Archiv für den Monat Oktober 2013

Liebster Besuch III: Sonntagsfrühstück mit Tofu

Ich bin normalerweise nicht der große Frühstücker. Ja, ich muss was essen, damit mir nicht schwarz vor Augen wird, aber gebe mich auch mit einer Scheibe Brot und Honig drauf zufrieden. Es muss nicht mal ein bestimmtes Getränk dazu sein, weder Kaffee (schon mal gar nicht) noch Tee sind ein Muss, es geht auch gut Sirup mit Leitungswasser. Die geneigte Leserschaft merkt, ich bin anspruchslos beim Frühstück.

Frau Kochschlampe hingegen liebt Frühstück (wie auch Mittagessen und Abendessen *g*) und macht auch gerne etwas aufwendigere Sachen. Aber sie ist morgens definitiv wacher als ich irgendwie … Und da ich ja immer auf der Suche nach schönen Tofu-Verwertungsmöglichkeiten bin, machte sie mir ihr Lieblingstofufrühstück, dass wunderbar wandelbar ist. Andere Gemüsesorten nehmen, vielleicht eine eher asiatische Würzung. Erlaubt ist, was gefällt!

Es geht ziemlich schnell zu brutzeln und wurde bei uns sehr grün. Was ich gelernt habe ist, dass Tofu ordentlich Hitze unterm Hintern braucht, um knusprig zu werden. Dann kommt nur das Gemüse dazu, es wird gewürzt und innerhalb von 15 Minuten ist ein leckeres Frühstück fertig. Und es schmeckt wirklich gut, wobei man es auch gerne mit Ei basteln kann und vielleicht klein gewürfeltes Hähnchen. Gute Alternative! Wobei ich auf jeden Fall noch ein paar Kohlehydrate brauche, Frau Kochschlampe auch ohne glücklich ist. Es lohnt sich tatsächlich das mal nachzubasteln! Wer mag, kann es auch gerne als schnelles Mittag- oder Abendessen zu einer Schüssel Reis essen, genau so gut :-)

Tofu-Frühstück

Zutaten für 2 große Portionen:
200 g fester Tofu
großzügiger Schluck Olivenöl
1 Frühlingszwiebel
1 Zehe frischer Knoblauch
1 handvoll TK-Spinat
1 handvoll TK-Erbsen
1 handvoll Cherry-Tomaten
einige Stengel Petersilie
großzügiger Schluck Olivenöl
Salz
1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL türkische Fladenbrotmischung aus Schwarzkümmel, Sesam und Mohn

(1) Tofu in Küchenkrepp einwickeln und in den Händen fest zusammen drücken, damit möglichst viel Feuchtigkeit entweicht. Dann spritzt es einfach weniger beim Braten. Den Tofublock in kleinere Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, den Knoblauch in feine Scheiben. Die TK-Spinat und Erbsen in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Einige Minuten stehen lassen, Wasser abgießen, gut abtropfen lassen bzw. etwas ausdrücken. Die Cherry-Tomaten halbieren. Die Blätter von der Petersilie abzupfen und grob hacken.
(2) In einer größeren Pfanne einen Schluck Olivenöl bei hoher Hitze erhitzen. Die Tofuwürfel hinein geben und kräftig anbraten. Dann nach und nach kommt das Gemüse dazu. Erst die Frühlingszwiebeln und Knoblauch. Etwas andünsten lassen. Dann Spinat und Erbsen. So lange braten bis sie gar sind. Das dauert nicht lang. Zwischendrin würzen mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und dem Kreuzkümmel. Zum Schluss die halbierten Cherry-Tomaten zufügen und etwas anwärmen. Ganz zum Schluss mit der Fladenbrotmischung bestreuen.

Auf zwei Schüsseln verteilen und

genießen!

Quelle: Aus’m Handgelenk von Frau Kochschlampe

Und weil es eben auch ein super Frühstück für wirklich herzhafte Frühstücker ist, darf es auch bei Frl. Moonstrucks Frühstücksevent „Speise morgens wie ein … Fräulein!“ mitmachen.

