Archiv für den Monat Juli 2013

Hamburger marokkanische Art nach Jamie Oliver

Kochsendungen *seufz* Bin ich immer noch süchtig nach … Nicht die Sendungen, wo Leute um irgendeinen Preis (sei es Geld, Auftritt in ner Sendung etc.), sondern Sendungen, wo Profis ihre Gerichte und Tipps verraten. Und ja, ich gebe es zu, ich gucke mir gerne die Jamie Oliver-Sendungen an. Letztens kam ein Sommer-Special von ihm, in dem viel über Kochen und Brutzeln in der freien Natur: mit Kindern, Picknicks, über offenem Feuer, Grillen. Zwerg und ich – ja, wir setzen unsere Tradition fort und telefonieren während der Sendungen – saßen sabbernd vorm TV … Ein Rezept ist uns im Gedächtnis geblieben, weil der Jamie das in so einer unpraktischen Position – auf dem Bauch liegend auf einer Picknickdecke mit kleinem Grill neben sich – vorführte. Nur vom Gedanken daran in dieser Position Gewürze im Mörser zu zerkleinern, lässt meinen Rücken höllisch weh tun.

Jedenfalls wollte Zwerg dann unbedingt diese Burger im marokkanischen Stil ausprobieren und was bietet sich an als an ihrem freien Tag mit mir zusammen diese zu Brutzeln. Lammfleisch war leider nicht wirklich aufzutreiben, aber gutes Rinderhack ist auch lecker. Das Besondere an den Burgern ist, dass das Fleisch sehr pur und nur von außen mit einem Rub, so ’ne Art trockener Marinade, eingerieben wird. Dann ein wenig Öl drüber träufeln und ab auf den Grill (oder in die Grillpfanne). In den Burger kommt dann auch kein Ketchup oder Mayo, sondern mit Harissa pikant abgeschmeckter Joghurt. Eine wirklich gute Kombi und der Burger an sich ist auch ernstlich köstlich! Das war so gut, dass Zwerg sich am nächsten Tag gleich wieder welche machte und auch beim nächsten Grillen wieder welche angesetzt wurden … Also, geneigte Leserschaft, eine dringende Nachgrillempfehlung!

Hamburger marokkanische Art

Zutaten für 6 Portionen:
600 g gehacktes Rind oder Lamm (gute Qualität)
Olivenöl
6 Burger-Brötchen
6 EL Naturjoghurt
1 EL Harissa-Paste
1/2 Zitrone, Saft
1 handvoll Minzblätter
2 Frühlingszwiebeln
6 Salatblätter nach Wahl

Für die trockene Marinade:
1 TL Meersalz
1 TL Pfeffer
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL gemahlener Koriander
1 TL Ras-el-hanout oder Garam masala
1-2 TL Paprikapulver (am Besten geräuchert)

(1) Erstmal alle Zutaten vorbereiten: Die Burger-Brötchen halbieren. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Salatblätter waschen und gut trocken tupfen. Die Minzblätter grob hacken. Den Joghurt mit der Harissa-Paste, dem Zitronensaft und einem Schluck Olivenöl verrühren.
(2) Dann die Zutaten für die trockene Marinade in einen Mörser geben und fein mörsern.
(3) Den Grill oder eine Grillpfanne vorheizen. Das Hackfleisch in 6 Portionen teilen und zu Burgern formen. Die trockene Marinade von außen auf den Burgern verteilen. Mit ein wenig Olivenöl beträufeln und von jeder Seite etwa 6-7 Minuten grillen, je nachdem wie durch man sie mag.
(4) Währenddessen die halbierten Burgerbrötchen im Toaster oder kurz im Ofen aufbacken.

Wenn die Burger fertig sind, die Burgerbrötchen mit dem Harissa-Joghurt bestreichen, Salatblatt, Burger, Frühlingszwiebelringe und Minzblätter drauf und

genießen!

