Archiv für den Tag 2. September 2013

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XII

Heute mal ein ganz fauler Tag. Die letzten Tage mit der Familie waren ein bißchen anstrengend. Deshalb den Vormittag nur im Bett rumgedümpelt, Kreislauf gepflegt, ein wenig rumgeinternettet. Dann gegen Mittag der Tante ein wenig in der Küche geholfen und leckeres Mittagessen bekommen. Als ersten Gang gab es einen trüben Rest Hühnerbrühe von gestern mit Gemüse und einem Monster-Leberknödel *g*

Als zweiten Gang hatte Tante Tökfözelék, also Kürbisgemüse gekocht mit Klops/Frikadelle/Bulette/Fleischpflanzerl dazu. Es sieht zwar ein wenig anders aus als meine Variante, hat aber sehr ähnlich geschmeckt und war köstlich. Deshalb an dieser Stelle nochmal der Hinweis zum Rezept vom ungarischen Zucchinigemüse, unbedingt machen! Soo einfach und soo lecker!

Nachmittags hab ich Tante dann wieder beim Ameisespielen geholfen und ca. 7 kg der gestern gepflückten Pflaumen entkernt und halbieren. Was für eine meditative Arbeit. Auf der Terrasse in der Sonne sitzen, eine Pflaume nach der anderen aus dem Eimer fischen, immer dieselben Handbewegungen, den Gedanken nachhängen oder eben an gar nichts denken. Sehr entspannend! (Ich putze ja auch für mein Leben gern Bohnen oder Champignons *g*) Aus einem Teil wird Marmelade, ein Teil wird als Kompott eingekocht, ein Teil roh eingekocht und ein Teil zu Schnaps verarbeitet.

Das war’s auch schon mit spannendem vom Tag! Eigentlich hatte ich den ganzen Tag auch TV Paprika an, ein ungarisch-tschechischer Sender, der sich eigentlich nur mit Kochen beschäftigt. Dort hat mir Martha (die Stewart) gezeigt wie man ordentlich schmort und pochiert, Nigella (die Lawson) hat mir ein paar Sachen zu Chili erklärt und Jamie kostet sowieso nur den ganzen Tag in der Gegend rum *ggg* Auch gibt es eine Sendung, in der eine ungarische Roma, Margó Bódi typische Roma-Gerichte kocht. Total interessant und lustig! Ich habe festgestellt, dass es für mich der perfekte Fernsehsender zur Berieselung ist, wenn mir von zuviel Essen am Wochenende übel ist. Das funktioniert aber wahrscheinlich auch nur bei Foodbloggern *g* So und jetzt lausche ich weiter dem starken Wind draußen und wie er an den Rolläden der Fenster rüttelt. Auch so ein typisches Ungarn-Ding für mich …

Schlaft gut allerseits!

Erfrischende süß-saure Honig-Auberginen

Auberginen sind ja auch so ein Tausendsassa, ob jetzt gefüllt auf türkische Art mit Hack oder als Dip oder als Röllchen, man kann richtig viel mit den schicken lila Eierfrüchten anstellen! Im Buch der jüdischen ungarischen Bloggerin Eszter, die die Auberginen einfach viertelt mit einer süß-sauren Marinade aus Honig, Zitronensaft und andere Köstlichkeiten bestreicht und im Ofen bäckt. Total simpel also.

Leider ist die Aubergine bei mir nicht ganz so schön braun geworden wie gehofft und am Anfang fand ich den Geschmack auch eher interessant. Aber nach ein paar Bissen hatte ich mich dran gewöhnt und es ist echt lecker. Ich habe allerdings festgestellt, dass die süß-sauer-scharfen Auberginenviertel durchgezogen am nächsten Tag noch viel besser schmecken, einfach so bei Raumtemperatur. Tolles Zeug! Ich hatte zuerst Angst, dass es nicht saftig genug wird, aber doch bildet sich einiges beim Backen, die Angst war unberechtigt. Allerdings war ich etwas einfallslos was man dazu essen könnte. Vielleicht ein Couscoussalat oder etwas Reis mit Lammköfte und einem Joghurt-Dip? Ich hatte sie nur als Beilage zu selbst gefülltem Fladenbrot als Abendbrot. Die geneigte Leserschaft sollte es ruhig mal austesten, auch wenn es außergewöhnlich klingt :-)

Honig-Auberginen

Zutaten für 4 Portionen:
2 Auberginen

Für die Honig-Marinade:
2 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie
getrocknete Chilischote (hier 1)
1 Bio-Zitrone, Saft und Schale
Salz, Pfeffer
4 EL Honig

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Die Aubergine waschen, trocknen, Enden abschneiden und längs vierteln. In eine Auflaufform legen.
(3) Für die Honig-Marinade die Knoblauchzehen häuten und fein würfeln. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Die Chilischote zerstoßen. Alle Zutaten für die Marinade gut miteinander verrühren.
(4) Die Auberginen mit der Hälfte der Marinade bestreichen und in den Ofen schieben auf der mittleren Schiene. 20 Minuten backen lassen. Danach die zweite Hälfte der Marinade über die Auberginen streichen und nochmals 10 Minuten backen lassen. Die letzten 5 Minuten den Grill zuschalten.

Schmeckt warm gut, aber durchgezogen am nächsten Tag noch besser!

Genießen!

Quelle: Bodrogi, E. (2008): Füszer és lélek. Zsidó konyha itt és most. p 117

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