Archiv für den Monat Dezember 2013

Klassische Pfefferkuchen

So richtig klassische Pfefferkuchen hatte ich noch nie gebacken. Und die richtig klassischen auch noch nie gegessen … Ich kannte bisher nur die weichen Lebkuchen, die ich (bis auf die Elisenlebkuchenpremiere dieses Jahr) auch noch nie gebacken hatte. Die Rezepte im alten Backbuch meiner Oma hörte sich einfach an: Honig, Mehl und Gewürze verkneten, ein wenig Pottasche dazu, fertig. Besonders angenehm fand ich, dass der Teig auch einige Zeit gelagert werden kann und man so die Zubereitung entzerren kann, an einem Tag den Teig vorbereiten, an einem anderen Tag innerhalb der nächsten 8 Wochen einfach verbacken. Der Teig selbst hat eine komische Konsistenz, einerseits ist er durch die Honig klebrig, andererseits doch wieder nicht. Ich habe dann irgendwann angefangen, ihn nur noch mit Einmalhandschuhen anzufassen. Da klebte er nicht so schlimm dran, wie an meinen Fingern. Aber er lässt sich gut ausrollen und ausstechen. Nur zu filigrane Ausstecher sollte man nicht verwenden, da die Plätzchen im Ofen noch ein wenig aufgehen und die Form so etwas verschwimmt. Deshalb auch Platz zwischen den Teigrohlingen lassen, jetzt nicht 10 cm, aber auch nicht nur 0,5 cm. Im Ofen waren sie relativ schnell fertig, wenn sie etwas braun geworden sind, aber noch nicht verbrannt. Zu blass sollten sie auch nicht bleiben, sonst kleben sie aneinander fest in der Aufbewahrungsdose.

Ich mag die Pfefferkuchen, auch wenn ich überrascht war wie knusprig, ja um ehrlich zu sein, ein wenig hart sie waren. Man sollte sie schon ein wenig liegen lassen, vielleicht sogar ein Stückchen Apfel mit in die Blechdose geben, damit sie schneller etwas weicher werden. Vielleicht hilft auch sie mit Schokolade zu überziehen, aber da bin ich ja eh kein großer Fan von, also hab ich es auch sein gelassen. So ein, zwei der Pfefferkuchen sind schon sehr gut zum besinnlichen Adventskaffee :-)

Honig-Pfefferkuchen

Zutaten für 3-4 Bleche:
500 g Honig
500 g Mehl
gute Prise Salz
1 EL Lebkuchengewürz
1 EL Kakao
50 g gehackte Mandeln
2 EL Rum
10 g Pottasche

(1) Den Honig erwärmen, damit er zerfließt. Das Mehl mit dem Salz und den Gewürzen, Kakao und Mandeln mischen. Die Pottaschen im Rum auflösen.
(2) Die Mehlmischung esslöffelweise unter den Honig kneten, zuletzt die aufgelöste Pottasche zugeben und alles gut miteinander verkneten. Falls der Teig noch zu sehr klebt mehr Mehl zugeben (war bei mir nötig). Der Teig hat eine gleichzeitig klebende und nichtklebende Konsistenz. Die geneigte Leserschaft wird schon mitkriegen was ich meine.
(3) Den Teig mindestens 24 Stunden ruhen lassen, er kann allerdings auch schon 3-8 Wochen im Voraus vorbereitet werden und dann abgedeckt an einem trockenen, nicht zu warmen Ort gelagert werden.
(4) Wenn man backen will, den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(5) Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche portionsweise ca. 0,5 cm dick ausrollen (hier haben sich bei mir Einmalhandschuhe bewährt zum Teiganfassen). Formen der Wahl ausstechen (Kreise, Vierecke, Sterne, Herzen, Monde; Lämmchen). Auf der mittleren Stufe etwa 10-15 Minuten backen. Das hängt von der Dicke und Größe der Pfefferkuchen ab.

Wer mag kann sie noch mit Schokoladenglasur überziehen und verzieren. Sie sind zu Anfang knusprig hart, werden nach einige Wochen in einer Blechdose aber weicher. Sie eigenen sich gut zum Tunken in Kaffee oder Kakao.

Einfach genießen!

