Archiv für den Monat April 2012

Blühender Frühling

Ich liebe es, wenn im Frühling das Wiesenschaumkraut zart hell-lila blüht

und die Felsenbirnen förmlich explodiert vor Blüten, gibt hoffentlich eine reiche Ernte im Juli :-)

Eine Ode in grün und weiß: Gefüllte Zucchini mit Bärlauchrisotto

Letztens schlenderte ich durch den Biodiscounter des Vertrauens und was lachte mich da unverchämt von unten aus dem Gemüseregal an? Runde Zucchini! Ja, ich weiß, das sind normale Zucchini, nur in rund und nicht länglich, aber trotzdem! Die wollte ich schon immer mal kochen, weil sie sich so schön und praktisch füllen lassen und dabei noch ernstlich schick aussehen. Entgegen den Essensplanungen wurden zwei Stück eingepackt. Schnell noch die beste Kora von allen eingeladen und ans gemeinsame Kochen gemacht. Da uns beiden nach vegetarisch und frühlingshaft war, wurde eine wahre Kräuterorgie draus: Rosmarin, Thymian, Petersilie und Bärlauch. Viel grün nach dem langen, grauen Winter. Gefüllt wurde die Zucchini hauptsächlich mit Ricotta und dem Inneren der Zucchini. Irgendwie muss da drin ja Platz zum Füllen geschaffen und dann kann das gleich mitverwendet werden. Dazu schwebte mir ein Risotto vor, weil ich das schon lange, lange nicht mehr gemacht hatte und mir meine liebe Kollegin A. Bärlauch aus ihrem Garten mitbrachte. Perfekt!

Trotz der Improvisation, es war super lecker! Hat wundervoll zusammen gepasst! Die Zucchini knackig-zart mit kräutiger Füllung, die den feinen Eigengeschmack der Zucchini nicht überdeckte. Auch das cremige, wenn auch nicht perfekt wellenfließende, Risotto harmonierte mit dem ganz leichten Bärlauchgeschmack wunderbar! Schöne Frühlingsküche!

Gefüllte runde Zucchini mit Bärlauchrisotto

Zutaten für 2 Personen

Für die gefüllten Zucchini:
2 runde Zucchini
1 Zwiebel
Schluck Olivenöl
100 g Ricotta
1 Zweiglein Rosmarin
einige Zweiglein Thymian
3 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

Für das Bärlauchrisotto:
1 kleine Zwiebel
2 EL Butter
Schluck Olivenöl
ca. 125 g Risotto-Reis (hier Arborio)
1 großzügiger Schluck Noilly Prat
3 1/2 große Kellen Gemüsebrühe (etwa 400 ml)
10 Blätter Bärlauch
1 handvoll geriebener Parmesan

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(2) Die Zucchini waschen, trocknen und den Deckel abschneiden. Das Innere aushöhlen, etwa 0,5-1 cm Rand lassen. Das Innere klein würfeln.
(3) Die Zwiebel fein würfeln. Den Rosmarin vom Stengel streifen und hacken. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen.
(4) Ein Schluck Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig andünsten, die Zucchiniinnereswürfel dazu geben. Salzen, pfeffern. So lange anbraten bis die Masse hellbraun ist. Rosmarin und Thymian hinzu geben. Etwas abkühlen lassen.
(5) Den Ricotta mit der Zwiebel-Zucchini-Masse vermischen. Die Petersilie zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In die Zucchini füllen, Deckel aufsetzen und die beiden Zucchini in eine kleine, leicht eingeölte Auflaufform setzen. In den Ofen schieben und 40-45 Minuten backen.
(6) Während die Zucchini im Ofen sind, das Bärlauchrisotto zubereiten. Erstmal die Brühe, wenn sie nicht heiß sein sollte, in einem Topf auf den Herd stellen und erhitzen. Dann die Zwiebel fein würfeln. 1 EL der Butter mit dem Schluck Olivenöl in einem Topf schmelzen und Zwiebel langsam glasig dünsten. Den Reis hinzufügen und gut durchrühren bis jedes Reiskorn von Fett überzogen ist und schon leicht glasig wird.
(7) Einen großzügigen Schluck Noilly Prat drüber gießen und einkochen lassen.
(8) Nach und nach kellenweise die heiße Gemüsebrühe zugeben, immer dann wenn der Reis die Brühe fast vollständig aufgesogen hat. Dabei öfter mal umrühren. So lange immer wieder auffüllen und einköcheln lassen bis der Reis gar, aber noch bißfest ist. Das dauert je nach Reissorte bis zu 18 Minuten.
(9) Währenddessen den Bärlauch waschen, trocknen und fein hacken.
(10) Wenn der Reis gar ist, den Topf vom Herd nehmen. Bärlauch, die restliche Butter und Parmesan unterrühren. Deckel drauf und 2 Minuten ruhen lassen.

