Archiv für den Monat Juli 2012

Schnelle, exzellente Räucherlachs-Kräuter-Lasagne

Ein Vorteil von dem blöden Kranksein ist, dass ich mal wieder länger in der Heimat verweile und somit auch Zwerg (meine kleine und jüngere Schwester) öfter sehen kann. Sie wohnt (zum Glück *g*) nicht mehr bei meinen Eltern, ist aber jeden Sonntag da und jetzt wo ich da bin, auch an ihren freien Tagen, die sie aufgrund ihres Jobs an unterschiedlichen Wochentagen hat. Dann kochen wir zusammen, gucken zusammen TV (bevorzugt Kochsendungen *g*) und leisten uns einfach gegenseitig Gesellschaft :-) Entspannte Tage für uns beide …

Letzten Donnerstag hatte Zwerg auch frei und schlug vor, ob wir nicht eine Räucherlachs-Kräuter-Lasagne. Hmm, erstens bin ich nicht der weltgrößte Lachsfan und dauert Lasagne nicht zu lange (wer Zwerg kennt, weiß dass sie gerne etwas später erscheint, auch wenn noch ein ganzes Mahl geköchelt werden muss *g*). Sie versicherte mir, dass es schnell ginge, immerhin sei das Rezept aus der „Lust auf Genuss“ vom Juli mit schnellen Rezepten. Na dann … Sie hat unterwegs alles besprgt und ab dafür! Und es ging wirklich schnell! Also für eine Lasagne ;-) Zuerst dachte wir, dass die Schnittlauch-Bechamel-Menge zu wenig sei, aber beim Essen stimmte das Saucen.Lasagnenverhältnis. Wir haben auch nur die halbe Rezeptmenge an Räucherlachs genommen, was mir sehr entgegen kam, aber wer mehr auf den Fisch steht, nimmt ruhig die von den Zeitschriftenleuten vorgeschlagene Menge. Eine kleine Vitamindosis bekommt noch durch ein paar Zucchini-Streifen, die wirklich wunderbar passen. Und wirklich so schnell, dass es auch noch gut nach der Arbeit gebastelt werden kann. Probiert es ruhig aus!

Schnelle Räucherlachs-Kräuter-Lasagne

Zutaten für 4 Portionen:
12 Lasagneblätter
2 Schalotten
1 El Butter
1 EL Mehl
300 ml Milch
1/2 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2 mittlere Zucchini
250 g geräucherter Lachs (Original: 500 g)
50-100 g Käse (Gruyere laut Rezept, hier Maigouda)

(1) Ofen auf 200 °C (Umluft 180°C) vorheizen. Eine größere Auflaufform bereit stellen.
(2) Zuerst die Bechamelsauce ansetzen. Dafür die Schalotten pellen und in feine Würfel schneiden. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen und die Schalottenwürfelchen glasig andünsten. Das Mehl hinzugeben, gut verrühren und den Topf vom Herd nehmen. Schluckweise die Milch zugeben und immer gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Sobald die ganze Milch unter gearbeitet ist, die Milch bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, dabei öfter umrühren, damit sie nicht am Boden ansetzt. Zwischendurch den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und den Schnittlauch unter die fertige Sauce rühren.
(3) Während die Sauce kocht, die Zucchini waschen und in Julienne (feine lange Streifen) schneiden. Die Lasagneblätter in kochendem, gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung garen. Die letzten 30 Sekunden die Zucchinistreifen dazu geben und kurz blanchieren lassen. Abgießen und abtropfen lassen. Den Käse reiben.
(4) Jetzt geht es ans Schichten, hier passten je 3 Lasagneblätter pro Schicht. Zuerst ein paar Esslöffel der Sauce auf dem Boden verstreichen, die drei Lasagneblätter darauf legen, dann eine Schicht Räucherlachs, ein Drittel der Zucchinistreifen und wieder ein bißchen Sauce. So weiter schichten bis alle Zutaten verbraucht sind. Mit Lasagneplatten abschließen und zum Schluss noch etwas Sauce auf der Pasta verteilen. Den Käse drüber streuen und in den Ofen geben.
(5) 5-10 Minuten backen bis der Käse geschmolzen ist (hier etwas länger, weil wir ihn auch gerne etwas gebräunt mögen).

Mit einem frischen Salat zusammen

genießen!

