Archiv für den Monat Dezember 2013

Nordisches Rote Bete-Risotto mit Kabeljau

Vor Weihnachten wird hier noch ein winterliches, aber gleichzeitig unweihnachtliches Gericht präsentiert, auch wenn die Farbe anderes vermuten lässt. Die letzten Tage war ich etwas faul im kleinen Blog, es kam ein bißchen echtes Leben dazwischen: mein Geburtstag, Heimfahrt in die Ostseeheimat, Arzttermin und das Schönste – ruhige Tage mit Frau Mama verbringen, die ihren traditionellen Vorweihnachtsurlaub genommen hat *g* Und so puzzeln wir ein bißchen im Haushalt rum, kochen, ich backe Brot, organisieren Weihnachten, gucken „Mord ist ihr Hobby“, stricken, nickern … Vollkommen entspannt alles! Und da bleibt gerade nicht soviel Zeit für’s kleine Blog ;-) Aber trotzdem warten noch ein paar leckere Gerichte in der Warteschlange und werden so nach und nach verbloggt, auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass ich sie kochte.

Auf die Idee dieses nordischen Risottos brachte mich Frau Kochschlampe. Ich meine, Risotto geht doch immer, auch wenn man kaum noch Zeug zu Hause hat. Risottoreis ist meist da, irgendeine weitere gemüsige Zutat findet sich meist noch im Kühlschrank und die Brühe wurde ja auf Vorrat gekocht. Und warum sollte Risotto immer nur mit italienischen Aromen geüwrzt sein, wenn nordische genauso gut zusammen funktionieren. Typisch für die nordisch Küche sind für mich erdige Rote Bete, süß-anisiger Dill und Schärfe durch Meerrettich. Um den Aufwand zu minimieren wurde die Rote Bete roh geraspelt, nach dem Prinzip je kleiner etwas ist, desto schneller ist es gar. Und so Rote Bete braucht ja schon ein Weilchen bis sie durch ist, oder? In der Kombination mit dem Meerrettich und Dill ist ein wirklich wunderbares Risotto entstanden! Dazu dünstete ich nur kurz ein sehr puristisch gehaltenes Kabeljaufilet an, Salz, Pfeffer, in einer abgedeckten Pfanne wenige Minuten (ernsthaft wenige Minuten!) dünsten bis der Fisch anfängt leicht auseinander zu fallen.

Ein köstliches Essen und kann jedem empfehlen diese Kombination im Risotto mal auszuprobieren!

Nordisches Rote Bete-Risotto mit Kabeljau

Zutaten für 3 Portionen:
600-700 ml Gemüsebrühe
2 mittelgroße Rote Bete
1 mittelgroße Zwiebel
Schluck Olivenöl
200 g Risotto-Reis (hier: Arborio)
1 Schluck Weißwein
2 EL Butter
1-3 TL Meerrettich aus dem Glas
1 Bund Dill

