Archiv für den Monat August 2013

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag X – Basilika

Am Mittag rief der Lieblingscousin an, ob ich den schon Pläne hätte für den Nachmittag. „Hmm, nö. Außer rumdümpeln.“ Gut, er würde mich zwischen 2 und 3 Uhr abholen. Juti! Konnte mich noch ein wenig ausruhen und es wurde auch später als erwartet, aber nachmittags saß ich dann bei ihm und seiner Familie auf der Terrasse in Esztergom. Wir beschlossen noch einen kleinen Spaziergang zur Basilika zu machen, wo dann auch die beste Freundin der liebsten Großcousine mit kam. Vorher wurde noch schnell Hefeteig für die abendliche Pizza angesetzt.

Ich liebe einfach diesen Blick von Basilika über die Donau, im Hintergrund die Maria-Valeria-Brücke, die den Grenzübergang zur slowakischen Stadt Štúrovo bildet.

Da könnte ich stundenlang drauf gucken! Das Wasser wirkt so beruhigend für mich.

Esztergom ist eine der ältesten Städte Ungarns und war lange Zeit Hauptstadt des ungarischen Königreiches. So wurde am Ufer der Donau eine Burganlage gebaut, die vor ein paar Jahren auf’s neue errichtet wurde und nun als Museum genutzt wird.

Die Hänge kommt kein Feind so einfach hoch …

Nochmal Sonne über’m Lieblingsfluss … Das Wetter gestern war aber auch zu schön!

Und nochmal der Blick flussaufwärts …

Esztergom ist auch jetzt noch eine sehr religiös geprägte Stadt mit vielen kirchlich getragenen Einrichtungen.

Blick auf die Hauptkuppel …

Denkmal zur Krönung von Stephan I. (Nationalheiliger Ungarns) mit der Basilika im Hintergrund …

Ausblick flussabwärts Richtung Donauknie …

Noch schnell einen Blick Richtung Stadt riskiert …

… der Basilika zum Abschied gewunken und ab nach Hause.

Dort hat die Frau des Lieblingscousins die Pizza gebastelt. Ein großes Blech, die eine Hälfte mit Kochschinken, die andere mit Paprika-Kolbász, dann noch Zwiebeln und – offensichtlich obligatorisch auf selbstgemachten Pizzen in Ungarn – Mais. Sehr lecker und sehr sättingend!

Und weil sich die liebste Großcousine noch Kuchen mit Sauerkirschen wünschte, wurde schnell ein Biskuitkuchen mit eingestreuten Sauerkirschen gebacken. Sehr lecker! Aber wie immer viel zu viel gegessen. Es denken alle, man würde verhungern! *ggg*

Aber gegen 9 war ich dann so k.o. (keine größere, intensivere Pause am Tag), dass der Lieblingscousin mich nach Hause fuhr und ich nur noch ins Bett gefallen bin … Aber der Tag hat soviel Spaß gemacht!

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag X – Spaziergang

Heute nehme ich die geneigte Leserschaft mal mit auf meinen Lieblingsspaziergang. Nicht wirklich im Dorf, eher am Dorfrand, mit einige Pflänzchen und Idylligkeit.

Los geht’s vor Tantes Haus, typisch ungarische Dorfstraße, reichlich leer an einem Sonnabendvormittag, aber hey, die Sonne scheint, der Himmel ist blau, was will ich mehr.

Am Wegrand findet man kleine Insekten, die sich redlich bemühen an etwas essbares in der Distel zu kommen.

Das Stück Straße mit der Trockenmauer ist neu, vor zwei Jahren war der Boden noch unbefestigt und der Hang mit viel wildem Gebüsch bedeckt. Naja, mal sehen wann sich die ersten Pflanzen in der Trockenmauer ansiedeln.

Der Weg unterhalb des Berges mit den Weinreben und entlang der einzelnen kleinen Weinkellern ist da schon idyllischer.

Onkels Weinkellerhäuschen mit großem Walnussbaum davor. Eigentlich ein immer noch so schöner Platz für lauschige Treffen mit Freunden, ich weiß gar nicht, wieso es nicht dafür genutzt wird …

Und die Walnüsse sehen auch super aus dieses Jahr!

