Archiv für den Monat Januar 2014

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Und weil im Dezember so viele Geschenkanlässe für mich sind, muss ich hier mal ein wenig mit den tollen Geschenken der Familie und Freunde angeben ;-) Ich freu mich so über jedes einzelne, egal ob gekauft oder selbstgemacht, ob kleiner Deko-Artikel oder Haushaltsartikel oder was zu essen …

Als erstes zeige ich Euch allerdings keine richtigen Geschenke, eher ein Erbe. Die beste Oma, die man sich vorstellen kann, ist vor mittlerweile fast 13 Jahren gestorben (und fehlt uns immer noch sehr!), aber ein Teil ihrer Sachen liegt noch immer in Lieblingstantes Keller. Als ich das Wochenende nach Weihnachten mal wieder nach Wismar fuhr, wurde die Kiste für mich hoch geholt und Tante und ich stöberten zusammen durch. Lieblingstante sortierte einiges aus, ich sackte einiges ein, dass ich gebrauchen kann, schön finde oder einfach nur Erinnerungen sind.

Sobald ich das erste Glas aus der Zeitung wickelte, hatte es mir dieses Likör-Set angetan. Nicht, dass ich auf einmal angefangen hätte, Alkohol zu trinken. Aber ist es nicht bezaubernd mit dem Goldrand und den zarten Gravuren auf dem Glas? Und vielleicht mögen ja zukünftige Gäste etwas daraus trinken?

Auch einige andere Sachen wurden für mich bruchsicher verpackt: ein großer Untersetzer (brauchte ich schon lange), ein Fensterbild aus Glas, dass Oma in einem Frankreich-Urlaub erstand, eine Kuchenplatte aus Glas mit leicht verschwurbeltem Muster, eine weiße Vase (ich hab nur zwei Vasen bisher, eindeutig zu wenig) und eine kleine Bonboniere.

Von meinen Eltern bekam ich zum Geburtstag und Weihnachten Küchenkram. Und zwar schöner und praktischer Küchenkram! Diese Keramik-Dosen hat Mama im Antiquariat erspäht und für mich mitgenommen. Leider ist beim Einpacken im Laden dem Mitarbeiter ein Deckel runtergefallen. Kann eine Dose auch als Kochlöffelbehälter verwenden :-)

Bei uns hat es sich auch eingebürgert, dass wir tatsächlich gefragt werden und Wünsche äußern zu Geburtstagen und Weihnachten, weil meist ist man als Schenkender ja doch ideenlos … Schon lange hatte ich vor Nudeln selbst zu machen, bin aber zu ungeschickt veranlagt, um sie durch eine manuelle Nudelmaschine zu dengeln. Aber für die KitchenAid gibt es ja Aufsätze, die ich mir dann wünschte.

Und zusätzlich finde ich es ganz praktisch einen Fleischwolf zu haben, damit ich nicht nur Rinder- oder Mischhack kaufen kann, sondern auch mal ein Stück Hähnchen oder Fisch oder das ganz normale Hackfleisch selbst durchdrehen kann und weiß wirklich, was drin ist. Ich freue mich schon auf den ersten Einsatz der beiden neue Spielzeuge!

Natürlich gab es auch Bücher! Ich liebe Bücher und habe eigentlich schon viel zu viele davon, erst Recht Kochbücher. Aber hey, eine Sammelleidenschaft braucht der Mensch, oder? Das ganz linke Buch „A history of food in 100 recipes“ habe ich von der besten Steffi zum Geburtstag bekommen und es ist ganz großartig! Das wird nochmal genauer vorgestellt, nachdem ich es durchgelesen habe. Es ist eigentlich mehr ein Lese-, denn Kochbuch. Dann habe ich von Zwerg „Jamie’s 15 Minutes Meals“ bekommen. Sehr schön! Auch wenn mir klar ist, dass ich für die meisten Gerichten mehr als 15 Minuten brauchen werde, nicht die richtige Küchenausstattung, langsamer Herd und Ofen, bin ich doch auf der Suche nach neuen schnellen Rezepten. In nächster Zeit wird sich einiges ändern, so dass ich nicht mehr wahnsinnig viel Zeit und Kraft zum Kochen haben werde. Dann hat mir Zwerg noch ein Buch von Gordon Ramsay gekauft mit gesunden Rezepten, wobei es jetzt nicht explizit um Vollkornnudeln und Naturreis geht und auch nicht fettlos, aber mit gesunden, frischen Zutaten. Ein paar schöne nachkochenswerte Rezepte habe ich in „Gesund schmeckt besser“ schon erspäht. Und dann das einzige Nicht-Kochbuch. Beim gemeinsamen Weihnachtsmarktbummel von Frau Mama und Zwerg entdeckten sie „Weihnachten so wunderschön“ und waren sich sofort einige, dass ich das brauche. Es ist ein Kinderbuch ja, aber ein literarischer Adventskalender, mit einer Geschichte für jeden Tag vom 1. bis 26. Dezember. Ich habe schon reingelesen, wirklich schön!

