Archiv für den Tag 12. Juni 2012

Ungarische Hausmannkost: Karalábéfözelék – Kohlrabigemüse

In nächster Zeit werde ich wohl wieder verstärkt ungarisch kochen, weil ich gestern meinen Urlaub bei der Familie abgesagt habe wegen der blöde Bauchprobleme. Macht einfach keinen Spaß mit eingeschränkten Essmöglichkeiten im Paradies meiner Tanten zu sitzen und nichts davon essen zu können … Ich werde es überleben, ohne Frage, aber doof ist es trotzdem und ich vermisse die Familie jetzt schon. Naja, vielleicht ergibt sich im Herbst die Chance für ’ne Woche hinzudüsen :-) Es gab in meinem Leben ein Jahr in dem nicht in Ungarn war und das war furchtbar. Ich war unausstehlich, kochte nur noch ungarisch (gibt wirklich schlimmeres *g*), hörte nur noch ungarisches Radio und die Gedanken drehten sich nur noch um die Verwandtschaft und den nächsten Besuch … Ich bin ein hoffnungsloser Fall was die Familie angeht ;-)

Mein liebster Bestandteil der ungarischen Küche sind immer noch die Fözeléks (ausgesprochen: „Föhselehks“ mit stimmhaftem „s“ in der Mitte), also die Gemüseragouts, die ein Hauptgericht darstellen und nicht nur eine Beilage. Es geht schnell, es ist billig, je nach Jahreszeit wandlungsfähig und gesund noch dazu. Sie sind wirklich Arme-Leute-Alltagsküche, aber eben so lecker, egal ob aus Bohnen, Kartoffeln, Erbsen, Kürbis, Kohl mit Tomate oder was einem sonst noch einfällt. Zur Zeit haben ja Kohlrabis ganz groß Saison. Normalerweise schafft er es bei mir nicht in einen Topf, ich verputze ihn liebend gerne roh, aber auch gekocht, macht sich der feine Kohlrabigeschmack ganz wunderbar. Bei diesem Gemüse überlagern nicht zuviele andere, starke Aromen den Kohlrabigeschmack, nur ein µ Säure durch die saure Sahne und etwas Petersilie rundet alles ab. Dazu gab’s bei mir ein übrig gebliebenes paniertes Schnitzelchen, man kann aber auch darauf verzichten oder eine andere tierproteinreiche Beilage reichen. Dazu wie bei fast allen ungarischen Fözeléks, frisches Weißbrot. Göttlich!

Karalábéfözelék – Ungarisches Kohlrabigemüse

Zutaten für 2 Personen:
2 Kohlrabi
1 TL Gemüsebrühpulver
Salz, Pfeffer
200 g saure Sahne (1 Becher)
1 EL Mehl
1/2 Bund Petersilie

Kohlrabi schälen und würfeln. In soviel gesalzenem Wasser mit dem Gemüsebrühpulver kochen, wie es die Kohlrabistücke im Topf erreicht, also nicht komplett bedeckt. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Die saure Sahne mit dem Mehl gut verrühren. Die Petersilie fein hacken. Wenn der Kohlrabi gar, aber noch bißfest ist, einige Löffel des Kochwassers zum saure Sahne-Mehl-Gemisch geben, gut verrühren und langsam, möglichst ohne Klümpchen in das Gemüse einrühren. Langsam aufkochen lassen und etwa 2 Minuten köcheln lassen damit das Gemüse etwas bindet. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterrühren.

Dazu gehört dringend frisches Weißbrot! Und wer mag, ein kleines paniertes Schnitzelchen oder gebratene Würstchen oder eine Frikadelle oder ein Stück gebratener Fisch.

Und wer noch mehr Fözeléks ausprobieren will, hier noch ein paar Vorschläge:

Und mein absolutes Lieblingsfözelék hab ich immer noch nicht verbloggt, Asche auf mein Haupt! Wird bestimmt noch kommen :-)

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