Archiv für den Monat Januar 2013

Dreikäse-Cannelloni

Frau Kochschlampe veröffentlichte letztens einen Beitrag zu gefüllten Cannelloni mit Spinat und drei verschiedenen Käsesorten. Jahaa! DREI unterschiedliche Sorten! Und da Käse immer gut ist und warmer Käse noch viel besser, wurde ihr Ratschlag befolgt und es als sonntägliches Familienmahl geköchelt. Und tatsächlich: wirklich äußerst köstlich! Und gar nicht so aufwendig in der Zubereitung wie man denken könnte. Wenn man im Besitz von Gefrierbeuteln ist, muss man auch nicht mit Teelöffeln in den Canneloni rumgatschen ;-) Dazu gab es bei uns einen wirklich schnellen Fenchel-Radieschen-Salat, wenn man im Besitz einer Küchenmaschine ist, kann der Salat innerhalb von 10 Minuten fertig sein und auch mit einem Handhobel wird es nicht wesentlich länger dauern.

Wie von Frau Kochschlampe auch von mir eine definitive Nachkochempfehlung, probiert es dringend mal aus, ernstlich gut!

Dreikäse-Cannelloni

Zutaten für 4 Personen plus Rest für den nächsten Tag:

Tomatensauce
Olivenöl
1 Schalotte, fein gewürfelt
3 Knoblauchzehen, in feinen Scheiben
1 Prise Rohrohrzucker
1 EL Rotweinessig
1 TL Oregano, getrocknet
800 g gehackte Tomaten (selber machen oder aus der Dose)
Salz, Pfeffer

Füllung
500 g Spinat (oder 1 Packung TK-Spinat)
300 g Ziegenkäse, weich und ohne Rinde
100 g Parmesan, fein gerieben
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
200 g Cannelloni-Röhrchen, in der trockenen Form
125 g Mozzarella, in Scheiben

(1) Erst Tomatensauce machen. Dazu die Zwiebeln im Olivenöl glasig dünsten und dann den Knoblauch mitbraten, bis er ordentlich anfängt zu duften. So 3 Minuten. Zucker, Essig und Oregano dazugeben, einen Moment anziehen lassen. Tomaten dazugeben, salzen und offen ca. 20 Minuten leise köcheln lassen bis die Sauce ein wenig eingedickt ist. Geschmack kontrollieren und ggf. nachwürzen.
(2) Ofen auf 200°C vorheizen.
(3) Spinat in ein Sieb geben und mit heißem Wasser übergießen, damit er zusammenfällt. Eventuell mehr als einmal. Kaltes Wasser zum Abkühlen darüber geben und das Wasser aus dem Spinat drücken. Am besten indem man den Spinat in ein sauberes Küchenhandtuch gibt und auswringt.
Spinat hacken (Küchenmaschine ist hier Dein Freund), Ziegenkäse reinkrümeln und die Hälfte des Parmesans dazu geben. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
(4) Mit Hilfe einer Spritztüte die Füllung in die Cannelloni bringen. Wer keine hat, nimmt einen Gefrierbeutel und schneidet da eine Ecke ab. Geht auch gut.
(5) Cannelloni in einfacher Schicht nebeneinander in eine Auflaufform geben. Tomatensauce rübergießen und mit den beiden Käsen abschließen. (Cannelloni können an dieser Stelle 1a eingefroren werden. Vor dem Backen dann aber auf jeden Fall komplett auftauen lassen.)
In den Ofen schieben und backen. Die Cannelloni müssen 25-30 Minuten backen, bis der Käse golden ist und Blasen schlägt. Aus dem Ofen holen und 5 Minuten stehen lassen, bevor das Essen anfängt. So gibt es weniger verbrannte Münder.
Essen kommen und

genießen!

Quelle: Kochen für Schlampen3 Käse Cannelloni

Fixer Fenchel-Radieschen-Salat

Zutaten für 4 Personen:
2 Fenchelknollen
1 Bund Radieschen
Saft und Schale 1/2 Zitrone
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Den Fenchel halbieren, äußere Blätter entfernen, Inneres keilförmig rausschneiden. Die oberen frischen Blättchen abschneiden und aufheben. Die Radieschen waschen, Blätter und Wurzel entfernen. Beides mit der Küchenmaschine oder per Handhobel in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit dem Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer etwas verkneten. Zitronenschale dazu, nochmals abschmecken. Das aufgehobene Fenchelgrün etwas feiner hacken und drüber streuen. Sofort servieren und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2011): Jamies 30 Minuten Menüs. Genial geplant – blitzschnell gekocht. Dorling Kindersley Verlag

