Archiv für den Monat April 2013

Pasta Spargel Zucchini Bärlauchpesto

Es ist Bärlauchzeit! Das sieht man schon in den ganzen Blogs landauf landab, nur ich war etwas geknickt, weil ich dieses Jahr so gar keine Gelegenheit habe, um im Wald Bärlauch zu sammeln. Aber dann rettete mich meine liebe Kollegin A., die selbst keinen Bärlauch mag, aber Unmengen im Garten unterm Himbeerstrauch zu wachsen hat. Immer her damit, hier gibt es dankbare Abnehmer! Und auch meine Büromitbewohnerin A. hatte Massen an Bärlauchpesto gemacht und mir ein Gläschen zum Kosten mitgebracht. Wunderbar, liebe A., nicht zu scharf *g*, perfekt würde ich sagen! Bärlauchpesto macht sich immer noch gut auf Brot mit Avocado, ist aber natürlich auch perfekt für den Klassiker Pasta mit Pesto. Weil ich aber nicht nur Pasta mit Pesto mag und gerne noch was gemüsiges da mit drin mag, wurde kurzerhand noch ein Bund Spargel mit dem Rest einer Zucchini gebraten. Kleine Nüdelchens dazu, die in etwa die Größe der Spargelstücke haben, alles mit dem Pesto mischen und ein wunderbar schnelles Abendessen haben. Die leichte Süße der gebratenen Zucchini harmoniert wunderbar mit dem Spargelgeschmack und dem etwas knoblauchigen Bärlauchpesto. Großartigst!

Pasta Spargel Zucchini Bärlauchpesto

Zutaten für 2 Personen:
1 halbe mittlere Zucchini
500 g Spargel
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
200 g kleine kurze Nudeln
6 TL Bärlauchpesto

(1) Spargel schälen, holzige Enden abbrechen, in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Die Köpfe dürfen ruhig etwas größer sein. Die Zucchini halbieren und in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden.
(2) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen. Salzen, wenn es kocht und dann die Nudeln darin garen.
(3) Eine Pfanne heiß werden lassen. Erst die Zucchini hinein geben, kurz anbraten lassen. Dann die Spargelstücke dazu, salzen, pfeffern und mit der Prise Zucker würzen. Bei höherer Hitze braten lassen bis der Spargel gar, aber noch knackig ist. Es darf alles ruhig Farbe kriegen.
(4) Beim Abgießen der Nudeln eine Tasse Nudelwasser zurück behalten. Die Nudeln im Topf mit dem Gemüse und dem Bärlauchpesto mischen, schluckweise das Nudelwasser dazu geben bis das Pesto eine sämige Konsistenz bekommt und als richtig schöne Sauce alles ummantelt.

Genießen!

Pilz-Risoniotto nach Hugh Fearnley-Whittingstall

Hach, ich mag es diesen Namen ausszusprechen: Hugh Fearnley-Whittingstall. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen! Erinnert mich ein wenig an „Die Inhaltsangabe“ einer englischen Krimiserie von Evely Hamann damals. Großartigst! Jedenfalls wieder ein Rezept aus seinem „River Cottage Veg Everyday“ und dieses hier ist wirklich ein Alltagsgericht, aber ein gar köstliches! Es dauert vielleicht maximal 40 Minuten das hier zuzubereiten, braucht keine hochspzeziellen Zutaten, die man nur im Feinkostladen am anderen Ende der Stadt erwischt. Nein, alles im normalen Supermarkt umme Ecke fix nach Feierabend erhältlich.