Dazu passen Kartoffelspalten aus’m Ofen, Pommes, Tomatensalat oder andere Salate oder ein nur so den Burger essen …

Quelle: nach Jamie Olivers „Moroccan-style lamb burgers“

Andere Ländere, andere kalte Suppen – Gazpacho

Yeah, yeah, yeah! Sommer! Yeah, yeah, yeah! *sing* – Und ich hoffe, es ist noch wunderbares Wetter, wenn dieser Beitrag online geht. – Und wenn es warm ist, will man nicht unbedingt noch heiße Suppen essen (Tut der Ungar an sich aber trotzdem). Und so hat wohl jedes Land, in dem es einigermaßen heiße Phasen gibt, so seine kalte Suppenkultur entwickelt. Natürlich kenne ich die berühmteste kalte ungarische Suppe aus Sauerkirschen, verfeinert mit Saurer Sahne. Exzellent! Aber da Frau Mama ja nicht sonderlich tolerant auf Fructose reagiert, ist es schwierig Obstsuppen zu kochen, auch wenn sie die sehr gerne mag. Aber andere Länder, andere kalte Suppe – recherchiere ich mal in heißen Ländern.

Ein Klassiker ist ja die südspanische Gazpacho, eigentlich auch ein Arme-Leute-Essen bei dem altes Brot und ein Zuviel an Tomaten aufgebraucht wird. Und eigentlich ist es auch übertrieben zu sagen, dass man diese Suppe kocht, die rohen Zutaten werden ja eigentlich nur püriert. Diese Gazpacho-ähnliche Suppe fand ich im wunderbaren Buch „Sommerküche“ von Tanja Dusy. Da ist die Zubereitung auch einen µ aufwendiger, weil die Tomaten erst noch gehäutet werden und zusammen mit einer Hälfte des angerösteten Brots durchgekühlt werden bevor die Mischung mit dem restlichen Gemüse püriert wird. Ich war ja sehr skeptisch, wie leicht oder schwer sich rohe Paprika und Gurken pürieren lassen, aber erstaunlicherweise ist das ganz leicht und ziemlich schnell hat man eine Suppe in schöner Konsistenz. Wie die traditionelle Version, wird auch hier zum Schluss ein wenig Paprika klein gewürfelt und als Einlage zusammen mit geröstetem Brot drüber gestreut, damit man noch was zum Knuspern hat.

Und ich war ernsthaft überrascht, wie wirklich ernstlich köstlich diese Suppe ist! Und sättigend und gesund und erfrischend! Meine Güte, was will die geneigte Leserschaft mehr! Wobei natürlich der überragende Geschmack mein Hauptargument zur dringenden Nachbastelempfehlung ist!

Gazpacho-sehr-ähnliche-kalte-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
150 g Weißbrot vom Vortag (2 Brötchen)
2 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
750 g Tomaten
3 EL Weißweinessig (hier: Apfelessig)
1 rote Paprikaschote
1/2 Salatgurke
150 ml Gemüsebrühe
8 EL kaltes Wasser
Salz, Pfeffer
edelsüßes Paprikapulver
rosenscharfes Paprikapulver
2-3 Prisen Zucker
1 kleine gelbe Spitzpaprika
4 Stängel Basilikum

(1) Das Brot in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen abziehen und fein hacken. 4 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, das Brot und die Hälfte des Knoblauchs dazu geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren goldbraun braten, anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
(2) Als nächstes die Tomaten enthäuten. Dafür diese kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten (etwa 2-3) ziehen lassen. Dann die Tomaten häuten, vierteln, Kerne mit dem Stielansatz heraus schneiden. Das Tomatenfleisch grob schneiden und mitsamt dem dabei anfallendem Saft mit dem Essig, restlichen Öl und Knoblauch und der Hälfte des gerösteten Brots mischen. Etwa 30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen.
(3) Die rote Paprikaschote waschen, halbieren, Kerne und weiße Innenwände entfernen, grob würfeln. Salatgurke schälen (hier vergessen), längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel heraus kratzen. Dann das Gurkenfleisch in kleine Stücke schneiden. Paprika- und Gurkenwürfel zusammen mit der Tomaten-Brot-Mischung, der Brühe und den Eiswürfeln (oder kaltem Wasser) fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, den beiden Paprikapulvern und dem Zucker würzen. Die Suppe im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen.
(4) Die kleine Spitzpaprika waschen, putzen und in feine Würfelchen schneiden. Basilikum waschen und trocken schütteln. Die Basilikumblätter vom Stengel zupfen und in feine Streifen schneiden. Mit den Paprikawürfeln mischen.

