Tut das jetzt gut! – Deftige Winter-Erbsensuppe

Frau Mama ist mit drei Geschwistern aufgewachsen und hat einige Essenstraumata dadurch abbekommen ;-) Da wurde keine große Rücksicht auf Abneigungen der einzelnen Familienmitglieder genommen, es wurde halt gegessen was auf den Tisch kam. Auch verständlich, es war nie viel Geld da und wer hat schon Lust sechs verschiedene Gerichte zu kochen. Eines dieser Traumata beinhaltet gelbe Schälerbsen, dafür hat die beste Oma von allen (ich vermisse sie immer noch sehr und besonders ihre Möhrensuppe *seufz*) früher wohl alle Zutaten für die Suppe in den Schnellkochtopf gegeben und zu einem einheitlich gelblichen Pamps verkochen lassen. Nicht sehr beliebt bei Frau Mama und ihren Geschwistern ;-) Dementsprechend hat Frau Mama das nie für ihre eigene Familie, sprich uns, gekocht.

Nun habe ich aus dem wunderbaren Winterküche-Buch von Tanja Dusy die Linsensuppe gekocht, die wirklich großartig ist, aber im Buch nur ein Nebenrezept zu einer Suppe aus geschälten gelben Erbsen. Die hat mich ja auch angelacht, aber allein bei der Erwähnung der geschälten gelben Erbsen, schüttelte sich Frau Mama minutenlang.  Dann nahm sie sich das Buch mal selbst vor (habe sie nicht gezwungen, ehrlich!) und meinte, dann: „Ach, die hört sich ja doch nicht so verkehrt an. Kannst Du mal kochen…“ Na also! Gesagt, getan! Letzten Freitag hab ich sie für Sonnabend vorgekocht, weil eigentlich ein außerhäusiger Vormittag geplant war und so ne Suppe doch nicht in 20 Minuten fertig ist. Dass wir schneebedingt doch zu Hause blieben, war nicht weiter schlimm, so hatten wir einen etwas ruhigeren Vormittag :-)

Die Suppe sieht zwar nicht sonderlich attraktiv aus durch die zerfallenen grünen Erbsen (hab keine gelben bekommen), aber lässt sich ganz einfach ohne viel Aufwand kochen und schmeckt wirklich großartig! Also so richtig schön deftig nach Wintersuppe und schmeckt am Besten, wenn man von einem Spaziergang im Schnee zurück gekommen ist. Die Erbsen zerfallen, wodurch die Suppe schön sämig wird und das Gemüse hat noch tollen Biss. Auch das gekochte Fleisch ist wirklich zart geworden, war ich überrascht! Ich glaube, man kann sie gut auf Vorrat kochen und einfrieren.

Die wird es hier definitiv nochmal geben, auch Frau Mama und Herr Papa waren sehr angetan davon. Nicht mal Zwerg beschwerte sich *g* Also hier dann das großartige Rezept für die geneigte Leserschaft, unbedingt nachbasteln:

Deftige Winter-Erbsensuppe

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
1 dick geschnittenes Schweinekotelett (ca. 350 g, Doppelkotelett)
250 g durchwachsenen Räucherspeck (am Stück)
350 g gelbe oder grüne Schälerbsen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Möhren
250 g Petersilienwurzeln oder Knollensellerie
1 Stange Lauch
2 festkochende Kartoffeln
Salz, Pfeffer
1/4 TL gemahlener Piment
3 Tl getrockneter Majoran

(1) Das Kotelett abbrausen und zusammen mit den Erbsen und dem eventuell halbierten Räucherspeck in einen größeren Topf geben. Mit 1,5 l kaltem Wasser bedecken und aufkochen. Dann bei mittlerer Hitze etwa 1 Stunde kochen lassen. Dabei immer wieder – besonders am Anfang – den aufsteigenden Schaum mit einem Löffel abschöpfen.
(2) Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, nach 30 Minuten Garzeit unterrühren.
(3) Während die Erbsen und das Fleisch kochen, das Gemüse vorbereiten. Dafür die Möhren, Sellerie/Petersilienwurzeln, schälen, Lauch waschen und putzen, alles in dünne Scheiben bzw. Ringe schneiden. Die Kartoffeln schälen und in 2,5 cm große Würfel schneiden. Falls Knollensellerie benutzt wird, den auch in so große Würfel schneiden. Alles nach 1 Stunde Garzeit in die Suppe geben, mit Salz, Pfeffer, Majoran und Piment würzen. Zugedeckt weitere 30 Minuten köcheln lassen.
(4) Speck und Kotelett aus dem Topf heben. Den Speck in kleine Stücke schneiden, das Kotelettfleisch vom Knochen schneiden und klein würfeln. Speck und Fleisch wieder in den Topf geben. Die Suppe nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Bauernbrot servieren.

Genießen!

Quelle: verändert nach Dusy, T. (2011): Winterküche. Gräfe und Unzer. S. 57

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6 Kommentare zu “Tut das jetzt gut! – Deftige Winter-Erbsensuppe

  1. anies delight 16. Januar 2013 um 20:01 Reply

    Die Suppe könnte ich jetzt auch. Bin vom Bahnhof in dem schneidendem Wind nach Hause gelaufen und friere innerlich immer noch. brrrr. Das Süppchen ohne den Schweinanteil wäre für mich perfekt. Früher gab es Erbsensuppe bei uns nur zu Events, wie die von der freiwilligen Feuerwehr, wo sie in riesigen Suppenkanonen gekocht wurde.

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  2. Sarah Diesslin 16. Januar 2013 um 21:22 Reply

    Hehe, ich hab heut auch grad ein Erbsensuppen-Rezept gebloggt =)
    Ist aber auch wirklich grad das absolut richtige Wetter dazu! =)
    Viele Grüße =)

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  3. Jasmin 17. Januar 2013 um 18:03 Reply

    Ich freu‘ mich so, dass es wieder Rezepte von dir gibt!!

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  4. Anikó 17. Januar 2013 um 18:25 Reply

    Anie, das glaube ich Dir sofort! Für solche Anlässe ist es perfekt einen kleinen Vorrat im TK zu haben ;-)
    Sarah, Deine sieht auch ähnlich grünlich aus wie meine, ich mag das :-)
    Jasmin, oh das ist aber lieb von mir, dass Du mich vermisst hast :-) Ich versuche ein wenig regelmäßiger zu posten, kann aber nichts versprechen …

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  5. […] Anikos Erbsensuppe, traumhaft schlunziges deutsches Ur-Essen für mich war, Restequiche mit Salami, Brie, Spinat und Kirschtomaten Indisches Gemüsecurry Kartoffeln, Erbsen und Spiegelei. […]

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  6. […] Deftiger Winter-Erbseneintopf […]

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