Ich meine normalerweise ist es kein Zauberwerk cremige Champignonsauce mit Nüdelchens zu mischen, aber ich wäre nicht unbedingt auf die Idee gekommen, da noch einen Schuss Balsamicoessig und Weißwein rein zu geben, auf Alkoholzugaben komme ich von alleine ja eh nicht ;-) Wem die Menge an Risoni-Nudeln ein bißchen wenig vorkommt, dem sei gesagt, dass es wirklich für 2 Portionen, in dem bestimmten Fall bei uns 2 Personen reicht. Ist halt ordentlich Pilz dabei :-) Die liebste M. und ich waren begeistert davon. Wird es wirklich öfter geben, dann gerne auch mit lustigen Pilzmischungen :-)

Pilz-Risoniotto

Zutaten für 2 Portionen:
2 EL Raps- oder Olivenöl
1 Stück Butter
500 g Pilze (z.B. Champignons, Austernpilze, Kräuterseitlinge etc.)
150 g Risoni oder Orzo Pasta
2 Knoblauchzehen
1 paar Zweiglein Thymian
1 TL Balsamicoessig
ca. 75 ml trockener Weißwein (hier: Schluck Noilly Prat)
ca. 50 ml Creme fraiche (hier: Schmand)
Salz, Pfeffer
1 handvoll glatte Petersilie

(1) Die Pilze putzen und in dicke Scheiben schneiden. Den Knoblauch pellen und hacken. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen. Die Petersilie grob hacken.
(2) Einen ausreichend großen Topf mit Wasser für die Pasta aufsetzen. Damit sie kochen kann während die Sauce köchelt.
(3) 1 EL des Öls mit der Hälfte der Butter in einer großen Pfanne (bei mir Wok) bei mittelhoher Hitze erhitzen. Die Hälfte der Pilze zufügen und öfters Rühren bis die Pilze ihre Flüssigkeit entlassen haben und die verdunstet ist. Die Pilze fangen so an zu karamellisieren. In eine Schüssel geben und mit der zweiten Hälfte der Pilze genauso verfahren.
(4) Wenn die zweite Pilzhälfte fast gar ist, die Pasta in das kochende Salzwasser geben und kochen bis sie al dente sind.
(5) Die erste Hälfte der Pilze wieder in die Pfanne geben. Den Knoblauch, Thymianblättchen und Balsamico hinzugeben und 1-2 Minuten dünsten. Den Wein hinzufügen und so lange kochen bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Die Creme fraiche zugeben, Hitze etwas reduzieren und rühren bis die Sauce simmert. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(6) Die Pasta abgießen und unter die cremige Pilzsauce rühren. Mit der Petersilie bestreut servieren!

Genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 258

Die tiefe Sehnsucht nach Sommer …

manifestiert sich momentan bei mir in so einem Objekt:

Wie gerne hätte ich jetzt vollreife Pfirsiche und Aprikose und Himbeeren und Nektarinen und Melonen und Paprika und Tomaten und frischen Mais und Sonne und richtig Wärme … Muss mich wohl noch ein wenig gedulden!

Pasta e fagioli – Arme Leute-Küche at its best

So ein schöner Morgen heute! Blauer Himmel, Sonnenschein, klare, kalte Luft strömt im mein Wohnzimmer und die Bäume zeigen zartes Grün. Endlich! Und wie kann man einen Tag besser starten als mit einem schönen süßen Frühstück in Form von Armen Rittern:

Komplett entgegen der Saison lachten mich im türkischen Supermarkt umme Ecke Pfirsiche an (habe momentan eine so tiefe Sehnsucht nach Sommer, schlimm!), die wunderbar dufteten, nur noch ein wenig hart waren. Aber heute morgen einen aufgeschnitten und gekostet und sie waren überraschenderweise schon äußerst aromatisch! Ich wurde auf Facebook gefragt, worin der Unterschied zwischen deutschen Armen Rittern und amerikanischem French Toast besteht, hatte mich ein wenig belesen und muss sagen: es gibt keinen Unterschied, außer dem Namen und ich glaube, das hängt damit zusammen, dass der Amerikaner an sich, so historisch gesehen, keine Ritter kennt. Aber ansonsten ist dieses Gericht auch in vielen anderen Ländern bekannt, zum Beispiel gibt es in Ungarn eine eher salzige Version namens Bundáskenyér, was ich aber noch nie kostete, offenbar kriegt meine Familie auch so ihr Brot alle ;-)

Armer Ritter

Zutaten für 1 Person:
2 Scheiben Weißbrot
1 Tasse Milch
Butter zum Braten

Obst, Kompott

Das Ei mit der Milch und 1 TL Zucker in einer flachen Schale gut verquirlen. Die Weißbrotscheiben einlegen, etwas vollsaugen lassen und drehen. Butter in einer Pfanne schmelzen lassen. Die vollgesogenen Brotscheiben bei höherer Hitze beidseitig knusprig braun braten. Mit dem restlichen Zucker und Zimt bestreuen.

