bei der das Gemüse grob gerieben wird. Warum zum Teufel bin ich noch nicht früher auf die Idee gekommen, das Prinzip ist mir als Biologin natürlich vertraut: je größer die Oberfläche desto schneller und besser können Inhaltsstoffe abgegeben werden (oder im Falle des menschlichen Darms aufgenommen werden). Durch die größere Oberfläche der Gemüsen wird die Brühe wirklich innerhalb 10-20 Minuten nach Aufkochen fertig. Insgesamt hatten wir am Freitag innerhalb von 30 Minuten eine fertige, handgedrechselte Gemüsebrühe, wenn man ein Küchenmaschinchen zum Raspeln benutzt. Natürlich kann man die Zutaten noch variieren, Stangensellerie rein oder Thymian als Kraut oder ’ne Tomate als Kraut oder einen Teil der Möhren durch Pastinaken/Petersilienwurzel ersetzen. Was man da hat, wonach einem ist, ein wirklich dankbares Rezept. Nur eben die Mühe machen und alles klein raspeln! Und wofür die beste K. von allen und ich die Brühe auf die Schnelle brauchten, wird als nächstes Bekannt gemacht :-)

Schnellste Gemüsebrühe ever

Zutaten für ca. 1,5 l:
4 mittelgroße Möhren
2 mittelgroße Zwiebeln
ca. 1/2 Knollensellerie
1 El Rapsöl
einige Stengel Petersilie
2 Lorbeerblätter, zerrupft
einige Pfefferkörner
Salz

(1) Das Gemüse putzen und per Hand oder mit der Maschine grob raspeln, ja auch die Zwiebeln (auch wenn das fies in den Augen brennt).
(2) In einem großen Topf das Öl erhitzen und das Gemüse samt der Petersilienstengel hinein geben. Etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten bis das Gemüse weich ist. Das dient hauptsächlich dazu der Zwiebel ihre Schärfe zu nehmen. Währenddessen in einem Wasserkocher 1,75 l Wasser zum Kochen bringen.
(3) Die Lorbeerblätter und Pfefferkörner hinzu fügen, ein bißchen salzen. Mit kochendem Wasser aufgießen und sobald es wieder kocht etwa 10 bis 20 Minuten offen köcheln lassen.
(4) Durch ein Sieb abgießen, die Gemüseraspel gut ausdrücken und gleich verwenden oder einfrieren.

Quelle: leicht geändert nach Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Everyday Veg. Bloomsbury Publishing

Codename: Osterstollen

Ich glaube, es kommt eher selten vor, dass Frau Mama einen starken Backdrang verspürt, meistens backt sie auf speziellem Wunsch von uns irgendwas. Aber in der März-Ausgabe der LandIdee lachte sie ein Rezept für Osterbrot und es sträubte sich keiner von uns, dass sie es backen wollte. Sie hielt sich genau ans Rezept, aber zwischendurch kamen wir beide wirklich ins Grübeln, weil der Teig extremst krisselig-flockig wurde bevor er gehen sollte. Haben beide schon einen Misserfolg vor Augen gesehen, aber nach dem halbstündigen Gehen, war er wohl wirklich gut verarbeitenbar, wie Frau Mama berichtete (ich schlief mich gesund währenddessen). Also nicht entmutigen lassen :-)

Es wurde ein wunderbar fluffiges Brot, dass doch etwas an Weihnachtsstollen erinnerte durch die Rosinen, Orangeat und Zitronat. Aber das störte nicht weiter, erst Recht nicht Herrn Papa, der jeden Tag Stollen essen könnte. Dick mit Butter bestrichen wirklich wunderbar zum Nachmittagskäffchen oder -kakao oder -tee, je nach persönlicher Vorliebe.

Süßes Osterbrot

Zutaten für 2 Brote:
500 g Dinkel- oder Weizenmehl
1 Würfel Hefe
2 EL Zucker
150 ml Mehl
30 g Orangeat
30 g Zitronat
3 EL Rum
140 g Rosinen
150 g Butter
1 Prise Salz
5 EL Zucker
4 Eier
1 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Vanillestange

(1) Orangeat und Zitronat etwas hacken und mit 1 EL Rum vermengen, die Rosinen ebenfalls in 2 EL Rum einlegen.
(2) Mehl in eine Schüssel geben. Hefe mit Zucker und lauwarmer Milch mischen. Masse ins Mehl geben und nur leicht vermengen. So kann die Hefe starten. 15 Minuten gehen lassen. Gut kneten.
(3)  Das eingeweichte Orangeat, Zitronat und Rosinen unterkneten.
(4) Die Vanillestange halbieren und das Mark auskratzen. Die Butter zerlassen und zusammen mit Salz, Zucker, Eiern, Zitronenabrieb und dem Vanillemark hinzugeben und durchkneten. Der Teig kann jetzt krisselig-flockig aussehen. Aber trotzdem 30 Minuten gehen lassen. Den aufgegangenen Teig teilen und nochmals gut durchkneten und zwei Laibe formen. Wiederum abgedeckt 15 Minuten gehen lassen.
(5) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(6) Die Laibe mit der Schere ein paar mal einschneiden und nochmals 10 Minuten gehen lassen.
(7) Im vorgeheizten Ofen 30-40 Minuten backen.

Einfach in Scheiben schneiden, dick mit Butter bestreichen und mit einer schönen Tasse Tee

genießen!

Quelle: LandIdee 03/12

Auch wenn der Osterstollen nicht heute gebacken wurde, wurden doch heute Nachmittag noch zwei dick gebutterte Scheiben genüsslich verspeist und darf deswegen bei der „Initiative Sonntagssüß“ mitmachen, die heute von Katrin bei Lingonsmak gesammelt werden.

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