Andere Ländere, andere kalte Suppen – Gazpacho

Yeah, yeah, yeah! Sommer! Yeah, yeah, yeah! *sing* – Und ich hoffe, es ist noch wunderbares Wetter, wenn dieser Beitrag online geht. – Und wenn es warm ist, will man nicht unbedingt noch heiße Suppen essen (Tut der Ungar an sich aber trotzdem). Und so hat wohl jedes Land, in dem es einigermaßen heiße Phasen gibt, so seine kalte Suppenkultur entwickelt. Natürlich kenne ich die berühmteste kalte ungarische Suppe aus Sauerkirschen, verfeinert mit Saurer Sahne. Exzellent! Aber da Frau Mama ja nicht sonderlich tolerant auf Fructose reagiert, ist es schwierig Obstsuppen zu kochen, auch wenn sie die sehr gerne mag. Aber andere Länder, andere kalte Suppe – recherchiere ich mal in heißen Ländern.

Ein Klassiker ist ja die südspanische Gazpacho, eigentlich auch ein Arme-Leute-Essen bei dem altes Brot und ein Zuviel an Tomaten aufgebraucht wird. Und eigentlich ist es auch übertrieben zu sagen, dass man diese Suppe kocht, die rohen Zutaten werden ja eigentlich nur püriert. Diese Gazpacho-ähnliche Suppe fand ich im wunderbaren Buch „Sommerküche“ von Tanja Dusy. Da ist die Zubereitung auch einen µ aufwendiger, weil die Tomaten erst noch gehäutet werden und zusammen mit einer Hälfte des angerösteten Brots durchgekühlt werden bevor die Mischung mit dem restlichen Gemüse püriert wird. Ich war ja sehr skeptisch, wie leicht oder schwer sich rohe Paprika und Gurken pürieren lassen, aber erstaunlicherweise ist das ganz leicht und ziemlich schnell hat man eine Suppe in schöner Konsistenz. Wie die traditionelle Version, wird auch hier zum Schluss ein wenig Paprika klein gewürfelt und als Einlage zusammen mit geröstetem Brot drüber gestreut, damit man noch was zum Knuspern hat.

Und ich war ernsthaft überrascht, wie wirklich ernstlich köstlich diese Suppe ist! Und sättigend und gesund und erfrischend! Meine Güte, was will die geneigte Leserschaft mehr! Wobei natürlich der überragende Geschmack mein Hauptargument zur dringenden Nachbastelempfehlung ist!

Gazpacho-sehr-ähnliche-kalte-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
150 g Weißbrot vom Vortag (2 Brötchen)
2 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
750 g Tomaten
3 EL Weißweinessig (hier: Apfelessig)
1 rote Paprikaschote
1/2 Salatgurke
150 ml Gemüsebrühe
8 EL kaltes Wasser
Salz, Pfeffer
edelsüßes Paprikapulver
rosenscharfes Paprikapulver
2-3 Prisen Zucker
1 kleine gelbe Spitzpaprika
4 Stängel Basilikum

(1) Das Brot in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen abziehen und fein hacken. 4 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, das Brot und die Hälfte des Knoblauchs dazu geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren goldbraun braten, anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
(2) Als nächstes die Tomaten enthäuten. Dafür diese kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten (etwa 2-3) ziehen lassen. Dann die Tomaten häuten, vierteln, Kerne mit dem Stielansatz heraus schneiden. Das Tomatenfleisch grob schneiden und mitsamt dem dabei anfallendem Saft mit dem Essig, restlichen Öl und Knoblauch und der Hälfte des gerösteten Brots mischen. Etwa 30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen.
(3) Die rote Paprikaschote waschen, halbieren, Kerne und weiße Innenwände entfernen, grob würfeln. Salatgurke schälen (hier vergessen), längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel heraus kratzen. Dann das Gurkenfleisch in kleine Stücke schneiden. Paprika- und Gurkenwürfel zusammen mit der Tomaten-Brot-Mischung, der Brühe und den Eiswürfeln (oder kaltem Wasser) fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, den beiden Paprikapulvern und dem Zucker würzen. Die Suppe im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen.
(4) Die kleine Spitzpaprika waschen, putzen und in feine Würfelchen schneiden. Basilikum waschen und trocken schütteln. Die Basilikumblätter vom Stengel zupfen und in feine Streifen schneiden. Mit den Paprikawürfeln mischen.

Die Suppe auf Tellern oder Schüsseln verteilen. Die restlichen Brotwürfel und die Paprika-Basilikum-Mischung darauf streuen und

genießen!

Quelle: Dusy, T. (2010). Sommerküche – Voller Sonne und Aroma. GU. München. Seite 110

Ich hoffe einfach mal, der Sommer bleibt noch ein bißchen, so dass ich auch die kalte-Suppen-Kultur weiterer Länder erkunden kann. Russland scheint in der Hinsicht auch Recht spannend zu sein :-)

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9 Kommentare zu “Andere Ländere, andere kalte Suppen – Gazpacho

  1. Kirsten 21. Juli 2013 um 21:13 Reply

    Die Gazpacho aus dem Sommerküche-Buch hab ich auch schon mehrmals gemacht und war jedes Mal schwer begeistert. Dieses Jahr gab es sie bei mir noch nicht – noch was, was ich im Sommer unbedingt machen muss… :-)

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  2. Barbara 23. Juli 2013 um 13:29 Reply

    Gazpacho mag ich auch unheimlich gerne. Aber nur, wenn’s wirklich schön heiß ist. Hoffen wir mal, dass es noch ein Weilchen so bleibt. Dann sind solche Suppen perfekt! Bin gespannt, was Du noch auftust. :-)

    Irgendwann gab’s mal einen Sommersuppen-Event bei Zorra, da fiel mir auch ein, dass Suppen nicht nur in Herbst und Winter gehören.

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    • Anikó 23. Juli 2013 um 17:51 Reply

      Ich habe gerade eine russische Version angesetzt für’s Abendessen :-)
      Der Sommersuppen-Event muss vor meiner aktiven Blogzeit gewesen, sonst würde ich mich definitiv dran erinnern :-)

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  3. friesiausbremen 23. Juli 2013 um 13:46 Reply

    Alles gekauft, wird also heute Abend vorbereitet. Ich bin sehr gespannt :-)

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    • Anikó 23. Juli 2013 um 13:48 Reply

      Oh, das ging aber fix! Wünsche viel Spaß bei der Zubereitung und hoffe es schmeckt :-)

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  4. […] Spanien – Gazpacho […]

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