Zusammen mit frischem Obst oder Kompott servieren und

genießen!

Kulinarisch ging der Tag auch super weiter! Beim hochgeschätzten ungarischen Blog Chili &Vanilia wurde vor einigen Tagen Pasta e fagioli vorgestellt, ein typisches Gericht der italienischen Cucina povera, also Arme Leute-Küche, bei dem eingeweichte weiße Bohnen in einer Art Tomatensuppe gekocht werden und dann zum Schluss die Pasta auch darin gegart wird, damit sie die Aromen richtig schön aufnehmen können. Und Junge war ich überrascht heute Mittag wie lecker das Zeug ist. Es lässt sich auch wunderbar für viele Leute zubereiten. Zsofi, die Autorin von Chili & Vanilia schlägt vor es an einem lauen Sommerabend in einem großen Kessel über offenem Feuer zu köcheln. Stelle ich mir sehr romantisch vor. Schade, dass diese Tradition hier in Deutschland nicht so verbreitet ist. Aber das dieser Pasta und Bohnen-Eintopf lässt sich auch wunderbar zu Hause auf dem normalen E-Herd köcheln und sollte von der geneigten Leserschaft dringend ausgetestet werden!

Pasta e fagioli

Zutaten für 4 Portionen:
250 g getrocknete weiße Bohnen
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
1 Stange Sellerie
50 ml Olivenöl
1 Dose Tomaten (400 g)
1 Zweig Rosmarin, Blättchen abgezupft
1 Zweig Thymian, Blättchen abgezupft
1 l Wasser
Salz, Pfeffer
200 g kleine Nudeln

Zum Servieren: Parmesan und Olivenöl

(1) Die Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen.
(2) Am nächsten Tag Zwiebel, Knoblauch und Stangensellerie putzen und in kleine Würfel schneiden. Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Würfelchen hinein geben. Etwas salzen und bei mittlerer Hitze glasig dünsten.
(3) Die Dosentomate, die Bohnen, Rosmarin, Thymian und das Wasser zufügen. Nicht salzen, sonst bleiben die Bohnen hart. Aufkochen und gut 1 Stunde köcheln lassen bei mittlerer Hitze bis die Bohnen weich sind.
(4) Um die Suppe etwas anzudicken, eine Kelle der Suppe in einen hohen Becher geben und mit dem Stabmixer pürieren. Zurück in die Suppe geben. Salzen, pfeffern. Die Nudeln dazu geben und je nach Nudelsorte 10-15 Minuten weiter köcheln lassen bis sie gar sind.

Auf tiefen Tellern mit Olivenöl besprenkelt und viel Parmesan bestreut

genießen!

Zubereitungszeit: insgesamt 2 Stunden vom Zwiebelpellen bis essen

Quelle: Chili & VaniliaPasta e fagiolo

Kartoffelpuffer-Pizza und ein Mittag auf dem Balkon

Endlich, endlich, endlich! Die Tage sind länger und die Sonne lässt sich auch blicken und die Temperaturen sind nicht mehr um den Gefrierpunkt, sondern deutlich drüber! Endlich, endlich, endlich! Der letzte Freitag wurde genutzt, um den sträflich vernachässigten Mini-Balkon zu säubern und die eine Pflanze, die meine letztjährige lange Abwesenheit überlebt hat, aus dem Winterschlaf zu befreien. Zum Rosmarin gesellten sich auch gleich noch ein Thymian, den ich aus den Klauen des Supermarktes befreite und drei kleine Erdbeerpflanzen, die noch darauf warten eingepflanzt zu werden. Und dann dürfen die ihren Job tun und mir viele tolle kleine Erdbeeren produzieren. Am Wochenende geht’s nochmal zum Gartencenter für Übertöpfe, Erde und vielleicht noch die ein oder andere Pflanze mehr. Mal gucken, was mich dort so anlacht und auch praktikabel ist auf dem Mini-Balkon. Ich sage nicht nur so Mini-Balkon, der ist wirklich richtig klein. Sobald der Wäscheständer ausgeklappt drauf steht, passe ich stehend nur noch mit Mühe daneben.

