Archiv für den Monat Januar 2014

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Und weil im Dezember so viele Geschenkanlässe für mich sind, muss ich hier mal ein wenig mit den tollen Geschenken der Familie und Freunde angeben ;-) Ich freu mich so über jedes einzelne, egal ob gekauft oder selbstgemacht, ob kleiner Deko-Artikel oder Haushaltsartikel oder was zu essen …

Als erstes zeige ich Euch allerdings keine richtigen Geschenke, eher ein Erbe. Die beste Oma, die man sich vorstellen kann, ist vor mittlerweile fast 13 Jahren gestorben (und fehlt uns immer noch sehr!), aber ein Teil ihrer Sachen liegt noch immer in Lieblingstantes Keller. Als ich das Wochenende nach Weihnachten mal wieder nach Wismar fuhr, wurde die Kiste für mich hoch geholt und Tante und ich stöberten zusammen durch. Lieblingstante sortierte einiges aus, ich sackte einiges ein, dass ich gebrauchen kann, schön finde oder einfach nur Erinnerungen sind.

Sobald ich das erste Glas aus der Zeitung wickelte, hatte es mir dieses Likör-Set angetan. Nicht, dass ich auf einmal angefangen hätte, Alkohol zu trinken. Aber ist es nicht bezaubernd mit dem Goldrand und den zarten Gravuren auf dem Glas? Und vielleicht mögen ja zukünftige Gäste etwas daraus trinken?

Auch einige andere Sachen wurden für mich bruchsicher verpackt: ein großer Untersetzer (brauchte ich schon lange), ein Fensterbild aus Glas, dass Oma in einem Frankreich-Urlaub erstand, eine Kuchenplatte aus Glas mit leicht verschwurbeltem Muster, eine weiße Vase (ich hab nur zwei Vasen bisher, eindeutig zu wenig) und eine kleine Bonboniere.

Von meinen Eltern bekam ich zum Geburtstag und Weihnachten Küchenkram. Und zwar schöner und praktischer Küchenkram! Diese Keramik-Dosen hat Mama im Antiquariat erspäht und für mich mitgenommen. Leider ist beim Einpacken im Laden dem Mitarbeiter ein Deckel runtergefallen. Kann eine Dose auch als Kochlöffelbehälter verwenden :-)

Bei uns hat es sich auch eingebürgert, dass wir tatsächlich gefragt werden und Wünsche äußern zu Geburtstagen und Weihnachten, weil meist ist man als Schenkender ja doch ideenlos … Schon lange hatte ich vor Nudeln selbst zu machen, bin aber zu ungeschickt veranlagt, um sie durch eine manuelle Nudelmaschine zu dengeln. Aber für die KitchenAid gibt es ja Aufsätze, die ich mir dann wünschte.

Und zusätzlich finde ich es ganz praktisch einen Fleischwolf zu haben, damit ich nicht nur Rinder- oder Mischhack kaufen kann, sondern auch mal ein Stück Hähnchen oder Fisch oder das ganz normale Hackfleisch selbst durchdrehen kann und weiß wirklich, was drin ist. Ich freue mich schon auf den ersten Einsatz der beiden neue Spielzeuge!

Natürlich gab es auch Bücher! Ich liebe Bücher und habe eigentlich schon viel zu viele davon, erst Recht Kochbücher. Aber hey, eine Sammelleidenschaft braucht der Mensch, oder? Das ganz linke Buch „A history of food in 100 recipes“ habe ich von der besten Steffi zum Geburtstag bekommen und es ist ganz großartig! Das wird nochmal genauer vorgestellt, nachdem ich es durchgelesen habe. Es ist eigentlich mehr ein Lese-, denn Kochbuch. Dann habe ich von Zwerg „Jamie’s 15 Minutes Meals“ bekommen. Sehr schön! Auch wenn mir klar ist, dass ich für die meisten Gerichten mehr als 15 Minuten brauchen werde, nicht die richtige Küchenausstattung, langsamer Herd und Ofen, bin ich doch auf der Suche nach neuen schnellen Rezepten. In nächster Zeit wird sich einiges ändern, so dass ich nicht mehr wahnsinnig viel Zeit und Kraft zum Kochen haben werde. Dann hat mir Zwerg noch ein Buch von Gordon Ramsay gekauft mit gesunden Rezepten, wobei es jetzt nicht explizit um Vollkornnudeln und Naturreis geht und auch nicht fettlos, aber mit gesunden, frischen Zutaten. Ein paar schöne nachkochenswerte Rezepte habe ich in „Gesund schmeckt besser“ schon erspäht. Und dann das einzige Nicht-Kochbuch. Beim gemeinsamen Weihnachtsmarktbummel von Frau Mama und Zwerg entdeckten sie „Weihnachten so wunderschön“ und waren sich sofort einige, dass ich das brauche. Es ist ein Kinderbuch ja, aber ein literarischer Adventskalender, mit einer Geschichte für jeden Tag vom 1. bis 26. Dezember. Ich habe schon reingelesen, wirklich schön!

