Kräftige Gemüsebrühe

Gemüsebrühe braucht man ja öfter mal, oder? Andauernd steht in irgendwelchen Rezepten, dass da Brühe mit hinein gehört. Nun bin ich nicht die fleißigste Hausfrau von allen und benutze auch Gemüsebrühepulver, allerdings in bio und wirklich ohne Geschmacksverstärker wie Hefeextrakt, da scheinen die Hersteller sich auch zu besinnen. Aber was mich daran stört, irgendwie schmecken die immer gleich und ich benutze sie eigentlich nur, wenn da noch genug andere starke Aromen im Gericht sind und die Gemüsebrühe nicht eine der wenigen Hauptrollen übernehmen muss.

Bei Gerichten wie Risotto ist das natürlich ’ne ganz andere Nummer, da sind so wenige Zutaten drin, dass die Qualität und der Geschmack der einzelnen Zutaten immens wichtig ist. Dafür mache sogar ich Brühe selbst. Wenn es ganz eilig ist, hab ich das Rezept für die schnellste Gemüsebrühe ever im Repertoire. Aber ich wollte auch mal eine länger gekochte Brühe ohne zusätzliches Fett austesten und da waren noch einige Gemüse im Kühlschrank, die sich hervorragend dafür eignen und weg mussten. Irgendwie improvisiere ich so Brühen meistens, habe mir aber vom „Deutschland vegetarisch“ die Zugabe von getrockneten Tomaten und Pilzen abgeguckt, damit sie noch mehr Aroma und Tiefe bekommt. Diese beiden Zutaten sind sozusagen das natürliche Glutamat zur Geschmacksverstärkung. Die Ungarin in mir macht immer noch eine bißchen Spitzpaprika mit rein. Ich habe festgestellt, dass alle Brühen (insbesonders die aus Hühnern) einen wunderbaren Geschmack dadurch bekommen und meine Wohnung beim Kochen genauso riecht wie bei meinen Tanten in Ungarn. Erinnerung durch Geruch, funktioniert immer! Man muss sich bei so Brühen ja auch nicht großartig kümmern, den Großteil des Gemüses nicht mal schälen, einfach grob schneiden, ab in den Topf und köcheln lassen. Und schwupps hat man eine äußerst schmackhafte Brühe. Und entweder man kann sie gleich essen mit Nüdelchens oder Eierstich oder Gemüseeinlage, was das Herz des geneigten Lesers begehrt. Oder man kocht sie ein und hat so schöne Brühe auf Vorrat, wenn sie mal wieder eine Hauptrollen spielen soll.

Kräftige Gemüsebrühe

Zutaten für ca. 2l Brühe:
1 große Zwiebel
3 Möhren
1 Petersilienwurzel
1/4 Sellerieknolle
1/2 Spitzpaprika
1 Bund Petersilie
2 Lorbeerblätter
1 TL Pfefferkörner
2 Pimentkörner
2 getrocknete Tomaten (ohne Öl)
2-4 Scheiben getrocknete Pilze
1 TL Salz

(1) Von der Zwiebel die äußeren losen Schalen entfernen und die Wurzelfäden abschneiden. Die Zwiebel waschen und vierteln. Die Petersilienwurzeln und Möhren gründlich waschen und ungeschält in größere Stücke schneiden. Von dem Stück Sellerie die Schale entfernen und ebenfalls in grobe Würfel schneiden. Die halbe Spitzpaprika vierteln.
(2) In einem großen Topf das gewaschene Bund Petersilie geben, das vorbereitete Gemüse drauf. Dann die restlichen Zutaten mit in den Topf geben. Soviel kaltes Wasser zugeben, dass die Zutaten sehr gut bedeckt sind. Bei meinem Topf war der Füllstand dann bei der 4 Liter-Marke (falls ihr Töpfe mit innenliegenden Maßen habt), ich denke es waren so 2,5 l Wasser, die hier dazu kamen.
(3) Die Brühe bei mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt mit nur angelehntem Deckel bei kleiner-mittlerer Hitze 30 Minuten köcheln lassen. Nach der Zeit die Brühe vom Herd nehmen und alles abkühlen lassen.

Entweder man kann sie gleich verwenden und genießen!

Oder wie ich bei dieser Portion, einkochen.

