Pizza gegen Steuerfrust

Steuererklärungen zu machen ist eine äußerst lästige Angelegenheit. Erst Recht für mich, die sich soo überhaupt nicht auskennt und teilweise nicht mal den Überblick über ihre eigenen Versicherungen hatte. Letzteres hat sich geändert mittlerweile, aber Steuererklärungen mach ich immer noch nicht gerne. Habe aber zum Glück einen guten Freund, Jurist, der sich gerne in sowas reinfrickelt und das dann auch gegen Essensbezahlung bei lieben, unwissenden Freundinnen (in diesem Fall moi *g*) übernimmt. Jetzt möchte man so einem Freund ja nicht nur ’ne simple Salamipizza servieren, es darf schon etwas vielfältiger sein. Trotzdem hatte ich keine Lust noch groß einkaufen zu gehen oder ewig in der Küche zu stehen. Also sollte es ein einfacher Teig sein, der nicht ewig gehen muss und die Tomatensauce wollte ich auch nicht extra kochen, das wird eh meist zu viel für ein Backblech.

Beim Pizzateig wurde ich in „Der goldenen Plachutta“ (großartiges Kochbuch, für Standardsachen, für Alltag, für ein paar Freunde, für sophisticated Dinner, für wirklich alles!) fündig. Einfaches Weizenmehl Type 405 (finde in der Nähe kein Mehl Tipo 00 oder Semolina *seufz*), nicht allzu ewige Gehzeiten und, wie ich fand, die perfekte Menge an Mehl für einen dünnen Teig, der knusprig werden kann auf dem Blech. Und das wurde er tatsächlich, überhaupt nicht durchgeweicht. Der Teig ließ sich auch wunderbar dünn ausrollen und war wirklich die perfekte Menge für ein Backblech. Ich bin begeistert! Die Tomatensauce schaute ich mir von einem Studienkumpel ab, der sich aus Liebeskummer über einen längeren Zeitraum nur von selbstgemachter Pizza ernährte (Tatsächlich! Mehrmals täglich, über mehrere Monate hinweg!). Er verrührte einfach Tomatenpüree (Passata) mit etwas Knoblauch, Salz, Pfeffer und getrocknetem Oregano. Perfekt! Gut dosierbar, schnell und lecker!

Wie schon gesagt, ich wollte einen vielfältigen Belag und hab mich ein wenig von Jamie Oliver aus seinem „Jamie at home“ inspirieren lassen. Es sollten vier verschiedene Varianten werden, zwei davon sind für Vegetarier geeignet, zwei mit ein wenig Tier. Aber trotz allem wurde alles nur dünn mit wenig unterschiedlichen Zutaten belegt, damit das Aroma der einzelnen Zutaten gut raus kommt und die Pizza noch knusprig bleibt. Auf dem unteren Bild sieht die geneigte Leserschaft die gestrigen Varianten:

  • auf 12 Uhr Zucchinischeiben mit scharfer ungarischer Salami
  • auf 3 Uhr angebratene Auberginenscheiben mit frischem Basilikum
  • auf 6 Uhr angebratene Pilze mit frischem Thymian
  • auf 9 Uhr Proscuitto mit frischem Rucola und Parmesanspäne

Wirklich sehr fein! Und bis zur nächsten Pizza werde ich nicht so lange warten. Der Teig lässt sich ja wunderbar portionsweise einfrieren, die Sauce ist schnell gemacht und für mich alleine brauch ich ja auch keine vier verschiedenen Beläge ;-) Wird und sollte es öfter geben!

Pizzateig für Faule

Zutaten für 1 Blech (2-4 Portionen):
300 g Mehl
20 g  Hefe
3 EL Olivenöl
1 TL Salz

(1) Das Mehl in eine größere Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Das Salz auf dem Mehlrand verteilen.
(2) In einem Schüsselchen die Hefe in 50 ml lauwarmem Wasser auflösen. Das Öl zugeben.
(3) Die Hefemischung in die Mehlmulde gießen. Mit einer Gabel nach und nach die Flüssigkeit mit dem Mehl vom Rand verrühren. Nach und nach 100 ml kaltes Wasser (eventuell etwas mehr oder auch weniger, kommt auf das Mehl, Wetter, Belichtung in der Küche an *g*) zufügen. Wenn der Teig zu fest für die Gabel wird, auf Handbetrieb wechseln. Den Teig 5 Minuten lang gut durchkneten bis ein fester, gut durchgearbeiteter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, mit etwas Mehl bestäuben. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort 30-60 Minuten gehen lassen bis der Teig seine Größe verdoppelt hat.
(4) Den fertig gegangenen Teig auf einem Backpapier auf Größe des Backblechs ausrollen. Auf das Backblech legen zusammen mit dem Backpapier und nochmals 10 Minuten gehen lassen.