Quelle: Lust auf Genuss 07/2012

Allerliebste Lieblingseingelegte-Gurken – Kovászos uborka

Hach, Kovi ubi! *seufz* Ich liebe sie einfach! Sie gehören für mich zum Sommer wie Sonne und wohlige Wärme. Ein Sommer ohne Kovi ubi ist ein verlorener Sommer! Aber was ist das überhaupt, wird sich die geneigte Leserschaft fragen? Kovi ubi heißen hochoffiziell Kovászos uborka und das sind mit Hilfe von Hefe durch Milchsäuregärung haltbar gemachte Salzgurken. Die Hefe kommt in diesem Fall aus altem Weißbrot, die durch Sonne und Wärme einen guten Schubs Richtung Gärung kriegen, je Wärmer es ist, desto schneller geht es. So werden die Gurken bei meinen Tanten immer in die pralle Sonne auf die Terrasse gestellt und man kann praktisch zugucken wie sich die Gurken verwandeln. So werden die geliebten Gurken praktisch in ganz Ungarn den ganzen Sommer über zubereitet. Kenne wirklich keinen Haushalt, der das nicht macht, ein heimliches Nationalgericht *g*

Normalerweise kriege ich meine Ration in den alljährlichen Sommerurlauben, nur weil dieses Jahr es äußerst ungewiss ist und der Gemüse-Vietnamese unseres Stadtteils frische Einlegegurken und Dill mit Blüten hatte, wurde Frau Mama kurzerhand überredet mit mir eine große Portion anzusetzen. Irgendwie muss ich das ja auch mal lernen. Die einzige Komponente, die hier oben an der Ostsee öfters nicht mitspielt, ist das Wetter. So ist auch dieser Sommer hier bisher eher regnerisch, trüb und kühl mit einzelnen wärmeren Tagen dazwischen. Aber ich wollte es trotzdem probieren, unser Balkon ist verglast und dadurch einigermaßen warm und kann doch nicht sein, dass nur Sonnenschein für’s Gelingen ausschlaggebend ist. Und es hat tatsächlich funktioniert! Ich bin so begeistert! Es hat zwar länger gedauert als bei Hitze und praller Sonne, aber sie schmecken genauso wie in Ungarn! Großartigst! Wenn sich ein Sonnenstrahl auf den Balkon verirrte, habe ich die beiden Gefäße in den Sonnenbereich gestellt und so wanderten sie den Nachmittag über unseren Balkonboden *g* Also es dauert etwas, aber es klappt und auch sonst wirklich simpel anzusetzen. Wenn die geneigte Leserschaft auf eingelegte Salzgurken mit leichtem Dillgeschmack steht, probiert es aus, ich kann es nur empfehlen!

Kovászos uborka

Zutaten für  ein 1,5 l Glas:
10-15 etwa gleich große Einlegegurke
3 Dillblüten mit einigen Blätter
1 Brötchen in 3 Scheiben geschnitten oder 2 dicke Scheiben Weißbrot
Salz
lauwarmes Wasser

(1) Den Dill waschen und den Boden des Glases mit 1 großen Dillblüte auslegen.
(2) Die Gurken waschen und mit einem Messerchen 4-6 mal ein- aber NICHT durchschneiden. Möglichst dicht in das Glas schichten.
(3) Mit dem restlichen Dill bedecken und die Scheiben Weißbrot bzw. Brötchen darüber geben.
(4) Mindestens 1 l lauwarmes Wasser abmessen und 25 g Salz darin auflösen. Über das Weißbrot, Dill und Gurken in das Glas gießen. Es sollte die Gurken und Brot möglichst bedecken. Falls es zu wenig Wasser nochmal im beschriebenen Verhältnis nachmischen und zugeben. Falls die Weißbrotscheiben hochsteigen gerne etwas improvisieren und wieder runter drücken (sauberer Stein, Dekoartikel etc.). Mit Folie abdecken, die mit einem Gummi festgemacht wird am Glas.
(5) Auf den Balkon/Terrasse am Besten in die Sonne stellen. Je nach Wetterlage und Sonnenschein 5-10 Tage draußen stehen lassen bis die Flüssigkeit sehr milchig ist und die Gurken durchscheinend sind.

Das Brot (auch wenn es verschimmelt sein sollte, die Gurken sind noch gut) aus dem Glas fischen und entsorgen, ebenso den Dill. Die Gurken in ein sauberes Gefäß geben und die Flüssigkeit durch ein feines Sieb darüber gießen.

Genießen!

Hält sich im Kühlschrank so plus/minus 2 Wochen.