3 Kabeljau-Filets
Salz, Pfeffer
Schluck Olivenöl

(1) Die Gemüsebrühe in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und warm halten. Einmalhandschuhe anziehen und die Rote Bete-Knollen schälen und grob raspeln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Dill waschen und fein hacken.
(2) In einem mittelgroßen Topf einen Schluck Olivenöl bei mittelhoher Hitze erwärmen. Die Zwiebeln und Rote Bete-Raspeln hinzufügen und etwa 10 bei mittlerer Hitze langsam dünsten. Die Hitze hochschalten und den Reis einrühren. Wenn die Körner glasig sind (etwas schwierig zu erkennen bei dem magenta) den Schluck Wein zugießen und einkochen lassen.
(3) Dann etwa 1/3 der Brühe zufügen und unter immer mal wieder rühren (eher öfter als selten) die Brühe vom Reis aufsaugen lassen. Ebenso mit dem zweiten und dritten Drittel der Brühe verfahren. Je nach Sorte braucht der Risottoreis ca. 18 Minuten bis er gar ist. Am Ende sollte der Reis weich, aber noch al dente sein, das Risotto selbst schlotzig und die Rote Bete-Raspeln gar, aber noch nicht zerfallen.
(4) Den Topf vom Herd nehmen. Butter, Meerrettich und Dill unterrühren. Abschmecken. Fehlt noch was? Ist es scharf genug? Fehlt vielleicht ein wenig Salz? Abgedeckt etwas ruhen lassen.
(5) In der Zeit den Fisch zubereiten. Einen kleinen Schluck Olivenöl in einer Pfanne mit Deckel erhitzen mit mittelhoher Hitze. Die Fischfilets salzen und pfeffern. In die Pfanne legen und bei mittlerer Hitze etwas anbraten, den Deckel drauf legen und wenige Minuten dünsten bis die Filets beginnen zu zerfallen. Der Fisch muss nicht umgedreht werden, er wird auch so gar.

Das Risotto auf Tellern verteilen, mit dem Fisch belegen und

genießen!

Gestern war ich in der Zeitung

Erst einmal ein herzliches Willkommen an alle Leser, die über den netten Artikel im Weser-Kurier hier gelandet sind – Schaut Euch in Ruhe um, fühlt Euch wohl, kocht was nach und wenn Fragen auftauchen, fragt ruhig, ich helfe gerne. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich natürlich auch sehr!

Und wie das kam? Normalerweise halte ich mich ja mit Pressesachen und Kooperationen sehr zurück, eigentlich mache ich sowas gar nicht, weil der kleine Blog für mich reines Hobby ist. Aber die E-Mail der Redakteurin Julia Frese vom Weser-Kurier war so nett, dass ich mich daraufhin meldete und wir uns sehr nett am Telefon unterhielten. Und gestern erschien dann der betreffende Artikel. Hier der Link (klick) dazu oder wem es sympathischer ist, ein pdf der Seite:

Kurier am Sonntag Nordwest

Irgendwie bin ich ein bisschen stolz! Ich bin in der Zeitung *g*

Natürlich erreicht ihr mich nicht nur direkt hier, auch auf anderen sozialen Kanälen findet ihr Paprika meets Kardamom:

Lime Meltaways – Zartester Limetten-Heidesand

Meltaways hört doch gut an, oder? „Wegschmelzen“, wer will nicht so zarte Kekse essen? Hört sich doch viel besser an als ordinärer Heidesand, wobei der Teig ja eigentlich nichts anderes ist. Und Heidesand mag ich, weil die Kekse so unkompliziert zu backen sind und gleichzeitig unglaublich vielseitig, ob klassisch oder mit Schokolade oder nur einem µ Vanille oder mit Rosmarin. Teig kurz kneten, im Kühlschrank von einigen Stunden bis einigen Tagen zwischenparken, backen. Wunderbar. Auch, dass man die Zubereitung so entzerren kann, Teig basteln klappt noch, aber das backen nicht mehr? Kein Ding, der Teig überlebt ohne Probleme eine Woche im Kühlschrank oder kann auch eingefroren werden. Welchen Schritt man bei diesen Meltaways nicht auslassen sollte, ist das abschließende Wälzen in Puderzucker, der Teig an sich hat wirklich wenig Zucker in sich.

Und die Kekse schmelzen wirklich, sobald sie im Mund sind. Großartig! Durch die Limette kommt eine leicht herbe Zitrusnote, die wunderbar passt. Wer das allerdings nicht so mag, kann es auch gerne durch Zitrone oder Orange ersetzen. Lohnt sich die zu machen, wirklich!