Die Suppe auf Tellern oder Schüsseln verteilen. Die restlichen Brotwürfel und die Paprika-Basilikum-Mischung darauf streuen und

genießen!

Quelle: Dusy, T. (2010). Sommerküche – Voller Sonne und Aroma. GU. München. Seite 110

Ich hoffe einfach mal, der Sommer bleibt noch ein bißchen, so dass ich auch die kalte-Suppen-Kultur weiterer Länder erkunden kann. Russland scheint in der Hinsicht auch Recht spannend zu sein :-)

Nicht immer nur Salzkartoffeln … – Würzige Kartoffelspalten

Vom Grillen war noch einiges an Fleisch übrig, bei uns wird am Wochenende immer mehr als nötig zubereitet, damit alle noch was leckeres für den Start in die Woche haben (und keiner nach einem anstrengenden Montag noch in der Küche stehen muss *g*). Nur von den Salaten war nicht mehr allzu viel übrig, also schnell improvisiert. So Ofen-Kartoffelspalten passen ja eigentlich fast immer, aber welche Würzung? Nur Rosmarin? Hmm, ist kein frischer hier in der Wohnung zu finden und getrocknet mag ich das irgendwie nicht so, also Frau Mamas Gewürzregal durchsucht. Und da fanden sich Kreuzkümmel, Koriander, Zimt. Ich fand das passte gut, also schnell mit Sesamsamen, Salz, Pfeffer und Olivenöl verrührt und mit den vorgekochten Kartoffeln vermischt. Im Ofen backen und wunderbar würzige Kartoffelspalten sind raus gekommen, die auch solo einfach zu einem Salat passen würden! Perfekt!

Würzige Kartoffelspalten

Zutaten für 4 Personen:
1 kg Kartoffeln mit dünner Schale
2 + 1 TL Salz
1 TL gemahlener Pfeffer
1 TL Paprika edelsüß
1/4 TL gemahlener Zimt
1 TL geschroteter Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel/Cumin
1 EL Sesamsamen
4 EL Olivenöl

(1) Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Backpapier auf ein Blech legen.
(2) Die Kartoffeln waschen und je nach Größe halbieren, vierteln und sechsteln, also Spalten schneiden. In einen Topf geben, 2 TL Salz zugeben, Wasser drauf, aufkochen und etwa 5 Minuten vorkochen lassen.
(3) Währenddessen die restlichen Zutaten mit dem Olivenöl gut verrühren.
(4) Die vorgekochten Kartoffeln abgießen und für einige Augenblicke auf die ausgeschaltete Herdplatte stellen, damit möglichst viel Wasser verdampft. Dann die Kartoffeln auf das Blech schütten und gut mit dem Gewürzöl vermischen.
(5) Für ca. 40 Minuten auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben bis die Kartoffeln gar und etwas knusprig sind.

Genießen!