Und dann hat Zwerg so fleißig für mich genäht, ohne auch nur etwas anzudeuten. Ganz links sieht man eine Wendetasche, innen weihnachtlich, außen maritim, mit wasserfestem Boden und noch extra Befestigungsmöglichkeit für ein Schlüsselband und kleines Portemonnaie, daneben ist ein schön großes Kissen aus wundervollen Märchenstoff, einmal Prinzessinnen und auf der nicht sichtbaren Seite Rotkäppchen. Davor liegen total coole Fuchshandschuhe und ein passender Loopschal. Perfekt bei dieser Kälte und farblich wunderbar zu meinem schwarzen Mantel!

Auch kulinarisch dachte Zwerg an mich und hat mir einige Leckereien von ihrem letzten Kopenhagen-Trip Anfang Dezember mitgebracht. Ganz links sieht man Karamelle, dann eine Muminbackform (samt Rezept auf finnisch auf dem Zettel) und stilechte Popcorn-Tüten. Davor liegen zwei Tafeln Marabu-Schokolade, Apfelsinen-Krokant liebte ich schon immer, aber diese Salzlakritz-Variante! Der Hammer! Großartigst! Süchtigmachend! Und weil ich mir in letzter Zeit öfters Popcorn machte, brauchte Zwerg mir noch Gourmet-Popcorn von Zaramama mit. Das ist Popcorn aus den ursprünglichen Sorten Mais und nicht aus der modernen Sorte, die man überall bekommt. Sobald ich die durchprobiert habe, berichte ich. Aber die Farben sind schon mal lustig…

Zu guter letzt noch kleine Deko-Artikel, ein weißer Elch, ein geupcycleter Schneemann von der Nähmarie, eine Sauciere (hatte ich bisher noch nicht, was mir an meinem Geburtstag beim Rinderschmorbraten auffiel) und eine Butterdose, die nach dem alten Prinzip funktioniert.

Danke! Danke! Danke an alle, die so lieb an mich gedacht haben!

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Geburtstagsdinner: Rinderschmorbraten mit hausgemachtem Rotkohl und Petersiliewurzel-Kartoffelbrei

In den Dezember fallen für mich nicht nur Weihnachten und Silvester, Herr Papa, der Coladieb und meine Wenigkeit können auch ihre Geburtstage im letzten Monat des Jahres feiern. Herr Papa und ich sogar an eigentlich fast demselben Tag *g* Nun bin ich nicht der Typ für große Partys. Hab momentan weder Lust noch Kraft noch monetäre Möglichkeiten da viel vorzubereiten und irgendwie verteilen sich die Freunde auch wieder mal in ganz Deutschland. Das Los des Uni-Mitarbeiters mit befristeten Arbeitsverträgen.

Trotzdem machte ich mir einen gemütlichen Tag, der mit einem typischen Anikó-Frühstück begann:

Ein Eichen, gekochter selbstgeräucherter Schinken mit Senf und Meerrettich plus einem Brötchen mit Kirschmarmelade. Das stärkt erstmal für ein paar Stunden.

Aber so ein bisschen wollte ich meinen Geburtstag schon feiern und habe die Ärztin und den Coladieb zu einem netten Abendessen eingeladen. Der Ärztin war nach klassischem Schmorbraten mit Rotkohl. Na, das kriegen wir doch hin! Gut, so einen Rinderschmorbraten hatte ich noch nicht wirklich gemacht, aber Schmoren ist ja an sich nicht so schwierig. Beim Metzger des Vertrauens habe ich ein schönes Stück Rind besorgt und aus einigen Rezepten im Internet mein eigenes zusammen gebastelt.

Das schöne an so einem Schmorbraten ist, dass er wenig Arbeit und Aufmerksamkeit erfordert und es den Gästen auch nicht allzu Krumm nimmt, wenn sie ein wenig später kommen.

Man kann in Ruhe den Tisch decken …

… und schon die Hühnerbrühe, die noch im Tiefkühler schlummerte (ein Hoch auf’s Vorratskochen), auftauen und die Einlagen (Nüdelchens, Gemüse) vorbereiten, die es als Vorspeise geben soll.

Und dann ist irgendwann auch der Braten fertig und darf bewundert werden …

Klassischer Rinderschmorbraten

Zutaten für 6-8 Portionen:
2 Möhren
2 Petersilienwurzeln
2 Zwiebeln
1,5 kg Rinderschmorbraten
Salz, Pfeffer
2+2 EL neutrales Öl
2 EL Tomatenmark
2 EL brauner Zucker
250 ml Rotwein
500 ml Brühe (Rinder-, Gemüse- oder Hühnerbrühe)
1 Lorbeerblatt

