Würzige Merguez-Ofenpommes mit Linsensalat

Was ich mit am meisten vermisst habe, während ich die letzten Monate krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte: meine Kochbücher! Wenn mir nach einer bestimmten Zutat ist, einfach mal die Kochbücher durchforsten. Wenn mir nach einem bestimmten Autor ist, dessen Bücher zur Hand nehmen können. Wenn mir nach einer bestimmten Landesküche ist, schnell in den Büchern nach Infos und Inspiration suchen. Aber jetzt hab ich meine Schätze ja wieder :-)

Besonders Lust hatte ich mal wieder das „River Cottage Veg Everyday“ (gibt es jetzt auch auf deutsch und nein, es sind keine Amazon Affiliate-Links) von Hugh Fearnley-Whittingstall zu durchblättern, da es bei meiner Krankheit eher besser ist, sich viel vegetarisch zu ernähren und beim ersten Durchgucken im letzten Mai schon viele schöne Rezepte erspäht wurden, habe ich es mir jetzt nochmal genauer zu Gemüte geführt.

Und ich bin wieder sehr begeistert davon. Mr. Fearnley-Whittingstall ist ja sozusagen Chef des River Cottage und großer Verfechter von saisonalem und ethisch korrektem produziertem Essen, auch ein bekennender Fleischesser. Und dieser Fleischesser hat nun mitbekommen wie geil Gemüse eigentlich auch alleine sein kann … Und gleich ein ganzes Kochbuch dem Thema „Kochen mit Gemüse“ gewidmet. Aber bevor der Artikel hier ausartet, will ich Euch das Buch lieber in einem nächsten Beitrag gesondert vorstellen.

Hier werde ich nur noch ein paar Worte zu diesen wirklich wundervollen Ofenpommes verlieren. Es ist  das erste Mal, dass ich so Ofenpommes gemacht habe und war skeptisch, ob sie auch nur einen Hauch von Knusprigkeit entwickeln, aber ja, sie werden knusprig und würzig und zusammen ist das eine wundervolle Kombination! Großartigst! Ich glaube der Knackpunkt zur Knusprigkeit ist das kurze Vorkochen der Kartoffeln. Dann werden sie nur in reichlich Öl und der Gewürzmischung geschwenkt, in den Ofen gegeben und man hat schwupps tolle Ofenpommes. Da mir keine wirklich adäquate Fleischbeilage einfiel, nach der mir gewesen wäre, aber noch ein paar Puy-Linsen im Vorratsschrank ihrer Verwendung harrten, machte ich gleich noch den Grundlinsensalat aus dem Buch dazu, etwas verfeinert mit Roter Bete und Feta. Perfekt im Winter! Und schmeckt dazu noch wunderbar am nächsten Tag im Büro oder abends in ein frisches Stück Fladenbrot oder Pita gefüllt. Wundervoll! Es dauert auch alles nicht so wahnsinnig lange, wie es sich anhört. Für ein Sonntagsessen hält sich der Aufwand in Grenzen :-)

Für alle, die jetzt hungrig geworden sind, hier die Rezepte:

Würzige Merguez-Ofenpommes

Zutaten für 4 Portionen als Beilage:
ca. 1 kg neue Kartoffeln
5 EL Raps- oder Olivenöl

Für die Merguez-Würzmischung:
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Fenchelsamen
1 TL Korianderkörner
1 TL Kümmel (optional)
10-12 schwarze Pfefferkörner
1 TL geräucherter Paprika
1 Prise Chilipulver
1/4 TL feines Meersalz

Für den Dip:
6 gehäufte EL Joghurt
1/4 Knoblauchzehe, zermust mit einer Prise Salz
1 Prise Chilipulver

