Abendbrotwoche I: 28. Juli bis 03. August

Durch die lange Zeit bei meinen Eltern letztes Jahr, habe ich auch deren Essenstagesablauf mitgelebt. Und der ist traditionell deutsch (und auch ungarisch, da läuft das genauso). Morgens Frühstück mit Brötchen und Belag nach Wahl, mittags ein warmes Essen und abends dann (meist) wieder kalt mit Brot. Und ich habe gemerkt wie gut mir das tut. Mein Stoffwechsel scheint warmes Essen um die Hälfte des Tages zu mögen, wenn ich mittags warm esse, brauche ich bis abends eigentlich nicht mehr viel, im Gegensatz wenn es mittags nur ein Sandwich/Salat gibt.

Aber jetzt abends immer nur Leberwurst- oder Käsestulle ist ja auch irgendwie langweilig. Geht das noch jemandem der geneigten Leserschaft so? Deswegen versuche ich schon ein wenig Abwechslung reinzubringen, es einigermaßen ausgewogen zu gestalten und auch komische kleine Reste aus’m Kühlschrank zu verbrauchen. Ab sofort werde ich dann öfter mal eine Woche lang bildlich protokollieren, was es zum Abendbrot (schönes Wort, oder?) gab und es am Anfang der darauf folgenden Woche verbloggen. Vielleicht kann ich der geneigten Leserschaft ein paar Ideen für Abendbrot-Alternativen geben …

Los ging es am 28. Juli mit einem Tomatensalat (Tomaten, Frühlingszwiebeln, Hesperidenessig und Kürbiskernöl), selbstgemachte Klopse/Frikadellen/Buletten/Fleischlaiberln/Fleischpflanzerl (von denen etliche auf Vorrat eingefroren wurden), finnischer süß-saurer Gurkensauce (aus’m Glas, aber saulecker) und Fladenbrot.

Am Montag den 29. Juli wartete noch etwas Bacon im Kühlschrank, der wirklich gerne verbraucht werden wollte. Also schnell in einer Pfanne knusprig gebraten, 1 Ei drüber geschlagen und dann stocken lassen. Das ganze auf einem getoasteten aufgeschnittenen Fladenbrot serviert (wobei mir das den Toaster ruiniert hat *seufz*). Dazu ein Teller voller Gemüse: Tomate, Gurke, Kohlrabi.

Am Dienstag 30. Juli gab es im türkischen Supermarkt umme Ecke frische Maiskolben noch mit Hüllblättern dran zu kaufen, an denen ich nie vorbei komme. Flugs gekauft und gekocht. Die Beschreibung wie das der Ungar an sich macht, kommt Ende der Woche. Zu dem gekochten Maiskolben gab es ein Achtel Fladenbrot mit Ajvar bestrichen, gefüllt mit einem Klops in Scheiben und Ofen-Tomaten.

Am Mittwoch 31. Juli wurde das Abendbrot doch auf mittags verlegt, weil ich abends mehr Zeit zum Kochen hatte. Geplant und durchgeführt wurde einfach eine große Portion gekochter Buschbohnen, in Butter geschwenkt und dann mit Halen Môn Sea Salt bestreut. Großartig! Könnte mich ernähren davon und muss es nicht mal mit der ebenso darauf versessenen Familie teilen ;-)

Donnerstag (01. August) kam ich in die Nähe des hiesigen Bio-Discounters, was gleich zum Großeinkauf genutzt wurde. Unter anderem Hass-Avocados, die ich länger nicht hatte. Und weil sie wirklich verzehrfertig waren und nicht noch langes Rumdümpeln verziehen hätten, wurde ein schneller guacamole-ähnlicher Aufstrich aus einer Avocado, einer entkernten, feingewürfelten Tomate und Frühlingszwiebel mit etwas Limettensaft gemacht. Ins Fladenbrot füllen und versuchen es beim Essen nicht komplett über sich selbst zu verteilen.