Zusammen mit der gefüllten Zucchini servieren und

genießen!

Anmerkung: Ich weiß, es ist kein Ode im herkömmlichen Gedichtsinn, aber reimen kann ich nun mal gar nicht ;-)

Schnellste Gemüsebrühe ever, wirklich!

Oh Gott, wie oft starb bei mir schon die Lust auf Risotto, weil keine Brühe im Haus war. Ja, ich habe Instantbrühe da, sogar welche ohne Hefeextrakt, aber es ist einfach nicht dasselbe wie mit selbstgeköchelter Brühe. Jetzt dauert Gemüsebrühe schon nicht so lange wie Hühnerbrühe, aber trotzdem manchmal noch viel zu lang nachm Feierabend *seufz* Im River Cottage Everyday Veg bin ich auf ein Rezept für eine schnelle, leichte Gemüsebrühe gestoßen, bei der das Gemüse grob gerieben wird. Warum zum Teufel bin ich noch nicht früher auf die Idee gekommen, das Prinzip ist mir als Biologin natürlich vertraut: je größer die Oberfläche desto schneller und besser können Inhaltsstoffe abgegeben werden (oder im Falle des menschlichen Darms aufgenommen werden). Durch die größere Oberfläche der Gemüsen wird die Brühe wirklich innerhalb 10-20 Minuten nach Aufkochen fertig. Insgesamt hatten wir am Freitag innerhalb von 30 Minuten eine fertige, handgedrechselte Gemüsebrühe, wenn man ein Küchenmaschinchen zum Raspeln benutzt. Natürlich kann man die Zutaten noch variieren, Stangensellerie rein oder Thymian als Kraut oder ’ne Tomate als Kraut oder einen Teil der Möhren durch Pastinaken/Petersilienwurzel ersetzen. Was man da hat, wonach einem ist, ein wirklich dankbares Rezept. Nur eben die Mühe machen und alles klein raspeln! Und wofür die beste K. von allen und ich die Brühe auf die Schnelle brauchten, wird als nächstes Bekannt gemacht :-)

Schnellste Gemüsebrühe ever

Zutaten für ca. 1,5 l:
4 mittelgroße Möhren
2 mittelgroße Zwiebeln
ca. 1/2 Knollensellerie
1 El Rapsöl
einige Stengel Petersilie
2 Lorbeerblätter, zerrupft
einige Pfefferkörner
Salz

(1) Das Gemüse putzen und per Hand oder mit der Maschine grob raspeln, ja auch die Zwiebeln (auch wenn das fies in den Augen brennt).
(2) In einem großen Topf das Öl erhitzen und das Gemüse samt der Petersilienstengel hinein geben. Etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten bis das Gemüse weich ist. Das dient hauptsächlich dazu der Zwiebel ihre Schärfe zu nehmen. Währenddessen in einem Wasserkocher 1,75 l Wasser zum Kochen bringen.
(3) Die Lorbeerblätter und Pfefferkörner hinzu fügen, ein bißchen salzen. Mit kochendem Wasser aufgießen und sobald es wieder kocht etwa 10 bis 20 Minuten offen köcheln lassen.
(4) Durch ein Sieb abgießen, die Gemüseraspel gut ausdrücken und gleich verwenden oder einfrieren.