Jedenfalls wurde der Balkon so aussitzfein gemacht, wie es möglich ist und dann sollte das auch gleich beim ersten guten Wetter genutzt werden. Letzten Sonntag war es soweit. Als Mittag hatte ich Kartoffelpuffer geplant, so ganz klassisch mit Apfelmus. Aber ich kenn‘ mich ja und brauche da was herzhaftes vorne weg, zum Glück war die Portion an Fenchel-Tomaten-Suppe von Petra (Beitrag folgt bald), die am Freitagabend synchron mit Frau Kochschlampe gekocht wurde, reichhaltig und es blieb noch einiges übrig für ein Vorsüppchen am Sonntag. Und so präsentierte sich mein halbdraußen Mittag auf Frau Mamas altem Tablett:

Nun mach ich mir die Arbeit von Kartoffelpuffer nicht für nur 1 Portion und es sind natürlich noch etliche übrig geblieben. Neben Einfrieren, das wunderbar bei vielen Puffervarianten funktioniert, bietet sich bei Kartoffelpuffern auch noch die Unterlage als Pizza zum Abendbrotsnack an. Ich hatte auch noch Reste des angebratenen Gemüses von der letzten „richtigen“ Pizza, die sich perfekt anboten, um zusätzlich zur scharfen ungarischen Salami und den letzten Scheiben Prosciutto unter dem geriebenen Käse zu verschwinden. Dann werden die Kartoffelpuffer-Pizzchen in den heißen Ofen (200°C) geschoben bis der Käse schön verlaufen ist. Danach einfach nur genießen!

Und weil es lauter lustige kleine Reste sind, ist es damit perfekt geeignet für Frau Hamburg kochts Reste-Event! Also für heute eher eine Idee, denn ein richtiges Rezept. Die geneigte Leserschaft kann ihrer Phantasie und den Gelüsten freien Lauf lassen …

Gebt mir den Rest!

Pizza gegen Steuerfrust

Steuererklärungen zu machen ist eine äußerst lästige Angelegenheit. Erst Recht für mich, die sich soo überhaupt nicht auskennt und teilweise nicht mal den Überblick über ihre eigenen Versicherungen hatte. Letzteres hat sich geändert mittlerweile, aber Steuererklärungen mach ich immer noch nicht gerne. Habe aber zum Glück einen guten Freund, Jurist, der sich gerne in sowas reinfrickelt und das dann auch gegen Essensbezahlung bei lieben, unwissenden Freundinnen (in diesem Fall moi *g*) übernimmt. Jetzt möchte man so einem Freund ja nicht nur ’ne simple Salamipizza servieren, es darf schon etwas vielfältiger sein. Trotzdem hatte ich keine Lust noch groß einkaufen zu gehen oder ewig in der Küche zu stehen. Also sollte es ein einfacher Teig sein, der nicht ewig gehen muss und die Tomatensauce wollte ich auch nicht extra kochen, das wird eh meist zu viel für ein Backblech.

Beim Pizzateig wurde ich in „Der goldenen Plachutta“ (großartiges Kochbuch, für Standardsachen, für Alltag, für ein paar Freunde, für sophisticated Dinner, für wirklich alles!) fündig. Einfaches Weizenmehl Type 405 (finde in der Nähe kein Mehl Tipo 00 oder Semolina *seufz*), nicht allzu ewige Gehzeiten und, wie ich fand, die perfekte Menge an Mehl für einen dünnen Teig, der knusprig werden kann auf dem Blech. Und das wurde er tatsächlich, überhaupt nicht durchgeweicht. Der Teig ließ sich auch wunderbar dünn ausrollen und war wirklich die perfekte Menge für ein Backblech. Ich bin begeistert! Die Tomatensauce schaute ich mir von einem Studienkumpel ab, der sich aus Liebeskummer über einen längeren Zeitraum nur von selbstgemachter Pizza ernährte (Tatsächlich! Mehrmals täglich, über mehrere Monate hinweg!). Er verrührte einfach Tomatenpüree (Passata) mit etwas Knoblauch, Salz, Pfeffer und getrocknetem Oregano. Perfekt! Gut dosierbar, schnell und lecker!