Ein Blick den Weinberg hoch riskieren …

… aber dann erstmal die Pflänzchen auf’m Boden inspizieren. Steppensalbei, schön!

Und andere kleine unscheinbare Pflanze, die die Bienen aber zu mögen scheinen.

Die Weinreben wachsen gut …

… und haben wunderbare süße, köstliche Trauben an sich. Sooo gut!

Auch blaue Trauben sind zu finden, hier in klein, aber etwas weiter oben auf dem Weinberg noch eine größere Sorte. Überhaupt sind hier einige Sorten Wein vertreten, aber welche genau? Keine Ahnung.

Der Sportanteil des Spaziergangs: den Weinberg hoch! Entlang der Erosionsrinne … Puh, das ging in die nicht mehr vorhandene Beimuskulatur. Zum Glück musste ich öfters anhalten um eine Traube zu naschen *g*

Aber wenn die Mühe hinter mir liegt, wird man mit einem wunderbaren Blick übers Dorf belohnt.

Hach! Ich liebe es einfach hier zu sein!

Hier der Blick in die andere Richtung: Viel Landwirtschaft, etwas Wald, ein paar Hügel und einige freiliegende Felsen.

Sehr häufig in unserer Gegend findet man den Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), eine ziemliche stachelige Pflanze, die uns auf Spaziergängen als Kind ziemlich oft zerstochen hat. Sie ist ein typischer Bodenroller, sprich die Pflanzen haben eine Sollbruchstelle kurz über dem Boden, die bei starkem Wind bricht und dann den ganzen oberirdischen Pflanzenteil wegrollt und so die Samen 1a in der Landschaft verteilt.

Trotz der Trockenheit kann man einige farbige Blütchen erspähen.

Hier steht auch der Holunder in voller Pracht mit prallen, kleinen Beeren.

Nochmal einen Blick über’s Dorf werfen. Hach!

Die Trockenheit und Hitze der letzten zwei Monate hat nicht nur der Landwirtschaft ordentlich zugesetzt, auch die Wildpflanzen sehen ganz grau und gelb aus, aber der Regen der letzten Tage hat doch ein paar dazu angeregt, doch noch ein paar Blüten zu bilden, um den Allgemeinauftrag der Fortpflanzung einzuhalten. So kann man an fast gänzlich vertrockneten Natternköpfern (Echium vulgare) doch so zwei, drei hellblaue Blüten erkennen.

Der dornige Hauhechel (Ononis spinosa) scheint die Hitze gut zu vertragen und hat viele nette kleine rosa Blütchen.

Jetzt im Spätsommer werden auch die wilden Früchte reif, an deren Verwendung man sonst nicht so oft denkt, wie der Weißdorn hier. Wenn ich nicht in fremden Küchen wäre, sondern meine eigenen Utensilien, Zutaten, Bücher hier hätte, würde ich wahrscheinlich öfter am Dorfrand spazieren gehen und einiges ernten …

Auch die Schlehen sind reif, einige Beeren aber leider schon am vertrocknen und sie brauchen natürlich erstmal ordentlich Frost, sei es natürlicher oder künstlicher im Tiefkühler. Zu Schade, dass ich in Kassel nicht so schöne, naturbelassene Ecken kenne, die es lohnen würde aufzusuchen *seufz*

Auch die Hagebutten werden langsam reif. Wie wird doch gleich Hiffenmark hergestellt?

Vom Berg muss ich ja auch irgendwie wieder runterkommen und das am Liebsten ohne andauernd auf’m Hintern zu landen und unfreiwillig den Löss runterzurutschen. Da bietet sich dieser eher selten genutzte Versorgungsweg an. Falls jemand in Deutschland wilde Früchte sucht, guckt lieber am Stadtrand/Dorfrand, an solchen Wegen wurde meist noch nicht so sehr aufgeräumt in der Natur und die Früchte sind auch weitesgehend frei von Schadstoffen.