(1) Den Schmorbraten ca. 1 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt aus dem Kühlschrank holen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.
(2) Die Möhren und Petersilienwurzeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und ebenfalls Würfeln.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) In einem großen Bräter, der in den Ofen darf, 2 EL Öl erhitzen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und dann im Bräter von tatsächlich allen Seiten, auch den kurzen anbraten. Dabei ruhig etwas Geduld haben. Das Fleisch rausnehmen und auf einem Teller zwischenparken. Das Gemüse in den Bräter geben und bei mittelhoher Hitze einige Minuten anbraten. Salzen, pfeffer. Dann das Tomatenmark und den braunen Zucker hinzu fügen und mit anrösten. Mit dem Wein ablöschen und einige Minuten einkochen lassen. Das Fleisch wieder einlegen, die Brühe angießen, Lorbeerblatt dazu und zum Kochen bringen. Deckel drauf und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
(5) Nach der Zeit den Braten kontrollieren, ob er zart ist. Das Fleisch rausnehmen und mit Alufolie abgedeckt zur Seite stellen. Das Lorbeerblatt aus der Sauce fischen und das Gemüse in der Sauce mit dem Pürierstab fein pürieren. Falls sie etwas zu dick sein sollte, mit ein wenig Wasser (oder Wein verlängern), wenn sie zu dünnflüssig sein sollte, etwas einkochen lassen.

Den Braten in dünne Scheiben aufschneiden und zusammen mit den Beilagen servieren.

Genießen!

Ein wunderbarer Braten, total zart und würzig mit einer schön sämigen Sauce, die ganz ohne Bindemittel auskam. Dazu gab es bei mir ganz unkompliziert und gut vorbereitbar Rotkohl nach Petra von „Chili und Ciabatta“ und Petersilienwurzel-Kartoffelbrei.

Der Rotkohl ist ein Standard geworden in meiner Küche und ich kann beileibe nicht verstehen, warum die Leute immer noch zu Gläsern greifen. Ja, ich gebe zu, er ist nicht so schnell gemacht wie einfach Glas auf und erwärmen. Man muss schon einen Tag Marinierzeit einplanen und etwa 20 Minuten reine Arbeitszeit, um den Kohl vorzubereiten. Er wird einfach nur feingehobelt (per Hand mit einem scharfen Messer oder per Küchenmaschine) und dann mit den restlichen Zutaten vermischt und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag mariniert gelassen. Wenn man ihn dann schmurgeln will, einfach Zwiebeln andünsten, etwas Zucker darauf karamellisieren lassen, den Kohl samt Marinade dazu kippen und 45-60 Minuten schmoren lassen. Auch total unkompliziert und man muss wirklich nicht die gesamte Zeit daneben stehen und den Rotkohl mit Pompoms anfeuern ;-) Und der Geschmack ist so unvergleichlich besser! Ernsthaft! Wurde mir schon von verschiedenen, von mir mit Rotkohl bekochten Leuten versichert. Probiert es ruhig aus und macht gleich eine größere Portion, damit ich noch was einkochen oder einfrieren könnt! Es lohnt sich wirklich!

Rotkohl mit Balsamico

Zutaten für ca. 6 Portionen:
1 mittelkleiner Kopf Rotkohl
1 Apfel

Für die Marinade:
125 ml Madeira
80 ml Balsamico
1 Orange, Saft
125 ml Rotwein
1/2 TL Zimt
2 Sternanis
1 TL Koriander, gemörsert
2 Pimentkörner
3 Nelken
Salz, Pfeffer

2 EL Butterschmalz oder neutrales Öl
1 1/2 EL brauner Zucker
2 Zwiebeln
1 EL rote Marmelade

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen, vierteln, die Strünke heraus schneiden und fein hobeln (per Hand oder in der Küchenmaschine). Die Apfel waschen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Gewürze für die Marinade in einen Papierteefilter geben, die restlichen Marinade-Zutaten verrühren und mit Salz, Pfeffer zum Rotkohl geben. Gut durchrühren und über Nacht abgedeckt an einem kühlen Ort marinieren lassen.
(2) Am nächsten Tag die Zwiebeln häuten und in Streifen schneiden. Das Butterschmalz/Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebelstreifen hinzufügen und andünsten. Mit dem braunen Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Den Rotkohl samt Marinade hinzufügen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 45-60 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss die Marmelade unterrühren und nochmals abschmecken, ob etwas fehlt.

Genießen!

Quelle: nach „Chili und Ciabatta“ – Rotkraut mit Balsamico

Da ich nicht so der Dessert-Held bin, bat ich die Ärztin darum und sie brachte diese kleinen Röllekes mit. Der Großteil mit Schoki-Creme gefüllt, der kleinere Teil mit Schinken und Käsecreme. Großartig!

Ich hatte einen so schönen Tag, ruhig, gemütlich, etwas in der Küche werkeln, mit netten Menschen lachend und quatschend verbracht. Wirklich leckeres Essen gegessen, dass auch den anderen beiden sehr gut schmeckte. Was will ich mehr!

Heiligabend 2014: Nudelsalat nach „Deutschland vegetarisch“

Jede Familie hat doch so ihre eigenen Weihnachtstraditionen, oder? Manche Familien stellen gar keinen Baum mehr auf, bei uns ist er Pflicht und auch schön bunt darf er sein. Ein ganz großes Muss an unserem Baum sind die ungarischen Weihnachtsbaumbonbons, Szaloncukor genannt auf ungarisch. Diese werden extra für Weihnachten produziert und sind in besonders festliches Papier gewickelt. Als Dekoration wollte Frau Mama dieses Jahr hauptsächlich, die von Zwerg selbstproduzierten Sachen (gebastelt hört sich nicht angemessen genug an) aufhängen, damit sie auch mal strahlen dürfen. Besonders diese hellblauen Sterne fand ich höchstentzückend.