Ganz nach Lust und Laune belegen.

Quelle: Plachutta, E., Plachutta M. (2012: Der goldene Plachutta. Brandstätter. Seite 261

Tomatensauce für extrem Faule

Zutaten für 1 Blech:
1 (konfierte) Knoblauchzehe, fein zermust
Salz, Pfeffer
2 TL getrockneter Oregane
4-6 EL Tomatenpüree (Passata)

Deadsimple: Alle Zutaten gut mischen und gleichmäßig auf dem Pizzateig verstreichen.

Vorschlag für 4 verschiedene Beläge

Reicht für 1 Blech:
2 Mozzarellakugeln

2-4 Champignons
einige Zweiglein Thymian

1/2 kleine Zucchini
5-6 Scheiben scharfe Salami

3 Scheiben Proscuitto
1 handvoll gewaschener Rucola
einige Späne Parmesan

1/2 kleine Aubergine
einige Basilikumblätter

Salz, Pfeffer
Olivenöl

(1) Ofen auf 240 °C vorheizen.
(2) Für den Belag erst die Zutaten ein wenig vorbereiten. Die Pilze putzen und in feine Scheiben schneiden. Die Aubergine und Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. Alles nacheinander in einer großen Pfanne in etwas Olivenöl bei höherer Hitze anbraten. Salzen und pfeffern.
(3) Den Mozzarella zerrupfen und gleichmäßig auf der Tomatensauce bestrichenen Pizza verteilen. Auf einem Viertel die Scheiben Proscuitto legen. Ein anderes Viertel mit Auberginenscheiben belegen. Das dritte Viertel mit den Pilzen belegen und auf dem letzten Teil erst die Zucchinischeiben und darauf die Salamischeiben legen, damit die Salami schön knusprig wird.
(4) In den unteren Teil des Ofens schieben und etwa 15 Minuten backen. Ich hab um ehrlich zu sein nicht wirklich auf die Uhr geguckt, es roch irgendwann gut, nach gesehen und noch ein wenig backen lassen bis der teig goldbraun war und der Käse richtig schön zerlaufen.
(5) Zum Schluss auf den Proscuitto-Teil noch den frischen Rucola und die Parmesanspäne verteilen. Auf die Champignons kommen noch die abgezupften Blättchen des frischen Thymians und als letztes die Basilikumblätter auf die Auberginenscheiben.

Alles in gerechte Stücke teilen und

genießen!

Und weil es wunderbar passt und wirklich lecker war, machen meine Pizza und ich beim „We ♥ Pizza„-Event, ausgerichtet von Luna’s Philosophy im Kochtopf. Ich bin ja gespannt, welche Varianten da noch aufkommen, die wir dann alle in der nächsten Zeit in diversesten Blogs bewundern können! Luna, eine wirklich schöne Idee für den Event :-)
Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

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5 Kommentare zu “Pizza gegen Steuerfrust

  1. magentratzerl 12. April 2013 um 12:59 Reply

    Ach so….ich hab bei der Überschrift erst mal gedacht, dass sich die Steuererklärung mit Pizza im Bauch wie von selbst macht :-)
    …ist von der mit Prociutto und Rucola zufällig noch was da?

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  2. la grosse mere 12. April 2013 um 21:04 Reply

    Darf ich diesen Freund mal ausleihen? Ich würd auch was kochen…. *seufz*

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  3. Leihst du mir deinen Juristenfreund bei Gelegenheit mal aus? Hab schon seit Jahren aus eben solchem Frust gar keine Erklärung mehr abgegeben. :o)
    Danke für deine Pizza, liebe Anikó.

    Liebe Grüße von der Luna

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  4. […] Pizza zum Abendbrotsnack an. Ich hatte auch noch Reste des angebratenen Gemüses von der letzten “richtigen” Pizza, die sich perfekt anboten, um zusätzlich zur scharfen ungarischen Salami und den letzten Scheiben […]

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  5. zorra 21. April 2013 um 09:10 Reply

    Gerechte Teile, geht das bei der Pizza? Ich möchte doch von allem was probieren. ;-)

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