Da unser Dorf von Lösshügeln umgeben ist, die steil abfielen und frei lagen, gab es früher viele Bienenfresser bei uns. Solche freiliegenden Wände mit Bruthöhlen sind eigentlich ideal. Leider ist bei uns im Dorf nur noch dieses Stückchen in dem guten Zustand übrig, was für die in Kolonien lebenden Vögel viel zu wenig Platz ist.

Der Großteil der Lösswände sieht leider so aus. Zugewuchtert, abgerutscht … Schade, dabei sind die Bienenfresser so putzig und niedlich!

Aber wenigstens findet man die schicken Königskerzen an dem zugewucherten Hang. Ich mag die irgendwie … Nein, welche Art das genau ist, weiß ich leider nicht, habe keine Bestimmungsbücher mit *g*

Auf dem Rückweg komme ich immer am alten Bolzplatz vorbei, an dem wir (also die Cousins und meine Jungs hier) früher jeden Abend verbracht haben. Damals wuchs nicht ein Pflänzchen dort, aber mittlerweile sitzt die Jugend offensichtlich wirklich lieber vor dem Rechner oder TV als sich zum Fußballspielen oder Radfahren zu treffen.

Zurück bei Tante habe ich auf dem Hof eine lustig aussehende Pflanze entdeckt, die tatsächlich essbare Früchte produziert. Onkel meinte, es sind „Tulipán paprika“, also Tulpenpaprika. Ich finde ja, sie sehen schon so aus als ob sie scharf schmecken, aber wahrscheinlich kennt die ungarische Sprache nicht so die Unterscheidung von Paprika und Chili wie wir in Deutschland. Hach, wie sehr wünschte ich, ich hätte auch einen Garten und würde in einer Gegend leben, wo solche Gemüsearten gut gedeihen und reifen könnten. Hach …

Nach dem Spaziergang war es auch schon fast Mittagszeit. Tante hatte noch Reste von Kohlrabisuppe übrig …

… und extra auf meinen Wunsch Paradicsomos káposzta gekocht mit frischem jungen Weißkohl aus dem Garten. Ein Träumchen!

Blogpostkarte 2013

Ich bn echt nicht der große Postkartenschreiber, aber dann wenigstens so im Blog einen lieben Gruß aus dem Urlaub (wer auch immer sich angesprochen fühlt von Freunden und Familie und sonst so *g*).

Die Familie ist groß, das Essen reichhaltig und lecker. Zum Glück ist das Wetter nicht mehr so heiß wie noch vor 2 Wochen und genau richtig: ein wenig Regen, viel Sonne, etwas Wind. Es herbstelt dann doch auch hier so langsam. Ansonst wird hier alles ganz gemütlich angegangen: viel lesen, im Internetsurfen, auf der Terrasse sitzend Vitamin D tanken, Zeit mit der Familie verbringen. Entspannter Urlaub halt.

Liebe Grüße
Anikó

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag VI bis IX

Die letzten Tage verbrachte ich mehr oder weniger internetlos – eigentlich freiwillig mehr – in Tata bei der zweitältesten Tante. Sie waren am Donauknie auf Kurzwellness-Urlaub und nahmen mich auf dem Rückweg gleich mit. Äußerst praktisch!

Auch hier in Ungarn verabschiedet sich der Sommer so langsam. Die Felder sind abgeerntet …

… nur noch einzelne, einsame Sonnenblumen am Feldrand zu sehen.

Da die EU Ungarn einiges an Geld gegeben hat, um die Straßen zu sanieren, wird wie wahnsinnig gebaut bei uns in der Ecke und alle Nase lang steht man an einer Baustellenampel. Das lässt einem aber die Möglichkeit mal die Aussicht zu genießen.

Noch schnell einkaufen gewesen. Für Zwerg die bestellten Duna Kavics geholt, für mich wenige andere Süßigkeiten. Dann wurde es aber auch wirklich Zeit für ein spätes Mittagessen. Tante hatte vom Sonntag noch Brassoi aus Hähnchenbrustfilet und briet mir schnell ein paar Kartoffeln dazu. Dieses Brassoi muss ich mal genauer erkunden, kannte ich noch nicht und war lecker mit Zwiebelchen.