Auch essentechnisch scheint sich Deutschland zu scheiden. Die einen bereiten ihr großes Weihnachtsmenü schon an Heiligabend zu, andere erst am 1. Weihnachtstag. Wir gehören zur zweiten Gruppe, weil ja Heiligtag doch meist noch soviel Stress ist irgendwie … Früher als meine Oma noch lebte und öfter Weihnachten bei uns verbrachte, gab es Heiligabend Karpfen von Herrn Papa zubereitet. Seit sie vor fast 13 Jahren verstorben ist, wollte Zwerg unbedingt mal Kartoffelsalat und Würstchen ausprobieren. Naja gut, kann man haben, finde ich, aber muss nicht sein. Ist mir dann doch ein wenig zu unfestlich … Als es dann an die Planung der letzten Weihnachten ging, überließ Frau Mama uns komplett das Feld. Und was gab es nicht für Diskussionen zwischen Zwerg und mir! Sie hättte am liebsten griechischen Bauernsalat gemacht, von dem ich glaube, dass der nicht mal in Griechenland zu Weihnachten gegessen wird. Wir einigten uns auf gut vorbereitbare Speisen, die nicht nur frisch zubereitet schmecken, sondern auch ein wenig durchziehen dürfen. Und da hatte ich ja schon im November den Nudelsalat „Alte Schule“ aus dem „Deutschland vegetarisch“ ausprobierte, der so großartig war, dass ich nicht nur zweimal hintereinander davon essen, sondern 2,5 Tage meine Mittags- und Abendmahlzeiten davon bestritt. Davon wollte ich halt auch die Familie überzeugen! Großartige Nudelsalatesser sind wir alle nicht und wenn Frau Mama einen gemacht hat, dann mit komischem Fertigdressing. Weil sie es verträgt und weil es ja so bequem und einfach ist. *seufz* Jetzt wollte ich beweisen, dass selbstgemachte Mayonnaise, wie sie in den Salat gehört auch nicht Stunden braucht zum Basteln und mit den richtigen Gewürzen auch ein richtig leckeres Dressing zustande kommen kann.

Und ich hatte Recht, der Salat kam wunderbar an, schmeckte allen vorzüglich! Dazu hatte ich im November Kohlrabi-Schnitzel gemacht, an Weihnachten brieten Herr Papa und Frau Mama noch Schweineschnitzelchen und Klopse. Ich finde die Kombination aus cremig-knackigem Salat mit knusprigen Schnitzelchen (woraus auch immer) wunderbar. Und der Salat erst! Einfach und doch so variabel! Neben der Paprika und den Gewürzgurken kann die geneigte Leserschaft Radieschen, Erbsen, Mais, Kohlrabi, Käsestreifen reinschnippeln. Auf was immer ihr Lust habt und Euer Kühlschrank hergibt! Die Mayonnaise mache ich hier tatsächlich mit der Hand und habe herausgefunden, dass wenn man das Öl in einen Messbecher gibt und immer nur soviel zu der Ei-Mischung gibt, wie durch die eigene Körperbewegung immer raus schwappt, trennt sich die Mayo auch nicht. Und was natürlich ganz wichtig ist: Energisch rühren, rühren, rühren. Dann ist innerhalb weniger Minuten ein wunderbar cremiges Sößchen entstanden. Durch die kräftige Würzung mit Paprikapulver und die Zugabe von Schmand und Joghurt wird ein großartiges Nudelsalatdressing daraus.

Bei mir ist der Salat definitiv im Standardrepertoire gelandet! Im Sommer würde ich es wahrscheinlich mit einer eifreien Mayo versuchen, aber das Konzept ist super! Ich kann nur jedem empfehlen, ihn nachzubasteln!

Nudelsalat „Alte Schule“

Zutaten für 4-6 Portionen:
Je 1 rote und gelbe Paprika
Salz
1/2 Stange Porree/Lauch
100 g Gewürzgurken
250 g Spiralnudeln
50 g Mais (TK oder Dose)
50 g TK-Erbsen

Für die Mayonnaise
1 Eigelb
1 EL scharfer Senf
1 TL Weißweinessig
Salz
125 ml Sonnenblumenöl
Achtung alle Zutaten 1,5h vor der Zubereitung aus
dem Kühlschrank holen, sie müssen Zimmertemperatur haben!

