Archiv für den Monat Oktober 2013

Fixe Tomaten-Frischkäse-Sauce

Ich bin immer noch auf der Suche nach schnellen Rezepten, die ohne viel Stehen auskommen und alltagstauglich sind. Eigentlich ist dies nur eine spontane Abwandlung meiner Standard-Tomatensauce, die dem Umstand geschuldet war, dass da noch Frischkäse im Kühlschrank seiner Verwendung harrte. Mir war auch schon nach einer sahnig, cremigen Tomatensauce, aber ich bin wirklich kein großer Sahne-Fan und hab das Zeug dementsprechend selten zu Hause. Aber der Frischkäse schien mir ein guter Ersatz zu sein, er gibt wirklich eine nette Note zu den Tomaten. Zum Schluss habe ich die Sauce nur fix durch püriert, damit die Tomaten etwas feiner werden und sich der Frischkäse schön gleichmäßig verteilt. Dann wird noch der zerrupfte Basilikum unter gerührt und dann ab auf den Teller. Einfach, schnell und glücklichmachend.

Fixe Tomaten-Frischkäse-Sauce

Zutaten für 2 Personen:
1/2 Zwiebel
1 (confierte) Knoblauchzehe
Olivenöl oder Öl des confierten Knoblauchs
1 kleine Dose Tomaten (ca. 400 g)
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
3 gute TL Frischkäse
1 handvoll Basilikumblätter

Parmesan zum Servieren

(1) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Knoblauch sofern er roh verwand wird ebenfalls, den confierten einfach zermanschen.
(2) In einem kleinen Topf einen Schluck des Öls erhitzen. Die Zwiebelwürfel andünsten bis sie weich und glasig sind. Dann den Knoblauch zufügen und andünsten bis er duftet. Die Tomaten aus der Dose zugeben, salzen und pfeffern. Zugedeckt köcheln lassen bis die Nudeln fast gar gekocht sind.
(3) Den Topf vom Herd nehmen und den Frischkäse unterrühren, mit einem Stabmixer die Sauce kurz pürieren, damit sich der Frischkäse gut verteilt. Kosten und wenn gewünscht mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Zum Schluss die zerrupften Basilikumblätter unterrühren.

Mit der Pasta vermengt und ordentlich Parmesan bestreut servieren und

genießen!

Herzhaft plus süß – Würzige Rote Linsen-Suppe plus Ofenpfannkuchen

Krankheitsbedingt kann ich nicht mehr so gut stehen, so nach 30-40 Minuten geht nichts mehr und ich muss mich am Besten auf’m Sofa lang machen (nicht schlafen, nur liegen reicht). So bin ich neuerdings verstärkt auf der Suche nach vielfältigen, leckeren Rezepten, die sich quasi von selbst irgendwo und irgendwie machen … Nun gibt es ein paar Rezepte, da muss man einfach länger stehen, etwa wenn man gemütlich-meditativ einen Palacsinta nach dem anderen ausbäckt. Geht jetzt leider nicht mehr so ohne weiteres, aber ich hatte trotzdem Lust auf Pfannkuchen/Eierkuchen/Palacsinta. Bei Sabines Beitrag über ihre Ferienwohnungskocherei des letzten Dänemark-Urlaubs bin auf das Stichwort „Ofenpfannkuchen“ gestoßen. Ach, das ist ja mal ein interessantes Konzept! Teig zusammen rühren, auf ein Backblech, in den Ofen, warten, fertig! Muss ausprobiert werden! Und es hat tatsächlich gut funktioniert! Gut, der Pfannkuchen ist dicker als meine ungarischen, aber trotzdem echt lecker! Und ich muss noch heraus finden, wie ich miese, fiese Mehlklümpchen beim Teigzusammenrühren verhindere *grübel* Den fertigen Pfannkuchen kann man gut in vier dicke Streifen schneiden, mit Marmelade oder einer anderen Füllung der Wahl bestreichen, zusammen rollen und genießen! Auf der Unterseite konnte man dann tatsächlich noch das schöne Pfannkuchenmuster erkennen. Total einfach und auch familienfreundlich!

