Klassische Pfefferkuchen

So richtig klassische Pfefferkuchen hatte ich noch nie gebacken. Und die richtig klassischen auch noch nie gegessen … Ich kannte bisher nur die weichen Lebkuchen, die ich (bis auf die Elisenlebkuchenpremiere dieses Jahr) auch noch nie gebacken hatte. Die Rezepte im alten Backbuch meiner Oma hörte sich einfach an: Honig, Mehl und Gewürze verkneten, ein wenig Pottasche dazu, fertig. Besonders angenehm fand ich, dass der Teig auch einige Zeit gelagert werden kann und man so die Zubereitung entzerren kann, an einem Tag den Teig vorbereiten, an einem anderen Tag innerhalb der nächsten 8 Wochen einfach verbacken. Der Teig selbst hat eine komische Konsistenz, einerseits ist er durch die Honig klebrig, andererseits doch wieder nicht. Ich habe dann irgendwann angefangen, ihn nur noch mit Einmalhandschuhen anzufassen. Da klebte er nicht so schlimm dran, wie an meinen Fingern. Aber er lässt sich gut ausrollen und ausstechen. Nur zu filigrane Ausstecher sollte man nicht verwenden, da die Plätzchen im Ofen noch ein wenig aufgehen und die Form so etwas verschwimmt. Deshalb auch Platz zwischen den Teigrohlingen lassen, jetzt nicht 10 cm, aber auch nicht nur 0,5 cm. Im Ofen waren sie relativ schnell fertig, wenn sie etwas braun geworden sind, aber noch nicht verbrannt. Zu blass sollten sie auch nicht bleiben, sonst kleben sie aneinander fest in der Aufbewahrungsdose.

Ich mag die Pfefferkuchen, auch wenn ich überrascht war wie knusprig, ja um ehrlich zu sein, ein wenig hart sie waren. Man sollte sie schon ein wenig liegen lassen, vielleicht sogar ein Stückchen Apfel mit in die Blechdose geben, damit sie schneller etwas weicher werden. Vielleicht hilft auch sie mit Schokolade zu überziehen, aber da bin ich ja eh kein großer Fan von, also hab ich es auch sein gelassen. So ein, zwei der Pfefferkuchen sind schon sehr gut zum besinnlichen Adventskaffee :-)

Honig-Pfefferkuchen

Zutaten für 3-4 Bleche:
500 g Honig
500 g Mehl
gute Prise Salz
1 EL Lebkuchengewürz
1 EL Kakao
50 g gehackte Mandeln
2 EL Rum
10 g Pottasche

(1) Den Honig erwärmen, damit er zerfließt. Das Mehl mit dem Salz und den Gewürzen, Kakao und Mandeln mischen. Die Pottaschen im Rum auflösen.
(2) Die Mehlmischung esslöffelweise unter den Honig kneten, zuletzt die aufgelöste Pottasche zugeben und alles gut miteinander verkneten. Falls der Teig noch zu sehr klebt mehr Mehl zugeben (war bei mir nötig). Der Teig hat eine gleichzeitig klebende und nichtklebende Konsistenz. Die geneigte Leserschaft wird schon mitkriegen was ich meine.
(3) Den Teig mindestens 24 Stunden ruhen lassen, er kann allerdings auch schon 3-8 Wochen im Voraus vorbereitet werden und dann abgedeckt an einem trockenen, nicht zu warmen Ort gelagert werden.
(4) Wenn man backen will, den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(5) Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche portionsweise ca. 0,5 cm dick ausrollen (hier haben sich bei mir Einmalhandschuhe bewährt zum Teiganfassen). Formen der Wahl ausstechen (Kreise, Vierecke, Sterne, Herzen, Monde; Lämmchen). Auf der mittleren Stufe etwa 10-15 Minuten backen. Das hängt von der Dicke und Größe der Pfefferkuchen ab.

Wer mag kann sie noch mit Schokoladenglasur überziehen und verzieren. Sie sind zu Anfang knusprig hart, werden nach einige Wochen in einer Blechdose aber weicher. Sie eigenen sich gut zum Tunken in Kaffee oder Kakao.

Einfach genießen!

Quelle: Fuchs, P.-E. (1953): Unser Backbuch. Verlag für die Frau. Leipzig. p 81

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4 Kommentare zu “Klassische Pfefferkuchen

  1. richensa 8. Dezember 2013 um 20:33 Reply

    So ähnlich ist das Rezept meiner Großmutter auch, der Teig wurde schon Anfang November bei ihr hergestellt und dann im Steinzeugtopf auf dem kühlen Balkon gelagert.
    Wir Kinder hatten natürlich unsere Freude mit der Oma die Pfefferkuchen auszustechen und zu backen. Richtig lecker waren sie dann nach der Lagerung zu Weihnachten. Eine dünne Glasur kam noch drauf, ein bissi Zitronensaft und Puderzucker.

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    • Anikó 8. Dezember 2013 um 20:54 Reply

      Sowas hab ich mit meiner Oma leider nie gemacht, aber habe Oma immer im Dezember dann zu meinem und Herrn Papas Geburtstag gesehen, da waren andere Sachen als Plätzchenbacken wichtig ;-) Aber ich kriege auch gerade mit, dass die lange Lagerung ihnen nicht schadet, im Gegenteil :-)

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  2. lillylandfein 9. Dezember 2013 um 12:28 Reply

    Sie sind so knusprig/hart, weil sie zu dünn sind. Ich hab auch meine ganze Kindheit mit meiner Omi Pfefferkuchen gebacken und mache sie heute noch sehr gern selbst. Eigentlich wird der Teig auf ein Backblech gegeben. Dann mit halben Mandeln, oder evtl. kandierten Kirschen verziert, gebacken und hinterher in Stücke geschnitten. Sie sollten dann etwa 1-1,5 cm dick sein. Hier zur Anschauung mal ein Foto. So gemacht, sind Pfefferkuchen absolut lecker! http://www.weihnachten-online.org/blog/lebkuchen-rezept/

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    • Anikó 9. Dezember 2013 um 12:35 Reply

      Hmm, die Dicke kann tatsächlich der Grund sein. Im Rezept stand was von 1 cm dick ausrollen, aber das kann ich irgendwie nicht, es fühlt sich falsch an. Nächstes Jahr versuche ich es nochmal :-) Aber danke für den Tipp!

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