Zu Ehren von Frau Katrin aß ich zum Nachtisch einen Krémtúro, also cremiger Quark mit großen Keksstückchen. Immer noch seltsame Konsistenz, immer noch lecker!

Nach einem ordentlichen Schauer zeigte sich tatsächlich ein wunderschöner Regenbogen, den meine Knipse leider nur sehr unzureichend einfangen konnte … Und ich war auch nicht schnell genug draußen *seufz*

Aber nach dem Schauer zeigte sich der Himmel wieder freundlicher.

Abends trudelten dann die Enkelkinder meiner Tante ein und das Haus war gut bevölkert. Zur besseren Orientierung: Großcousin I (18 Jahre), Großcousin II (13 Jahre, Bruder von GC I), Großcousin III (14 Jahre), Großcousine I (12 Jahre), Großcousine II (5 Jahre), die letzten drei Geschwister. Also ordentlich Leben in der Bude. Viel lachen, viel Spielen, viel Facebooken, lange aufbleiben, noch länger schlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich vom strömenden Regen und wildem Gewitter als erste im oberen Stockwerk auf und konnte noch in Ruhe mein Frühstück genießen. Etwas was bei Tante nie ausgehen wird, ist die selbstgemachte Aprikosenmarmelade, die Onkel sehr liebt, er ernährt fast davon, und die ich auch sehr mag. Ungarische Aprikosenmarmelade wird nur aus gehäuteten Aprikosen und Zucker gemacht und ist dementsprechend ziemlich flüssig, aber genau das mag ich total gern.

Nach dem Frühstück machten die Tante, Großcousinen und ich uns daran Pflaumenknödel zu machen. In der großen Portion für 10 Mittagesser. Interessanterweise nimmt Tante wirklich nur Kartoffeln und Mehl für den Teig, kein Ei, kein anderer zusätzlicher Geschmacksträger. Und meist bleibt noch ein wenig Teig übrig um ein paar Nudlis, ich glaube in Deutschland sind’s Schupfnudeln zu produzieren.

Zum Mittag war die ganze Baggage inclusive Cousin und seiner Gattin (die Eltern von Großcousin III und den Großcousinen) versammelt und genossen Blumenkohlsuppe als ersten Gang.

Die fertigen Pflaumenknödel werden in angerösteten Semmelbröseln gewälzt und mit Zimt-Zucker bestreut. Extrem lecker, aber auch extrem sättigend! Holla! Aber ich war glücklich! Ich hatte so sehr gehofft, dass irgendeiner während meines Aufenthaltes Pflaumenknödel macht :-)

Den Rest des Tages verbrachte ich lesend und mit den Großcousins und – cousinen spielend. Es wurden wilde Poker-Schlachten geschlagen oder draußen getobt. Nachmittags hatte sich das Wetter zum Glück beruhigt.

Am nächsten Morgen erwartete mich strahlender Sonnenschein vom makellos blauen Himmel.

Die Zeit wurde genutzt um ein paar Lieblingsblumen, wie diesen weißen Roseneibisch …

oder diese violett-rosa Version zu knipsen.

Mit den Jungs und der jüngeren Großcousine machten wir einen kleinen Spaziergang zum Stadtrand. Dort erspähte ich, die am meisten geschmähteste Pflanze des Landes: Ambrosia artimisiifolia. Es ist nicht ganz Unrecht so geschmäht, das Beifußblättrige Traubenkraut verbreitet sich wie nix gutes und hat hochallergene Pollen, von denen es auch noch wirklich Massen produziert. Nicht schön und deswegen ist jeder angehalten, es auf seinem Grundstück zu entfernen.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo Mais ja hauptsächlich zur Biogasgewinnung angebaut wird, wird er hier in Ungarn tatsächlich reif und auch für Tierfutter und auch Polenta angebaut. Dieses Feld sieht noch ganz okay aus, aber unterwegs sah ich schon Felder, die ob der wochenlangen Hitze und Trockenheit im Juli und August komplett vertrocknet waren.

