Archiv für den Monat Februar 2013

Erbsenzähler: Borsós tárhonya – Eiergraupen mit Erbsen und Minze

In Ungarn gibt es eine typische Nudelbeilage zu Gulasch und Konsorten: Tarhonya. Sie sehen nicht wirklich typisch nudelig aus, sind es aber trotzdem. Es wird ein fester Teig aus Mehl, Salz, Eiern geknetet, der durch ein spezielles grobes Sieb gedrückt wird und dann getrocknet. Es gibt sie in zwei Varianten zu kaufen: Nr. 1 sieht aus wie selbstgemacht (siehe Photo oben) oder als zweite Variante, die sehr industriell aussieht wie in diesem Beitrag über Pécs auf dem achten Bild. Und die Variante hab ich auch schon im türkischen Supermarkt gesehen, also wer es mal nachmachen möchte, dort wird man fündig :-) Nun hab ich gefühlt und real Unmengen an Tarhonya im Vorrat, soviel Gulasch kann ich im Leben nicht essen. Also muss was anderes gemacht werden damit. Bei Chili és Vanilia, einem wirklich schönen ungarischen Foodblog, hatte ich mal diverse Tarhonya-Rezepte gelesen, die sie auch in einer ungarischen Frauenzeitschrift veröffentlicht hat. Und da ich sehr erbsenverliebt bin, wurde schon öfter die Erbsenversion mit Pinienkernen ausprobiert, mal mit Feta zusätzlich, mal so wie im Rezept. Und ich muss sagen, ein wirklich wunderbares Essen. Einfach zu kochen, schnell fertig, kommt mit wenigen, aber wirklich gut zusammen passenden Zutaten aus. Eine unbedingt Nachkochempfehlung meinerseits:

Borsós tarhonya – Eiergraupen mit Erbsen

Zutaten für 3-4 Portionen:
200 g Tarhonya
großzügiger Schluck neutrales Öl
1 Bund Frühlingszwiebeln
500 ml Gemüsebrühe (eventuell etwas mehr)
250 g Erbsen (Tiefkühl)
2-3 Zweige Minze
5-6 Zweige Basilikum
30 g Butter
1 handvoll Pinienkerne

(1) Pinienkerne in einem Topf ohne Fett rösten. Rausnehmen und zur Seite stellen.
(2) Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.
(3) In dem Topf das Öl erhitzen und die Tarhonya anbraten bis sie schön braun sind. Die Frühlingszwiebelringe dazu geben und kurz mitdünsten lassen. Mit der Gemüsebrühe auffüllen, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen.
(4) Den Basilikum und Minze fein hacken.
(5) Nach 15 Minuten Kochzeit die TK-Erbsen unter die Tarhonya rühren und die Restzeit mitgaren. Zum Schluss die Butter unterrühren. Aauf den Tellern verteilen, mit den Pinienkernen bestreuen, servieren und

genießen!

Quelle: Chili és Vanilia – Tarhonya trio

Pfannkuchen-Cordon bleu

Ein Klassiker schon bei Zwerg, dass sie in irgendeiner ewig alten Ausgabe der „Für jeden Tag“ entdeckt hat und damals gleich austeste. Es sei vorweg gesagt, es ist ein unglaublich sättigendes Essen, sehr lecker, aber mehr als ein bis maximal zwei Pfannkuchen kriegt keiner von uns runter,  nicht mal Zwerg und Herr Papa, die sehr gute Esser sind. Eigentlich sind wir ja alle gute Esser bis Neunköpfige Raupen, aber bei den gefüllten Pfannkuchen kommen wir an unsere Grenzen. Also seid vorgewarnt ;-) Aber die sind auch lecker. Weil als wir sie machten, noch Champignons im Kühlschrank vor sich hindümpelten, wurden sie kurzerhand mit einem Zwiebelchen angedünstet und mit eingerollt. Hat es nochmal rausgerissen, wirklich. Für die Vegetarier unter der geneigten Leserschaft lassen sich bestimmt auch andere Leckereien füllen: geröstete Paprikaschoten, angebratene Zucchini- oder Auberginenscheiben? Vielleicht statt des Emmentalers Mozzarella oder gar geräucherter Mozzarella rein? Ich glaube es gibt eine Trilliarden Möglichkeiten, die alle mal ausprobiert werden sollten. Ich meine, Pfannkuchen gehen doch immer, oder?

Pfannkuchen-Cordon bleu

Zutaten für 4-6 Portionen (je nach Esserqualitäten):
300 g Mehl
600 ml Milch
4 Eier
4 EL Öl
Salz
60 g Butter
etwas Öl zum Braten

Für die Füllung:
12 Scheiben Kochschinken
300 g geriebener Käse (Emmentaler, Gouda)
ca. 200 g Champignons

Für die Bechamel:
4 EL Butter
4 EL Mehl
500 ml kalte Milch
4 EL Tomatenmark
200 ml Weißwein
Pfeffer