Für die Sauce
200 g Joghurt
100 g Schmand
100 ml Gurkenwasser
1 Bund Petersilie
1 Prise Zucker
Pfeffer
1 EL Paprikapulver edelsüß
1-2 TL Paprikapulver rosenscharf
etwas Weißweinessig

(1) Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden. Den Porree putzen und in Ringe schneiden. Diese 1 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren (oder für 2 Minuten in etwas gesalzenem Wasser in der Mikrowelle kochen). Kalt abschrecken und abtropfen lassen. Die Gurken in Scheiben schneiden. Falls der Mais TK ist, zusammen mit den Erbsen in ein Sieb geben und mit kochendem Wasser übergießen und abtropfen lassen. Ansonsten den Mais aus der Dose abtropfen lassen und alle Zutaten in eine Schüssel geben, die groß genug ist für den gesamten Salat.
(2) Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser bissfest kochen. Abgießen, abschrecken und in einem Sieb abtropfen lassen.
(3) Als nächstes wird die Mayonnaise zubereitet. Keine Angst, das ist ganz einfach! Eigelb mit Senf und Essig verrühren. Kräftig salzen. Während man das Ei-Gemisch mit einem Schneebesen rührt, das Öl erst tröpfchenweise, dann in einem dünnen Strahl dazu geben. Immer energisch weiter rühren. Vielleicht auch mal zwischendurch kein Öl dazu geben, sondern alles gut rühren, damit es emulgiert. Das gesamte Öl zugeben und so lange rühren, bis eine dickliche Mayonnaise entstanden ist.
(4) Die Mayonnaise mit Schmand, Joghurt, Gurkenwasser, Paprikapulver, Salz, Zucker und Pfeffer kräftig abschmecken.
(5) Petersilie hacken und mit den lauwarmen Nudeln und der Sauce unter das vorbereitete Gemüse mischen. Kosten, abschmecken, fehlt noch was?

Kann sofort genossen werden, aber auch einige Stunden ziehen. Dann den Salat mit etwas Joghurt, Milch oder Gurkenwasser wieder auflockern.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 79

Buntes Weihnachtsessen – Lila Brombeer-Crumble

Geplant war ja eigentlich ein anderes Dessert, aber da Zwerg mal wieder nicht aus den Puschen kam, übernahm Frau Mama die Dessertverantwortung. Aus dem „Nigella Express“ lachte Frau Mama wohl schon länger dieser Crumble mit Brombeeren an. Und da Frau Mama eine bestimmte Menge an Brombeeren fructosemäßig ganz gut verträgt und sie eh schon aufgetaut waren für den nicht zustandegekommenen Trifle, wurden schnell noch die gesunden Streusel geknetet und nach dem Hähnchen in den Ofen geschoben. Was ich so beobachtet habe, ging das wirklich schnell alles. Frau Mama brauchte keine 15 Minuten. Und ich befürchte so ein klitzeklein bißchen gesund ist es auch noch durch die Haferflocken und die Nüsse.

Frau Mama und ich fanden es äußerst gelungen und würden es glatt öfters essen. Herr Papa ist nicht der weltgrößte Haferflocken-Fan und Zwerg fand es gleichzeitig zu marmeladig und gesundschmeckend. Ts. Aber das Leben ist nun mal nicht nur Vanillepudding!

Ich kann nur empfehlen diesen Crumble auch mal nachzumachen. Er ist wunderbar variabel, keine Brombeeren im Haus? Kein Ding, nehmt TK-Heidelbeeren gemischt mit einem Apfel oder was ihr halt sonst noch an Obstresten da habt. Auch bei den Nusszutaten muss man sich nicht sklavisch an die Liste von Nigella halten, so hat Frau Mama noch ein paar Pinienkerne untergeschmuggelt, die vorm Ranzigwerden gerettet werden mussten.

Brombeeren-Haferflocken-Nuss-Crumble

Zutaten für 4-6 Portionen:
125 g Butter
60 g Haferflocken
40 g gehobelte Mandeln
30 g Sonnenblumenkerne
15 g Pinienkerne
70 g Mehl
1 TL gemahlener Zimt
75 g brauner Zucker
500 g Brombeeren (frisch oder aufgetaute TK-Ware)
2 TL Speisestärke
50 g Zucker

(1) Den Ofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Butter in einem kleinen Topf oder in einer Schale in der Mikrowelle schmelzen und zur Seite stellen.
(2) Die Haferflocken, Mandeln, Sonnenblumen- und Pinienkerne mit dem Mehl und dem Zimt in einer Schüssel mischen.
(3) Die Brombeeren in eine weite, flache Auflaufform (etwa 750 ml Fassungsvermögen) füllen. Wenn aufgetaute Tk-Brombeeren benutzt werden, den Saft mit reingeben. Mit der Speisestärke und Zucker bestreuen und vorsichtig unterrühren.
(4) Die Butter unter die Haferflockenmischung rühren und das ganze über die Brombeeren geben, so dass sie nur teilweise bedeckt sind.
(5) Im heißen Ofen 25 Minuten backen.

Genießen!

Dazu passt Eiscreme oder Schlagsahne oder, wie bei uns, einfacher Joghurt mit Vanille und Zucker gewürzt.