Speise morgens wie ein Fräulein, quer

Liebster Besuch II: Weiße Polenta mit süß-würzigem Ofen-Gemüse

Mit Frau Kochschlampe arten gemeinsame Wochenende immer in Kochorgien aus. Leider können wir nicht soviel essen wie wir gerne zusammen köcheln und backen würden *seufz* Weil ich einige Kürbisse erstanden hatte und dafür eine Verwertung brauchte, kam mir der Link von Donal Skehan zu seinem ofengerösteten süß-würzigen Butternutkürbis-Salat ganz recht (Frau Kochschlampe war weiteren Ideen zur Kürbisverwertung auch nicht abgeneigt). In einer Facebook-Gruppe fragte ich nach einer möglichen Beilage, weil es doch eher ein Hauptgericht denn Snack sein sollte und dort wurde weiße Polenta vorgeschlagen, was ich ganz spannend fand. Da diese hier in der nordhessischen kulinarischen Halbwüste eher nur aufwendig zu besorgen ist, fragte ich Frau Kochschlampe, ob sie welche mitbringen könnte, da es die in der Schweiz in jedem Supermarkt gibt. Und nicht nur zwei verschiedene Packungen weiße Polenta fanden ihren Weg hier her, nein noch andere tolle Mitbringsel kamen an:

Zwei Flaschen Sirup, Frau Kochschlampe ist eine fleißige Unterstützerin meiner Sirupsucht, und auch ein Paket Ruchmehl, dass der Schweizer an sich wohl wirklich gerne in seinen Brotwaren verbackt. Da werde ich mich mal auf die Suche nach Rezepten begeben und austesten wie geräuchert es dann wirklich schmeckt.

Zurück zum Ofengemüse und der Polenta. Zeitlich lässt sich das Essen super vorbereiten. So lange das Gemüse im Ofen bäckt, kann man sich um die Polenta kümmern. Das Gemüse ist ganz lecker, wir mochten die leicht rauchige Note von dem geräucherten Paprikapulver und die Mischung aus scharf mit süßlich, Frau Kochschlampe hat die Paprikaschote darin gestört und würde sie durch eine weitere rote Zwiebel ersetzen, die wunderbar süß wurden. Mich hat die Paprika nicht gestört, weil sie eine gewisse Frische mit ins Essen brachte, mir das Gemüse sonst zu erdig gewesen wäre. Von der weißen Polenta waren wir beide restlos begeistert. Abgesehen davon, dass sie tatsächlich weiß ist, nicht nur etwas weniger gelb. Nein, sie hat auch sehr stark nach Mais geschmeckt, viel intensiver als die normale Polenta. Großartiges Zeug! Wird es demnächst öfter geben!

Weiße Polenta mit süß-würzigem Ofen-Gemüse

Zutaten für 3 Portionen:

Für das Ofen-Gemüse
1 kleiner Butternut-Kürbis
1 rote Zwiebel
2 Möhren
1 Paprikaschote
Salz, Pfeffer
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver rosenscharf
1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
3-4 EL Olivenöl
3 TL Honig

Für die weiße Polenta:
100 g Polenta
500 ml Wasser
Salz
1 EL Butter
1 handvoll geriebener Parmesan

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Zuerst das Ofengemüse ansetzen. Dafür die Kürbis halbieren, Kerne auskratzen und schälen. Den Kürbis in Spalten schneiden. Die Möhren schälen und in etwa so große Stücke wie den Kürbis schneiden. Die Zwiebel häuten, Wurzelende intakt lassen und die Zwiebel achteln. Die Paprikaschote in große Würfel schneiden. In eine große Auflaufform geben. Mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und den Gewürzen gut vermischen. Den Honig drüber träufeln. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 30-45 Minuten braten.
(3) Währenddessen die Polenta zubereiten. Dafür den Maisgrieß in eine Kasse oder Messbecher füllen. Das Wasser mit 1/4 TL Salz zum Kochen bringen. Polenta rein rieseln lassen, Temperatur reduzieren (es soll nur noch sanft köcheln, bei mir die kleinste Stufe). Ca. 30-40 Minuten köcheln lassen und dabei sehr oft umrühren, damit sich keine Haut bildet. Die Polenta sollte sich gegen Ende der Kochzeit vom Topfrand lösen, dick und fest sein. Die Butter und den Parmesan unterrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Zusammen mit dem Ofengemüse servieren und

genießen!