Lime Meltaways – Zartester Limetten-Heidesand

Zutaten für ca. 3 Bleche:
550 g Mehl
50 g Maisstärke
1 TL Salz
300 g weiche Butter
70 g Puderzucker
Abrieb von 4 Bio-Limetten
60 ml Limettensaft
1,5 TL Vanillepaste oder Mark 1 Schote

(1) Mehl, Stärke und Salz in einer Schüssel vermischen.
(2) Die weiche Butter mit dem Puderzucker ca. 5 Minuten lang schaumig rühren. Die Mischung wird hell und sehr fluffig. Den Limettenabrieb, -saft und Vanillepaste/-mark unterrühren. Die Mehlmischung hinzufügen und nur soweit verrühren, dass alles gleichmäßig verteilt ist. Bloß nicht zuviel rühren!
(3) Den Teig in 4 Portionen teilen, zu Rollen formen und in Frischhaltefolie wickeln. Die Rollen für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Backbleche mit Backpapier belegen.
(5) Die Kekse aus dem Kühlschrank nehmen und in 0,5 cm dicke Scheiben abschneiden. Im Ofen 10-15 Minuten backen, die Kekse sollen aber nicht braun werden. Kekse auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.
(6) Dann im Puderzucker wälzen und

genießen!

Quelle: Kleiner KuriositätenladenLime Meltaways

Oh! Mein! Gott! Die großartigsten Gewürzgurken ever!

Ich bin nicht nur eine Scharf-Mimose, sondern auch eine Süß-Mimose. Sobald ich auch nur den Teig von einer Plätzchensorte angesetzt habe, brauche ich dringend eine Scheibe Schinken oder Käse oder Gewürzgurken. Am besten Gewürzgurken! Das geht mir (und dem Rest der Familie) schon so, wenn wir nur ein Stück Kuchen zum Kaffee gegessen haben. Ganz schlimm bei uns …

Nun habe ich als halbe Ungarin eigentlich auch immer ein Glas Gewürzgurken im Haushalt, so ohne geht nicht. Wer weiß, ob mir nicht zum Abendbrot als Beilage danach gelüstet oder ob ich mir einen schnellen Kartoffelsalat machen mag. Und natürlich sind eingelegte Gemüse zu vielen ungarischen Gerichten essentiell. Aber das muss doch auch selbst gehen, sehe im Sommer doch andauernd beim türkischen Supermarkt umme Ecke Einlegegurken und die heißgeliebten ungarische Kovászos uborka, die durch Milchsäure im Sommer gären, sind auch nicht schwierig. Ich hatte schon ein paar Mal Rezepte gesehen, mich dann aber doch nicht aufraffen können, wohl weil meist auch nach einer Fertiggewürzmischung für Gewürzgurken gefragt war und ich doch lieber meine eigenen Gewürze mische.

Und dann kam das Buch „Deutschland vegetarisch“ auf den Markt! Und was lachte mich beim ersten Aufschlagen an? Genau, die selbstgemachten Gewürzgurken. Aber noch zierte ich mich: Ach, in den Ofen soll das? Hmm … Nee, das ist mir zu aufwendig. Aber nachdem Friesi so von den Gürkchen schwärmte und auch ganz viele Rezepte im Buch mit Gewürzgurken gemacht werden, raffte ich mich doch auf. Schnell die allerletzten Einlegegurken des Herbst beim türkischen Supermarkt umme Ecke eingesackt (die waren schon etwas groß), frischen Dill auch dazu gepackt, der Rest war im Vorrat. Übrigens, ein gut sortiertes Gewürzregal rockt! Dann hab ich mir die Rezeptanleitung nochmal genauer durchgelesen und festgestellt, dass es ja doch nicht so kompliziert zu machen ist: Gurken waschen, mit den frischen Gewürzen einschichten, die Marinade kurz im Topf aufkochen, über die Gurken, Deckel drauf, für ca. 30 Minuten in den Ofen. Fertig! Also nicht ganz, man muss die Gürkchen dann noch 3 Wochen ziehen lassen und eine Menge Geduld entwickeln, um die Schätze nicht vorzeitig aus ihrem Glas zu befreien. Schon die Marinade roch verührerisch! Die Gurken schmecken so toll, die Würzung ist perfekt mit den Wacholderbeeren und dem Piment, die den Gürkchen noch das gewisse etwas geben. Ich muss mich so zusammen reißen, nicht das ganze Glas auf einmal zu essen! Ich habe jetzt noch drei Gläser, von denen eins mit zu den Eltern genommen wird (die Gurken muss die Familie kosten!) und die anderen beiden werden für besondere Gerichte aufbewahrt! Nebenbei sammele ich schon Gurkengläser für den nächsten Sommer, um eine wesentlich größere Portion dieser vorzüglichen  Gewürzgurken einzukochen!