Honiglinsen mit knusprig-cremigem Feta

Frau Mama mag keine komischen, kleinen Reste! Also kochen darf man ruhig zuviel von einem Gericht, damit noch am nächsten Tag was für’s Büro und Herrn Papa abends übrig ist, aber so seltsame kleine unverarbeitete Zutatenreste kann sie auf den Tod nicht leiden. Hat wahrscheinlich damit zu tun, dass sie keine Lust hat, für solche Reste sich auf langwierige Rezeptsuche zu begeben. Im Gegensatz zu mir *gnihihihi* Ich mag das ja, verschiedene Bücher oder das Internet zu durchforsten, von einem Rezept zum nächsten Hüpfen, überlegen, wie diese oder jene Kombination an Zutaten schmecken würde …

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Rezept für das Kilo rote Linsen, dass Frau Mama kaufte. I brauche ich nur 200 g für einen Linsenaufstrich, aber die restlichen 800 g müssen ja auch noch weg, sonst werden die hier im Haushalt wieder asbachuralt … Aber dann lachte mich das Rezept für die Honiglinsen bei den Küchengöttern an. Mit kleinen braunen Linsen, von denen noch ein passender Rest im Vorratsschrank schlummerte *g* Und es war vegetarisch, mit etwas gebratenem Feta dazu, der wunderschön knusprig und cremig gleichzeitig wird. Die Linsen sind auch wirklich einfach zu machen und schmecken wunderbar fruchtig süß-säuerlich. Das wird es öfter bei mir geben!

Honiglinsen mit knusprig-cremigem Feta

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
200 g Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1-2 TL scharfe Paprikapaste
2 EL Olivenöl
200 g braune Linsen (hier: Pardina-Linsen)
1/4 l Gemüsebrühe
1- 2 EL Apfelessig oder Balsamico bianco
2 TL Honig
Salz, schwarzer Pfeffer
200 g Schafskäse (Feta)
1 EL Weizenmehl
2 TL Butter

(1) Die Möhren schälen, putzen und in ca. 1/2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und durch den Wurzelstrunk in Spalten schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken.
(2) In einem Topf 1 El Olivenöl erhitzen, die Möhren und Zwiebelspalten unter Rühren andünsten. Dann den Knoblauch und die Paprikapaste dazu geben und so lange weiter dünsten bis der Knoblauch duftet.
(3) Die Linsen in einem Sieb abspülen und in den Topf geben. Die Brühe aufgießen und zugedeckt bei schwacher Hitze 35-45 Minuten weich garen, aber bitte nicht zerfallen lassen. Je nach Linsensorte kann es auch kürzer oder länger dauern.
(4) Die Linsen mit dem Essig, dem Honig, Salz und Pfeffer abschmecken.
(5) Den Käse halbieren. Das Mehl in einen Teller geben und den Käse darin wenden.Das restliche Olivenöl und die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Käsescheiben darin bei starker Hitze von jeder Seite etwa 1 Minute braten.

Die Linsen auf den Tellern verteilen, mit einer Käsescheibe belegen, servieren und

genießen!

Quelle: Küchengötter – Honiglinsen

Blubbern und Quieken

Zwerg und ich gucken immer noch gerne die Jamie Oliver-Sendungen im Fernsehen. Erstaunlicherweise, auch wenn es die drölfzigste Wiederholung ist … Letztens meinte sie, es gab eine Sendung, in der er Bratwurstschnecken mit irgendwas kartoffeligem gebraten hätte und das wollten Frau Mama und sie schon immer mal austesten. Ah, ja, äußerst präzise. Zum Glück wusste sie noch aus welcher Sendung es war und so konnten wir schnell im entsprechenden Buch nachschauen … Ach, das meinte Zwerg: Bubble and Squeak. Ein typisch britisches Gericht, bei dem Kartoffeln und Gemüse gestampft werden und sozusagen als richtig großer Blobb in der Pfanne knusprig gebraten wird. Und weil während des Bratens eben das restliche Wasser aus dem gequetschten Gemüse verdampft, blubbert und quiekt es, deshalb „bubble and squeak“. Und diese Geräusche gibt das Essen tatsächlich von sich, voll lustig! Es ist auch das perfekte Resteessen, wenn was übrig bleibt an Kartoffeln und Beilagengemüse einfach am nächsten Tag dazu verbraten oder eben gleich geplant etwas mehr kochen, so dass man am nächsten Tag weniger Arbeit hat. Wichtig ist wohl nur, dass etwa 60% die Kartoffeln ausmachen, damit das Gericht die richtige Konsistenz bekommt. Mr. Oliver hat auch noch Maronen mit reingebraten, die wir weg ließen, zum einen weil Zwerg sie partout nicht mag und zweitens weil Frau Mama schnöde vergessen hat, sie zu kaufen ;-) Aber ich glaube, sie würden wundervoll reinpassen, werde aber unsere etwas veränderte Rezeptur angeben. Aber variiert nur nach Lust und Laune.