Quelle: Fuchs, P.-E. (1953): Unser Backbuch. Verlag für die Frau. Leipzig. p 81

Mürbestes Orangen-Haselnuss-Shortbread

Synchronkochen mit der weit, weit weg lebenden Frau Kochschlampe ist ja schon eine kleine Tradition bei uns, aber in der Vorweihnachtszeit backen wir auch gerne per Videochat zusammen, wenn wir uns schon nicht live und in Farbe sehen können (wie noch im Dezember 2011). Da sind natürlich ein paar kleine organisatorische Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen: ein Rezept, das wir beide mögen (kein Kokos, der ist für mich ist Hauptausscheidegrund) und ein Rezept, dass relativ einfach ist, nicht zu lange dauert, keine seltsamen langen Teigruhezeiten hat. Frau Kochschlampe schlug mir Orangen-Haselnuss-Shortbread vor, dass in ihrem Haushalt von allen Mitgliedern heiß und innig geliebt und offensichtlich nur so eingeatmet wird. Haselnüsse hören sich gut, Orangen noch viel besser und die Zubereitung ist ein Kinderspiel.

Wirklich wichtig ist das Rösten der Haselnüsse. Wenn die geneigte Leserschaft mal eine frisch geröstete Haselnuss gekostet hat, ihr werdet nie wieder eine ungeröstete auch nur angucken wollen! Am einfachsten geht das im Ofen: einfach den Ofen auf 180°C vorheizen, die Haselnüsse auf einem Backblech verteilen und etwa 10 Minuten backen lassen bis die Nüsse dunkel, fast schwarz sind. Die Nüsse ein wenig abkühlen lassen und dann so ca. 2 handvoll in ein Küchenhandtuch geben, gut das Handtuch rubbeln, damit die bittere Schale von den Nüssen kommt. Das geht erstaunlich gut. Und schwupps hat man höchstaromatische Haselnüsschen. Der Rest vom Keks ist ganz einfach. Die Nüsse noch schreddern, alle Zutaten miteinander verkneten bis der Teig hält. Dann werden auf einem Blech zwei Teigfladen geformt und gebacken. Fertig.

Und die sind wirklich so lecker! Sehr schön nussig mit wunderbarem Orangenaroma und so mürbe, dass sie schon beim Angucken anfangen, sich zu verkrümeln ;-) Großartig! Die wird’s öfter geben!

Orangen-Halsenuss-Shortbread

Zutaten für 24 Stück:
1 1/2 Cup Haselnüsse (geröstet und Haut abgerubbelt)
1 1/2 Cup Mehl
1/2 Cup brauner Zucker (plus 2 EL zum Bestreuen)
140 g Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
1 1/2 TL abgeriebene Orangenzeste (1 Bio-Orange)
1/4 TL grobes Salz

(1) Einige Zeit vor dem Backen die Nüsse nach der Beschreibung oben rösten und enthäuten. Die Nüsse in einer Küchenmaschine mittelfein mahlen.
(2) Kurz bevor man mit dem Teig beginnt die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
(3) Den Ofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
(4) Das Mehl mit Nüssen, Zucker, Butter, Zeste und dem Salz verkneten und zu einem Ball formen. Den Teig halbieren und auf das Backblech geben. Zwei Fladen von etwa 17 cm Durchmesser mit den Händen formen. Mit einem Messer 12 Stücke darauf vorzeichnen. Mit jeweils 1 EL Dekozucker bestreuen.
(5) In den Ofen schieben und in 15-20 Minuten golden backen. 10-15 Minuten abkühlen lassen und noch warm in insgesamt 24 Stücke schneiden.

Abkühlen lassen und in Blechdosen aufbewahren oder gleich

genießen!

Quelle: Kochen für SchlampenOrangen-Haselnuss-Shortbread

Morgenländisches Gemüseragout

So alle paar Wochen sammeln sich so komische Gemüsereste in meinem Kühlschrank an. Da brauchte ich doch nicht die Aubergine. Huch, die halbe Paprikaschote will auch dringend verbraucht werden. Da dümpeln auch noch ein paar Möhren rum und Zwiebel ist ja eh immer da. Gut, also ein Gemüseragout zu Reis für mich. Aber in welche Richtung soll es gehen? Italienisch? Indisch? Orientalisch? Ach, italienisch mach ich so oft, gescheite Currypaste ist auch nicht da, also bleibt nur eine morgenländische Version. Die Grundaromen sind mir vertraut und so mörserte ich schnell meine eigene Gewürzmischung zusammen. Koriander und Kreuzkümmel sind obligatorisch, Paprikapulver schadet auch nicht und erst recht nicht das rosenscharfe. Und eine Prise Zimt, wirklich nur eine Prise, wir wollen ja kein Weihnachtsragout.