Meine geneigte Leserschaft, merkt Euch dieses Rezept dringend für’s nächste Jahr vor, sammelt schon mal Gläser und dann werdet ihr die großartigsten Gewürzgurken ever haben!

Hausgemachte Gewürzgurken

Für 4 Gläser à 500 ml:
1 kg Einlegegurken
150 g weiße Zwiebeln
200 ml Weißweinessig
100 ml Weißwein
400 ml Wasser
100 g Zucker
8 Wacholderbeeren
8 Pimentkörner
1 TL Senfsaat
1 EL Salz
4 kleine Lorbeerblätter
8 Zweige Dill
4 Zweige Bohnenkraut (hier: getrocknet aus’m Garten)

(1) Als erstes die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel gründlich mit Spüliwasser abwaschen und mit heißem, klarem Wasser ausspülen. Die Gläser und Deckel in den kalten Ofen geben, auf 120°C anschalten und wenn die Temperatur erreicht ist, mindestens 10 Minuten sterilisieren lassen.
(2) Zwischenzeitlich die Gurken mit einer Gemüsebürste in lauwarmem Wasser gründlich waschen.
(3) Für den Sud die Zwiebeln häuten, in feine Scheiben schneiden und mit Essig, Weißwein, Wasser, Zucker, Wacholderbeeren, Pimentkörnern, Senfsaat und Salz zugedeckt 5 Minuten kochen lassen.
(4) Die heißen, jetzt trockenen Gläser und Deckel aus dem Ofen holen und auf ein Holzbrett stellen. Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze stellen. Die Gurken zusammen mit Lorbeer, Dill und Bohnenkraut auf die Gläser verteilen. Man kann die Gurken auch gut halbieren oder vierteln, damit die Gläser voll werden. Den heißen Würzsud gleichmäßig auf die Gläser verteilen und zuschrauben. Bitte vorsichtig sein, es ist alles noch heiß!
(5) Die Gläser in eine größere Auflaufform stellen, so dass sie sich nicht berühren, die Auflaufform samt Gläser auf die erste Stufe in den Ofen stellen. Dann etwa 5 cm hoch heißes (!) Wasser einfüllen (hier etwa 2l). Die Gläser samt Füllung und das zugegossene Wasser müssen immer in etwa die gleiche Temperatur haben, sonst klappt das mit dem Einkochen nicht. Die Gläser 30 Minuten im Ofen lassen. Dabei fängt die Flüssigkeit an zu oerlen.
(6) Nach der halben Stunde die Gläser wirklich vorsichtig aus dem Ofen holen, die Gläaser sind heiß und das Wasser schwabbt ja auch immer noch in der Auflaufform rum. Die Gläser auf einem Holzbrett auf den Kopf stellen (das zischt ordentlich, weil der Deckel ja auch „mitgebacken“ wurde *g*) und so auskühlen lassen.
(7) Mindestens 3 Wochen ziehen lassen und dann

genießen!

Kühl und dunkel gelagert sollten sie einige Monate haltbar sein.