Quelle: Lawson, Nigella (2007): Nigella Express. Dorling Kindersley. London. p 52

Buntes Weihnachtsessen – Tafelspitzsülze

So ein Weihnachtsessen darf doch ruhig mehrgängig sein, oder? Also jetzt werden das bei uns keine sieben Gänge, aber so Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise sind schon drin, auch wenn ich dann wirklich auf die Portionsgröße achten muss. So viel wie früher kann ich nicht mehr essen … Ich hatte in einer der letzten essen & trinken ein Rezept für eine Tafelspitzsülze gesehen und dachte das könnte passen. Bis auf Zwerg mögen wir alle Sülze, aber sie kriegt dann halt die Suppe mit ordentlich Nudeln und Gemüse, die ich ja auch für die Sülze brauchte. Das ist auch das wunderbare an dieser Vorspeise – sie lässt sich gut vorbereiten und gleichzeitig hat man noch die Suppe und den Großteil des Tafelspitzes, um weitere Mahlzeiten zu bestreiten.

So ein bisschen Manschetten hatte ich vor der Arbeit mit der Gelatine, die soll ja manchmal so ein bisschen zickig sein. Aber gleichzeitig dachte ich, dass wenn man sich an die Bastelanleitung hält, sollte das ja alles klappen. Hefeteige und ich sind ja auch gute Freunde :-) Eigentlich ist das Rezept auch ganz einfach, erfordert nur ein wenig Schnippelarbeit und dann eben Geduld bis die Sülze fest geworden ist. Der Suppenfond wird mit dem wirklich fein gewürfelten Gemüse aufgekocht und wirklich stark gewürzt, da die Gelatine einen Großteil der Würzung schluckt. Die restlichen Zutaten werden nur in den Schalen geschichtet und dann eben mit dem Fond, in dem die Gelatine aufgelöst wurde, übergossen. Dabei gibt es wohl einige Regeln, die man beim Kochen mit Gelatine beachten sollte:

  • Die Gelatine etwa 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
  • Die Gelatine darf nicht aufgekocht werden! Den Topf mit der heißen Flüssigkeit, in der die Gelatine aufgelöst werden soll, immer vom Herd nehmen!
  • Dosierung:
    Cremespeisen – 8 Blatt Gelatine (13 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Feste Gelees – 12 Blatt Gelatine (20 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Richtig feste Cremes – 16 Blatt Gelatine ( 27 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit

Aber wenn man sich daran hält, kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Und die Sülze fand ich wirklich lecker! Leider war es etwas zu viel für uns als Vorspeise, diese vier Portionen sind definitiv Hauptgerichte, zu denen Bratkartoffeln wirklich gut passen würden. Sie ist zwar ordentlich säuerlich, aber das gehört sich doch so, eine langweilig schmeckende Sülze will ja auch niemand essen. Ich kann der geneigten Leserschaft also nur empfehlen, diese Sülze mal auszuprobieren!

Tafelspitzsülze

Zutaten für 4 Portionen als Hauptgericht:
je 80 g Möhre, Knollensellerie und Lauch
1 kleine Zwiebel
700 ml Tafelspitzfond
1 Lorbeerblatt
1 Stiele Petersilie
120 ml Weißweinessig
Zucker
Salz
1 El helle Senfsaat
10 Blätter weiße Gelatine
Pfeffer
8 Kirschtomaten
6 Cornichons
2 Eier , (Kl. M; hart gekocht)
200 g gegarter Tafelspitz

(1) Möhre und Sellerie schälen und sehr fein würfeln. Den Lauch putzen, waschen und ebenfalls sehr fein würfeln. Die Zwiebel in Ringe schneiden.
(2) Den Tafelspitzfond mit dem Lorbeerblatt, Petersilienzweigen, Essig, 2 EL Zucker und 1,5 EL Salz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Die Würzmengen hören sich vielleicht viel an, müssen aber so sein, da die Gelatine Aromen schluckt.
(3) Lorbeer und Petersilie entfernen. Senfsaat, Möhren- und Selleriewürfel in den Fond geben und 5 Minuten bissfest garen. Zwiebelringe und Lauch zugeben und kurz mitgaren.
(4) Die Gelatineblätter laut Packungsanweisung 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Gelatine mit der Hand ausdrücken und im Fond unter Rühren auflösen. Der Fond darf nicht mehr kochen! Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
(5) Die Tomaten halbieren, Cornichons in feine Scheiben schneiden, Eier pellen und längs halbieren. Den Tafelspitz fein würfeln. Auf vier Schalen mit je ca. 250 ml verteilen. Fond und Gemüse in den Schalen verteilen. Mindestens 6 Stunden, besser über Nacht abgedeckt kalt stellen.

Am besten mit Bratkartoffeln zusammen

genießen!

Quelle: essen & trinken 11/13

Buntes Weihnachtsessen – rot, orange, braun, grün, knusprig

Bei uns ist ja traditionell das Essen des ersten Weihnachtsfeiertages das aufwendigste. Leider ist es bei uns immer etwas schwierig zu finden, was allen schmeckt, also die Fleischkomponente. Ente wäre ja traditionell, leider kann Zwerg denen so gar nichts abgewinnen (Gans übrigens auch nicht). Einen schönen Rinderbraten, z.B. ein großes Roastbeef fänden Frau Mama, Zwerg und ich ganz toll. So schön rosa gebraten. Leider ist Herr Papa eher ein Vertreter der Schuhsohlenfraktion, so dass es sich wirklich nicht lohnt da Geld in ein schönes Stück Rind zu investieren. Dieses Jahr schlug Zwerg dann ein Brathähnchen vor. Ja, gut, darauf können wir uns alle einigen. Als Beilagen gab es sehr buntes:

  • grüne Petersilienkartoffeln: Dafür normale Salzkartoffeln kochen, ein Bund Petersilie fein hacken. Die gekochten Kartoffeln abschütten und auf der heißen Herdplatte etwas ausdampfen lassen. Dann ein gutes Stück Butter und die Petersilie zugeben bis die Petersilie etwas zusammen gefallen ist.
  • orange Vanillemöhrchen
  • Rote Bete-Salat mit Feta: Vorgegarte Rote Bete raspeln, Petersilie und etwas Minze fein hacken. Mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, Zitronensaft und weißem Balsamico anmachen. Zum Schluss den Feta drüber krümeln und etwas durchziehen lassen.
  • Creme-Champignons: Die cremigen Champignons machten wir zwei Tage hintereinander auf unterschiedliche Art und Weise und uns hat folgende besser geschmeckt – Zwiebelwürfel glasig andünsten, fein gewürfelten Knoblauch dazu schmeißen bis er duftet. Dann die in Scheiben geschnittenen Champignons dazu und die abgezupften Blättchen einiger Thymianzweige, salzen, pfeffern und etwas andünsten lassen bis sie fast gar sind. Dann mit ein wenig Mehl abstäuben, es gut unterrühren und mit Milch auffüllen. Gut durchrühren und so lange köcheln bis eine cremige Sauce entstanden ist und die Champignons gar sind.

Aber das Highlight war für mich wirklich das Hähnchen! Wir haben uns ein Butterhähnchen aus Schleswig-Holstein geleistet, jetzt fragt mich aber nicht, ob die Butter in ihr Futter gemischt bekommen. Und dieses habe ich relativ puristisch auf unserem Hähnchenbräter zubereitet. Einfach nur Salz, Pfeffer, eine halbierte Zitrone in den Bauch und etwas Thymian unter die Haut. Mein größtes Problem, wie bei Frau Neudecker, war immer festzustellen, wann das Hähnchen gar ist, aber noch nicht puptrocken. Irgendwo las ich, dass man beim Hähnchen von 20 Minuten Garzeit je 400 g Fleisch ausgeht plus 20 Minuten extra. Bei unserem fast 2 kg Hähnchen sind das dann 120 Minuten. 100 (5 x20) Minuten für die 2 kg Hähnchen und den restlichen 20 Minuten für die Knusprigkeit. Ich habe den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze benutzt, schon zu oft las ich, dass Umluft zu sehr austrocknet. Also rechtzeitig in den Ofen geschoben und warten und immer mal wieder einen Blick durch die Glastür des Ofens riskiert. Und irgendwie war es nach den 2 Stunden tatsächlich perfekt. Gar, aber noch saftig, fein würzig. Um zu erkennen, ob es gar ist, kann man in die dickste Stelle des Schenkels stechen und gucken, ob klarer Saft austritt. Finde ich manchmal aber schwierig zu erkennen. Jamie Oliver meinte mal in einer seiner Sendungen, dass ein Hähnchen gar ist, wenn man den Schenkel leicht „abbrechen“ könnte, also einfach ein wenig am Beinchen entgegen des Gelenks ziehen und wenn es leicht runterkommen würde, ist das Hähnchen gar.

Und weil es so gut gelungen ist (vielleicht war es auch nur Zufall), darf es beim Event „Hendls für Frau Neudecker“ von „Food for angels and devils“ teilnehmen. Ich hoffe bei den ganzen tollen Ideen und Tipps werden Frau Neudeckers zukünftigen Hähnchen nicht mehr an einer Staublunge sterben ;-)

Hendls für Frau Neudecker

Saftiges Zitronen-Thymian-Brathähnchen

Zutaten für 4 große Portionen:
1 Hähnchen von guter Qualität (ca. 2 kg)
Salz, Pfeffer
1 Zitrone
einige Zweige frischer Thymian

(1) Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
(2) Das Hähnchen innen und außen waschen, gut mit Küchenkrepp abtrocknen. Ordentlich innen und außen salzen und pfeffern. Die Zitrone halbieren und in den Bauch des Hähnchens legen. Das Hähnchen dann mit Brustseite nach oben vor sich legen und vorsichtig mit den Fingern die Haut vom Fleisch lösen, das geht erstaunlich einfach. Unter die gelöste Haut vom Brustfleisch und den Keulen die Thymianzweiglein verteilen.
(3) Das fertig vorbereitete Hähnchen auf einen Hähnchenbräter stellen und in den Ofen stellen. Für 2 Stunden braten.
(4) Das Hähnchen ist gar, wenn klarer Saft aus dem Schenkel kommt, wenn man ihn an der dicksten Stelle anpiekt und sich der Schenkel ganz leicht vom Hähnchen abmachen ließe. Das Hähnchen locker mit Alufolie abgedeckt ca. 15 Minuten ruhen lassen.

Tranchieren und mit den anderen Beilagen

genießen!