Und dann hat Zwerg so fleißig für mich genäht, ohne auch nur etwas anzudeuten. Ganz links sieht man eine Wendetasche, innen weihnachtlich, außen maritim, mit wasserfestem Boden und noch extra Befestigungsmöglichkeit für ein Schlüsselband und kleines Portemonnaie, daneben ist ein schön großes Kissen aus wundervollen Märchenstoff, einmal Prinzessinnen und auf der nicht sichtbaren Seite Rotkäppchen. Davor liegen total coole Fuchshandschuhe und ein passender Loopschal. Perfekt bei dieser Kälte und farblich wunderbar zu meinem schwarzen Mantel!

Auch kulinarisch dachte Zwerg an mich und hat mir einige Leckereien von ihrem letzten Kopenhagen-Trip Anfang Dezember mitgebracht. Ganz links sieht man Karamelle, dann eine Muminbackform (samt Rezept auf finnisch auf dem Zettel) und stilechte Popcorn-Tüten. Davor liegen zwei Tafeln Marabu-Schokolade, Apfelsinen-Krokant liebte ich schon immer, aber diese Salzlakritz-Variante! Der Hammer! Großartigst! Süchtigmachend! Und weil ich mir in letzter Zeit öfters Popcorn machte, brauchte Zwerg mir noch Gourmet-Popcorn von Zaramama mit. Das ist Popcorn aus den ursprünglichen Sorten Mais und nicht aus der modernen Sorte, die man überall bekommt. Sobald ich die durchprobiert habe, berichte ich. Aber die Farben sind schon mal lustig…

Zu guter letzt noch kleine Deko-Artikel, ein weißer Elch, ein geupcycleter Schneemann von der Nähmarie, eine Sauciere (hatte ich bisher noch nicht, was mir an meinem Geburtstag beim Rinderschmorbraten auffiel) und eine Butterdose, die nach dem alten Prinzip funktioniert.

Danke! Danke! Danke an alle, die so lieb an mich gedacht haben!

Geburtstagsdinner: Rinderschmorbraten mit hausgemachtem Rotkohl und Petersiliewurzel-Kartoffelbrei

In den Dezember fallen für mich nicht nur Weihnachten und Silvester, Herr Papa, der Coladieb und meine Wenigkeit können auch ihre Geburtstage im letzten Monat des Jahres feiern. Herr Papa und ich sogar an eigentlich fast demselben Tag *g* Nun bin ich nicht der Typ für große Partys. Hab momentan weder Lust noch Kraft noch monetäre Möglichkeiten da viel vorzubereiten und irgendwie verteilen sich die Freunde auch wieder mal in ganz Deutschland. Das Los des Uni-Mitarbeiters mit befristeten Arbeitsverträgen.

Trotzdem machte ich mir einen gemütlichen Tag, der mit einem typischen Anikó-Frühstück begann:

Ein Eichen, gekochter selbstgeräucherter Schinken mit Senf und Meerrettich plus einem Brötchen mit Kirschmarmelade. Das stärkt erstmal für ein paar Stunden.

Aber so ein bisschen wollte ich meinen Geburtstag schon feiern und habe die Ärztin und den Coladieb zu einem netten Abendessen eingeladen. Der Ärztin war nach klassischem Schmorbraten mit Rotkohl. Na, das kriegen wir doch hin! Gut, so einen Rinderschmorbraten hatte ich noch nicht wirklich gemacht, aber Schmoren ist ja an sich nicht so schwierig. Beim Metzger des Vertrauens habe ich ein schönes Stück Rind besorgt und aus einigen Rezepten im Internet mein eigenes zusammen gebastelt.