Wie schon gesagt, ich wollte einen vielfältigen Belag und hab mich ein wenig von Jamie Oliver aus seinem „Jamie at home“ inspirieren lassen. Es sollten vier verschiedene Varianten werden, zwei davon sind für Vegetarier geeignet, zwei mit ein wenig Tier. Aber trotz allem wurde alles nur dünn mit wenig unterschiedlichen Zutaten belegt, damit das Aroma der einzelnen Zutaten gut raus kommt und die Pizza noch knusprig bleibt. Auf dem unteren Bild sieht die geneigte Leserschaft die gestrigen Varianten:

  • auf 12 Uhr Zucchinischeiben mit scharfer ungarischer Salami
  • auf 3 Uhr angebratene Auberginenscheiben mit frischem Basilikum
  • auf 6 Uhr angebratene Pilze mit frischem Thymian
  • auf 9 Uhr Proscuitto mit frischem Rucola und Parmesanspäne

Wirklich sehr fein! Und bis zur nächsten Pizza werde ich nicht so lange warten. Der Teig lässt sich ja wunderbar portionsweise einfrieren, die Sauce ist schnell gemacht und für mich alleine brauch ich ja auch keine vier verschiedenen Beläge ;-) Wird und sollte es öfter geben!

Pizzateig für Faule

Zutaten für 1 Blech (2-4 Portionen):
300 g Mehl
20 g  Hefe
3 EL Olivenöl
1 TL Salz

(1) Das Mehl in eine größere Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Das Salz auf dem Mehlrand verteilen.
(2) In einem Schüsselchen die Hefe in 50 ml lauwarmem Wasser auflösen. Das Öl zugeben.
(3) Die Hefemischung in die Mehlmulde gießen. Mit einer Gabel nach und nach die Flüssigkeit mit dem Mehl vom Rand verrühren. Nach und nach 100 ml kaltes Wasser (eventuell etwas mehr oder auch weniger, kommt auf das Mehl, Wetter, Belichtung in der Küche an *g*) zufügen. Wenn der Teig zu fest für die Gabel wird, auf Handbetrieb wechseln. Den Teig 5 Minuten lang gut durchkneten bis ein fester, gut durchgearbeiteter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, mit etwas Mehl bestäuben. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort 30-60 Minuten gehen lassen bis der Teig seine Größe verdoppelt hat.
(4) Den fertig gegangenen Teig auf einem Backpapier auf Größe des Backblechs ausrollen. Auf das Backblech legen zusammen mit dem Backpapier und nochmals 10 Minuten gehen lassen.

Ganz nach Lust und Laune belegen.

Quelle: Plachutta, E., Plachutta M. (2012: Der goldene Plachutta. Brandstätter. Seite 261

Tomatensauce für extrem Faule

Zutaten für 1 Blech:
1 (konfierte) Knoblauchzehe, fein zermust
Salz, Pfeffer
2 TL getrockneter Oregane
4-6 EL Tomatenpüree (Passata)

Deadsimple: Alle Zutaten gut mischen und gleichmäßig auf dem Pizzateig verstreichen.