In den nächsten Beiträgen zeige ich Euch dann noch die wirklich leckere, aber zu reichhaltige Vorspeise und den spontanen Nachtisch. Seid gespannt!

Jahreswechsel im Kreise der Lieben

Silvester, der letzte Tag des Jahres … Irgendwie ein Tag wie fast jeder andere für mich. Ich gestehe, ich bin äußert silvestermuffelig! Ich mag es nicht auf Kommando Partylaune zu haben, ich kann die Böllerei auf den Tod nicht leiden und stehe wirklich wirklich total ungern irgendwo in der Kälte rum, nur um mir ein paar explodierende Raketen am Himmel anzugucken. Nee, das ist nicht meins …

Der Morgen begann wieder mit einem schön dramatischen Sonnenaufgang:

Täuscht mich mein Gefühl oder sind im Winter die Sonnenaufgänge wirklich dramatischer als im Sommer? Oder verschlafe ich die farbenreichen Sonnenaufgänge in der warmen Jahreszeit immer, weil sie so früh am Tage passieren?

Und weil die Familie so begeistert ist vom selbstgebackenen Kartoffelbrot, hab den Vormittag ich gleich die doppelte Menge gebacken:

Frau Mama war beim ersten Kosten doch sehr überrascht, dass sie einen so großen Unterschied zum Brot vom Bäcker schmeckte und dass es so viel besser war. Sogar Zwerg bestellte sich bei mir Brot und Brötchen für ihren Tiefkühler. Erstaunlich! So buk ich in meinen drei Wochen Heimataufenthalt bestimmt viermal das Kartoffelbrot und zweimal die Zipferlbrötchen. Und wenn es der Familie dann so gut schmeckt, backe ich umso lieber :-)

Meine zweite Küchenaufgabe für den Tag waren marinierte Paprikaschoten. die in einem 30minütigen Leerlauf des Ofens zwischen den Broten, im selbigen rösteten, damit die Schale sich leicht lösen lässt. Ich mag so meditative Aufgaben wie Paprikaschoten enthäuten oder Möhren klein würfeln. Das sind alles keine Strafarbeiten für mich … Marinierte Paprikaschoten mag ich besonders gerne mit ihrer Süße, die sich durch das Rösten entwickelt und dann als Kontrast ein paar frische Kräuter und Zitronensaft. Tolles Zeug! Ich mache es gerne ein wenig auf Vorrat und belege dann Abendbrotstullen damit, passt hervorragend zu Kochschinken, Käse und ähnliches. Es hält sich auch ein paar Tage in einem sauberen Glas gelagert im Kühlschrank. Muss mir demnächst mal wieder ein paar Schoten holen …

Marinierte Paprikaschoten

Zutaten für 4 Portionen:
3 Paprikaschoten (gelb, rot)
1/2 Knoblauchzehe
einige Zweiglein frischer Thymian
Salz, Pfeffer
1/2 Bio-Zitrone
4-5 EL Olivenöl

(1) Den Ofen auf 250°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocken, vierteln und die Kerne herausschneiden. Auf das Backblech legen mit der Hautseite nach oben. Für ca. 30 Minuten in den heißen Ofen schieben, bis die Haut schwarz verbrannt ist. Erst dann lässt sie sich wirklich leicht von der Paprika lösen.
(3) Die schwarzgerösteten Paprikaschoten in eine Schüssel geben, abdecken (Folie, Duschhaube, Decke) und so lange abkühlen lassen bis man sie anfassen kann. Die Haut dann vorsichtig von den Schoten abziehen und in schmale Streifen schneiden.
(4) Die Knoblauchzehe ganz fein würfeln, die Blätter von den Thymianzweigen streifen. Von der Bio-Zitrone die Schale abreiben und den Saft auspressen. Alles mit den Paprikastreifen vermischen und einige Zeit (mindestens 1 Stunde) marinieren lassen. Wenn sie am selben Tag verbraucht werden, können sie bei Raumtemperatur stehen bleiben. Ansonsten im Kühlschrank parken.

Als Beilage zu Fondue, Abendbrot oder als Vorspeise

genießen!

Abends dann der gemütliche Teil, das große Brutzeln aka Fondue im alten 80er Jahre Fondue-Set meiner Eltern:

Traditionell gibt es bei uns Fettfondue mit Wiener Würstchen, Bratwurst, kleinen Klopsen und Schnitzelfleisch. Dazu das frisch gebackene Brot und ein wenig Gemüse und die marinierten Paprikaschoten. Saucen habe ich diesmal nicht selbst gemacht, die gekauften schmeckten auch zum Brot. Eine große Gefahr ist ja immer das sich-zu-voll-Fressen, aber da sagt mein Körper zum Glück mittlerweile rechtzeitig Bescheid :-) Nebenbei guckten wir die zweite Staffel von „Downton Abbey“. Auch so lässt sich ein Silvesterabend ganz gut verbringen :-)

Anstoßen zu Mitternacht, ein wenig der Böllerei und den Raketenabschüssen im Stadtteil zugucken und dann ins Bett. Wir sind sehr entspannt in 2014 rüber gekommen!

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