Und weil der Ofenpfannkuchen das Mittagessen sein sollte, brauchte ich noch eine herzhafte Komponente, sonst wäre mir den gesamten Nachmittag übel gewesen ;-) Dafür bot sich die Suppe aus roten Linsen und Möhren mit einigen Gewürzen an, die sich köstlich anhörte, und meine Vorräte an Linsen ein wenig verringerte. Schöne Suppe geworden! Pikant, würzig, wärmend! Und sie passte somit super zu den milden, süßen Pfannkuchen. Tolle Kombination, kann ich nur jedem empfehlen!

Rote Linsensuppe mit Zitrone

Zutaten für 2 Portionen:
1,5 EL Olivenöl
1 Zwiebel, gewürfelt
2 Knoblauchzehen (konfiert)
oder 1 rohe Knoblauchzehe, fein gehackt
1 TL Tomatenmark
1/2 TL Kreukümmel gemahlen
1/2 TL Salz
Pfeffer
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
oder
1 Prise Chili oder Cayenne
750 ml Gemüsebrühe
100 g rote Linsen
1 Möhren, geschält und gewürfelt
guter Spritzer Zitronensaft
3 EL gehackter Koriander oder Petersilie

(1) Das Öl bei hoher Hitze in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch hinzufügen und golden dünsten, etwa 4 Minuten lang. Tomatenmark, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer und Paprikapulver hinzufügen und für etwa 2 Minuten mit anbraten, damit sich die Aromen entfalten. Die Gemüsebrühe, Linsen und Möhren hinzufügen. Aufkochen lassen und teilweise abgedeckt bei mittel-kleiner Hitze ca. 30 Minuten kochen lassen bis die Linsen weich sind. Probieren und noch Salz hinzufügen falls nötig.
(2) Mit einem Stabmixer grob pürieren, so dass noch Stückchen bleiben. Mit dem Zitronensaft abschmecken. Koriander oder Petersilie hinzufügen und servieren.

Genießen!

Quelle: Hesser, A. (2010): The Essential New York Times Cook Book – Classical Recipes for a New Century. – Red lentil Soup with Lemon. p163

Finnische Ofenpfannkuchen

Zutaten für 1 Fettpfanne/4 Portionen:
600 ml Milch
250 g Mehl
3 Eier
1 Prise Salz
Mark 1/2 Vanilleschote
oder
1/2 TL Vanillepaste
1 EL geschmolzene Butter
1 EL brauner Zucker

(1) Den Ofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze oder 180°C Umluft) vorheizen. Die Fettpfanne mit Backpapier auslegen.
(2) Alle Zutaten für den Teig möglichs klümpchenfrei miteinander verrühren. Den Teig in die Fettpfanne gießen, gegebenenfalls mit Hilfe eines Teigschabers gleichmäßig verteilen.
(3) Die Fettpfanne auf die zweite Schiene von unten (oder in der Mitte) in den Ofen schieben und 30 Minuten backen lassen bis er goldbraun ist.

In Streifen schneiden, je nach Wunsch bestreichen (Marmelade, Quark, Zucker.Zimt, Kakao, …) und servieren.

Quelle: Hamburg kocht!Pannukakku

Liebster Besuch V: Asiatische Sommerrollen

Nata hat mich ganz wuschig gemacht! Erst erzählt Miss Boulette von sprossengefüllten Frühlingsröllchen, davon wird nata selbst so angefixt, dass sie auf Facebook nur noch von Röllchen redete. Und schwupps war sie bei mir wieder da, die Lust auf leichtes asiatisches Essen. Und was eignet sich da perfekter als die schon ewig lagernden Vorräte an Reispapier mit der allerliebsten Vegetarierin anzubrechen. Und da Frau Kochschlampe die weitreichendere Erfahrung mit Sommerröllchen hat, war es an ihrem Besuchswochenende fällig.