Vorschlag für 4 verschiedene Beläge

Reicht für 1 Blech:
2 Mozzarellakugeln

2-4 Champignons
einige Zweiglein Thymian

1/2 kleine Zucchini
5-6 Scheiben scharfe Salami

3 Scheiben Proscuitto
1 handvoll gewaschener Rucola
einige Späne Parmesan

1/2 kleine Aubergine
einige Basilikumblätter

Salz, Pfeffer
Olivenöl

(1) Ofen auf 240 °C vorheizen.
(2) Für den Belag erst die Zutaten ein wenig vorbereiten. Die Pilze putzen und in feine Scheiben schneiden. Die Aubergine und Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. Alles nacheinander in einer großen Pfanne in etwas Olivenöl bei höherer Hitze anbraten. Salzen und pfeffern.
(3) Den Mozzarella zerrupfen und gleichmäßig auf der Tomatensauce bestrichenen Pizza verteilen. Auf einem Viertel die Scheiben Proscuitto legen. Ein anderes Viertel mit Auberginenscheiben belegen. Das dritte Viertel mit den Pilzen belegen und auf dem letzten Teil erst die Zucchinischeiben und darauf die Salamischeiben legen, damit die Salami schön knusprig wird.
(4) In den unteren Teil des Ofens schieben und etwa 15 Minuten backen. Ich hab um ehrlich zu sein nicht wirklich auf die Uhr geguckt, es roch irgendwann gut, nach gesehen und noch ein wenig backen lassen bis der teig goldbraun war und der Käse richtig schön zerlaufen.
(5) Zum Schluss auf den Proscuitto-Teil noch den frischen Rucola und die Parmesanspäne verteilen. Auf die Champignons kommen noch die abgezupften Blättchen des frischen Thymians und als letztes die Basilikumblätter auf die Auberginenscheiben.

Alles in gerechte Stücke teilen und

genießen!

Und weil es wunderbar passt und wirklich lecker war, machen meine Pizza und ich beim „We ♥ Pizza„-Event, ausgerichtet von Luna’s Philosophy im Kochtopf. Ich bin ja gespannt, welche Varianten da noch aufkommen, die wir dann alle in der nächsten Zeit in diversesten Blogs bewundern können! Luna, eine wirklich schöne Idee für den Event :-)
Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

Würzige Merguez-Ofenpommes mit Linsensalat

Was ich mit am meisten vermisst habe, während ich die letzten Monate krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte: meine Kochbücher! Wenn mir nach einer bestimmten Zutat ist, einfach mal die Kochbücher durchforsten. Wenn mir nach einem bestimmten Autor ist, dessen Bücher zur Hand nehmen können. Wenn mir nach einer bestimmten Landesküche ist, schnell in den Büchern nach Infos und Inspiration suchen. Aber jetzt hab ich meine Schätze ja wieder :-)

Besonders Lust hatte ich mal wieder das „River Cottage Veg Everyday“ (gibt es jetzt auch auf deutsch und nein, es sind keine Amazon Affiliate-Links) von Hugh Fearnley-Whittingstall zu durchblättern, da es bei meiner Krankheit eher besser ist, sich viel vegetarisch zu ernähren und beim ersten Durchgucken im letzten Mai schon viele schöne Rezepte erspäht wurden, habe ich es mir jetzt nochmal genauer zu Gemüte geführt.

Und ich bin wieder sehr begeistert davon. Mr. Fearnley-Whittingstall ist ja sozusagen Chef des River Cottage und großer Verfechter von saisonalem und ethisch korrektem produziertem Essen, auch ein bekennender Fleischesser. Und dieser Fleischesser hat nun mitbekommen wie geil Gemüse eigentlich auch alleine sein kann … Und gleich ein ganzes Kochbuch dem Thema „Kochen mit Gemüse“ gewidmet. Aber bevor der Artikel hier ausartet, will ich Euch das Buch lieber in einem nächsten Beitrag gesondert vorstellen.

Hier werde ich nur noch ein paar Worte zu diesen wirklich wundervollen Ofenpommes verlieren. Es ist  das erste Mal, dass ich so Ofenpommes gemacht habe und war skeptisch, ob sie auch nur einen Hauch von Knusprigkeit entwickeln, aber ja, sie werden knusprig und würzig und zusammen ist das eine wundervolle Kombination! Großartigst! Ich glaube der Knackpunkt zur Knusprigkeit ist das kurze Vorkochen der Kartoffeln. Dann werden sie nur in reichlich Öl und der Gewürzmischung geschwenkt, in den Ofen gegeben und man hat schwupps tolle Ofenpommes. Da mir keine wirklich adäquate Fleischbeilage einfiel, nach der mir gewesen wäre, aber noch ein paar Puy-Linsen im Vorratsschrank ihrer Verwendung harrten, machte ich gleich noch den Grundlinsensalat aus dem Buch dazu, etwas verfeinert mit Roter Bete und Feta. Perfekt im Winter! Und schmeckt dazu noch wunderbar am nächsten Tag im Büro oder abends in ein frisches Stück Fladenbrot oder Pita gefüllt. Wundervoll! Es dauert auch alles nicht so wahnsinnig lange, wie es sich anhört. Für ein Sonntagsessen hält sich der Aufwand in Grenzen :-)