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Die Kartoffeln gut waschen, dann in dicke Pommes schneiden. In einen Topf mit kalten Wasser geben. Auf dem Herd zum Kochen bringen, 1 Minuten kochen, sofort abgießen und gut abtropfen lassen.
(3) Zwischenzeitlich für die Gewürzmischung den Kreuzkümmel, Fenchel, Koriander, Kümmel und schwarzen Pfeffer in einem Mörser fein zerstoßen. Mit dem Salz, Chilipulver und geräuchertem Paprikapulver mischen.
(4) Das Öl auf ein Backblech oder eine  große Ofenform geben. Für 5 Minuten in den Ofen geben, um heiß zu werden.
(5) 1 EL der Gewürzmischung beiseite geben. Den Rest der Mischung mit den Kartoffeln gut mischen. Das heiße Blech aus dem Ofen nehmen, die gewürzten Kartoffeln dazu geben und in dem Öl wenden. Im Ofen für 35-45 Minuten rösten, nach der Hälfte der Zeit einmal wenden, bis sie goldbraun und knusprig sind.
(6) Zwischenzeitlich den Joghurt mit dem zermusten Knoblauch mischen. Den übrig behaltenen Esslöffel Gewürzmischung dazu geben. Mit einer Prise Chilipulver bestreuen.
(7) Einen der Pommes kosten, ob sie noch Salz benötigen. Dann die heißen Pommes mit dem kühlen Dip servieren und

genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 225

Puy-Linsensalat mit Roter Bete und Feta

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Puy-Linsen (oder andere kleine Linsen wie Beluga-L.)
Wasser
1 Lorbeerblatt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Stengel Petersilie (optional)
2 EL Olivenöl
1 Spritzer Olivenöl
Salz, Pfeffer

1 gegarte Rote Bete-Knolle
ca. 100 g Feta
2-3 Zweige Minze

(1) Die Linsen in einen Topf geben und viel Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, nur 1 Minute kochen lassen, sofort abgießen. Die Linsen zurück in den Topf geben und soviel Wasser zugeben, dass die Linsen bedeckt sind. Das Lorbeerblatt, Knoblauchzehen und Petersilienstiele zufügen. Wieder zum Simmern bringen und auf kleiner Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen bis sie gar, aber nicht zerfallen.
(2) Die Linsen abgießen und die Kräuter und Knoblauch entfernen. Mit dem Olivenöl und Zitronensaft marinieren und mit Salz und Pfeffer würzen. Das ist sozusagen der Grundlinsensalat, der nach Belieben noch mit anderen Zutaten ergänzt werden kann.
(3) Die gegarte Rote Bete (ich backe sie meist in Alufolie eingewickelt in Schale für ca. 60 Minuten bei 180°C im Ofen, es geht aber auch die vakuumisierte Rote Bete aus dem Gemüseregal) in Spalten schneiden und zu den Linsen geben. Die Minzeblättchen fein hacken und gut unterrühren. Zum Schluss den Feta über den Salat krümeln.

Genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 237

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5 Kommentare zu “Würzige Merguez-Ofenpommes mit Linsensalat

  1. Schnick Schnack Schnuck 11. April 2013 um 16:53 Reply

    Ich hab dem Braten beim Backen der Ofenpommes auch noch nie getraut. Wenns klappt, schaffen die es in unsere Kochgruppe.

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  2. kormoranflug 11. April 2013 um 16:53 Reply

    Da hast Du ein leckere, würzige Kombination zusammengestellt. Ganz ohne Bücher.

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  3. kathi kochfrosch 12. April 2013 um 07:33 Reply

    Das buch muss ich mir unbedingt mal angucken. Und deine kombi könnts glatt am we geben, mit meinen ofenpommes war ich noch nicht 100 % zufrieden.

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    • Anikó 12. April 2013 um 09:08 Reply

      Die Ofenpommes brauchen Platz um knusprig zu werden, ich würde also auch die halbe Portion definitiv auf einem Blackblech machen demnächst. So haben sie alle nebeneinander Platz und knuspern wunderbar auf :-)

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  4. la grosse mereg 12. April 2013 um 21:01 Reply

    Haha! Ich habe seit kurzem auch besagtes Buch und hab erst gestern wieder als gute-nacht-schmökerei drin geschmökert (ja, doch, kochbücher sind als abendlektüre prima, da muß man sich nicht so konzentrieren, sondern kann herumblättern und gucken und sich vorstellen, was man alles feines machen kann!) und dachte heut den ganzen tag an diese ofenpommes. und hab den post jetzt grad erst gesehen, na, das paßt ja :-) die werd ich auch noch testen, und wenn du sagst, daß die knusprig werden, haha! prima! ich hab überlegt, ob das daran liegt, daß man das öl vorheizt im ofen…
    bei vegetarischen kochbüchern bin ich ja auch bekennender fan der moosewood-bücher. haben zwar keine bilder, aber einleitungstexte, die bei mir auch den „will ich kochen!“-effekt hervorrufen…

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