Quelle: leicht geändert nach Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Everyday Veg. Bloomsbury Publishing

Codename: Osterstollen

Ich glaube, es kommt eher selten vor, dass Frau Mama einen starken Backdrang verspürt, meistens backt sie auf speziellem Wunsch von uns irgendwas. Aber in der März-Ausgabe der LandIdee lachte sie ein Rezept für Osterbrot und es sträubte sich keiner von uns, dass sie es backen wollte. Sie hielt sich genau ans Rezept, aber zwischendurch kamen wir beide wirklich ins Grübeln, weil der Teig extremst krisselig-flockig wurde bevor er gehen sollte. Haben beide schon einen Misserfolg vor Augen gesehen, aber nach dem halbstündigen Gehen, war er wohl wirklich gut verarbeitenbar, wie Frau Mama berichtete (ich schlief mich gesund währenddessen). Also nicht entmutigen lassen :-)

Es wurde ein wunderbar fluffiges Brot, dass doch etwas an Weihnachtsstollen erinnerte durch die Rosinen, Orangeat und Zitronat. Aber das störte nicht weiter, erst Recht nicht Herrn Papa, der jeden Tag Stollen essen könnte. Dick mit Butter bestrichen wirklich wunderbar zum Nachmittagskäffchen oder -kakao oder -tee, je nach persönlicher Vorliebe.

Süßes Osterbrot

Zutaten für 2 Brote:
500 g Dinkel- oder Weizenmehl
1 Würfel Hefe
2 EL Zucker
150 ml Mehl
30 g Orangeat
30 g Zitronat
3 EL Rum
140 g Rosinen
150 g Butter
1 Prise Salz
5 EL Zucker
4 Eier
1 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Vanillestange

(1) Orangeat und Zitronat etwas hacken und mit 1 EL Rum vermengen, die Rosinen ebenfalls in 2 EL Rum einlegen.
(2) Mehl in eine Schüssel geben. Hefe mit Zucker und lauwarmer Milch mischen. Masse ins Mehl geben und nur leicht vermengen. So kann die Hefe starten. 15 Minuten gehen lassen. Gut kneten.
(3)  Das eingeweichte Orangeat, Zitronat und Rosinen unterkneten.
(4) Die Vanillestange halbieren und das Mark auskratzen. Die Butter zerlassen und zusammen mit Salz, Zucker, Eiern, Zitronenabrieb und dem Vanillemark hinzugeben und durchkneten. Der Teig kann jetzt krisselig-flockig aussehen. Aber trotzdem 30 Minuten gehen lassen. Den aufgegangenen Teig teilen und nochmals gut durchkneten und zwei Laibe formen. Wiederum abgedeckt 15 Minuten gehen lassen.
(5) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(6) Die Laibe mit der Schere ein paar mal einschneiden und nochmals 10 Minuten gehen lassen.
(7) Im vorgeheizten Ofen 30-40 Minuten backen.

Einfach in Scheiben schneiden, dick mit Butter bestreichen und mit einer schönen Tasse Tee

genießen!

Quelle: LandIdee 03/12

Auch wenn der Osterstollen nicht heute gebacken wurde, wurden doch heute Nachmittag noch zwei dick gebutterte Scheiben genüsslich verspeist und darf deswegen bei der „Initiative Sonntagssüß“ mitmachen, die heute von Katrin bei Lingonsmak gesammelt werden.