Für alle, die jetzt hungrig geworden sind, hier die Rezepte:

Würzige Merguez-Ofenpommes

Zutaten für 4 Portionen als Beilage:
ca. 1 kg neue Kartoffeln
5 EL Raps- oder Olivenöl

Für die Merguez-Würzmischung:
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Fenchelsamen
1 TL Korianderkörner
1 TL Kümmel (optional)
10-12 schwarze Pfefferkörner
1 TL geräucherter Paprika
1 Prise Chilipulver
1/4 TL feines Meersalz

Für den Dip:
6 gehäufte EL Joghurt
1/4 Knoblauchzehe, zermust mit einer Prise Salz
1 Prise Chilipulver

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Die Kartoffeln gut waschen, dann in dicke Pommes schneiden. In einen Topf mit kalten Wasser geben. Auf dem Herd zum Kochen bringen, 1 Minuten kochen, sofort abgießen und gut abtropfen lassen.
(3) Zwischenzeitlich für die Gewürzmischung den Kreuzkümmel, Fenchel, Koriander, Kümmel und schwarzen Pfeffer in einem Mörser fein zerstoßen. Mit dem Salz, Chilipulver und geräuchertem Paprikapulver mischen.
(4) Das Öl auf ein Backblech oder eine  große Ofenform geben. Für 5 Minuten in den Ofen geben, um heiß zu werden.
(5) 1 EL der Gewürzmischung beiseite geben. Den Rest der Mischung mit den Kartoffeln gut mischen. Das heiße Blech aus dem Ofen nehmen, die gewürzten Kartoffeln dazu geben und in dem Öl wenden. Im Ofen für 35-45 Minuten rösten, nach der Hälfte der Zeit einmal wenden, bis sie goldbraun und knusprig sind.
(6) Zwischenzeitlich den Joghurt mit dem zermusten Knoblauch mischen. Den übrig behaltenen Esslöffel Gewürzmischung dazu geben. Mit einer Prise Chilipulver bestreuen.
(7) Einen der Pommes kosten, ob sie noch Salz benötigen. Dann die heißen Pommes mit dem kühlen Dip servieren und

genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 225

Puy-Linsensalat mit Roter Bete und Feta

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Puy-Linsen (oder andere kleine Linsen wie Beluga-L.)
Wasser
1 Lorbeerblatt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Stengel Petersilie (optional)
2 EL Olivenöl
1 Spritzer Olivenöl
Salz, Pfeffer

1 gegarte Rote Bete-Knolle
ca. 100 g Feta
2-3 Zweige Minze

(1) Die Linsen in einen Topf geben und viel Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, nur 1 Minute kochen lassen, sofort abgießen. Die Linsen zurück in den Topf geben und soviel Wasser zugeben, dass die Linsen bedeckt sind. Das Lorbeerblatt, Knoblauchzehen und Petersilienstiele zufügen. Wieder zum Simmern bringen und auf kleiner Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen bis sie gar, aber nicht zerfallen.
(2) Die Linsen abgießen und die Kräuter und Knoblauch entfernen. Mit dem Olivenöl und Zitronensaft marinieren und mit Salz und Pfeffer würzen. Das ist sozusagen der Grundlinsensalat, der nach Belieben noch mit anderen Zutaten ergänzt werden kann.
(3) Die gegarte Rote Bete (ich backe sie meist in Alufolie eingewickelt in Schale für ca. 60 Minuten bei 180°C im Ofen, es geht aber auch die vakuumisierte Rote Bete aus dem Gemüseregal) in Spalten schneiden und zu den Linsen geben. Die Minzeblättchen fein hacken und gut unterrühren. Zum Schluss den Feta über den Salat krümeln.

Genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 237

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