Dazu hat Mr. Oliver Bratwurstschnecken mit Zwiebelsauce gemacht. Nun gut, bei uns sind es aufgrund der fehlenden zusammenhängenden Würste eher Schneckchen aus Wildbratwurst mit deutlicher Rotweinnote geworden, aber das Prinzip ist super und die Zwiebelsauce, die man erhält wirklich der Hammer! Also zumindest mir hat sie wunderbar geschmeckt.
Ein großartig traditionelles, einfaches Wohlfühlessen, wobei ich für mich alleine auch öfter nur das Bubble and Squeak machen werde, schnell, vegetarisch, lecker! Wir haben es abends gleich nochmal gekocht, weil es mittags komplett weginhaliert wurde und Frau Mama und Zwerg noch was für die Arbeit am nächsten Tag haben wollten *g*

Bubble and Squeak mit Bratwürstchen und Zwiebelsauce

Zutaten für 4 Personen:
800 g Kartoffeln
600 g gemischtes Wintergemüse (Möhren, Rosenkohl, Pastinaken, Zwiebeln, Porree, Wirsing, etc.)
Olivenöl
2 EL Butter
8-10 kleine Bratwürstchen (Schwein, Rind, Lamm, Wild)
Muskatnuss
3 rote Zwiebeln
einige Lorbeerblätter
1 EL Mehl
100 ml dunkler Balsamico-Essig
250 ml Gemüsebrühe
etwas brauner Zucker

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Würfel schneiden. Das restliche Wintergemüse ebenfalls putzen und in so große Stücke wie die Kartoffeln schneiden. In einem Topf mit kochendem Wasser 15-20 Minuten kochen. Wenn sie gar sind, dann abgießen und zur Seite stellen.
(2) Einen Schluck Olivenöl und die Hälfte der Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln und Gemüse zugeben und grob zerstampfen. Zu einem dicken Pfannkuchen formen. Bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten braten. Alle 5-10 Minuten kontrollieren, wenn der Boden goldbraun ist. Dann Stückchen für Stückchen umdrehen, wieder flach drücken und weiter braten bis er knusprig ist. Geduld haben!
(3) Den Ofen und eine flache, große Auflaufform auf 200°C vorheizen.
(4) Die Zwiebeln pellen, halbieren und in feine Halbringe schneiden. Die kleinen frischen Bratwürste mit Zahnstochern zu kleinen Schnecken formen. Mit Olivenöl besprenkeln, einmassieren. Mit Pfeffer und Muskatnuss würzen.
(5) Die heiße Form aus dem Ofen nehmen. Etwas Olivenöl hinein geben und die Zwiebelringe hineingeben. Die restliche Butter dazu geben und gut verrühren. Die Bratwurstschneckchen auf den Zwiebeln verteilen und die Lorbeerblätter dazwischen klemmen. Die Form in den Ofen schieben und ca. 30-40 Minuten braten bis sie goldbraun und knusprig sind. Wenn die Würstchen fertig sind, sollte auch das Bubble and Squeak fertig sein.
(6) Die Würstchen auf einen Teller legen, die Form mit den Zwiebeln auf den Herd stellen. Volle Hitze aufdrehen, das Mehl, Balsamicoessig und die Brühe einrühren. Aufkochen lassen und so lange einreduzieren bis sie eine nette Saucenkonsistenz hat. Ab und zu rühren. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zucker leicht süß-sauer abschmecken.

Das Bubble and Squeak mit den Würstchen und etwas von der großartigen Zwiebelsauce anrichten und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2007): Jamie at home. Penguin.