Und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ein wunderbares, leicht scharfes (für andere wahrscheinlich nicht spürbar, für mich grenzwertig *g*) Ragout, dass dazu – mag es kaum sagen – ich befürchte noch gesund ist durch das viele Gemüse und die kleinen Kichererbsen, die die letzten 10 Minuten noch mitköcheln. Kichererbsen rocken! Natürlich wurde es mal wieder viel zu viel für mich allein, aber es lässt sich gut einfrieren, so dass 2 Portionen in den TK wanderten. Ich der geneigten Leserschaft nur empfehlen öfter mal ein bißchen zu improvisieren, mit unterschiedlichen Aromen, mit verschiedenen Aromen. Lasst Euch inspirieren!

Morgenländisches Gemüseragout

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel
1 große Knoblauchzehe
1/2 Paprikaschote
1 Möhre
1 mittelgroße Aubergine
2-3 EL Olivenöl
Gewürzmischung
2 EL Tomatenmark
1 kleine Dose Tomaten (400 g)
1 kleine Dose Kichererbsen (400 g)

gerne noch gehackte Petersilie oder Koriander zum Bestreuen

Gewürzmischung:
1 TL Korianderkörner
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 TL Salz
1 TL Pfeffer
1 gute Prise Zimt

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten. Die Zwiebel halbieren und in Halbmonde schneide, die Knoblauchzehe in feine Scheiben. Die halbe Paprikaschote in größere Würfel schneiden. Die Möhre putzen, schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Aubergine halbieren und in ca. 1,5-2 cm groß würfeln.
(2) Für die Gewürzmischung alle Zutaten in einen Mörser geben und einige Minuten mit dem Stößel zerreiben bis die dann ehemals ganzen Körner mittelfein sind.
(3) In einem mittelgroßen Schmortopf das Olivenöl bei mittelhoher Temperatur erhitzen. Die Zwiebelhalbringe und Möhrenwürfel zugeben, ein wenig andünsten lassen. Die Knoblauchscheiben zufügen und mitdünsten bis sie anfangen zu duften. Dann den Topf von der Flamme nehmen und die Gewürzmischung unterrühren. Aufpassen, dass die Gewürze nicht verbrennen. Sobald sie duften, das Tomatenmark gut unterrühren. Die Paprika- und Auberginenwürfel zufügen und ca. 3 Minuten mit andünsten. Die Tomaten zufügen. Die Tomatendose mit Wasser füllen und dazu gießen, gut durchrühren. Deckel drauf und etwa 30 Minuten schmoren lassen.
(4) Die Kichererbsen in ein Sieb geben und unter fließendem kalten Wasser abspülen. Die letzten 10 Minuten zum Ragout geben und offen zu Ende köcheln lassen, damit das Ragout ein wenig eindickt. Nochmal abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlt.

Wenn vorhanden mit Petersilie oder Koriander bestreuen.

Zusammen mit Reis, Couscous, Bulgur oder einfachem Fladenbrot servieren und

genießen!

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Suppen gehen hier ja immer und wenn ich bei der geliebten Familie in Ungarn bin, ist Suppe sogar ein täglicher Bestandteil des Mittagstischs, die obligatorische Sonntagsbrühe,  kalte Obstsuppe an heißen Tagen oder einfache Gemüsesuppe? Großartig! Ich liebe sie alle! Im jüdischen Kochbuch von Eszter sprach mich gleich beim ersten Durchblättern damals die Pilzsuppe an. Nun hatte ich noch nie Pilze in Ungarn gegessen, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich nie zur Pilzsaison da war oder vielleicht aus einer Familie von Pilzignoranten stamme. Man weiß es nicht …