Quellen: Ofengemüse: Donal SkehanSpicy Sticky Roast Squash Salad
Polenta: Kochen für SchlampenPolenta

Liebster Besuch I: Bohnen-Pasta-Suppe

Letztes Wochenende hatte ich liebsten Besuch. Frau Kochschlampe kam extra aus Zürich angereist, um mich Deutschlands Mitte zu besuchen. Zwar unterhalten wir uns fast jeden Tag über Skype, aber so live und in Farbe sahen wir uns vor genau einem Jahr, als ich in diversen Berliner Krankenhäusern meine Zeit verbrachte, das letzte Mal. Um so mehr freute ich mich auf das Wochenende, auch wenn es nur kurz war. Mit Frau Kochschlampe wird es nie langweilig, es gibt immer was zu erzählen und selbst schweigen ist sehr angenehm mit ihr. Und wir können ganz wunderbar über Essen reden: über Zutaten, über Kombinationen, Essenspläne schmieden, diese spontan ob des aktuellen Angebots wieder verwerfen, zusammen kochen und dann wieder darüber reden, was daran wieso genau gut schmeckt. Toll! Ich vermisse das in der nordhessischen Diaspora. Warum musst Du nur soweit weg wohnen?

Eigentlich wollten wir eine rauchige Linsensuppe mit Tomaten, Spinat und Oliven kochen (die gibt’s dann diese Woche), aber als wir im türkischen Supermarkt umme Ecke frische bunte Bohnen entdeckten, entschieden wir uns spontan eine von Frau Kochschlampes Standardsuppen zu kochen, eine italienische Minestra di Fagioli e Pasta mit ordentlich Rosmarin. Zum Glück wohnt der Rosmarin seit Jahren auf dem Balkon, Tomatenmark hab ich gefühlt für ein Jahrzehnt im Vorratsschrank und lustige kleine Pasta hat auch der Türke im Angebot. Dem Mittagessen stand nichts im Weg.

Und die Suppe ist so lecker und einfach zu kochen. Zwiebelkram andünsten. Tomatenmark dazu, Bohnen mit Wasser drauf, schmoren lassen. Wenn die Bohnen gerade eben gar sind, die Pasta im Topf mitkochen lassen und fertig. Einfach, unkompliziert und gesund und lecker dazu. Braucht die geneigte Leserschaft mehr? Ich nicht. Deswegen das hier wirklich gerne nachkochen!

Italienische Bohnen-Pasta-Suppe

Zutaten für 3 Portionen:
500 g frische bunte Bohnen
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL fein gehackter Rosmarin
Schluck Olivenöl
2-3 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
2 handvoll mittelgroße Pasta

Parmesan zum Servieren

(1) Die Bohnen aus den Schoten pahlen. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(2) Einen Schluck Olivenöl in einem größeren Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze in etwa 10 Minuten goldbraun braten. Den Knoblauch hinzufügen und nur kurz andünsten lassen bis er duftet. Dann kommen Rosmarin und Tomatenmark mit rein und wieder eine Minute rühren. Die Bohnen mit 800 ml Wasser in den Topf geben. Aufkochen und bei geringer Hitze etwa 15-20 Minuten köcheln lassen bis die Bohnen fast gar sind.
(3) Jetzt erst salzen und pfeffern. Die Nudeln hinein geben und so lange kochen bis sie al dente sind.

Verteilen und mit ordentlich Parmesan bestreut servieren und

genießen!

Statt frischer Bohnen, die ja leider nur für kurze Zeit käuflich zu erwerben sind, gehen auch sehr gut den Abend vorher eingeweichte weiße oder Wachtelbohnen. Diese müssen dann allerdings etwa 1 Stunde kochen.

Quelle: Frau KochschlampeMinestra di Fagioli e Pasta

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