Eigentlich haben wir dann nur einen bunten, rohen Gemüsesalat in das Reispapier eingewickelt, aber das war so lecker und auch so simpel! Einfach eine ordentliche Portion frisches Gemüse in streichholzgroße Stäbchen schnippeln (Frau Kochschlampe schnippelte, was machte ich denn währenddessen? *grübel*), wer mag noch eine Portion Sojaprotein, hier in Form von Räuchertofu oder auch tierische Proteine in Form von angebratenem Hühnchen oder Steak. Mir war als ob da auch noch gegarte Reisnüdelchens reinkommen, Frau Kochschlampe war dagegen, ihrer Meinung nach sind das nur unnötige Kohlehydrate, die den Platz von leckerem Gemüse wegnehmen. Das Rollen gestaltete sich für Grobmotoriker wie uns erstaunlich einfach: Reispapier 5 Sekunden in kaltem Wasser einweichen, auch einen Teller legen, etwas von der Füllung drauf, die Seiten einschlagen und aufrollen. Fertig! Easypeasy! Ruckzuck sind 10 Röllchen fertig, die uns zwei locker reichten. Ich kann mir vorstellen, dass das Basteln auch mit Kindern ein großer Spaß ist. Großartiges Essen! Werde wohl öfter ein paar Röllchen machen …

Asiatische Sommerrollen

Zutaten für 2 Portionen:
1 Möhre
2 Frühlingszwiebeln
1/3 Gurke
100 g Räuchertofu
1/2 Avocado
1/4 rote Paprikaschote
2 Champignons
10 Stück Reispapier

Dip der Wahl z.B. süß-scharfe Chilisauce

Das Gemüse putzen und mit dem Tofu zusammen in streichholzgroße Streifen schneiden. Eine große Schüssel mit etwas kaltem Wasser füllen. Pro Rolle ein Reispapier für etwa 5 Sekunden in dem kalten Wasser einweichen, auf einen Teller legen, sofort mit den gewünschten Zutaten der Füllung belegen. Erst die beiden Seiten etwas über die Füllung klappen (damit ja keine Füllung entfleuchen kann) und dann von unten her aufrollen. Auf einem Teller zwischenparken. Die fertigen Röllchen sollten sich nicht berühren, das Papier klebt fürchterlich an anderem feuchten Reispapier.

Mit einem Dip der Wahl

genießen!

Ungarische Quarknudeln aus dem Ofen

Es gibt so ungarische Alltagsgerichte, die ich nur alle Jubeljahre mal mache, aber dann überfällt mich die Lust darauf und dem muss unbedingt nachgegangen werden. Eigentlich trieb mich diesmal eher die Lust auf salzigen, knusprigen Schinken

und weil eben noch Quark im Kühlschrank seiner Verwendung harrte, wurden kurzerhand ungarische Quarknudeln daraus gemacht. Dabei ist das hier in Deutschland eher schwierig, weil ungarischer Quark eine sehr krümelige, trockene Angelegenheit ist im Gegensatz zu unserem deutschen cremigen. Aber diese kleinen Krümel im Essen muss schon sein, sonst fühlt sich das irgendwie falsch im Mund an. Herr Papa fand den perfekten Ersatz: Hüttenkäse. Und dann noch ein wenig Saure Sahne unter die Nudeln und den knusprigen Schinken unterrühren. Fertig! Jetzt gibt es zwei Varianten, die einen bevorzugen eine ordentliche Portion Pfeffer obendrauf, andere (wie ich) eher ein wenig Puderzucker. Es hört sich vielleicht komisch an, aber diese Kombi von Schinken und Zucker ist echt lecker!

Dieses Mal wollte ich eine andere Variante ausprobieren und habe in den Untiefen den Internets (wo genau habe ich leider verpeilt :-( ) eine Version, die noch im Ofen überbacken wird. Natürlich kann man die Zutaten auch nur miteinander vermischen, ist gut ohne Frage, aber im Ofen zusätzlich gegart, ist es noch leckerer. Wirklich schönes Alltagsessen.

Gebackene Túros tészta

Zutaten für 2 Portionen:
150 g Nudeln (am Besten Fleckerln)
100 g Schinkenspeck, feingewürfelt
ein kleiner Schluck neutrales Öl
200 g Hüttenkäse
100 g Saure Sahne
Salz, Pfeffer

(1) Die Nudeln nach Packungsanweisung garen und abgießen. Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Den Schinkenspeck mit einem Schluck Öl in einer mittelgroßen Pfanne bei mittlerer Hitze braten bis er leicht knusprig ist.
(3) In einer kleineren Auflaufform erst ein Drittel der Schinkenwürfel mit etwas vom Fett geben. Dann die Hälfte der Nudeln drauf geben. die Hälfte vom Hüttenkäse und der Sauren Sahne darauf geben, ein bisschen salzen, pfeffern. Das zweite Drittel vom Schinken wieder darauf, die restlichen Nudeln und oben auf wieder Hüttenkäse und Saure Sahne verteilen. Salzen, pfeffern und die letzten Schinkenwürfelchen drauf.
(4) Für ca. 20 Minuten in den Ofen geben.