Tut das jetzt gut! – Deftige Winter-Erbsensuppe

Frau Mama ist mit drei Geschwistern aufgewachsen und hat einige Essenstraumata dadurch abbekommen ;-) Da wurde keine große Rücksicht auf Abneigungen der einzelnen Familienmitglieder genommen, es wurde halt gegessen was auf den Tisch kam. Auch verständlich, es war nie viel Geld da und wer hat schon Lust sechs verschiedene Gerichte zu kochen. Eines dieser Traumata beinhaltet gelbe Schälerbsen, dafür hat die beste Oma von allen (ich vermisse sie immer noch sehr und besonders ihre Möhrensuppe *seufz*) früher wohl alle Zutaten für die Suppe in den Schnellkochtopf gegeben und zu einem einheitlich gelblichen Pamps verkochen lassen. Nicht sehr beliebt bei Frau Mama und ihren Geschwistern ;-) Dementsprechend hat Frau Mama das nie für ihre eigene Familie, sprich uns, gekocht.

Nun habe ich aus dem wunderbaren Winterküche-Buch von Tanja Dusy die Linsensuppe gekocht, die wirklich großartig ist, aber im Buch nur ein Nebenrezept zu einer Suppe aus geschälten gelben Erbsen. Die hat mich ja auch angelacht, aber allein bei der Erwähnung der geschälten gelben Erbsen, schüttelte sich Frau Mama minutenlang.  Dann nahm sie sich das Buch mal selbst vor (habe sie nicht gezwungen, ehrlich!) und meinte, dann: „Ach, die hört sich ja doch nicht so verkehrt an. Kannst Du mal kochen…“ Na also! Gesagt, getan! Letzten Freitag hab ich sie für Sonnabend vorgekocht, weil eigentlich ein außerhäusiger Vormittag geplant war und so ne Suppe doch nicht in 20 Minuten fertig ist. Dass wir schneebedingt doch zu Hause blieben, war nicht weiter schlimm, so hatten wir einen etwas ruhigeren Vormittag :-)

Die Suppe sieht zwar nicht sonderlich attraktiv aus durch die zerfallenen grünen Erbsen (hab keine gelben bekommen), aber lässt sich ganz einfach ohne viel Aufwand kochen und schmeckt wirklich großartig! Also so richtig schön deftig nach Wintersuppe und schmeckt am Besten, wenn man von einem Spaziergang im Schnee zurück gekommen ist. Die Erbsen zerfallen, wodurch die Suppe schön sämig wird und das Gemüse hat noch tollen Biss. Auch das gekochte Fleisch ist wirklich zart geworden, war ich überrascht! Ich glaube, man kann sie gut auf Vorrat kochen und einfrieren.

Die wird es hier definitiv nochmal geben, auch Frau Mama und Herr Papa waren sehr angetan davon. Nicht mal Zwerg beschwerte sich *g* Also hier dann das großartige Rezept für die geneigte Leserschaft, unbedingt nachbasteln:

Deftige Winter-Erbsensuppe

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
1 dick geschnittenes Schweinekotelett (ca. 350 g, Doppelkotelett)
250 g durchwachsenen Räucherspeck (am Stück)
350 g gelbe oder grüne Schälerbsen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Möhren
250 g Petersilienwurzeln oder Knollensellerie
1 Stange Lauch
2 festkochende Kartoffeln
Salz, Pfeffer
1/4 TL gemahlener Piment
3 Tl getrockneter Majoran

(1) Das Kotelett abbrausen und zusammen mit den Erbsen und dem eventuell halbierten Räucherspeck in einen größeren Topf geben. Mit 1,5 l kaltem Wasser bedecken und aufkochen. Dann bei mittlerer Hitze etwa 1 Stunde kochen lassen. Dabei immer wieder – besonders am Anfang – den aufsteigenden Schaum mit einem Löffel abschöpfen.
(2) Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, nach 30 Minuten Garzeit unterrühren.
(3) Während die Erbsen und das Fleisch kochen, das Gemüse vorbereiten. Dafür die Möhren, Sellerie/Petersilienwurzeln, schälen, Lauch waschen und putzen, alles in dünne Scheiben bzw. Ringe schneiden. Die Kartoffeln schälen und in 2,5 cm große Würfel schneiden. Falls Knollensellerie benutzt wird, den auch in so große Würfel schneiden. Alles nach 1 Stunde Garzeit in die Suppe geben, mit Salz, Pfeffer, Majoran und Piment würzen. Zugedeckt weitere 30 Minuten köcheln lassen.
(4) Speck und Kotelett aus dem Topf heben. Den Speck in kleine Stücke schneiden, das Kotelettfleisch vom Knochen schneiden und klein würfeln. Speck und Fleisch wieder in den Topf geben. Die Suppe nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Bauernbrot servieren.

Genießen!

Quelle: verändert nach Dusy, T. (2011): Winterküche. Gräfe und Unzer. S. 57

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