Archiv für den Tag 25. August 2013

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag IV

Der heutige Sonntag bestand hauptsächlich aus Essen und Reden. Sehr gutes Essen von mir wirklich lieben Personen gekocht und gesprochen mit mir wirklich wichtigen Personen, die ich lange nicht gesehen habe.

Vormittags half ich der Tante ein wenig beim Vorbereiten des Familiensonntagessens. Erwähnte ich schonmal, dass ich die Tradition des besonderen, etwas aufwendigeren Essens für Sonntage eigentlich ganz sympathisch finde? In Ungarn wird jedenfalls reichlich aufgetischt und es kann praktisch keiner hungrig vom Tisch aufstehen. Es ist für jeden was dabei!

Der Suppenkasper isst mehrere Teller dieser wunderbaren Fleischbrühe mit Gemüseinlage (süße Monstermöhre, Petersilienwurzel und Wirsing) und Nüdelchens.

Dann gibt es einen Zwischengang bei dem das für die Brühe gekochte Fleisch (hier Schwein) entweder mit Sauerkirschsauce oder Meerrettich gegessen werden kann. Auch wirklich lecker!

Als Hauptgang gab es Hühnchen aus dem Ofen (selbst aufgezogen und geschlachtet) gefüllt mit etwas Apfel und Majoran gewürzt. Dazu Petersilienkartoffeln, Weißkohl- und Rote Bete-Salat. War das lecker!

Und als wenn das nicht genug wäre, wird gleich hinterher noch Kaffee und Kuchen serviert. In diesem Fall ein Apfelkuchen, dessen Duft mich morgens halb acht weckte. Prinzipiell schön, aber auf komplett nüchternem Magen ist mein erster Gedanke bei solchem Duft: „Wo ist die nächste Salamischeibe?“. Aber lecker war der Kuchen. Ich wollte nur nicht soviel davon essen, weil ich weiß, dass es bei der Tante mit dem grünen Daumen, zu der wir danach fuhren, auch immer etwas gibt.

Und endlich konnte ich die Tante mit dem grünen Daumen wiedersehen! Ich war so froh! Ich war so froh, dass sie einigermaßen gut aussah und dass sie meinte, dass sie endlich wieder zunimmt und mit Appetit isst und nicht nur weil sie essen muss. Auch die Tante mit dem grünen Daumen hat ein schwere Jahr hinter sich :-( Aber wir haben trotz allem unseren Humor nicht verloren und konnten lachen, was ich sehr beruhigend finde.

Dort kann ich mir auch immer meine Katzenstreicheleinheiten für die kommenden katzenlosen Monate abholen. Dieses Jahr mit zwei entzückenden Kätzchen, die sehr zutraulich waren. Zum einen die etwas skeptisch dreinblickende Glückskatze, also tatsächlich dreifarbig, wobei die dunklen Farben überwiegen.

Und dann ihr sehr verschmuster Bruder, der sich mit Vorliebe in meinem Schoß zusammen knäuelte und sich gegen meine Hand kuschelte. So süß! Am liebsten würde ich ihn mitnehmen, aber die Tante mit dem grünen Daumen rückt ihn nicht raus. Frechheit! ;-)

Danach bin ich dann gleich zu den Freunden und deren Eltern/Schwiegereltern weiter und habe weitere wirklich schöne drei Stunden mit Quatschen und Austauschen, was die letzten Jahre passierte, verbracht, inklusive Themen wie Lohngleichheit, Emanzipation, momentane Politik, Gesundheits- und Bildungswesen … Holla, die Waldfee! In einigen Bereichen ist mein ungarisch durchaus ausbaufähig. Muss mir mal die ganzen medizinischen Begriffe aneignen, um erklären zu können wie meine doofe Krankheit funktioniert, was man dagegen machen kann etc.

Nebenbei vernichteten wir noch einige Stücke Kuchen, den die Mutter des Freundes vormittags gebacken hatte. Auf 12 Uhr Hefegebäck mit Kakao, 3 Uhr Quarkschnitten, auf 6 Uhr Hefegebäck mit Mohn und auf 9 Uhr mit Walnüssen und in der Mitte Quark-Taschen. Gott, war das gut!

Nachdem fast eine Vermisstenanzeige von Tante wegen mir aufgegeben wurde, und ich war nur 2 Häuser weiter, bin ich nach den Gute-Nacht-Geschichten im TV, die wir uns gemeinsam mit dem 5 jährigen Sohn/Enkel ansahen nach Hause gegangen. Noch kurz mit Onkel und Tante auf der Terrasse unterhalten, dabei dem langersehnte Regen zugeguckt, der leider viel zu kurz war und dann was gemacht? Genau, gegessen *g* Aber nur zwei kleine Scheiben Brot, einmal mit Himbeermarmelade und die zweite Scheibe mit im Ofen gebackene Zucchinischeiben, die zum Mittag nicht rechtzeitig fertig wurden, aber kalt auf’s Brot auch sehr wohlschmeckend sind.

Cookies für mehr Hitze

Was ist das absurdeste, was man am heißesten und schwülsten Tag des Jahres tun könnte? Richtig: Cookies backen! Und wer ist so verrückt, obwohl sie die Hitze wirklich nicht mehr gut verträgt? Richtig: ich! Aber es gelüstete mich so sehr nach Schokolade in Keksform verpackt! Da lachte mich das Cookie-Rezept von Eszter Bodrogi aus ihrem Buch (Titel übersetzt) „Jüdische Küche hier und heute“ an. Aber mal so richtig laut! Es las sich nicht kompliziert oder aufwendig. Na, das kriege selbst ich hin. Schnell die fehlenden Zutaten besorgt, also eigentlich nur die Schokolade und ab in die Küche.

Und sie sind auch tatsächlich schnell gemacht. Und sie schmecken soo gut! Frisch sind sie ein Traum, aber auch zwei Wochen später noch wunderbar! Und weil ich alleine nicht soviele Cookies und vor allem so große Cookies essen kann, habe ich den Kolleginnen auch noch welche mitgebracht, die ebenso angetan waren davon wie ich. Deshalb für die Petra von allen, hier das Rezept!

Cookies

Für etwa 24 große Kekse:
100 g Milchschokolade
150 g Bitterschokolade
200 g weiche Butter
2 Eier
250 g Zucker
4 EL Vanillezucker (oder 2 Päckchen)
300 g Mehl
1 EL Kakaopulver
1 Prise Salz
1 TL Backpulver
1/2 TL Zimt

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(2) Die Schokolade  hacken, wie wenn man Petersilie hackt.
(3) Die Eier zusammen mit der Butter schaumig schlagen und den Zucker zufügen. Weiter rühren. Das Mehl mit dem Kakaopulver, Salz, Backpulver und Zimt gut durchmischen. Die gehackte Schokolade untermischen. Alles mit der Ei-Butter-Zucker-Mischung verarbeiten bis ein zäher klebriger Teig entsteht.
(4) Mit einem Esslöffel kleine Haufen mit einigem Abstand auf das Blech setzen. Bei mir passten 12 Stück auf ein Blech. In der Mitte vom Backofen ca. 12 Minuten backen. Nach der Zeit sollten sie in der Mitte noch etwas wabbelig sein.
(5) Erst ein wenig auf dem Blech abkühlen lassen, dann auf einem Rost abkühlen lassen.

Genießen!

Frisch schmecken sie richtig großartig, aber auch noch nach 2 Wochen in einer Keksdose sehr gut genießbar!

Quelle: Bodrogi, E. (2008): Füszer és lélek. Zsidó konyha itt és most. p 211

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