Genießen!

Liebster Besuch IV: Schokoladen-Pistazien-Cookies

Eine Wochenende von Frau Kochschlampe und mir kann nicht ohne Gebackenes zu Ende gehen. Gut, meist backt Frau Kochschlampe und leiste sitzend Gesellschaft ;-) Frau Kochschlampe ist deutlich backaffiner als ich, auch wen ich gerne Kekse und Kuchen esse *g* Jedenfalls sollten es die Schoko-Pistazien-Cookies vom Blog „… like a piece of New York Cheesecake“ sein, weil wir beiden Pistazien sehr lieben und Cookies sind ja nie verkehrt, oder? Also schnell noch die fehlenden Zutaten besorgt. Die Cookies sind prinzipiell auch schnell gemacht. Und wirklich leckere Schoko-Cookies. Leider kam die Pistazie bei uns nicht so gut zur Geltung, obwohl wir sogar einige Gramm mehr reingemacht haben. Entweder waren die an sich nicht so aromatisch oder die Schokolade war zu stark. Nächstes Mal würden wir weniger Schokolade reinmachen und ich auch nochmal eine andere Pistaziensorte ausprobieren. Weil, an sich sind das richtig gute Cookies, gefielen uns außerordentlich gut!

Schokoladen-Pistazien-Cookies

Für ca. 24 Stück:
150 g Mehl
60 g Stärke
1/2 TL Natron
1/2 TL Backpulver
Salz
125 g weiche Butter
100 g Muscovado-Zucker
70 g weißer Zucker
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt oder Mark einer Vanilleschote
150 g Schokolade
70 g Pistazien

(1) Den Ofen auf 175°C vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(2) Die Schokolade und Pistazien mittelfein hacken. Das Mehl mit der Stärke, Natron, Backpulver und Salz vermischen. Die Butter mit den beiden Zuckersorten schaumig aufschlagen. Dann das Ei und das Vanillemark zugeben und unterrühren. Die Mehlmischung hinzufügen und unterrühren. Zum Schluss die Schokolade und Pistazien mit einem Teigschaber unterheben.
(3) Mit 2 Teelöffeln einen Klecks mit ausreichend Abstand auf das Blech setzen, sie laufen noch gut auseinandern. Bei mir passten 12 Cookies auf ein Blech. Die Bleche nacheinander 10-12 Minuten backen. Die Cookies sind fertig, wenn sie am Rand etwas fest sind, in der Mitte noch etwas weich und nicht mehr glänzen (achtet mal auf Keksglanz nach dem Backen!). Kurz auf dem Blech abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter setzen und vollständig auskühlen lassen. In einer Keksdose lassen sie sich hervorragend noch 1-2 Wochen aufbewahren, wenn sie vorher weg sind ;-)

Genießen!

Quelle: … like a piece of New York CheesecakePistazien-Schokoladen-Cookies

10-12 Minuten bei 175 °C (Ober- und Unterhitze)

World Bread Day 2013 – Mein allererstes richtiges Brot

Ich befürchte mich hat ein Virus angefallen! Ein ganz fieser, hinterlistiger – der Brotbackvirus … Nachdem die Brötchen so einfach und gut gelungen waren, hatte ich mir das „Brotbackbuch“ von Lutz Geißler zugelegt. Gutes Buch! Wer sich mit dem Gedanken trägt ein wenig mehr in die Materie einzusteigen, sollte sich das zulegen. Es gab schon begeisterte Rezensionen bei der Kaltmamsell, bei Chili & Ciabatta oder auch Magentratzerl. Und ich kann dem nur zustimmen. Mir gefällt die Aufteilung außerordentlich und kommt dem Naturwissenschaftler in mir sehr entgegen. Erst ein paar Worte um mit dem Backen starten zu können, dann die Rezepte aufgeteilt in Rezepte für Anfänger, Leute mit Übung und Fortgeschrittene. Und wer mehr wissen mag, liest sich noch das letzte Drittel des Buchs durch, indem genau das Wie – Was – Warum des Brotbackens erläutert wird. Die Gestaltung ist sehr übersichtlich, viele Tabellen und auch extra für’s Buch angefertigte Illustrationen, die bestimmte Vorgänge bildlich darstellen. Auch die Rezepte sind sehr übersichtlich aufgebaut: die wichtigsten Arbeitsschritte, Zeiteinteilung und Zutaten in tabellarischer Form, eine ausführliche Backanleitung folgt dem. Großartig! So kriegt man mich …