6 EL Semmelbrösel

(1) Zuerst die Pfannkuchen machen. Für den Teig Mehll, Milch, Eier, Öl und einer Prise Salz zu einem glatten Teig rühren. 10 Minuten ruhen lassen. In einer beschichteten Pfanne ein wenig Öl erhitzen und nacheinander 12 nicht zu dünne Pfannkuchen backen..
(2) Die Pilze putzen und in dünne Scheiben schneiden. Ein Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze anbraten bis sie die Flüssigkeit, die sie abgeben, verkocht ist. Salzen und pfeffern.
(3) Die Bechamel kochen. Dafür die Butter in einem Topf schmelzen lassen. Das Mehl dazu geben und gut mit der Butter verrühren. Topf vom Herd nehmen und schluckweise die kalte Milch einrühren. Dabei wirklich gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Wenn die gesamt Milch verarbeitet ist, den Topf zurück auf den Herd stellen und unter Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen lassen und ein wenig kochen lassen bis sie sämig ist. Dann das Tomatenmark und den Weißwein in die Bechamel einrühren. Salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(4) Den Ofen auf 210°C vorheizen.
(5) Die Pfannkuchen füllen. Dafür pro Pfannkuchen eine Scheibe Kochschinken auflegen, etwas der Pilze und ein wenig vom geriebenen Käse. Alle Pfannkuchen füllen und in eine große, geölte Auflaufform legen.
(6) Die Bechamelsauce über die Pfannkuchen gießen. Mit Semmelbrösel und 60 g Butter in Flöckchen darauf verteilen. In den Ofen schieben und auf der zweiten Schiene von unten 15-20 Minuten backen.

Mit einem frischen Salat servieren und genießen!

Quelle: Für jeden Tag 03/2006

Die Entdeckung des Brösels

Brösel. So wirklich spannend hört sich das jetzt nicht an, oder? Aber wenn man sie ein wenig verfeinert, ein paar hocharomatische Zutaten dazu gibt, kann etwas wunderbares daraus werden. So bei dieser Pasta nach Jamie Oliver. Zwerg hatte es mal wieder im TV gesehen und wollte es dringend austesten. Ich meine mich zu erinnern, mal gehört zu haben, dass so Brösel ein Teil der italienischen Cucina povera sind als sich die normale Bevölkerung nicht andauernd Parmesan und Co. leisten konnten und damit improvisierten. Mr. Oliver (und auch Tim Mälzer hat in seinem Greenbox-Buch die Bröselei für sich entdeckt, yay!) streut in letzter Zeit öfter aromatisierte Brösel über die diversesten Gerichte und ich muss sagen, was ich bisher ausgetestet habe, da passten sie hervorragend!

Auch hier bei der Pasta mit dem mild-cremigen Porree-Bacon-Gemüse! Auf dem Bild sind da nicht allzu viele von den Bröselchen zu sehen, aber seid Euch sicher, nach dem Photographieren wurde noch eine ordentliche Ladung von köstlicher Knusprigkeit darauf verteilt :-) Das Essen ist auch nicht kompliziert zu kochen, während der Porree vor sich hin schmort, werden der Pangrattato und die Nudeln gekocht. Und schon kann die Großfamilie an den Tisch kommen und sich die Bäuche vollschlagen mit süßem Lauch und dessem leichten Räuchergeschmack und dazu diese wundervoll knusprigen Brösel. Toll! Einfach nur toll!

Langsam geschmorte Lauch-Pasta mit Steinpilz-Pangrattato

Zutaten für 4-6 Portionen:
5 große Porreestangen, Enden abgeschnitten, gewaschen
Olivenöl
3 EL Butter
3 Knoblauchzehen, gepellt, in feinen Scheiben
einige Zweige frischer Thymian
1 kleines Glas Weißwein
Salz, Pfeffer
400-500 ml Gemüsebrühe
8 Scheiben Schinken, gerne Parma
500 g Pappardelle
2 handvoll Parmesan, plus ein wenig extra zum Servieren

Für das Steinpilz-Pangrattato:
1 kleine handvoll getrocknete Steinpilze
1/2 Ciabatta-Brot vom Vortag, in Stücke geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin

(1) Den Lauch längs halbieren, unter fließendem Wasser den Dreck raus waschen, in 1 cm dicke Halbringe schneiden. Einen weiten Topf oder Pfanne mit Deckel erhitzen, Schluck Olivenöl und 2 EL Butter hinein geben. Wenn ein leises Knistern zu hören ist, die Knoblauchscheiben, Thymian und Lauchhalbringen hinzufügen. Ein bißchen durchrühren bis jedes Lauchstückchen ein wenig mit Fett ummantelt ist. Den Wein zufügen, salzen, pfeffern und die Brühe hineingeben. Die Porreestücke mit den Schinkenscheiben bedecken, einfach nebeneinander drauf legen. Deckel auflegen, für 25-30 Minuten schmoren lassen. Wenn der Porree zart-weich ist, den Topf vom Herd nehmen.
(2) Für das Pangrattato die Steinpilze mit dem Brot, Salz und Pfeffer in einer Küchenmaschine zerkleinern bis es wie Brotkrümel aussieht. Einen großzügigen Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen. Den angedrückten Knoblauch und Rosmarin zugeben, 1 Minuten braten. Dann die Brotkrümel dazu geben und braten bis sie golden und knusprig sind. Dabei NICHT anbrennen lassen, die Pfanne immer mal wieder schütteln. Auf einem Küchentuch das Fett entfetten, Rosmarin und Knoblauch entfernen und abkühlen lassen.
(3) Wasser für die Pasta aufsetzen und nach Packungsanweisung al dente kochen.
(4) Den Bacon vom Porree-Gemüse entfernen, in Streifen schneiden und zurück unter den Lauch rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Parmesan und den restlichen Esslöffel Butter unterrühren.
(5) Die Pasta abgießen, etwas vom Kochwasser aufheben und die Nudeln zum Porree geben. Noch ein wenig Kochwasser dazu geben, falls es zu trocken und keine seidig-geschmeidige Sauce ist.

Sofort servieren, dazu etwas extra Parmesan und die knusprig-aromatischen Brösel in einer kleinen Schüssel geben und drüber streuen.

Genießen!

Quelle: Oliver, J. (2007): Jamie at home. Penguin UK

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