Archiv für den Tag 17. September 2013

Ein Hoch auf die Schmorgurke! – Mecklenburger Schmorgurkenpfanne

Ich liebe Gurken! Könnte ich immer und ständig essen! In allen möglichen Varianten, als Rohkost, im Sushi, als und im Salat, im Kartoffelsalat, eingelegt mit Gewürzen, in Salzlake, als ungarische Sommergurken oder Senfgurken und auch warm. Für die einige mag das etwas befremdlich klingen, aber ja Gurken kann man auch als warmes Gemüse essen. Das geht auch gut mit der üblichen Salatgurke, die man so in Supermärkten bekommt, ich bevorzuge eindeutig meine geliebte Schmorgurke. Schmorgurken rocken!

Sie sind größer und dicker als Salatgurken (auch Schlangengurken genannt in manchen Regionen), haben eine festere Schale und auch mehr Kerne. Damit man sie genießen kann, müssen sie definitiv geschält und dann am Besten mit Hilfe eines kleinen Löffels die Kerne entfernt werden, einfach raus kratzen. In mundgerechte Stücke geschnitten kann der Kochspaß schon losgehen.  Typisch sind die für Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg und Berlin. Ich sage nur Gurkenmekka Spreewald! Nun bin ich ja in Mecklenburg-Vorpommern geboren, kannte Schmorgurken aber immer nur in der Version anschmurgeln-und-Ei-drüber-stocken-lassen zum Abendbrot. Hat sich Frau Mama mal überlegt als sie alleine lebte und mal eine Schmorgurke zum ausprobieren kaufte. Auf der deutschen Seite der Familie war es ein unbekanntes Gemüse. Aber so typisch mecklenburgische Zubereitungen kannte ich bisher nicht. Da musste ich erst von Frau Kochschlampe auf diesen Artikel über Schmorgurken im „Rauschmittel„-Blog (sehr lesenswert übrigens) aufmerksam gemacht werden. Und als wir vorletztes Wochenende von Gartenfreunden drei Schmorgurken aus dem Gewächshaus bekamen, war klar, dass genau diese Art und Weise ausprobiert werden muss. Es ist jetzt kein Gericht, dass man Holterdipolter machen kann, wenn einem schon der Magen in den Kniekehlen hängt. Die vorbereiteten, gesalzenen Gurken müssen erst noch eine Stunde Saft ziehen, der dann wiederum zum Schmoren mitbenutzt wird. Anders als bei „Rauschmittel“ angegeben habe ich Hackfleisch benutzt, Schinken so fein zu würfeln, war mir irgendwie zu mühselig, aber laut gestandener Mecklenburger (bin ich ja nicht, eher eine sachsen-anhaltinisch-ungarische Mischung, die zufällig in Rostock geboren wurde *g*) ist das auch zulässig. Es kommt ein wunderbar einfaches, wohlschmeckendes Essen bei rum, zu dem Pellkartoffeln (aus dem eigenen Garten, toll!) oder auch Reis passt. Mache ich mir die Tage gleich wieder!

Schmorgurkenpfanne mecklenburgisch

Zutaten für 2 Personen:
2 mittlere Schmorgurken
Salz
1 Zwiebel
300 g Hackfleisch (oder magerer Schinken in Würfeln)
ein kleiner Schluck Öl
Pfeffer
250 g Schmand/Creme fraiche
je 1/2 Bund Petersilie und Dill

(1) Die Gurken schälen, vom Blütenansatz zum Stengel, damit sich eventuell vorhandene Bitterkeit nicht noch in der gesamten Gurke verteilt. Die Gurken halbieren, das Kerngehäuse mit Hilfe eines kleinen Löffels rauskratzen. Die Gurkenhälften in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Etwas salzen, in ein Sieb geben und eine Stunde Wasser ziehen lassen. Das Wasser ja nicht wegschütten!
(2) Die Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(3) In einer größeren Pfanne mit Deckel das Öl erhitzen. Das Hackfleisch (oder Schinken) zugeben und krümelig braten. Die Zwiebelwürfel mit hinein geben und glasig werden lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Gurkenstücke zufügen, nochmals etwas pfeffern, das aus den Gurken getropfte Wasser mit in die Pfanne gießen, Deckel drauf und etwa 15-20 Minuten schmoren lassen bis die Gurken glasig sind, sprich gar aber auch noch Biss haben.
(4) In der Zwischenzeit die Petersilie und Dill abwaschen, trockentupfen und fein hacken.
(5) Zum Schluss den Schmand unter das Hack-Gurken-Gemüse rühren und die Kräuter unterrühren. Nochmal abschmecken.

Genießen!

Dazu passen wunderbar frisch gekochte Pellkartoffeln, aber auch Reis kann ich mir vorstellen.

Quelle: RauschmittelEin sommerliches Gericht

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