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.),  (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter. p 59

Klassische Pfefferkuchen

So richtig klassische Pfefferkuchen hatte ich noch nie gebacken. Und die richtig klassischen auch noch nie gegessen … Ich kannte bisher nur die weichen Lebkuchen, die ich (bis auf die Elisenlebkuchenpremiere dieses Jahr) auch noch nie gebacken hatte. Die Rezepte im alten Backbuch meiner Oma hörte sich einfach an: Honig, Mehl und Gewürze verkneten, ein wenig Pottasche dazu, fertig. Besonders angenehm fand ich, dass der Teig auch einige Zeit gelagert werden kann und man so die Zubereitung entzerren kann, an einem Tag den Teig vorbereiten, an einem anderen Tag innerhalb der nächsten 8 Wochen einfach verbacken. Der Teig selbst hat eine komische Konsistenz, einerseits ist er durch die Honig klebrig, andererseits doch wieder nicht. Ich habe dann irgendwann angefangen, ihn nur noch mit Einmalhandschuhen anzufassen. Da klebte er nicht so schlimm dran, wie an meinen Fingern. Aber er lässt sich gut ausrollen und ausstechen. Nur zu filigrane Ausstecher sollte man nicht verwenden, da die Plätzchen im Ofen noch ein wenig aufgehen und die Form so etwas verschwimmt. Deshalb auch Platz zwischen den Teigrohlingen lassen, jetzt nicht 10 cm, aber auch nicht nur 0,5 cm. Im Ofen waren sie relativ schnell fertig, wenn sie etwas braun geworden sind, aber noch nicht verbrannt. Zu blass sollten sie auch nicht bleiben, sonst kleben sie aneinander fest in der Aufbewahrungsdose.

Ich mag die Pfefferkuchen, auch wenn ich überrascht war wie knusprig, ja um ehrlich zu sein, ein wenig hart sie waren. Man sollte sie schon ein wenig liegen lassen, vielleicht sogar ein Stückchen Apfel mit in die Blechdose geben, damit sie schneller etwas weicher werden. Vielleicht hilft auch sie mit Schokolade zu überziehen, aber da bin ich ja eh kein großer Fan von, also hab ich es auch sein gelassen. So ein, zwei der Pfefferkuchen sind schon sehr gut zum besinnlichen Adventskaffee :-)

Honig-Pfefferkuchen

Zutaten für 3-4 Bleche:
500 g Honig
500 g Mehl
gute Prise Salz
1 EL Lebkuchengewürz
1 EL Kakao
50 g gehackte Mandeln
2 EL Rum
10 g Pottasche

(1) Den Honig erwärmen, damit er zerfließt. Das Mehl mit dem Salz und den Gewürzen, Kakao und Mandeln mischen. Die Pottaschen im Rum auflösen.
(2) Die Mehlmischung esslöffelweise unter den Honig kneten, zuletzt die aufgelöste Pottasche zugeben und alles gut miteinander verkneten. Falls der Teig noch zu sehr klebt mehr Mehl zugeben (war bei mir nötig). Der Teig hat eine gleichzeitig klebende und nichtklebende Konsistenz. Die geneigte Leserschaft wird schon mitkriegen was ich meine.
(3) Den Teig mindestens 24 Stunden ruhen lassen, er kann allerdings auch schon 3-8 Wochen im Voraus vorbereitet werden und dann abgedeckt an einem trockenen, nicht zu warmen Ort gelagert werden.
(4) Wenn man backen will, den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(5) Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche portionsweise ca. 0,5 cm dick ausrollen (hier haben sich bei mir Einmalhandschuhe bewährt zum Teiganfassen). Formen der Wahl ausstechen (Kreise, Vierecke, Sterne, Herzen, Monde; Lämmchen). Auf der mittleren Stufe etwa 10-15 Minuten backen. Das hängt von der Dicke und Größe der Pfefferkuchen ab.

Wer mag kann sie noch mit Schokoladenglasur überziehen und verzieren. Sie sind zu Anfang knusprig hart, werden nach einige Wochen in einer Blechdose aber weicher. Sie eigenen sich gut zum Tunken in Kaffee oder Kakao.

