Archiv für den Tag 1. September 2013

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XI

Wieso wird mir sowas immer erst im Nachhinein erzählt? Da lädt mich die Tante mit dem grünen Daumen ganz unschuldig zum Sonntagsessen ein, die zweitälteste Cousine samt Familie wird auch da sein. Dann werde ich abgeholt von der Großcousine E., wundere mich schon, wir sollen uns beeilen. Okay … Und dann sind auf einmal alle da, auch die älteste Cousine mit Familie. Was ist denn hier los! Komisch … Und es wird Essen aufgefahren ohne Ende. Jetzt abends sagt mir die Tante (die jüngere bei der ich übernachte, nicht die mit dem grünen Daumen), dass die Tante mit dem grünen Daumen die Woche 49. Hochzeitstag hatte, der heute gefeiert wurde. Warum sagt mir das keiner???

Jedenfalls ordentliche Mengen an Essen, wobei ich nicht alles kosten konnte. Es war einfach zuviel! Es fing natürlich mit der obligatorischen Hühnerbrühe an, wieder mit ordentlich Nüdelchens und ein bißchen Gemüse. Sooo lecker! Könnte ich mich reinlegen!

Wer wollte konnte auch noch das gekochte Fleisch des Hühnchen abknabbern *g* Ich hielt mich gleich an den Hauptgang. Zum einen wurden ganz dünne, zarte Schnitzelchen gebraten und eine Ente gebacken mit Apfel. Dazu war Kartoffelpüree geplant.

Als dritte Fleischbeilage konnte man Paprikás csirke, also ein gulaschähnliches Gericht mit Hühnchen wählen. Dazu wurden Nudeln gekocht und für alles als Beilage gab es Weißkohl- und Paprikasalat.

Der Freund der Großcousine E. wollte schon nach einem Schnitzel aufgeben, weil er noch Kuchen essen wollte. Und oh mein Gott wurde viel Kuchen besorgt (wegen Tantes Krankheit in einer Konditorei gekauft und nicht selbst gebacken). Zum einen gab es Francia krémes – Gebäck aus Blätterteig gefüllt mit Sahne und Vanillecreme …

… dann noch Rigo Jancsi-Torte, eine Schokoladentorte gefüllt mit Schokoladensahnecreme …

.. und als letztes zur Auswahl sehr süße Schaumküsse, die aber echt lecker waren.

Ich habe heute auch den traurigsten Hund der Welt kennengelernt. Darf ich vorstellen? Macko.

Seit sein kleiner Hundefreund vor einigen Monaten starb, trottet Macko nur noch traurig durch die Gegend, geht unter keinen Umständen mehr in die gemeinsame Hundehütte und hängt meistens traurig mit der Schnauze im kleinen Eisentor.

Während ich im Garten der ärztlichen Sonnenverordnung nachkam und mich mit dem angeheirateten Cousin unterhielt, schlief die Glückskatze selig auf einem alten Hemd meines Onkels.

In kurzen Wachphasen der beiden Miezen konnte man echte Geschwisterliebe beobachten.

Der verschmuste Bruder der Glückskatze saß die meiste Zeit auf meinem Schoß …

… und ließ sich sich bis ins Schnurrnirvana kraulen. Ist die kleine rausgestreckte Zunge nicht goldig?

Meine Tante hat an einer geschützten Stelle am Haus eine große Feige stehen, die auch viele kleine Feigleins trägt. Ich hoffe für sie, dass sie dieses Jahr noch richtig reif werden …

Verabschieden dauert in Ungarn immer ewig! Bis man den 11 anderen Personen Küßchen links und rechts gegeben hat, vergeht schon einiges an Zeit *g* Aber die zweitälteste Cousine konnte mich dann doch noch nach Hause fahren und dort traf ich dann meine Tante und Onkel im Garten, wie sie gerade die beiden Pflaumenbäume abernteten. Hier sieht man ungefähr ein Drittel der Ernte. Ein Teil wird eingefroren für Pflaumenknödel, ein Teil zu Marmelade verarbeitet und ein Teil mit den runter gefallenen und angeditschten Pflaumen zusammen zu Schnaps gebrannt.

Ein wirklich schöner Sonntag, aber auch anstrengend, so dass ich jetzt allseits geruhsame Nacht wünsche!

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