Und da ich selbst blutiger Brotbackanfänger bin, brauche ich solche Bücher und halte mich möglichst genau an die Rezepte und Anleitungen. Als erstes sollte das Landbrot von mir gebacken werden. Ein Weizenbrot, für das ein Dinkelmehl-Vorteig gemacht wird, damit das Brot länger frisch bleibt. Es ist nicht wirklich kompliziert zu backen, man braucht nur ein wenig Zeit und sollte vorher ein wenig planen, damit man auch tatsächlich zum Abendbrot frisches Brot hat. Und plant die Abkühlzeit ein, so ein Brot braucht ein Weilchen bis es ausgekühlt ist. Für alle Brotbackanfänger kann ich nur empfehlen das mal auszuprobieren! Es ist wirklich echt lecker und gar nicht kompliziert! Sogar ich habe das hinbekommen, sogar mit meinem seltsamen Ofen!

Und weil mich das Brotbackvirus offenbar so richtig erwischt hat, mach ich heute auch das allererste Mal (lauter erste Male) beim World Bread Day – Event von Zorra mit. Happy World Bread Day everyone!

World Bread Day 2013 - 8th edition! Bake loaf of bread on October 16 and blog about it!

Und nun zum reichlich bebilderten Rezept. Ich denke, gerade für Anfänger ist es gut zu wissen, wie der Teig in bestimmten Stadien aussieht und die Bilder zeigen wie der Teig bei mir aussah und dann eben ein wirklich köstliches Landbrot bei rumkommt.

Landbrot

Für 1 mittelgroßen Laib:

Vorteig:
155 g Dinkelmehl
155 g Wasser
(Flüssigkeiten bitte wirklich abwiegen!)
1 g Hefe

Hauptteig:
Vorteig
365 g Weizenmehl 1050
155 g Wasser
8 g Hefe
10 g Honig (etwa 1 TL)
10 g Salz

Gehzeit für den Vorteig: 22-24 Stunden
Gehzeit am Backtag: 2,5 Stunden
Backtemperatur: 250 °C, fallend auf 210 °C
Backzeit: 45 Minuten

(1) Für den Vorteig das Wasser in eine Schüssel (hier Fassungsvermögen ca. 1 l) geben und die Hefe hineinbröckeln. Das Mehl hinzufügen und mit einem Löffel verrühren. Der Vorteig muss nicht glatt aussehen, so reicht völlig:

Den Vorteig dann abdecken (Folie oder zur Schüssel passender Deckel) und 1 Stunde bei Zimmertemperatur (20-22°C) stehen lassen. Dann hat sich schon was getan und er sieht so aus:

Die Schüssel mit dem Vorteig in das unterste Fach des Kühlschranks stellen und bei 4-6°C 22-24 Stunden lagern. Er ist gut, wenn er sichtbar aufgegangen ist, ein paar Bläschen zu sehen sind und er aromatisch riecht. So zum Beispiel:

(2) Am nächsten Tag, dem Backtag wird der Vorteig mit den allen Zutaten des Haupteigs in eine Schüssel gegeben. Mit der Küchenmaschine die Zutaten auf niedrigster Stufe 5 Minuten verrühren. Guckt auf die Uhr, 5 Minuten sind länger als man denkt! Anschließend auf zweiter Stufe in 8-10 Minuten zu einem glatten, straffen und elastischen Teig kneten. Er klebt auch noch ein wenig, wenn man mit ihn unbemehlten Fingern anfasst. Der Teig am Haken:

Den Teig in eine verschließbare Schüssel umfüllen, luftdicht abschließen und bei 22-24°C 1 Stunde gehen lassen.
(3) Den Teig dann auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ordentlich auskneten, damit die durch das Gehen entstandene Gas ausgedrückt wird. Den Teig rund formen (an der Technik muss ich definitiv noch arbeiten), d.h. auf der einen Seite hat der Teig eine glatte Oberfläche, auf der entgegengesetzten Seite, der sogenannte Schluss,  kommt das Teiggekruschel vom Rundformen zusammen. Den Teig mit dem Schluss nach oben entweder in einen bemehlten Garkorb legen (ich habe tatsächlich einen. Danke nochmal beste Melli von allen!) oder in eine mit einem sauberen, bemehlten Geschirrtuch ausgelegte Schüssel. Mit einem sauberen Geschirrtuch abgedeckt nochmal 1,5 Stunden gehen lassen.

(4) Circa 45 bis 60 Minuten bevor man backen will, den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen (Das dauert tatsächlich ziemlich lange!). Dabei das Blech auf dem man das Brot backen auf mittlerer Schiene und eine tiefe Fettpfanne auf der untersten Schiene mit aufheizen. Eine Tasse mit kaltem Wasser füllen und bereit stellen. Ein Bogen Backpapier bereit legen.
(5) Nach der Gehzeit den Brotteig testen, ob er fertig ist zum Backen. Dafür mit dem Finger in den Teig pieken, wenn der Teig zurück kommt, aber noch eine leichte Eindellung zurück lässt, ist er gut. Den Laib auf das Backpapier stürzen. Das Mehl etwas verstreichen und mit einem scharfen (!) Messer kreuzweise wie auf dem Bild zu sehen 2 cm tief einschneiden. Ein scharfes Messer ist wichtig, da man das Brot sonst einreißt und nicht einschneidet.

(6) Das Backpapier mit dem Laib drauf auf das mittlere heiße Backblech setzen und in den 250°C heißen Ofen schieben. Dann vorsichtig einen großen Schluck Wasser aus der Tasse auf die untere Fettpfanne gießen und schnell die Ofentür schließen. Bitte wirklich vorsichtig sein dabei und weder sich selbst verbrühen mit dem Wasserdampf noch die halbe Küche unter Wasser setzen.
(7) Nach 10 Minuten die Ofentür weit öffnen, damit sich der Wasserdampf verziehen kann. Die Fettpfanne mit eventuellen Wasserresten vorsichtig raus holen. Die Temperatur auf 210°C runterschalten. 25 Minuten backen lassen. Dann die Ofentemperatur wieder auf 250°C erhöhen und das Brot bei einer spaltweit geöffneten Ofentür nochmals 10 Minuten backen lassen. Insgesamt ist es 45 Minuten im Ofen: 10 + 25 + 10 Minuten.

Nach 10 Minuten bei Wasserschwaden im Ofen ist das Brot nochmal ein gutes Stück aufgegangen:

Wenn die Backzeit vorbei ist, das Brot rausholen und dann bitte von allen Seite bewundern! Auf einem Kuchengitter komplett abkühlen lassen.

Quelle: Geißler, L. (2013): Das Brotbackbuch. Grundlagen und Rezepte für ursprüngliches Brot. Verlag Eugen Ulmer KG. p19

Hier ein Seitenblick mit aufgerissenem Boden, macht nix, ist besonders knusprig :-) Und dann noch ein Blick auf die Krume, also das Innere des Brots. Man sieht es ist wirklich ein Weißbrot irgendwie, auch wenn es von außen ordentlich braun ist. Und schmecken tut es wirklich grandios! Nachher gibt es gleich wieder ein oder zwei Scheiben mit selbstgemachtem Kräuterquark. Toll toll toll!

Wie … backe ich Brötchen? – Zipferlbrötchen

Der Mensch lernt viel in seinem Leben, verlernt aber offensichtlich auch grundlegende Sachen. Wie zum Beispiel Brotbacken. Wenn die geneigte Leserschaft mal 5 Sekunden nachdenken mag, woraus so ein ganz einfaches Brot/Brötchen (ohne Schnickschnack) besteht. 5 – 4 – 3 – 2 – 1.