Das schöne an so einem Schmorbraten ist, dass er wenig Arbeit und Aufmerksamkeit erfordert und es den Gästen auch nicht allzu Krumm nimmt, wenn sie ein wenig später kommen.

Man kann in Ruhe den Tisch decken …

… und schon die Hühnerbrühe, die noch im Tiefkühler schlummerte (ein Hoch auf’s Vorratskochen), auftauen und die Einlagen (Nüdelchens, Gemüse) vorbereiten, die es als Vorspeise geben soll.

Und dann ist irgendwann auch der Braten fertig und darf bewundert werden …

Klassischer Rinderschmorbraten

Zutaten für 6-8 Portionen:
2 Möhren
2 Petersilienwurzeln
2 Zwiebeln
1,5 kg Rinderschmorbraten
Salz, Pfeffer
2+2 EL neutrales Öl
2 EL Tomatenmark
2 EL brauner Zucker
250 ml Rotwein
500 ml Brühe (Rinder-, Gemüse- oder Hühnerbrühe)
1 Lorbeerblatt

(1) Den Schmorbraten ca. 1 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt aus dem Kühlschrank holen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.
(2) Die Möhren und Petersilienwurzeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und ebenfalls Würfeln.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) In einem großen Bräter, der in den Ofen darf, 2 EL Öl erhitzen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und dann im Bräter von tatsächlich allen Seiten, auch den kurzen anbraten. Dabei ruhig etwas Geduld haben. Das Fleisch rausnehmen und auf einem Teller zwischenparken. Das Gemüse in den Bräter geben und bei mittelhoher Hitze einige Minuten anbraten. Salzen, pfeffer. Dann das Tomatenmark und den braunen Zucker hinzu fügen und mit anrösten. Mit dem Wein ablöschen und einige Minuten einkochen lassen. Das Fleisch wieder einlegen, die Brühe angießen, Lorbeerblatt dazu und zum Kochen bringen. Deckel drauf und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
(5) Nach der Zeit den Braten kontrollieren, ob er zart ist. Das Fleisch rausnehmen und mit Alufolie abgedeckt zur Seite stellen. Das Lorbeerblatt aus der Sauce fischen und das Gemüse in der Sauce mit dem Pürierstab fein pürieren. Falls sie etwas zu dick sein sollte, mit ein wenig Wasser (oder Wein verlängern), wenn sie zu dünnflüssig sein sollte, etwas einkochen lassen.

Den Braten in dünne Scheiben aufschneiden und zusammen mit den Beilagen servieren.

Genießen!

Ein wunderbarer Braten, total zart und würzig mit einer schön sämigen Sauce, die ganz ohne Bindemittel auskam. Dazu gab es bei mir ganz unkompliziert und gut vorbereitbar Rotkohl nach Petra von „Chili und Ciabatta“ und Petersilienwurzel-Kartoffelbrei.

Der Rotkohl ist ein Standard geworden in meiner Küche und ich kann beileibe nicht verstehen, warum die Leute immer noch zu Gläsern greifen. Ja, ich gebe zu, er ist nicht so schnell gemacht wie einfach Glas auf und erwärmen. Man muss schon einen Tag Marinierzeit einplanen und etwa 20 Minuten reine Arbeitszeit, um den Kohl vorzubereiten. Er wird einfach nur feingehobelt (per Hand mit einem scharfen Messer oder per Küchenmaschine) und dann mit den restlichen Zutaten vermischt und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag mariniert gelassen. Wenn man ihn dann schmurgeln will, einfach Zwiebeln andünsten, etwas Zucker darauf karamellisieren lassen, den Kohl samt Marinade dazu kippen und 45-60 Minuten schmoren lassen. Auch total unkompliziert und man muss wirklich nicht die gesamte Zeit daneben stehen und den Rotkohl mit Pompoms anfeuern ;-) Und der Geschmack ist so unvergleichlich besser! Ernsthaft! Wurde mir schon von verschiedenen, von mir mit Rotkohl bekochten Leuten versichert. Probiert es ruhig aus und macht gleich eine größere Portion, damit ich noch was einkochen oder einfrieren könnt! Es lohnt sich wirklich!