Einfach genießen!

Quelle: Fuchs, P.-E. (1953): Unser Backbuch. Verlag für die Frau. Leipzig. p 81

Mürbestes Orangen-Haselnuss-Shortbread

Synchronkochen mit der weit, weit weg lebenden Frau Kochschlampe ist ja schon eine kleine Tradition bei uns, aber in der Vorweihnachtszeit backen wir auch gerne per Videochat zusammen, wenn wir uns schon nicht live und in Farbe sehen können (wie noch im Dezember 2011). Da sind natürlich ein paar kleine organisatorische Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen: ein Rezept, das wir beide mögen (kein Kokos, der ist für mich ist Hauptausscheidegrund) und ein Rezept, dass relativ einfach ist, nicht zu lange dauert, keine seltsamen langen Teigruhezeiten hat. Frau Kochschlampe schlug mir Orangen-Haselnuss-Shortbread vor, dass in ihrem Haushalt von allen Mitgliedern heiß und innig geliebt und offensichtlich nur so eingeatmet wird. Haselnüsse hören sich gut, Orangen noch viel besser und die Zubereitung ist ein Kinderspiel.

Wirklich wichtig ist das Rösten der Haselnüsse. Wenn die geneigte Leserschaft mal eine frisch geröstete Haselnuss gekostet hat, ihr werdet nie wieder eine ungeröstete auch nur angucken wollen! Am einfachsten geht das im Ofen: einfach den Ofen auf 180°C vorheizen, die Haselnüsse auf einem Backblech verteilen und etwa 10 Minuten backen lassen bis die Nüsse dunkel, fast schwarz sind. Die Nüsse ein wenig abkühlen lassen und dann so ca. 2 handvoll in ein Küchenhandtuch geben, gut das Handtuch rubbeln, damit die bittere Schale von den Nüssen kommt. Das geht erstaunlich gut. Und schwupps hat man höchstaromatische Haselnüsschen. Der Rest vom Keks ist ganz einfach. Die Nüsse noch schreddern, alle Zutaten miteinander verkneten bis der Teig hält. Dann werden auf einem Blech zwei Teigfladen geformt und gebacken. Fertig.

Und die sind wirklich so lecker! Sehr schön nussig mit wunderbarem Orangenaroma und so mürbe, dass sie schon beim Angucken anfangen, sich zu verkrümeln ;-) Großartig! Die wird’s öfter geben!

Orangen-Halsenuss-Shortbread

Zutaten für 24 Stück:
1 1/2 Cup Haselnüsse (geröstet und Haut abgerubbelt)
1 1/2 Cup Mehl
1/2 Cup brauner Zucker (plus 2 EL zum Bestreuen)
140 g Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
1 1/2 TL abgeriebene Orangenzeste (1 Bio-Orange)
1/4 TL grobes Salz

(1) Einige Zeit vor dem Backen die Nüsse nach der Beschreibung oben rösten und enthäuten. Die Nüsse in einer Küchenmaschine mittelfein mahlen.
(2) Kurz bevor man mit dem Teig beginnt die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
(3) Den Ofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
(4) Das Mehl mit Nüssen, Zucker, Butter, Zeste und dem Salz verkneten und zu einem Ball formen. Den Teig halbieren und auf das Backblech geben. Zwei Fladen von etwa 17 cm Durchmesser mit den Händen formen. Mit einem Messer 12 Stücke darauf vorzeichnen. Mit jeweils 1 EL Dekozucker bestreuen.
(5) In den Ofen schieben und in 15-20 Minuten golden backen. 10-15 Minuten abkühlen lassen und noch warm in insgesamt 24 Stücke schneiden.

Abkühlen lassen und in Blechdosen aufbewahren oder gleich

genießen!