Karfreitagsfisch – Fischfrikadellen mit Salsa plus Zucchini-Mozzarella-Salat

Unsere Familie ist ja nicht religiös, 3 von 4 Mitgliedern sind sogar schnöde Heiden und so haben wir mit religiös motivierten Fastentagen nichts am Hut. Trotzdem gab es bei uns letzten Freitag Fisch, aber das eher auch nur zufällig, weil Zwerg zur Zeit komplett auf dem Jamie-Oliver-Trip ist. Ließ sich sämtliche Sendungen die Woche über aufnehmen, um sie dann am Sonntagnachmittag mit meinen Eltern zusammen (die hätten lieber was anderes gesehen) in einem Rutsch wegzugucken. Und natürlich wünschte sie sich das Buch mit den 30-Minuten-Menüs. Zwerg hat auch schon einige Rezepte nachgekocht und ist wirklich begeistert. Jetzt bastelt sie nicht die kompletten Menüs nach, die sich Mr. Oliver ausgedacht hat, sondern nur Teile davon und kombiniert sie neu, weil so ein ganzes Menü für eine Einzelperson doch ein µ zu viel ist.

So bestand Zwerg also auf Fischfrikadellen mit einer erfrischenden Gemüsesalsa und einem wirklich guten Zucchini-Mozzarella-Salat. Eigentlich waren von Mr. Oliver zu den Frikadellen noch ein Sprossensalat und gebratene Kartoffeln dazu vorgesehen, aber weil der Ofen durch das Osterbrot belegt war und diese Familie kein großer Freund von Sprossen ist, wurde der eben durch den Zucchinisalat ausgetauscht und es gab einfache Pellkartoffeln.

Die Fischfrikadellen bestehen aus Lachsfilet, Thunfisch und geräucherter Forelle und hätten die kochbeteiligten Damen (meine Wenigkeit versuchte sich die Erkältung wegzuschlafen) das Rezept richtig gelesen, wären sie auch nicht ganz so fest geraten. Eigentlich sollten nur 2 EL Brotbrösel rein und nicht alles, aber nächstes Mal dann und das sagte Frau Mama schon voraus, also, dass es ein nächstes Mal definitiv geben wird. Die Salsa war auch schön erfrischend dazu und der Zucchini-Mozzarella-Salat ist echt der Hammer, den wird es bei mir öfter geben! Ist sogar für Menschen geeignet, die sonst keine Zucchini mögen, denn sogar Zwerg, eine Zucchiniverächterin par excellence, hat den Salat freiwillig gemacht und auch mit größter Wonne verspeist!

Schwedische Fischfrikadellen mit Salsa

Zutaten für 4 Portionen:
2 Scheiben altbackenes helles Brot
1 Bio-Zitrone
300 g Lachsfilet (enthäutet, ohne Gräten)
300 g geräucherte Forelle (enthäutet)
200 g Thunfischsteak
1 kleines Bund glatte Petersilie
1 großer Schluck Olivenöl
1 Knoblauchzehe

Für die Salsa:
1 grüne Chilischoten
5 kleine Frühlingszwiebeln
10 Cherrytomaten
1/2 Salatgurke
1 gelbe Paprikaschote
1 Schluck heller Balsamicoessig
3 Schluck  Olivenöl
1 Limette
Salz, Pfeffer

(1) Die Brotscheiben in der Küchenmaschine zu Bröseln verarbeiten und währenddessen die Schale der Zitrone abreiben. Brösel auf ein großes Stück Alufolie streuen und zur Seite legen. Den gesamten Fisch in eine Küchenmaschine geben, Zitronenschale hinzufügen. Die Petersilie abbrausen, trocken schütteln und die Blätter zu dem Fisch geben. Alles salzen und pfeffern und grob pürieren.
(2) Die Masse aus der Küchenmaschine holen und mit 2 EL der Brotbrösel gründlich vermischen. 4-6 mittelgroße Frikadellen formen und flach drücken. Die Klopse in den restlichen Bröseln wenden.
(3) In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen. Die ungeschälte Knoblauchzehe mit der Hand zerdrücken und in die Pfanne geben. Sobald es zu zischen beginnt vorsichtig die Fischfrikadellen einlegen und 7 Minuten braten. Sobald sie braun sind, wenden und von der anderen Seite ebenfalls 7 Minuten braten.
(4) Während die Frikadellen braten, sich um die Salsa kümmern. Die Frühlingszwiebeln fein hacken, die Tomaten klitzekleine Würfelchen schneiden. Die Gurke halbieren, in schmale Streifen schneiden und ebenfalls fein würfeln. Mit der Paprikaschote ebenso verfahren. Von der Chilischote den Stiel und die Kerne entfernen und feinst würfeln. Alles gut durchmischen. Salzen und pfeffern. Die Limette auf der Arbeitsfläche mit der Hand hin und her rollen, dann halbieren und den Saft zur Salsa geben. Den Balsamicoessig und Olivenöl zugeben. Nochmals abschmecken.