Rotkohl mit Balsamico

Zutaten für ca. 6 Portionen:
1 mittelkleiner Kopf Rotkohl
1 Apfel

Für die Marinade:
125 ml Madeira
80 ml Balsamico
1 Orange, Saft
125 ml Rotwein
1/2 TL Zimt
2 Sternanis
1 TL Koriander, gemörsert
2 Pimentkörner
3 Nelken
Salz, Pfeffer

2 EL Butterschmalz oder neutrales Öl
1 1/2 EL brauner Zucker
2 Zwiebeln
1 EL rote Marmelade

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen, vierteln, die Strünke heraus schneiden und fein hobeln (per Hand oder in der Küchenmaschine). Die Apfel waschen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Gewürze für die Marinade in einen Papierteefilter geben, die restlichen Marinade-Zutaten verrühren und mit Salz, Pfeffer zum Rotkohl geben. Gut durchrühren und über Nacht abgedeckt an einem kühlen Ort marinieren lassen.
(2) Am nächsten Tag die Zwiebeln häuten und in Streifen schneiden. Das Butterschmalz/Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebelstreifen hinzufügen und andünsten. Mit dem braunen Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Den Rotkohl samt Marinade hinzufügen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 45-60 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss die Marmelade unterrühren und nochmals abschmecken, ob etwas fehlt.

Genießen!

Quelle: nach „Chili und Ciabatta“ – Rotkraut mit Balsamico

Da ich nicht so der Dessert-Held bin, bat ich die Ärztin darum und sie brachte diese kleinen Röllekes mit. Der Großteil mit Schoki-Creme gefüllt, der kleinere Teil mit Schinken und Käsecreme. Großartig!

Ich hatte einen so schönen Tag, ruhig, gemütlich, etwas in der Küche werkeln, mit netten Menschen lachend und quatschend verbracht. Wirklich leckeres Essen gegessen, dass auch den anderen beiden sehr gut schmeckte. Was will ich mehr!

Heiligabend 2014: Nudelsalat nach „Deutschland vegetarisch“

Jede Familie hat doch so ihre eigenen Weihnachtstraditionen, oder? Manche Familien stellen gar keinen Baum mehr auf, bei uns ist er Pflicht und auch schön bunt darf er sein. Ein ganz großes Muss an unserem Baum sind die ungarischen Weihnachtsbaumbonbons, Szaloncukor genannt auf ungarisch. Diese werden extra für Weihnachten produziert und sind in besonders festliches Papier gewickelt. Als Dekoration wollte Frau Mama dieses Jahr hauptsächlich, die von Zwerg selbstproduzierten Sachen (gebastelt hört sich nicht angemessen genug an) aufhängen, damit sie auch mal strahlen dürfen. Besonders diese hellblauen Sterne fand ich höchstentzückend.

Auch essentechnisch scheint sich Deutschland zu scheiden. Die einen bereiten ihr großes Weihnachtsmenü schon an Heiligabend zu, andere erst am 1. Weihnachtstag. Wir gehören zur zweiten Gruppe, weil ja Heiligtag doch meist noch soviel Stress ist irgendwie … Früher als meine Oma noch lebte und öfter Weihnachten bei uns verbrachte, gab es Heiligabend Karpfen von Herrn Papa zubereitet. Seit sie vor fast 13 Jahren verstorben ist, wollte Zwerg unbedingt mal Kartoffelsalat und Würstchen ausprobieren. Naja gut, kann man haben, finde ich, aber muss nicht sein. Ist mir dann doch ein wenig zu unfestlich … Als es dann an die Planung der letzten Weihnachten ging, überließ Frau Mama uns komplett das Feld. Und was gab es nicht für Diskussionen zwischen Zwerg und mir! Sie hättte am liebsten griechischen Bauernsalat gemacht, von dem ich glaube, dass der nicht mal in Griechenland zu Weihnachten gegessen wird. Wir einigten uns auf gut vorbereitbare Speisen, die nicht nur frisch zubereitet schmecken, sondern auch ein wenig durchziehen dürfen. Und da hatte ich ja schon im November den Nudelsalat „Alte Schule“ aus dem „Deutschland vegetarisch“ ausprobierte, der so großartig war, dass ich nicht nur zweimal hintereinander davon essen, sondern 2,5 Tage meine Mittags- und Abendmahlzeiten davon bestritt. Davon wollte ich halt auch die Familie überzeugen! Großartige Nudelsalatesser sind wir alle nicht und wenn Frau Mama einen gemacht hat, dann mit komischem Fertigdressing. Weil sie es verträgt und weil es ja so bequem und einfach ist. *seufz* Jetzt wollte ich beweisen, dass selbstgemachte Mayonnaise, wie sie in den Salat gehört auch nicht Stunden braucht zum Basteln und mit den richtigen Gewürzen auch ein richtig leckeres Dressing zustande kommen kann.