Quelle: Kochen für SchlampenOrangen-Haselnuss-Shortbread

Morgenländisches Gemüseragout

So alle paar Wochen sammeln sich so komische Gemüsereste in meinem Kühlschrank an. Da brauchte ich doch nicht die Aubergine. Huch, die halbe Paprikaschote will auch dringend verbraucht werden. Da dümpeln auch noch ein paar Möhren rum und Zwiebel ist ja eh immer da. Gut, also ein Gemüseragout zu Reis für mich. Aber in welche Richtung soll es gehen? Italienisch? Indisch? Orientalisch? Ach, italienisch mach ich so oft, gescheite Currypaste ist auch nicht da, also bleibt nur eine morgenländische Version. Die Grundaromen sind mir vertraut und so mörserte ich schnell meine eigene Gewürzmischung zusammen. Koriander und Kreuzkümmel sind obligatorisch, Paprikapulver schadet auch nicht und erst recht nicht das rosenscharfe. Und eine Prise Zimt, wirklich nur eine Prise, wir wollen ja kein Weihnachtsragout.

Und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ein wunderbares, leicht scharfes (für andere wahrscheinlich nicht spürbar, für mich grenzwertig *g*) Ragout, dass dazu – mag es kaum sagen – ich befürchte noch gesund ist durch das viele Gemüse und die kleinen Kichererbsen, die die letzten 10 Minuten noch mitköcheln. Kichererbsen rocken! Natürlich wurde es mal wieder viel zu viel für mich allein, aber es lässt sich gut einfrieren, so dass 2 Portionen in den TK wanderten. Ich der geneigten Leserschaft nur empfehlen öfter mal ein bißchen zu improvisieren, mit unterschiedlichen Aromen, mit verschiedenen Aromen. Lasst Euch inspirieren!

Morgenländisches Gemüseragout

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel
1 große Knoblauchzehe
1/2 Paprikaschote
1 Möhre
1 mittelgroße Aubergine
2-3 EL Olivenöl
Gewürzmischung
2 EL Tomatenmark
1 kleine Dose Tomaten (400 g)
1 kleine Dose Kichererbsen (400 g)

gerne noch gehackte Petersilie oder Koriander zum Bestreuen

Gewürzmischung:
1 TL Korianderkörner
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 TL Salz
1 TL Pfeffer
1 gute Prise Zimt

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten. Die Zwiebel halbieren und in Halbmonde schneide, die Knoblauchzehe in feine Scheiben. Die halbe Paprikaschote in größere Würfel schneiden. Die Möhre putzen, schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Aubergine halbieren und in ca. 1,5-2 cm groß würfeln.
(2) Für die Gewürzmischung alle Zutaten in einen Mörser geben und einige Minuten mit dem Stößel zerreiben bis die dann ehemals ganzen Körner mittelfein sind.
(3) In einem mittelgroßen Schmortopf das Olivenöl bei mittelhoher Temperatur erhitzen. Die Zwiebelhalbringe und Möhrenwürfel zugeben, ein wenig andünsten lassen. Die Knoblauchscheiben zufügen und mitdünsten bis sie anfangen zu duften. Dann den Topf von der Flamme nehmen und die Gewürzmischung unterrühren. Aufpassen, dass die Gewürze nicht verbrennen. Sobald sie duften, das Tomatenmark gut unterrühren. Die Paprika- und Auberginenwürfel zufügen und ca. 3 Minuten mit andünsten. Die Tomaten zufügen. Die Tomatendose mit Wasser füllen und dazu gießen, gut durchrühren. Deckel drauf und etwa 30 Minuten schmoren lassen.
(4) Die Kichererbsen in ein Sieb geben und unter fließendem kalten Wasser abspülen. Die letzten 10 Minuten zum Ragout geben und offen zu Ende köcheln lassen, damit das Ragout ein wenig eindickt. Nochmal abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlt.

Wenn vorhanden mit Petersilie oder Koriander bestreuen.

Zusammen mit Reis, Couscous, Bulgur oder einfachem Fladenbrot servieren und

genießen!

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