Die Fischfrikadellen mit der Salsa zusammen servieren und

genießen!

Quelle: leicht abgeändert nach Oliver, Jamie (2010): Jamies 30 Minuten Menüs. Dorling Kindersley. S. 148

Und hier das Rezept zum göttlichen Zucchinisalat, unbedingt nachbasteln! Noch so ein hässliches Phot, aber da es den eh nochmal geben wird, kommt bestimmt bald ein hübscheres :-)

Zucchini-Mozzarella-Salat

Zutaten für 4 Personen als Beilage:
3 Stengel Minze
1/2 frische Chilischote
1 Bio-Zitrone
200 g kleine Zucchini
1 Kugel Mozzarella
oder 125 g kleine Mozzarella-Kugeln
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl

(1) Minze abbrausen, trocken schütteln, Blätter auf ein Schneidbrett zupfen. Die Chilischote ohne Stiel dazu legen, die Schale der 1/2 Zitrone drüber reiben. Beides zusammen fein hacken und in eine Servierschüssel geben. Den Saft der 1/2 Zitrone und das Olivenöl hinzufügen, leicht salzen und pfeffern. Alles gut verrühren. Abschmecken.
(2) Die Zucchini waschen und mit einem Sparschäler dünne Streifen von den Zucchini schälen bis das Kerngehäuse sichtbar wird. Die Streifen über das Dressing legen.
(3) Den Mozzarella zerzupfen und auf die Zucchinistreifen legen.
(4) Kurz vor dem Servieren alles miteinander vermengen und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2010): Jamies 30 Minuten Menüs. Dorling Kindersley. S. 26

Grüne Soße garantiert nicht original

Jetzt wohne ich schon über 3 Jahre hier im nordhessischen Kassel und habe mich gleich im ersten Frühling in die hessische Spezialität „Grüne Soße“ verliebt und sie wurde bisher mit noch nicht einem Wort hier erwähnt, obwohl ich sie im Frühling und Sommer wirklich oft esse. Mittlerweile habe ich auch andere mit der Liebe angesteckt und bin nun inoffizieller Exporteur von den entsprechenden Kräuterbunden Richtung Ostsee und Berlin.

Nun ist der Klassiker ja die Frankfurter Grüne Soße, die aus sieben Kräutern besteht, gewöhnlich Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ganz selten wird auch Dill dazu gegeben, aber das kenne ich eher aus den Bunden der Kasseler Grünen Soße. Traditionell wird sie auch fein gehackt, nur dafür werde ich in diesem Leben keine Geduld mehr aufbringen. Ich hasse Kräuterhacken immer noch zutiefst! Miese kleine Biester, diese Kräuterfitzelchen, total anhänglich und man findet sie noch Wochen später irgendwo in der Küche, furchtbar! Jedenfalls packe ich alle Zutaten in den Mixer und püriere es kurz, so dass es noch keine einheitlich grüne Masse bildet. So ein klitzeklein bißchen, darf man die Kräuter schon noch erkennen :-)

