Archiv für den Tag 5. Dezember 2013

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Suppen gehen hier ja immer und wenn ich bei der geliebten Familie in Ungarn bin, ist Suppe sogar ein täglicher Bestandteil des Mittagstischs, die obligatorische Sonntagsbrühe,  kalte Obstsuppe an heißen Tagen oder einfache Gemüsesuppe? Großartig! Ich liebe sie alle! Im jüdischen Kochbuch von Eszter sprach mich gleich beim ersten Durchblättern damals die Pilzsuppe an. Nun hatte ich noch nie Pilze in Ungarn gegessen, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich nie zur Pilzsaison da war oder vielleicht aus einer Familie von Pilzignoranten stamme. Man weiß es nicht …

Jedenfalls hörte sich die Suppe lecker an und auch relativ schnell zuzubereiten. Man braucht keine langen Kochzeiten und hat innerhalb von 45 Minuten ein schönes wärmendes, sättigendes Süppchen im Teller. Etwas überrascht war ich bei der Würzung, es kommt natürlich Paprika mit rein, aber auch Kümmel und zum Schluss wird die Suppe mit Petersilie und rohen Zwiebelwürfelchen bestreut. Interessanterweise ist jeder Bestandteil essentiell wichtig, sonst schmeckt sie nicht so rund. Besonders die Zwiebelwürfel waren spannend! Mal was anderes! Auch schön fand ich die Csipetke darin als Sättigungsbeilage. Csipetke sind ja sowas wie die selbstgemachte Universalsuppennudel der Ungarn und total simpelst. Für eine Suppe von 4 Portionen reicht es 1 Ei mit Salz und soviel Mehl zu verkneten, dass ein fester Teig entsteht. Und von diesem Teigbrocken werden dann kleine Bröckchen abgezupft, die dann gleich in die Suppe fallen und garen. Benutzt man für Blumenkohlsuppen, Erbsensuppe oder auch fleischhaltige Suppen wie Gulaschsuppe. So kriegt wirklich jeder selbstgemachte Nudeln in die Suppe.

So, und was ist jetzt so jüdisch daran? Ich glaube, dass besondere für Juden ist halt, dass die Pilzsuppe sowohl ohne Fleisch als auch ohne Milchprodukte auskommt und man so als zweiten Gang entweder ein nettes Fleischgericht gewählt werden kann oder eine süße Mehlspeise und trotzdem noch das ganze Mahl koscher sein kann. Aber egal, ob man jetzt jüdischen Glaubens ist oder nicht, ich kann nur jedem empfehlen diese Suppe nachzukochen! Tolles Süppchen!

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Zutaten für 4 Portionen als 1. Gang:
1 handvoll getrocknete Pilze
300 g frische Champignons
2 Möhren
1 Petersilienwurzel
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Öl
Salz
3 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
1 TL Kümmel
2 EL Mehl
1 Bund Petersilie

Für die Csipetke:
1 Ei
1 TL Salz
ca. 6 EL Mehl

(1) Zuerst die getrockneten Pilze einweichen, dafür die Pilze in einen Kaffeebecher geben und mit kochendem Wasser übergießen bis die Tasse voll ist. Dann das Gemüse vorbereiten. Die Pilze putzen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Die Möhren und Petersilienwurzel schälen und in dünnere Scheiben schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten und jeweils fein würfeln. Die Würfel einer Zwiebel zur Seite stellen. Die fertig eingeweichten Pilze durch ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen und auf 600 ml mit Wasser auffüllen. Große Pilzstücke in mundgerechte Stücke schneiden.
(2) Den Teig für die Csipetke kneten. Dafür das Ei mit dem Salz verrühren und dann nach und nach das Mehl (eventuell etwas mehr oder weniger) zufügen und so lange kneten bis ein fester Teig entstanden ist.
(3) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam ca. 5 Minuten andünsten. Die Möhren- und Petersilienwurzelscheiben zufügen, salzen und wiederum 5 Minuten dünsten lassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver einstreuen. Verrühren. Zurück auf den Herd stellen und sofort die Pilze unterrühren. So lange unter gelegentlichem Rühren andünsten bis die Pilze anfangen Wasser zu ziehen. Wenn das Wasser größtenteils verdampft ist, den Kümmel, Knoblauch und Mehl unterrühren. Das Wasser angießen und bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen.
(4) Sobald das Wasser in der Suppe ist, die Csipekte in die Suppe zupfen. Dafür den Teig in die Hand nehmen und mit zwei Finger kleine Teigbröckchen abzupfen und in die Suppe fallen lassen. Zwischendurch immer mal wieder die zupfenden Finger bemehlen, damit der Teig nicht so dran klebt. So lange kochen bis die Csipetke gar sind, das dauert nicht allzu lang.
(5) Die Petersilie waschen, trocknen und hacken. In die Suppe streuen.

Die Suppe auf den Tellern verteilen und mit der rohen Zwiebel bestreut,

genießen!

Quelle: Bodrogi, E. (2008): Füszer és lélek. Zsidó konyha itt és most. p

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