Und als Wald- und Wiesenbotaniker, die ihre Diplomarbeit über die Pflanzen der Dörfer der Gegend geschrieben hat, achte ich besonders auf alles was am Feld- und Wegrand wächst, wie diese Spitzkletten.

Als wir zurück kamen, war das Mittagessen schon fast fertig. Als sehr sättigenden ersten Gang gab es Gulaschsuppe …

Als zweiten Gang Aranygaluska mit Vanillesoße. Aranygaluska bestehen aus Hefeteig, der ausgestochen wird und dann zusammen mit gemahlenen Walnüssen und Rosinen geschichtet wird und goldbraun gebacken. Man merkt, dieser Teil der Familie ist eher süß ausgerichtet in seinem Essverhalten *g*

Nachdem weitere kleinere botanische Erkundungen durchgeführt wurden …

… entschloss ich mich doch mal das Trampolin auszutesten. Hat ja schon im Mini-Format in der Reha letztes Jahr ziemlich Spaß gemacht. Nach dem ersten Hüpfen kribbelten erstmal die Beine wie verrückt, da wurde wieder irgendwelche Nervenbahnen in Betrieb genommen, die lange nicht gebraucht wurden.

Abe nach einer Weile hörte das Kribbeln auch auf und ich hüpfte fröhlich vor mich hin. Ging besser als erwartet …

Der Ausblick beim Hüpfen …

Die jüngste Großcousine leistete mir Gesellschaft auf’m Trampolin und gemeinsam hüpften wir, ich versuchte ein paar „Mini-Tricks“ und sie übte ein paar Salti vorwärts. Aber dieses Gehüpfe ist ernstlich anstrengend. Glaubt man nicht … Zur Entspannung legten wir uns einfach auf’s Trampolin und beobachteten Wolken …

… die am blauen Himmel vorüberzogen.

Den Abend verbrachte ich beim ältesten Cousin mit Familie mit Erzählen und Urlaubserinnerungen. Sehr entspannt immer dort …

Vom letzten Tag gibt es keine Bildbeweise. Den Großteil der Vormittags und Mittags war ich allein und las (Danke Evi für’s Anfixen der Thursday-Nect-Reihe *g*), stromerte im Garten rum, kochte ein wenig Essen, guckte Kochsendungen im TV (Nigella, Jamie, Gordon, jaj!) und erfüllte nachmittags den ärztlichen Auftrag den Sonnenbadens auf Tantes Terrasse während wir uns unterhielten. Abends brachte mich der älteste Cousin dann ins heimatliche Dorf zurück, wo ich dann noch die mir verbleibenden restlichen Tage verbringe …

Samtige Tomatensuppe nach Jamie Oliver

Nun kann man sich ja nicht nur von Burgern und Pflaumenkuchen ernähren, wenn die Lieblingscousine da ist. Und weil wir mitten in der Tomatensaison sind und ich dringend immer nochmal eine sämige Tomatensuppe machen wollte, schlug ich der Lieblingscousine die Jamie Oliver-Version vor, die ich vor einigen Jahren noch zu Göttinger WG-Zeiten mal machte. Das ist ein Rezept aus seinem Buch „Essen ist fertig. Die besten Rezepte für jeden Tag„, bei dem die Suppe noch mit einer Ei-Sahne-Essigmischung legiert wird, wodurch sie unglaublich sämig und reichhaltig und sättigend wird.

Und meine Güte, das ist diese Suppe wirklich. Richtig lecker, schön tomatig, wenn man richtig reife Tomaten nimmt und sättigend. Wir waren beide nach einer Schüssel mit etwas Fladenbrot dazu richtig satt. Und die Suppe lässt sich auch einfach kochen. Während das Grundgemüse schön langsam andünstet und dadurch richtig schick süß wird, können die Tomaten gehäutet werden. Das ist diesmal leider wirklich nötig, aber zu zweit lässt es sich ziemlich schnell bewältigen. Einer schält die Haut von den Tomaten, der andere würfelt sie fix. Also ich denke mal, in einer Stunde ist man von Zwiebelhäuten bis am Tisch sitzen durch. Das finde ich akzeptabel.

