Rakott kel – Ungarischer Wirsingauflauf

Montag 11.03. 2013 …

Ist ja mal wieder Winter draußen … Aber naja, der März ist halt der Übergang vom Winter ins Frühjahr und kann noch eine etwas ausgedehntere Kaltphase mit Schnee bringen, obwohl meine Eltern und Zwerg ganz schön über die 20 cm Neuschnee in Rostock fluchen. Hier in Kassel ist es (glaub ich) nur kalt, aber von viel Schnee noch nichts zu sehen. Laut Wetterbericht soll es aber morgen über Hessen einfallen +++ Update 12:45h: Eben aus dem Fenster geschaut: ein paar klitzekleine Flöckchen fallen schon +++ Also Winter bleibt nochn büschen und richtig echtes Frühlingsgemüse gibt es regional auch noch nicht wirklich zu kaufen. Bleiben wir also beim deftigen Essen mit gut lagerfähigem Gemüse. Ein Klassiker der ungarischen Spätwinterküche ist der Wirsingauflauf, auf ungarisch „Rakott kel“ genannt. Ein Auflauf mit Reis und Hack, dass ein bißchen vergulascht (ungarisches Spracherbe: ich ververbe gerne Substantive *g*) wird. Das wird in blanchierte Wirsingblätter geschichtet, mit saurer Sahne begossen und in den Ofen geschoben. Macht sich jetzt nicht in 30 Minuten, ist aber total lecker an so kalten Tagen. Es war lecker, aber so ganz 100%ig zufrieden waren wir alle nicht. Der Auflauf war nicht saftig genug. Das nächste Mal würde ich für einen Tepsi 750 g Hackfleisch nehmen und das daraus entstehende Gulasch saftiger machen, damit der Reis auch gut durchtränkt wird oder Reis und Fleisch gleich mischen. Aber weil es so lecker ist, wird es nächsten Herbst/Winter wieder geübt und damit wir die alten Fehler nicht wiederholen, das schon gute, aber doch verbesserungswürdige Rezept hier festgehalten.

Rakott kel

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroßer Wirsing
500 g Hack, gemischt
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Tomatenmark
1 EL Paprikamark oder Ajvar
1 Kaffeebecher Langkornreis
440 g Saure Sahne
50 g geriebener Käse
etwas neutrales Öl für die Form

(1) Die einzelnen Komponenten zubereiten. Den Reis nach bevorzugter Methode garen. Vom Wirsing etwa 10 der größeren äußeren Blätter ablösen. In kochendem gut gesalzenem Wasser portionsweise etwa 2-3 Minuten blanchieren. Rausholen, mit kaltem Wasser abschrecken, gut, wirklich gut abtropfen lassen, wenn nötig die herausstehenden Adern am Blattgrund mit einem scharfen Messer abflachen.
(2) Ofen auf 180° Ober- und Unterhitze vorheizen.
(3) Für das Hackgulasch die Zwiebel pellen und fein würfeln, ebenso mit den Knoblauchzehen verfahren. Das Hack in einer heißen Pfanne anbraten. Normalerweise ist da soviel Fett drin, dass es kein zusätzliches benötigt. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfelwürfel zugeben und mit glasig werden lassen. Pfanne vom Herd nehmen. Salzen, pfeffern, Paprikapulver zugeben. Wenn das Paprikapulver anfängt zu duften, das Tomaten- und Paprikamark zugeben. Kurz mit anrösten. Mit einem großzügigen Schluck Wasser ablöschen und etwa 15 Minuten köcheln lassen.
(4) Eine größere Auflaufform (23×40 cm) mit etwas Öl ausstreichen. Mit der Hälfte der Wirsingblätter den Boden der Form auslegen, dabei dürfen sie ruhig über den Rand hinausragen, ie werden zum Schluss umgeschlagen. Dann den Reis darauf verteilen, dann das Hackgulasch. Auf dem Hackgulasch die eine Hälfte vom Sauerrahm verteilen. Dann die zweite Hälfte der Wirsingblätter darauf verteilen und zusammenklappen. Falls noch Wirsingblätter übrig sind, können die klein geschnitten auf das Hackgulasch gegeben werden. Zum Schluss die zweite Hälfte der sauren Sahne auf dem Wirsingdeckel verstreichen und mit dem geriebenen Käse bestreuen.
(5) Für etwa 50-60 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben bis die Oberfläche schön braun ist.

Kurz etwas abkühlen lassen, damit sich keiner den Mund verbrennt und dann

genießen!

+++ Update Dienstag 12.03.2013: Die ganze Nacht geschneit, alles weiß, keine Straße geräumt, alles schön ruhig geworden und es schneit noch … Ich mag Schnee! +++

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3 Kommentare zu “Rakott kel – Ungarischer Wirsingauflauf

  1. Lilly 13. März 2013 um 15:17 Reply

    Das sieht oberlecker aus. Wer braucht denn Frühling, wenn es so tolles Winteressen gibt?! :)

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  2. Zoli 16. April 2013 um 07:49 Reply

    Kenne ich sehr gut, von meiner Mutter und Oma.Ist ein vollwertiges Hauptgericht schmekt sehr gut, hält locker mit jedem „Auflauf“ oder ähnlichem mit.

    Zoli

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  3. Andrea 13. November 2013 um 14:05 Reply

    Für das Hackgulasch die Zwiebel pellen und fein würfeln. Die Zwiebel in etwas Öl glasig werden lassen. Pfanne vom Herd nehmen. Salzen, pfeffern, Paprikapulver zugeben. Wenn das Paprikapulver anfängt zu duften, dann das Hackfleisch zugeben. Danach das Tomatenmark zugeben. Mit einem großzügigen Schluck Wasser ablöschen und etwa 15 -20 Minuten köcheln lassen.

    DIE REIHENFOLGE IST BESONDERS WICHTIG bei ungarischen Gerichten :) SONST SUPER GESCHRIEBEN, LG

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