Und ich hatte Recht, der Salat kam wunderbar an, schmeckte allen vorzüglich! Dazu hatte ich im November Kohlrabi-Schnitzel gemacht, an Weihnachten brieten Herr Papa und Frau Mama noch Schweineschnitzelchen und Klopse. Ich finde die Kombination aus cremig-knackigem Salat mit knusprigen Schnitzelchen (woraus auch immer) wunderbar. Und der Salat erst! Einfach und doch so variabel! Neben der Paprika und den Gewürzgurken kann die geneigte Leserschaft Radieschen, Erbsen, Mais, Kohlrabi, Käsestreifen reinschnippeln. Auf was immer ihr Lust habt und Euer Kühlschrank hergibt! Die Mayonnaise mache ich hier tatsächlich mit der Hand und habe herausgefunden, dass wenn man das Öl in einen Messbecher gibt und immer nur soviel zu der Ei-Mischung gibt, wie durch die eigene Körperbewegung immer raus schwappt, trennt sich die Mayo auch nicht. Und was natürlich ganz wichtig ist: Energisch rühren, rühren, rühren. Dann ist innerhalb weniger Minuten ein wunderbar cremiges Sößchen entstanden. Durch die kräftige Würzung mit Paprikapulver und die Zugabe von Schmand und Joghurt wird ein großartiges Nudelsalatdressing daraus.

Bei mir ist der Salat definitiv im Standardrepertoire gelandet! Im Sommer würde ich es wahrscheinlich mit einer eifreien Mayo versuchen, aber das Konzept ist super! Ich kann nur jedem empfehlen, ihn nachzubasteln!

Nudelsalat „Alte Schule“

Zutaten für 4-6 Portionen:
Je 1 rote und gelbe Paprika
Salz
1/2 Stange Porree/Lauch
100 g Gewürzgurken
250 g Spiralnudeln
50 g Mais (TK oder Dose)
50 g TK-Erbsen

Für die Mayonnaise
1 Eigelb
1 EL scharfer Senf
1 TL Weißweinessig
Salz
125 ml Sonnenblumenöl
Achtung alle Zutaten 1,5h vor der Zubereitung aus
dem Kühlschrank holen, sie müssen Zimmertemperatur haben!

Für die Sauce
200 g Joghurt
100 g Schmand
100 ml Gurkenwasser
1 Bund Petersilie
1 Prise Zucker
Pfeffer
1 EL Paprikapulver edelsüß
1-2 TL Paprikapulver rosenscharf
etwas Weißweinessig

(1) Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden. Den Porree putzen und in Ringe schneiden. Diese 1 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren (oder für 2 Minuten in etwas gesalzenem Wasser in der Mikrowelle kochen). Kalt abschrecken und abtropfen lassen. Die Gurken in Scheiben schneiden. Falls der Mais TK ist, zusammen mit den Erbsen in ein Sieb geben und mit kochendem Wasser übergießen und abtropfen lassen. Ansonsten den Mais aus der Dose abtropfen lassen und alle Zutaten in eine Schüssel geben, die groß genug ist für den gesamten Salat.
(2) Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser bissfest kochen. Abgießen, abschrecken und in einem Sieb abtropfen lassen.
(3) Als nächstes wird die Mayonnaise zubereitet. Keine Angst, das ist ganz einfach! Eigelb mit Senf und Essig verrühren. Kräftig salzen. Während man das Ei-Gemisch mit einem Schneebesen rührt, das Öl erst tröpfchenweise, dann in einem dünnen Strahl dazu geben. Immer energisch weiter rühren. Vielleicht auch mal zwischendurch kein Öl dazu geben, sondern alles gut rühren, damit es emulgiert. Das gesamte Öl zugeben und so lange rühren, bis eine dickliche Mayonnaise entstanden ist.
(4) Die Mayonnaise mit Schmand, Joghurt, Gurkenwasser, Paprikapulver, Salz, Zucker und Pfeffer kräftig abschmecken.
(5) Petersilie hacken und mit den lauwarmen Nudeln und der Sauce unter das vorbereitete Gemüse mischen. Kosten, abschmecken, fehlt noch was?