Zum Einkochen Flaschen und Deckel, in die die Brühe passt, gründlich abwaschen und mit richtig heißem Wasser ausspülen. Ich lege sie in den kalten Ofen, den ich dann auf 120°C stelle und 15 Minuten ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist, drin lasse. Dann sollten die fiesen Bakterien tot sein und die Flaschen/Deckel trocken. Die Flaschen etwas abkühlen lassen und vorsichtig die abgekühlte Brühe einfüllen. Die Flaschen nicht komplett füllen, 2 cm Platz zum Deckel lassen, weil die Brühe sich beim Erhitzen noch ausdehnt und sonst überläuft. Einen hohen Topf bereit stellen und auf den Boden ein Blatt Küchenkrepp legen. Die Flaschen hinein stellen und soviel kaltes Wasser einfüllen, dass die Flaschen zu 2/3 im Wasser stehen. Bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen und dann bei mittlerer Hitze 20-30 Minuten einkochen lassen. Dann die Flaschen raus holen und in mehrere Handtücher/Decken eingewickelt langsam abkühlen lassen. Dabei sollten die Deckel irgendwann knacken und sich ein Vakuum bilden. Jetzt sollte die Gemüsebrühe einige Zeit haltbar sein. Wenn sich kein Vakuum gebildet hat, die Brühe im Kühlschrank lagern und so schnell wie möglich verbrauchen.

Egal, ob sie frisch benutzt wird oder aus der Flasche kommt, vor der Verwendung die Brühe nochmal kosten und gegebenenfalls mit Salz abschmecken.

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11 Kommentare zu “Kräftige Gemüsebrühe

  1. Sarah Diesslin 1. November 2013 um 11:28 Reply

    Gefällt mir sehr gut das Rezept und wird gleich mal gespeichert. =)

    Viele Grüße,
    Sarah =)

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    • Anikó 1. November 2013 um 21:23 Reply

      Dann bin ich mal gespannt wie es Dir schmecken wird :-)

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  2. hafensonne 1. November 2013 um 12:12 Reply

    Hmmm, sofort bricht hier das absolute must-cook-Feeling aus :-) geht das mit Huhn genauso? Das mit dem Einkochen klingt gut. Mach ja bei manchen Sachen, wenn ich weiß, dass ich eh viel Gemüseschnitt hab, auch mal fix nebenbei Brühe für die Sauce, aber das ist mengenmäßig nix für länger. Und wann genau kommen die Deckel auf die Fläschkes?

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  3. Katharina M. 1. November 2013 um 16:34 Reply

    Das Rezept hört sich toll an, dass werde ich am Wochenende auch erstmal ausprobieren. Was mich noch interessiert. Wie lange ist denn die eingekocht Gemüsebrühe ungefähr haltbar? Und wann machst du die Deckel auf die Flaschen und was für Flaschen verwendest du? LG

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    • Anikó 1. November 2013 um 21:23 Reply

      Ich benutze so leere 700 ml Flaschen von der Alnatura Passata, aber man kann auch andere Gläser (Weck oder mit normalem Twist Off-Deckel) oder Flaschen mit Bügelverschluss und Gummidichtung nehmen. Bei Haltbarkeitsangaben bin ich immer vorsichtig, aber denke, dass wenn man wirklich sauber arbeitet und sich ein Vakuum bildet, dann sollte das schon 6-12 Monate haltbar sein. Aber natürlich den gesunden Menschenverstand benutzen und wenn einem die Brühe komisch vorkommt, seltsam riecht oder so, dann weg damit. Die Flaschen stelle ich gefüllt und mit fest verschlossenem Deckel in den Topf. Danke für den Hinweis, werde es in der Beschreibung ergänzen :-)
      Dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Kochen, Katharina :-)

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  4. marco 1. November 2013 um 17:52 Reply

    Schön, dass sich jemand mal die Zeit nimmt und ausführlich über Brühen schreibt! Danke dafür! Sie sind doch eigentlich ziemlich leicht selber hergestellt und schmecken so was von tausend Mal besser als der gekaufte Fertigmist!

    Seit einigen Wochen habe ich eine neue Idee: ich sammle übrig gebliebene Gemüseabschnitte in einem Gefrierbeutel im Tiefkühler. Sobald er dann mal genügend voll ist, gibt’s mal wieder eine ordentliche Ladung hausgemachte Brühe :)

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    • Susanne 1. November 2013 um 20:22 Reply

      Das mache ich auch so. Seither gibt es immer genug Brühe hier, sehr praktisch :-)

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    • Anikó 1. November 2013 um 21:36 Reply

      Marco, sammelst Du Möhrenschalen oder was genau? Ich hatte mal angefangen, die ausgelösten Hähnchenknochen im TK zu sammeln, aber irgendwie ist die Tüte verschwunden *grübel*

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      • hafensonne 2. November 2013 um 17:31

        Wenn sie Beine bekommen hat, dann sei froh über ihr Verschwinden…

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  5. […] ist meist da, irgendeine weitere gemüsige Zutat findet sich meist noch im Kühlschrank und die Brühe wurde ja auf Vorrat gekocht. Und warum sollte Risotto immer nur mit italienischen Aromen geüwrzt […]

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