Mehl, klar! Wasser, auch logisch! Salz, sonst schmeckt es nach nichts. Hefe, irgendwie muss es ja ein bißchen fluffig werden, in der einfachsten Brotversion, z.B. bei Fladenbroten ist nicht mal die notwendig. Aber irgendwie scheint dieses Bewusstsein in den letzten Jahren beim Normalverbraucher verschwunden zu sein. Nicht mal Frau Mama konnte auf meine Frage antworten, was denn wohl in so einem normalen Weizenbrötchen, wie meine Eltern es tagtäglich essen, drin sei. Dieses Brotbackding scheint ein großes Mysterium geworden zu sein, etwas wofür man unglaublich viele, unglaublich schwer zu besorgende Zutaten und Zubehör benötigt. Etwas wofür man unendlich Zeit und Geduld braucht. Und ich muss gestehen, genauso dachte ich auch. Ich fand es immer faszinierend, wenn ich sah was Frau Schnuppschnüss, Petra oder Zorra (und natürlich noch viele andere) sich so zusammen backen. Bei neuen Themen kommt immer der Naturwissenschaftler in mir durch und ich muss mich erstmal theoretisch damit beschäftigen. Und das tat ich schon vor einigen Jahr. Dabei wurde mir klar, dass der Zeitaspekt tatsächlich nicht zu unterschätzen ist. Weil ich damals noch viel mehr arbeitete als meine Krankheit es heute zu lässt, habe ich das Thema fallen lassen und ad acta gelegt. Jemand der mindestens 40 Stunden die Woche arbeitet, Haushalt, Garten und vielleicht noch Kinder hat, muss nicht noch dringend Sauerteigbrote über 3 Tage basteln, es sei denn derjenige verspürt ein wirklichen Drang in die Richtung ;-) Gerne bezahle ich auch Profis, um Produkte herzustellen für die mir Zeit, Muße und Können fehlt.

Aber jetzt wo ich tatsächlich nur noch 20 Stunden die Woche arbeite, hat mich so ein Brötchen wieder von hinten angefallen und ließ nicht mehr los. Ach, könnte man ja doch mal versuchen. Ein paar Rezepte angeguckt und so kompliziert scheint das ja gar nicht zu sein. Und zumindest für so Brote/Brötchen auf Hefebasis braucht man ja auch nicht viele komplizierte Zutaten. Also wagte ich den Versuch mit dem Zipferlbrötchen-Rezept vom Zorra, dass mir von Karin von Food for Angels and Devils empfohlen wurde. Wenige Zutaten, kein seltsames Formen der fertigen Brötchen. Es schien Brotback-Dau-sicher.

Und das ist es auch. Die Brötchen bestehen tatsächlich nur aus den vier Zutaten Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Bei mir war es das einfachste, normale Mehl Type 405, was in jedem Supermarkt zu erstehen ist. Hefe kriegt man auch überall und Salz und Wasser hat eh jeder zu Hause. Ich war ja gespannt und skeptisch. Und bei der Zubereitung über einige Sachen wirklich überrascht. Zum ersten wie lange man den Teig kneten muss. Das geht natürlich per Hand und macht dann auch ordentlich Muskeln, aber in so einem Fall in eine Küchenmaschine dein Freund. Dann war ich als zweites überrascht, wie wenig Hefe da rein kommt. Wirklich nur 10 Gramm? Wirklich nur ein Viertel des normalen Hefewürfels? Okay, Zorra wird wissen was sie schreibt. Punkt 3 war die Salzmenge. Holla, die Waldfee! Ernsthaft 10 Gramm? Soo viel? Na gut. Ich hatte ja schon vorher gelesen irgendwo, dass ordentlich Salz in Brotteige versenkt werden, weil die sonst fad schmecken.

Ich habe alles so gemacht wie Zorra sagte (bei allerersten Versuchen mache zumindest ich keine Experimente). Der Teig ging insgesamt 2 Stunden, die Hefe tat wie ihr Geheißen und nach einer kurzen Backzeit bei sehr hohen Temperaturen duftete meine Wohnung himmlisch und ich konnte 8 größere und 1 kleineres Zipferlbrötchen aus meinem Ofen holen. Als sie endlich abgekühlt waren konnte ich kosten und war überwältigt: göttlich! Knusprig, wie ein Brötchen schmecken muss mit schönen kleinen Löchern in der Krume:

Wie vom Bäcker! Und das aus meinem Ofen! Von MIR gebacken! Mit nur VIER Zutaten! Komplette Faszination! Ich habe mein allererstes Brötchen einfach nur mit Butter und etwas Salz oben drauf genossen. Wunderbar! Selbst jetzt, drei Tage später bin ich noch komplett aus’m Häuschen.