Nun komme ich aus Mecklenburg-Vorpommern und hab auch keinerlei hessische Verwandtschaft, kenne die Soße also nur aus Rezepten und Berichten hessischer Freunde, aber was soll ich sagen, scheint so als hätte jede hessische Familie ihr eigenes Rezept. Nun gut, wie das nun mal bei so Klassikern ist … Hauptsächlich halte ich mich an ein Rezept aus dem Buch „Heimwehküche„, mache es aber meist aus der Lamäng, je nachdem ob ich gerade mehr Schmand oder saure Sahne im Haus habe, Frau Kochschlampe hingegen mag sie am liebsten mit Mayonnaise statt Quark drin. Wichtig finde ich, dass die Soße mindestens eine Stunde durchzieht. Und dann einfach mit Kartoffeln (je nach Vorliebe Salz- oder Pellkartoffeln) zu gekochten Eier, gekochtem Rindfleisch, Tafelspitz, Fisch oder gekochtem Spargel essen. Traumhaft!

Grüne Soße

Zutaten für 4 Portionen:
9 Eier
2 Packungen Grüne Soße-Kräuter (200 g)
200 g Schmand (24% Fettgehalt)
400 g saure Sahne (10% Fettgehalt)
125 g Magerquark
1 TL Senf
1 TL Salz

(1) Die Eier in 8-10 Minuten hart kochen, pellen und 1 Ei klein hacken.
(2) Die Kräuter waschen, trocken schleudern und grob hacken. Zusammen mit dem Schmand in einen Mixer geben und pürieren. Nach und nach die saure Sahne, Quark, Salz und Senf zugeben. Nicht zu fein pürieren, es darf ruhig noch ein wenig von den Kräutern zu erkennen sein. Die Soße sollte eine cremige Konsistenz haben.
(3) In eine Schüssel umfüllen und etwa 1 Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmal abschmecken.

Zu Pellkartoffeln und den restlichen Eiern essen.

Genießen!

Sie passt auch vorzüglich zu gekochtem Rindfleisch, gegartem Spargel und Fisch.

Quelle: nach Hamm, B., Schmidt, L. (2010): Heimwehküche. Dorling Kindersley. S. 56

Und weil ich Comfort Food nicht wirklich appetitlich anrichten und photographieren kann, erst Recht nicht im Kunstlicht meines Wohnzimmerfluters, nimmt dieses wirklich wunderbare Essen an Heikes Ugly Food-Event teil :-) Aber das Rezept muss für alle künftigen Grüne Soße-Liebhaber einfach mal gepostet werden!

Geburtstagssause die V. – Hülsenfrüchte in Salatform

Weiter geht’s mit den Rezepten der Geburtstagssause. Natürlich gehören auch Salate auf ein ordentliches Geburtstagsbuffet! Und weil ja immer noch Winter war und einfach nicht die große bunte Vielfalt des Sommers zur Verfügung stand, standen die Salate unter dem Thema „Hülsenfrüchte“. Als erstes suchte ich nach einem Linsensalat, denn seit dem ungarischen Linsengemüse zu Neujahr ist meine Liebe zu diesen wirklich tollen, vielfältigen keinen Hülsenfrüchten wieder erwacht. Fündig wurde ich bei Herrn Ottolenghis „Plenty“ und entschied mich für den Linsensalat mit Tomaten und Gorgonzola, den ich leicht abgewandelt habe. Er lässt sich wunderbar vorbereiten  und in Etappen zubereiten, so dass am Tag der Party dafür wirklich nicht mehr viel zu machen war. Aufgeteilt hatte ich ihn in kleine Gläschen, die ich billig beim Möbel-Schweden erstand. Das Photo wurde aufgenommen bevor wir den Käse drüber krümelten, sonst hätte man nichts mehr vom Salat gesehen ;-) Ein wirklich richtig echt köstlicher Salat! Kräutige Linsen mit süß-saftigen Tomaten gepaart mit der leichten Salzigkeit des Fetas, großartig! Sollte die geneigte Leserschaft dringend ausprobieren!