Zum Dessert hatte ich noch eine kleingewürfelte Nektarine eingefroren, die dann einfach mit einem Klecks Naturjoghurt und Puderzucker mit Hilfe des Stabmixers zu cremigem Nektarineneis verarbeitet wurde. Perfekte eine Portion bei der Hitze. Geht auch mit vielen anderen Obsten: Erdbeeren, Kirschen, Aprikosen, Melone, Pfirsich …

Am 02. August (Freitag) hab ich Tarator gemacht, von dem dann abends eine Portion mit Fladenbrot-Beilage gab. Völlig ausreichend bei der Hitze.

Am Sonnabend (03. August) war vom Kartoffel-Schmorgurken-Salat noch eine Kartoffel übrig und ein gekochtes Ei und eine Avocado im Kühlschrank und noch Paprika.  Daraus schnell einen Aufstrich gebastelt mit noch etwas Frühlingszwiebel und Oliven. Salzen, pfeffern, einen großzügigen Spritzer Zitronensaft und alles auf einem Stück Fladenbrot verteilen. Ein Schälchen Tarator dazu und ich war gut gesättigt für den Abend.

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8 Kommentare zu “Abendbrotwoche I: 28. Juli bis 03. August

  1. Susanne 5. August 2013 um 11:07 Reply

    Den Essensrhythmus kenne ich von meinen Eltern. Ich esse inzwischen meist zweimal warm. Geschuldet ist das dem Nachwuchs…mittags gibt es „Kinder-Mittagessen“, abends „was Gescheites“. Was Du Dir abends auf den Teller zauberst, fällt ja eigentlich schon in die Kategorie „Kochen“ – bei meinen Eltern war das immer Brot, Wurst, Käse und etwas Obst hinterher.

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    • Anikó 5. August 2013 um 12:11 Reply

      Ja, bei meinen Eltern kommen auch einfach nur die Zutaten auf den Tisch und dann schmiert sich jeder sein Brot. Aber so für mich allein, ist das irgendwie doof, da stell ich mich dann schnell in die Küche und bastel noch was ;-)
      Dieses zweimal warm, weil die Kinder mittags was warmes brauchten und die Eltern dann abends auch nochmal, kenn ich so nicht von meinen Eltern, weil wir die Woche über in der Krippe, Kindergarten und Schule versorgt wurden bis ich 10 oder so war. Und dann hat meine Mutter vorgekocht oder ich hab ne Kleinigkeit gemacht oder es gab Fertigfutter. Aber so ist das halt, wenn beide Eltern voll berufstätig sind. Hat aber nicht geschadet, Zwerg und ich sind beide groß geworden und kochen (und essen) jetzt gerne *g*

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  2. kochschlampe 5. August 2013 um 11:46 Reply

    Als Alternative zu Brot mit Käse oder so nehme ich gern selbstgemachte Aufstriche. Wahlweise aus Bohnen, Linsen oder sonst auch gern auf Basis von Avocado. Irgendwann dokumentiere ich noch mal die Linsencreme (TM).

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    • Anikó 5. August 2013 um 11:53 Reply

      Ja, die Linsencreme will dringend dokumentiert werden! Ich will mich auch mal wieder an die Aufstrich-Front wagen. Ich stöbere mal in einschlägigen Büchern ;-)

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      • kochschlampe 6. August 2013 um 08:27

        Ich habe aktuell noch Restcreme im Glas – das nächste Batch wird dokumentiert. Unter den selbstgemachten Brotbelägen habe ich auch Labneh zu schätzen gelernt und noch dazu isses tüteneinfach zu machen.

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  3. Julia 5. August 2013 um 11:50 Reply

    Da steht dem „German Abendbrot“ ein Tränchen im Auge. Ich liebe die Tradition des Abendbrots und finde Deinen Blog-Post einfach herrlich!

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    • Anikó 5. August 2013 um 12:07 Reply

      Danke schön, Julia! Lass uns die Botschaft des gescheiten Abendbrots in die Welt tragen *ggg*

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  4. […] dieses Huhn. Ich finde die Idee des Sonntagsessens eigentlich ganz angenehm (genauso wie die des Abendbrots übrigens). Zum Ausklang des Wochenendes und der anstrengenden Woche sich nochmal was richtig gutes […]

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