Dann also so lange noch die ganzen tollen Tomaten bei Euch wuchern und reifen und wachsen, macht diese Suppe!

Samtige Tomatensuppe

Zutaten für 4 ordentliche Portionen:
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Möhre
1 handvoll Basilikum, Stiele und Blätter
Olivenöl
1 kg sehr reife Tomaten
gut 1l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
6 EL Sahne
1 TL Rotweinessig
2 Eigelbe

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln. Die Möhren schälen und grob raspeln. Die Basilikumblätter vom Stengel zupfen und die Stengel fein hacken.
(2) In einem großen Topf einen Schluck Olivenöl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfel, Möhrenraspel und Basilikumstengelstückchen hinzufügen und bei geringer Hitze etwas 20 Minuten lang farblos andünsten. Immer mal wieder rühren dabei. Es hilft dabei den Deckel auf den Topf zu legen.
(3) Während das Gemüse dünstet, die Tomaten enthäuten. Dafür die Tomaten kreuzweise einritzen, in eine große Schüssel legen und mit kochendem Wasser übergießen, dass sie gut bedeckt sind. Einige Minuten drin liegen lassen bis sich die Haut anfängt abzulösen. Das heiße Wasser abschütten (Vorsicht!) und mit kalten Wasser abschrecken. Die Tomaten halbieren, den grünen Ansatz herausschneiden und grob würfeln.
(4) Die Tomatenwürfel mit der Brühe zusammen zum Gemüse geben. salzen, pfeffern. Zugedeckt aufkochen lassen und nochmal weitere 20 Minuten köcheln lassen.
(5) In der Zwischenzeit die Sahne mit dem Eigelb und dem Rotweinessig gut verrühren.
(6) Danach pürieren, vorsichtig sein! Nochmals aufkochen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und wenn es nicht mehr kocht, dann die Sahne-Ei-Mischung unterrühren. Die Suppe darf wirklich nicht mehr kochen, sonst gerinnt das Ei und unschöne Krissel. Die Basilikumblätter drüber zupfen und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2005): Essen ist fertig. Die besten Rezepte für jeden Tag. Dorling Kindersley. p 40

Spätsommer auf dem Backblech: Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Ich wollte mal wieder Kuchen backen, wobei die Gelüste ja nicht allzuoft an die Tag treten bei mir (auch wenn das gerade nicht so wirkt mit den Cookies im vorhergehenden Beitrag *g*). Meistens wird der Wunsch durch die Größe des Kuchens und die Anzahl der vorhandenen Esser (nur meine Wenigkeit) zunicht gemacht. Aber als die Lieblingscousine kam, war die Gelegenheit da. So wurde ihr das Buch „Basic baking“ in die Hand gedrückt mit der Aufforderung sich etwas auszusuchen. Sie wollte was mit Obst und deshalb schlug ich den Zwetschgendatschi mit Walnussstreuseln vor, aber die Walnüsse schreckten sie ab. Ach, das ist doch das geringste Problem. Da sind wir doch flexibel und nehmen Mandeln! Und da es keine Zwetschgen gab, sondern nur Pflaumen (siehe unten, eher rund und der Stein lässt sich schwer entfernen), wurden kurzer Hand diese genommen und einfach auf Zwetschgengröße zurecht geschnitten.

So prinzipiell ist der Kuchen auch einfach gemacht, es benötigt nur etwas Zeit zum Gehen des Hefeteiges. Aber die Zeit lässt sich gut nutzen, um die Früchte zu halbieren und entsteinen. Und heraus kommt ein wirklich leckerer Kuchen, bei dem die etwas säuerlichen Pflaumen wunderbar harmonieren mit den süßen Streuseln. Lieblingscousine und ich waren begeistert! Sie hat noch einige Stücke mitgenommen für zu Hause und ich noch ein Viertelblech eingefroren. Funktioniert super, nur die Streusel sind nach dem Auftauen nicht mehr knusprig, aber das lässt sich knapp verknusern ;-) Ich kann nur empfehlen den dringend mal auszutesten!

Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 Stück):

Für den Teig:
350 g Mehl
1 Prise Salz
50 g Zucker
ca. 180 ml Milch
30 g frische Hefe
50 g weiche Butter
1 Ei

Für den Belag:
2 kg Zwetschgen/Pflaumen
130 g kalte Butter
100 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln (oder Walnüsse)
1 TL Zimt
130 g brauner Zucker

Backpapier fürs Blech

(1) Mehl mit Salz und Zucker in einer Schüssel verrühren. Die Milch lauwarm werden lassen, die Hefe hinein bröseln, umrühren . Die Butter in Stücke schneiden und ebenfalls in die Milch geben. So wird sie richtig schön weich.
(2) Die Milchmischung mit dem Ei zum Mehl geben und mit einem Knethaken so lange bearbeiten, bis der Teig richtig zäh wird und nicht mehr am Schüsselrand haftet. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem zugfreien, warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Zwetschgen vorbereiten. Waschen, trocknen, halbieren und den Stein entfernen. Auch die runden Pflaumen können benutzt werden, diese einfach je nach Größe vierteln oder sechsteln bis die Stücke in etwa so groß wie Zwetschgenhälften sind.
(4) Das Backpapier auf dem Blech auslegen. Den Teig nochmal kurz durchkneten. Dann entweder mit bemehlten Fingern oder einem bemehlten Nudelholz auf dem Blech ausrollen. Nochmal das Tuch drüber legen und 15 Minuten ruhen lassen.
(5) Zwischenzeitlich die Streusel machen. Dafür die kalte Butter in kleine Stücke schneiden. Mit Mehl, Nüssen, Zimt und Zucker  mit den Fingerspitzen zerreiben und leicht zusammendrücken, so lange bis kleine Streusel entstehen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft 180°C ohne Vorheizen). Zwetschgen dicht an dicht auf dem Teig legen und die Streusel darauf verteilen.
(7) Den Kuchen auf der mittleren Schien ca. 35 Minuten backen. Abkühlen lassen und mindestens handwarm

genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2000): Basic baking. GU. p 75

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag V

Heute und morgen ist die siebenjährige Tochter meines Cousins, sprich Onkels und Tantes Enkelin und meine Großcousine hier und wir verbrachten den Tag mehr oder minder zusammen.

Einen Teil des Vormittags waren wir im Garten und halfen ein wenig. Aßen Himbeeren und Brombeeren und Pflaumen. Guckten kleines niedliches Unkraut an und bestaunten die Tomaten …

Nachdem wir davon genug hatten, gingen wir rein und ich zeigte der Großcousine wie man Bötchen faltet und bastelten gleich eine kleine Armada.

Mit der Tante zusammen bastelten wir auch Papierflieger, wobei Tantes Exemplar rechts am Besten flog. Wie oft man sowas gefaltet haben muss, dass sich die Reihenfolge so einprägt, dass man es nach ca. 30 Jahren immer noch abrufen kann?

Danach spielten wir noch eine Runde „Activity – My First„. Und sogar ich konnte noch was lernen. Wusste bis dato nicht, wie das offizielle ungarische Wort für „Pinsel“ ist. Unterhalte mich so selten über die Details der Malerarbeitsweise hier ;-)

Am Nachmittag kam der endlich langersehnte, stärkere Regen. Die Tropfen vom Vortrag waren am nächsten Morgen nicht mehr sichtbar, alles puptrocken als ob es nicht geregnet hätte.

Und weil man bei Regen schlecht Fußballspielen kann oder Basketball, widmeten wir uns wieder den Papierfliegern. Ich hab ein bißchen bei YouTube gesucht und dieses Video gefunden. Danach bastelten wir Paperflieger 2.0, der wirklich super und weit fliegt, wenn nicht andauernd Schränke oder Gardinen im Weg sein würden.

Und nach dem Regen kam tatsächlich noch ein wenig die Sonne raus …

Die nächsten Tage bin ich bei der zweitältesten Tante :-) Und weiß allerdings nicht, ob es dort WLAN gibt und ich in irgendeiner Art und Weise ins große Internet komme. Wenn nicht, wird es danach eine Zusammenfassung der Tage geben *g* Genießt die Zeit bis dahin!

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