Kann sofort genossen werden, aber auch einige Stunden ziehen. Dann den Salat mit etwas Joghurt, Milch oder Gurkenwasser wieder auflockern.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 79

Buntes Weihnachtsessen – Lila Brombeer-Crumble

Geplant war ja eigentlich ein anderes Dessert, aber da Zwerg mal wieder nicht aus den Puschen kam, übernahm Frau Mama die Dessertverantwortung. Aus dem „Nigella Express“ lachte Frau Mama wohl schon länger dieser Crumble mit Brombeeren an. Und da Frau Mama eine bestimmte Menge an Brombeeren fructosemäßig ganz gut verträgt und sie eh schon aufgetaut waren für den nicht zustandegekommenen Trifle, wurden schnell noch die gesunden Streusel geknetet und nach dem Hähnchen in den Ofen geschoben. Was ich so beobachtet habe, ging das wirklich schnell alles. Frau Mama brauchte keine 15 Minuten. Und ich befürchte so ein klitzeklein bißchen gesund ist es auch noch durch die Haferflocken und die Nüsse.

Frau Mama und ich fanden es äußerst gelungen und würden es glatt öfters essen. Herr Papa ist nicht der weltgrößte Haferflocken-Fan und Zwerg fand es gleichzeitig zu marmeladig und gesundschmeckend. Ts. Aber das Leben ist nun mal nicht nur Vanillepudding!

Ich kann nur empfehlen diesen Crumble auch mal nachzumachen. Er ist wunderbar variabel, keine Brombeeren im Haus? Kein Ding, nehmt TK-Heidelbeeren gemischt mit einem Apfel oder was ihr halt sonst noch an Obstresten da habt. Auch bei den Nusszutaten muss man sich nicht sklavisch an die Liste von Nigella halten, so hat Frau Mama noch ein paar Pinienkerne untergeschmuggelt, die vorm Ranzigwerden gerettet werden mussten.

Brombeeren-Haferflocken-Nuss-Crumble

Zutaten für 4-6 Portionen:
125 g Butter
60 g Haferflocken
40 g gehobelte Mandeln
30 g Sonnenblumenkerne
15 g Pinienkerne
70 g Mehl
1 TL gemahlener Zimt
75 g brauner Zucker
500 g Brombeeren (frisch oder aufgetaute TK-Ware)
2 TL Speisestärke
50 g Zucker

(1) Den Ofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Butter in einem kleinen Topf oder in einer Schale in der Mikrowelle schmelzen und zur Seite stellen.
(2) Die Haferflocken, Mandeln, Sonnenblumen- und Pinienkerne mit dem Mehl und dem Zimt in einer Schüssel mischen.
(3) Die Brombeeren in eine weite, flache Auflaufform (etwa 750 ml Fassungsvermögen) füllen. Wenn aufgetaute Tk-Brombeeren benutzt werden, den Saft mit reingeben. Mit der Speisestärke und Zucker bestreuen und vorsichtig unterrühren.
(4) Die Butter unter die Haferflockenmischung rühren und das ganze über die Brombeeren geben, so dass sie nur teilweise bedeckt sind.
(5) Im heißen Ofen 25 Minuten backen.

Genießen!

Dazu passt Eiscreme oder Schlagsahne oder, wie bei uns, einfacher Joghurt mit Vanille und Zucker gewürzt.

Quelle: Lawson, Nigella (2007): Nigella Express. Dorling Kindersley. London. p 52

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