Britische Sonntagsbrötchen – Scones

Letzten Monat ging es beim Fernsehsender Arte hauptsächlich um Großbritannien, es gab verschiedene Dokus übers Liesbeth die II., über britische Gewohnheiten, die „Stolz und Vorurteil“ Verfilmung von 1995 mit Colin Firth *schmacht* wurde gezeigt und natürlich auch das Essen der Insel thematisiert. Dafür wurde Sarah Wiener in 10 Folgen quer über die Insel geschickt und sollte typische britische Gerichte wie Fish & Chips, Kedgeree, Roastbeef oder auch Pie & Mash kochen. Ich mochte schon die anderen Serien mit ihr, wo sie Frankreich oder Italien oder Österreich erkundet, man lernt Land und Leute ein wenig kennen, wie bestimmte Zutaten hergestellt werden und eben typische Gerichte der unterschiedlichen Regionen. So war Sarah Wiener auch in der Großbritannienserie von Schottland bis Cornwall unterwegs. Und Gott, ist das schön da! Und so vielfältig! Unglaublich! Ich sollte mal die britischen Inseln etwas mehr erkunden :-) Auch die unterschiedlichen englischen Rezepte haben Lust auf’s Ausprobieren gemacht.

In einer Folge sollte Frau Wiener ein typisch britisches Picknick zubereiten, das offensichtlich auch Scones enthält. Frau Mama, die die Folge mit mir guckte, meinte gleich, dass sie Scones schon immer mal kosten wollte. Hey, das lässt sich doch einrichten! Frau Kochschlampe kann wunderbare Scones backen und dort durfte ich sie verköstigen. Also habe ich schnell das Rezept rausgesucht und mich Sonntagnachmittag kurz hingestellt, um für Frau Mama welche zu zaubern. Und sie sind köstlich geworden. Ich glaube wie Scones sein müssen: zart-krümelnd, knusprig, wundervoll! Frau Mama und auch Herr Papa fanden sie toll, haben zusätzlich zur Erdbeertorte noch einige verputzt. Und sie sind so schnell gemacht, wirklich innerhalb von 30 Minuten hat man herrlich warme Scones fertig. Toll, toll, toll! Ich finde ja am Besten schmeckt dazu schön fruchtige Marmelade, wie hier die Aprikosen-Erdbeer-Marmelade. Honig ist irgendwie zu süß für die Scones, ein wenig fruchtige Säure tut dem Scones-Belag ganz gut :-) Und die nächsten Tage werd ich mich nochmal hinstellen und welche für Frau Mama auf Vorrat machen, sie lassen sich laut BBC Good Food auch gut einfrieren, ha!

Buttermilch-Scones

ergibt 6-8 Stück

2-3 EL Buttermilch, zusätzlich welche zum Bepinseln
220 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
75 g Butter, zimmerwarm
40 g brauner Zucker
1 Ei (L), verquirlt

(1) Den Ofen auf 220° vorheizen, Blech mit Backpapier auslegen.
(2) Mehl, Backpulver und Salz mischen. Die Butter mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis eine brotkrümelartige Masse entsteht. Den Zucker einarbeiten.
(3) Ei mit 2 EL Buttermilch mischen und unterkneten. Es sollte ein weicher, aber nicht klebriger Teig entstehen. Sollte der Teig zu trocken sein, noch Buttermilch dazu geben – aber nur teelöffelweise.
(4) Teig 2,5 cm dick ausrollen (oder mit den Händen platt drücken) und Scones mit einem mittelgroßen Wasserglas  ausstechen.
(5) In den Ofen schieben und 10-12 Minuten backen.
Soweit abkühlen lassen, dass man sie gut anfassen kann und mit Butter und Lieblingsmarmelade essen.

Genießen!

Quelle: Frau KochschlampeButtermilch-Scones

Und weil ich Scones das erste Mal selbst bastelte und die Familie sie das erste Mahl aß, mach ich damit bei natas Blogevent im Kochtopf mit.

 Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)

Gartenbeute

Wir haben einen Schrebergarten, schon seit 27 Jahren, also um genauer zu sein seit Zwerg 1 Monat alt war. Meine Eltern haben ihn sich damals fast nur deswegen angeschafft, damit wir auch ein bißchen frisches Obst und Gemüse haben. So von wegen DDR und Mangelwirtschaft usw. Jedenfalls lieben wir unseren Garten, haben ein ordentliches Häuschen, in dem man auch wunderbar übernachten kann. Wenn das Wetter mitspielt, sind meine Eltern eigentlich jedes Wochenende im Garten zu finden. Nachdem letztes Jahr wirklich kein gutes Gartenjahr war, das Frühjahr zu trocken, der Juli so verregnet, dass unser Garten wirklich eine handbreit unter Wasser stand. So hatten meine Eltern kaum Ernte. Aber dieses Jahr dann wieder. Die drei Erdbeerbeete tragen ewiglich viele Früchte, so dass wir wieder zwei volle Körbe mitnehmen konnte:

Auch die roten Johannisbeeren tragen wieder so reichlich, dass ihre Äste sich unter der Last gen Boden neigen. Hier ist nur ein kleiner Teil der großen Schüssel zu sehen, die ich am Sonntag gemütlich sitzend erntete:

Natürlich gibt es auch Gemüse im elterlichen Garten, hier die schicken bunten Radieschen, wobei die gelben wirklich fies scharf sind und die weißen angenehm frisch und mild:

Auch der schon geschossene Mangold, der für die Samen noch stehen gelassen wird und der Rucola wurden geerntet.

Den Mangold aß ich vorhin als kleine Gemüsebeilage einfach in Olivenöl mit etwas Knoblauch angedünstet und mit Zitronenschale und -saft abgeschmeckt. Sehr köstlich. Und was aus dem Rucola, den Erdbeeren und Johannisbeeren wurde, zeige ich der geneigten Leserschaft demnächst. Und im Garten wartet noch soviel was dann demnächst reif wird: Erbsen, schwarze Johannisbeeren, Stachel- und Jochelbeeren … Ach, ich freu mich :-)

Erdbeer-Honigmelonen-Salat

Ich muss gestehen, ich bin nicht der weltgrößte Erdbeer-Fan, also so alleine gegessen im rohen Zustand. Weiß nicht wieso, aber meist reicht mir ein Schälchen gezuckerte Erdbeeren pro Saison und dann müssen andere Varianten her. Als Marmelade nur mit Vanille liebe ich die Früchte und auch auf Torten sind sie toll. Aber muss doch auch anderes geben :-)

Bei den Küchengöttern begab ich mich auf Ideensuche und mich sprach ein Salat aus Erdbeeren und Honigmelone an, der mit Ingwer verfeinert wurde. Zusätzlich wurde feingeschnittener Sauerampfer drüber gestreut. Interessante Kombi! Für den Ampfer müsste ich in den Garten und einkaufen funktioniert ohne Begleitung momentan auch nicht so gut, also das Rezept erstmal auf Halde gelegt. Aber dann brachte Herr Papa doch überraschend eine Honigmelone mit nach Hause, sie ist ihm wohl einfach in die Hand gehüpft :-)  Hey, perfekt! Hatte zwar immer noch nicht alle Zutaten da, aber da improvisieren wir einfach ein bißchen. Also, frisch ans Werk! Früchte geschnippelt, Ingwer gerieben, Dressing gerührt, alles vermischt, Basilikum fein gehackt. Done! Schneller Salat, der sich auch schön als Vorspeise servieren lässt. Etwas süß durch die Erdbeeren und Melone, ein wenig scharf durch den Ingwer und eine leicht pfeffrige Note durch den Basilikum. Ich fand’s wunderbar und auch Herr Papa (hatte immerhin drei Schälchen). Frau Mama streute sich wegen ihrer Fruktoseintoleranz noch ein wenig Traubenzucker drüber, aber auch ihr mundete es :-) Die geneigte Leserschaft sollte den kleinen Salat wirklich ausprobieren!

Pikanterer Erdbeer-Honigmelonen-Salat

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
1/2 Honigmelone
500 g Erdbeeren
2 cm Ingwer
2 Tl Honig
1/2 Bio-Zitrone, Saft und Schale
einige Blätter Basilikum

(1) Aus der Melone mit Hilfe eines Kugelausstechers kleine Kugeln ausstechen. Wer den nicht hat, kann auch einfach die Schale ab- und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Die Erdbeeren waschen putzen und jetzt nach Größe halbieren oder vierteln. Beides in eine Schüssel geben.
(2) Den Ingwer schälen, am Besten geht das, indem man mit einem kleinen Löffel einfach die Schale abschabt. Dann den Ingwer fein in ein Schälchen reiben. Mit dem Honig und dem Saft und der Schale der halben Bio-Zitrone gut vermischen bis es homogen geworden ist. Über die Früchte in die Schüssel geben.
(3) Die Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und unterrühren. Sofort servieren und

genießen!

Quelle: Idee nach Erdbeer-Melonen-Salat von den Küchengöttern

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