Jedenfalls hörte sich die Suppe lecker an und auch relativ schnell zuzubereiten. Man braucht keine langen Kochzeiten und hat innerhalb von 45 Minuten ein schönes wärmendes, sättigendes Süppchen im Teller. Etwas überrascht war ich bei der Würzung, es kommt natürlich Paprika mit rein, aber auch Kümmel und zum Schluss wird die Suppe mit Petersilie und rohen Zwiebelwürfelchen bestreut. Interessanterweise ist jeder Bestandteil essentiell wichtig, sonst schmeckt sie nicht so rund. Besonders die Zwiebelwürfel waren spannend! Mal was anderes! Auch schön fand ich die Csipetke darin als Sättigungsbeilage. Csipetke sind ja sowas wie die selbstgemachte Universalsuppennudel der Ungarn und total simpelst. Für eine Suppe von 4 Portionen reicht es 1 Ei mit Salz und soviel Mehl zu verkneten, dass ein fester Teig entsteht. Und von diesem Teigbrocken werden dann kleine Bröckchen abgezupft, die dann gleich in die Suppe fallen und garen. Benutzt man für Blumenkohlsuppen, Erbsensuppe oder auch fleischhaltige Suppen wie Gulaschsuppe. So kriegt wirklich jeder selbstgemachte Nudeln in die Suppe.

So, und was ist jetzt so jüdisch daran? Ich glaube, dass besondere für Juden ist halt, dass die Pilzsuppe sowohl ohne Fleisch als auch ohne Milchprodukte auskommt und man so als zweiten Gang entweder ein nettes Fleischgericht gewählt werden kann oder eine süße Mehlspeise und trotzdem noch das ganze Mahl koscher sein kann. Aber egal, ob man jetzt jüdischen Glaubens ist oder nicht, ich kann nur jedem empfehlen diese Suppe nachzukochen! Tolles Süppchen!

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Zutaten für 4 Portionen als 1. Gang:
1 handvoll getrocknete Pilze
300 g frische Champignons
2 Möhren
1 Petersilienwurzel
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Öl
Salz
3 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
1 TL Kümmel
2 EL Mehl
1 Bund Petersilie

Für die Csipetke:
1 Ei
1 TL Salz
ca. 6 EL Mehl

(1) Zuerst die getrockneten Pilze einweichen, dafür die Pilze in einen Kaffeebecher geben und mit kochendem Wasser übergießen bis die Tasse voll ist. Dann das Gemüse vorbereiten. Die Pilze putzen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Die Möhren und Petersilienwurzel schälen und in dünnere Scheiben schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten und jeweils fein würfeln. Die Würfel einer Zwiebel zur Seite stellen. Die fertig eingeweichten Pilze durch ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen und auf 600 ml mit Wasser auffüllen. Große Pilzstücke in mundgerechte Stücke schneiden.
(2) Den Teig für die Csipetke kneten. Dafür das Ei mit dem Salz verrühren und dann nach und nach das Mehl (eventuell etwas mehr oder weniger) zufügen und so lange kneten bis ein fester Teig entstanden ist.
(3) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam ca. 5 Minuten andünsten. Die Möhren- und Petersilienwurzelscheiben zufügen, salzen und wiederum 5 Minuten dünsten lassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver einstreuen. Verrühren. Zurück auf den Herd stellen und sofort die Pilze unterrühren. So lange unter gelegentlichem Rühren andünsten bis die Pilze anfangen Wasser zu ziehen. Wenn das Wasser größtenteils verdampft ist, den Kümmel, Knoblauch und Mehl unterrühren. Das Wasser angießen und bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen.
(4) Sobald das Wasser in der Suppe ist, die Csipekte in die Suppe zupfen. Dafür den Teig in die Hand nehmen und mit zwei Finger kleine Teigbröckchen abzupfen und in die Suppe fallen lassen. Zwischendurch immer mal wieder die zupfenden Finger bemehlen, damit der Teig nicht so dran klebt. So lange kochen bis die Csipetke gar sind, das dauert nicht allzu lang.
(5) Die Petersilie waschen, trocknen und hacken. In die Suppe streuen.

Die Suppe auf den Tellern verteilen und mit der rohen Zwiebel bestreut,

genießen!

Quelle: Bodrogi, E. (2008): Füszer és lélek. Zsidó konyha itt és most. p

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