Grüne Soße garantiert nicht original

Jetzt wohne ich schon über 3 Jahre hier im nordhessischen Kassel und habe mich gleich im ersten Frühling in die hessische Spezialität „Grüne Soße“ verliebt und sie wurde bisher mit noch nicht einem Wort hier erwähnt, obwohl ich sie im Frühling und Sommer wirklich oft esse. Mittlerweile habe ich auch andere mit der Liebe angesteckt und bin nun inoffizieller Exporteur von den entsprechenden Kräuterbunden Richtung Ostsee und Berlin.

Nun ist der Klassiker ja die Frankfurter Grüne Soße, die aus sieben Kräutern besteht, gewöhnlich Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ganz selten wird auch Dill dazu gegeben, aber das kenne ich eher aus den Bunden der Kasseler Grünen Soße. Traditionell wird sie auch fein gehackt, nur dafür werde ich in diesem Leben keine Geduld mehr aufbringen. Ich hasse Kräuterhacken immer noch zutiefst! Miese kleine Biester, diese Kräuterfitzelchen, total anhänglich und man findet sie noch Wochen später irgendwo in der Küche, furchtbar! Jedenfalls packe ich alle Zutaten in den Mixer und püriere es kurz, so dass es noch keine einheitlich grüne Masse bildet. So ein klitzeklein bißchen, darf man die Kräuter schon noch erkennen :-)

Nun komme ich aus Mecklenburg-Vorpommern und hab auch keinerlei hessische Verwandtschaft, kenne die Soße also nur aus Rezepten und Berichten hessischer Freunde, aber was soll ich sagen, scheint so als hätte jede hessische Familie ihr eigenes Rezept. Nun gut, wie das nun mal bei so Klassikern ist … Hauptsächlich halte ich mich an ein Rezept aus dem Buch „Heimwehküche„, mache es aber meist aus der Lamäng, je nachdem ob ich gerade mehr Schmand oder saure Sahne im Haus habe, Frau Kochschlampe hingegen mag sie am liebsten mit Mayonnaise statt Quark drin. Wichtig finde ich, dass die Soße mindestens eine Stunde durchzieht. Und dann einfach mit Kartoffeln (je nach Vorliebe Salz- oder Pellkartoffeln) zu gekochten Eier, gekochtem Rindfleisch, Tafelspitz, Fisch oder gekochtem Spargel essen. Traumhaft!

Grüne Soße

Zutaten für 4 Portionen:
9 Eier
2 Packungen Grüne Soße-Kräuter (200 g)
200 g Schmand (24% Fettgehalt)
400 g saure Sahne (10% Fettgehalt)
125 g Magerquark
1 TL Senf
1 TL Salz

(1) Die Eier in 8-10 Minuten hart kochen, pellen und 1 Ei klein hacken.
(2) Die Kräuter waschen, trocken schleudern und grob hacken. Zusammen mit dem Schmand in einen Mixer geben und pürieren. Nach und nach die saure Sahne, Quark, Salz und Senf zugeben. Nicht zu fein pürieren, es darf ruhig noch ein wenig von den Kräutern zu erkennen sein. Die Soße sollte eine cremige Konsistenz haben.
(3) In eine Schüssel umfüllen und etwa 1 Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmal abschmecken.

Zu Pellkartoffeln und den restlichen Eiern essen.

Genießen!

Sie passt auch vorzüglich zu gekochtem Rindfleisch, gegartem Spargel und Fisch.

Quelle: nach Hamm, B., Schmidt, L. (2010): Heimwehküche. Dorling Kindersley. S. 56

Und weil ich Comfort Food nicht wirklich appetitlich anrichten und photographieren kann, erst Recht nicht im Kunstlicht meines Wohnzimmerfluters, nimmt dieses wirklich wunderbare Essen an Heikes Ugly Food-Event teil :-) Aber das Rezept muss für alle künftigen Grüne Soße-Liebhaber einfach mal gepostet werden!

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8 Kommentare zu “Grüne Soße garantiert nicht original

  1. Heike 11. April 2012 um 12:23 Reply

    Oh mit grüner Sauce hab ich ja auch so meine Erfahrungen. Fand die meine immer super. Und dann hab ich sie einem Hessen vorgesetzt…

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  2. la grosse mere 12. April 2012 um 19:56 Reply

    Grüne Soße ist prima! Hab neulich – jetzt frische Baden-Württembergerin – ein Kräuterpäckchen auf dem Markt entdeckt :-) Noch bin ich nahe genug dran an Hessen! Gab’s in der bayrischen Heimat auch nicht – ist aber sehr fein! Bei mir kommt sie auch in den Mixer, sonst wird sie bei mir nie so richtig grün, und das muß schon auch, irgendwie… Und ja, für mich bitte mit Mayo!!! Neulich kam auch Dickmilch rein, war auch sehr fein.

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  3. Anikó 12. April 2012 um 20:34 Reply

    Oh Heike, einem echten Hessen hab ich die Soße noch nicht vorgesetzt, kenne kaum einen *g* Weiß auch nicht, ob ich mich das trauen würde :-)

    Oh Frau grosse mere ist umgezogen? Dann viel Erfolg in der neuen Heimat und viel Spaß in der neuen Wohnung :-) Und genau, mit Hacken wird sie beim Besten Willen nicht soo schön grün … Außerdem geht es schneller im Mixer *g*

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  4. anonnym 13. April 2012 um 08:07 Reply

    Aaalso, ich bin Hessin, auch wenn es mich leider schon lange nach NRW verschlagen hat. Meine Oma (94 Jahre; Urhessin) hat die Grüne Sosse zeitlebens so gemacht wie Du (allerdings in Ermangelung einer Küchenmaschine die Kräuter durch den ( nur für Grüne Sosse) Fleischwolf gedreht, funktioniert!!) also hast Du definitiv ein Originalrezept aus der Gegend um Gießen. Allerdings gibt es meiner Erfahrung nach so viele Grüne-Sossen-Rezepte wie Städte oder Landkreise. In Frankfurt geht das Rezept sicher gar nicht und meine Tante in Herborn macht sie auch anders!!!! AUch hier gibt es sie heute.
    Liebe Grüße, Sabine

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  5. Ugly I 8. Mai 2013 um 09:08 Reply

    […] Grüne Sauce von Anikó […]

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  6. […] Lieblingsessen natürlich auch je nach Jahreszeit. Im Frühling esse ich unglaublich gerne “Grüne Soße” einfach nur mit Pellkartoffeln oder natas Spargel-Tomaten-Pasta. Im Sommer habe ich einen […]

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  7. Houdini 14. Februar 2014 um 08:53 Reply

    Das gehackte Ei wird wohl nicht für die Vögel auf das Fenstersims gegeben, nehme ich an. Ich werde dann mal eine Thai Grüne Sauce basteln für unsere Gschwellti/Pellkartoffeln, die Meow sehr mag.

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  8. […] Grüne Soße […]

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