Köstliches Horroressen: Kürbisgemüse mit Hähnchengulasch

Wenn ich in Ungarn gefragt werde, was ich gerne esse, antworte ich meist: „Eigentlich alles. So Fözeléks find ich toll!“ Dann guckt mein Gegenüber ganz ungläubig und fragt zurück: „Auch tökfözelék?“ Also Kürbisgemüse … Lange musste ich daraufhin sagen: „Keine Ahnung, habe ich noch nie gegessen. Hat mir noch keiner gekocht …“ Dann aber eines Tages köchelte meine Tante es und fragte mich, ob ich kosten wolle, sagte aber im gleichen Atemzug, dass es mir wahrscheinlich nicht schmecken wird, weil eigentlich nur sie das mag (Ich führte noch öfters Konversationen mit exakt dem Wortlaut zum Thema Kürbisgemüse mit anderen Leuten … Interessant!). Ich kostete und war begeistert! Milder Kürbis, zart gedünstet, mit viel frischem Dill, der schon etwas süßlich schmeckt und als Kontrast ein µ Essig. Tolles Zeug! Warum wurde es mir so lange vorenthalten? In Ungarn wird es traditionell mit einem weißen Sommerkürbis hergestellt, der in lange Streifen gehobelt wird. Der ist hier leider nicht zu bekommen, also behelfen sich im Ausland lebende Ungarn mit Zucchini, die ja auch eine Kürbissorte ist. Also kann ich das hier auch kochen und mache es mir auch ziemlich regelmäßig. Man es kann es einfach so als vegetarisches Gericht mit etwas frischem Weißbrot genießen oder eben noch Gulasch dazu essen. Entweder Reste vom Vortrag oder man köchelt extra ein schnelleres Hähnchengulasch. Die Variante lernte ich von Orsi von Nokedlis kennen. Ich war skeptisch als sie es erwähnte, hab’s aber ausgetestet und bin begeistert von der Kombi! Wenn man Zucchinigemüse und Hähnchengulasch kocht, braucht man alleine schon 1,5 Stunden, aber nur das Fözelék kann innerhalb von 30 Minuten gemacht werden, wenn eine Küchenmaschine beim Raspeln hilft.

Das Essen findet man leider auf keiner Restaurant-Karte, weil Gästeessen in Ungarn doch immer noch sehr fleischdominiert ist, aber es lohnt sich wirklich das mal nach zu kochen. Ich liebe es! Ach ja, ist wahrscheinlich auch eine gute Möglichkeit um der kommenden Zucchinischwemme Herr zu werden ;-)

So und extra für die Besitzerin des Restaurants am Ende des Universums, hier das Rezept:

Ungarisches Kürbisgemüse mit Hähnchengulasch

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Hähnchengulasch:
2 Hähnchenbrüste
2  ganze Hähnchenkeulen (oder noch 1 Brust zusätzlich)
1 große Zwiebel
3 EL Öl
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL Paprikapulver rosenscharf
Salz
100-200 ml Wasser

Für das Kürbisgemüse:
6 mittelgroße Zucchini
1 kleine Zwiebel
1 EL Öl
Salz, Pfeffer
ca. 100 ml Wasser
1 EL Mehl
100 g Saure Sahne
50 g Schmand
3 EL gehackter Dill
1 EL Weißweinessig

(1) Zuerst das Hähnchengulasch ansetzen. Die Hähnchenschenkel und die Brustfilets waschen und trocken tupfen. Das Brustfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Das Fleisch von den Schenkeln auslösen und ebenfalls in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und die Zwiebeln langsam, ca. 10-15 Minuten lang, andünsten. Sie sollten weich und süß, aber nicht dunkelbraun werden. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver zugeben. Gut durchrühren bis es duftet. Den Topf wieder auf den Herd setzen. Sofort das Fleisch hinzufügen. Gut durchrühren, salzen. Das Wasser hinzufügen, Deckel drauf und aufkochen lassen. Dann ca. 45 Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen.
(3) Während das Gulasch schmurgelt das Zucchini-Gemüse zubereiten. Dafür die Zucchini waschen, trocknen, Enden abschneiden. Wenn die Zucchini größer sind, dann halbieren und das Kerngehäuse heraus schneiden. Die Zucchini grob raspeln. Die kleine Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(4) In einem Topf das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze andünsten. Die Zucchiniraspeln mit dem Wasser zufügen. Salzen und pfeffer. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze ca. 10-15 Minuten köcheln lassen. Während dessen das Mehl mit der Sauren Sahne und dem Schmand klümpchenfrei verrühren. In das Zucchini-Gemüse rühren. Aufkochen lassen und noch so 1-3 Minuten kochen lassen bis das Gemüse cremig ist. Den Dill und Weißweinessig unterrühren. Nochmal abschmecken, fehlt was? Salz oder Pfeffer oder doch etwas saurer?

Das Gemüse auf den Tellern verteilen mit etwas Gulasch toppen und frischen Brot servieren.

Genießen!

Quelle: Mengenangaben nach NokedlisTökfözelék

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