Puy-Linsensalat mit Tomaten und Feta

Zutaten für 4 Personen:
1 kleine rote Zwiebel, in sehr dünne Scheiben geschnitten
1 EL Rotweinessig
1 TL Salz
250 g Puy-Linsen
3 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
schwarzer Pfeffer
3 EL gehackte Petersilie
3 EL gehackter Schnittlauch
4 EL gehackter Dill
80 g Feta (im Original: Gorgonzola)

Für die ofengetrockneten Tomaten:
400 g Cherry-Tomaten
8 Zweige Thymian
1 EL Olivenöl
2 EL Balsamico-Essig
Salz

(1) Zuerst die Ofen-Tomaten zubereiten. Den Ofen auf 150°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Tomaten vierteln und mit der Hautseite nach unten auf das Backblech legen. Die Thymianzweige darauf verteilen, mit Olivenöl und Balsamico beträufeln und leicht salzen.  Für 1,5 Stunden (90 Minuten) in den Ofen geben, bis sie halb getrocknet sind. Kurz abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebelscheiben in einer mittelgroße Schüssel geben. Salzen und mit dem Rotweinessig übergießen und marinieren lassen, damit sie etwas weicher und milder werden.
(3) Die Linsen mit Wasser, dass etwa 3 cm über ihnen steht aufsetzen und so lange kochen lassen bis sie gar sind. Gut in einem Sieb abtropfen lassen und noch warm zu den Zwiebeln geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, das Olivenöl und den Knoblauch zugeben, gut durchrühren und abkühlen lassen.
(4) Nach dem Abkühlen die gehackten Kräuter vorsichtig unterheben und nochmals abschmecken. Die Tomaten darunter geben und mit dem Feta bekrümeln.

Servieren und genießen!

Quelle: abgewandelt nach Ottolenghi, Y. (2010): Genussvoll vegetarisch. Dorling Kindersley. Seite 222

Auf einer Party darf ja auch kein sättigender Salat fehlen und da mir Kartoffelsalat eher unpassend erschien (obwohl ich schonmal einen orientalischen gebastelt hatte), entschied ich mich für eine klassische italienische Kombi, die ich bei Paule fand. Die Kombination aus Pasta mit Kartoffeln, grünen Bohnen und Basilikum-Pesto ist ein Klassiker der ligurischen Küche, den Paule in diesen Salat umwandelte. Obwohl ich sonst kein großer Fan von Kohlehydraten mit Kohlehydraten bin, fand ich die Kombi extremst lecker und wird garantiert nochmal von mir ausprobiert! Passt auch perfekt zum Grillen, wenn es denn wirklich richtig Sommer ist…

Pastasalat alla Genovese – Pastasalat mit Pesto, grünen Bohnen und Kartoffeln

Zutaten für die Pesto-Sauce:
2 EL Pinienkerne
1 handvoll frische Basilikumblätter
1 geschälte Knoblauchzehe
3 EL Olivenöl
2-3 EL frisch gepresster Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Zutaten für 4 große Portionen Salat:
250 g grüne Bohnen
6 mittelgrosse, festkochende Kartoffeln
300 g Penne
Salz

(1) Für das Pesto die Pinienkerne in einer Pfanne fettfrei rösten. Abkühlen lassen.
(2) Basilikum, Knoblauch, Olivenöl und Pinienkerne in ein hohes Gefäss geben und mit dem Zauberstab aufmixen bis eine cremige Sauce entsteht. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und noch einmal kurz mixen. Beiseite stellen.
(3) Bohnen putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Salz hinzugeben und Bohnenstücke darin ca. 5-10 Minuten bissfest garen. Bohnen abgiessen und in Eiswasser abschrecken.
(4) Kartoffeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Wiederum Salzwasser zum Kochen bringen, Kartoffeln hinzugeben und nicht zu weich garen. Mit einer Schöpfkelle die Kartoffeln herausnehmen und etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Nudeln im gleichen Topf – eventuell Wasser zufügen – bissfest garen.
(5) Nudeln abgiessen und abschrecken. Alle Zutaten mit dem Pesto in einer großen Schüssel vermengen. Gegebenenfalls noch einmal mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz ziehen lassen und

genießen!

Quelle: Paules Ki(t)chen – Pastasalat alla Genovese

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