Und wenn ich dann auch mal den finanziellen Aspekt betrachte. Wieviel bezahlt man für ein Brötchen beim Bäcker, der außen an Supermärkten angeschlossen ist und dessen Brötchen auch nur Teiglinge sind? 23 cent? Grob überschlagen habe ich für die Zutaten plus Wasser und Strom 50 Cent ausgegeben. Und da sind 8,5 Brötchen bei rumgekommen und nicht nur zwei wie vom Bäcker.

Ich befürchte der Brötchen-Virus hat mich erwischt und ich werde in Zukunft etwas öfter meine eigenen Brötchen backen und mich vielleicht auch noch andere Sorten und Backmethoden wagen. Seid gespannt, was da noch kommen mag …

Ansonsten erstmal das Rezept für die ernstlich einfachen Zipferlbrötchen:

Zipferlbrötchen

Für 8 Stück:
500 g Weizenmehl (Type 405)
10 g Hefe
340 g Wasser
10 g Salz

2 TL Grieß zum Bestreuen (optional)

(1) Das Mehl in eine Schüssel geben und die Hefe fein drüber bröseln. In eine Küchenmaschine geben und den Großteil des Wassers  während die Maschine auf Stufe 3 von 10 knetet, zugeben. Falls der Teig zu trocken ist, peu à peu Wasser zufügen. 4 Minuten kneten lassen. Ruhig auf die Uhr gucken, 4 Minuten sind länger als man denkt.
– Noch ein paar Worte zum Wasser. Das Wasser wirklich abwiegen, es steht nicht umsonst eine Grammangabe im Rezept, abwiegen ist genauer als abmessen im Messbecher. Dann nicht sofort das ganze Wasser zufügen. Mehle sind anscheinend launige Diven, die mal mehr, mal weniger Wasser vertragen. –
(2) Nach der Zeit das Salz zufügen und auf Stufe 5 von 10 nochmals 4 Minuten kneten lassen. Dann sollte der Teig so aussehen:

Ich decke ihn mit einer „Mörderduschhaube“ ab und lasse ihn 30 Minuten im kalten Ofen gehen. Im Ofen deshalb, weil es dort nicht zieht.

(3) Nach den ersten 30 Minuten sieht der Teig dann so aus, die Hefe hat angefangen zu arbeiten und der Teig ist schon ein bißchen größer geworden. Jetzt muss er einmal gefaltet werden. Das heißt nichts anderes als dass man den Teig von unten anfasst und einmal zur Oberseite hin umschlägt. Das von allen vier Seiten. Für wen sich das unlogisch anhört, der kann bei diesem Video vom Plötzblog nachgucken wie das auszusehen hat. Wieder abdecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen.

(4) Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig darauf legen und mit etwas bemehlten Händen vorsichtig 2-3 cm dick flach drücken.  Mit einem Teigschaber (oder ähnlichem stabilen Gerät) 8 ungleichmäßig geformte Zipferl von dem Teigfladen abstechen:

Diese etwas auseinander setzen und mit einem sauberen Geschirrhandtuch abgedeckt nochmals 50-60 Minuten gehen lassen.
(4) Den Ofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze (oder 230°C Umluft) vorheizen.
(5) Wer möchte kann die Zipferl noch ein bißchen mit Grieß bestreuen, damit sie knuspriger werden. Dafür einfach mit einem Backpinsel Wasser auf die Zipferl streichen und mit Grieß bestreuen.
(6) Auf der mittleren Stufe in den heißen Ofen schieben und 8 Minuten backen lassen. Dann das Blech umdrehen, so dass die vorderen Zipferl jetzt hinten sind. Nochmals 8 Minuten backen lassen. Sie sind fertig gebacken, wenn sie sich hohl anhören wenn man auf die Brötchenunterseite klopft. Rausholen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: 1 x umrühren bitteZipferlbrötchen

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