Buntes Weihnachtsessen – rot, orange, braun, grün, knusprig

Bei uns ist ja traditionell das Essen des ersten Weihnachtsfeiertages das aufwendigste. Leider ist es bei uns immer etwas schwierig zu finden, was allen schmeckt, also die Fleischkomponente. Ente wäre ja traditionell, leider kann Zwerg denen so gar nichts abgewinnen (Gans übrigens auch nicht). Einen schönen Rinderbraten, z.B. ein großes Roastbeef fänden Frau Mama, Zwerg und ich ganz toll. So schön rosa gebraten. Leider ist Herr Papa eher ein Vertreter der Schuhsohlenfraktion, so dass es sich wirklich nicht lohnt da Geld in ein schönes Stück Rind zu investieren. Dieses Jahr schlug Zwerg dann ein Brathähnchen vor. Ja, gut, darauf können wir uns alle einigen. Als Beilagen gab es sehr buntes:

  • grüne Petersilienkartoffeln: Dafür normale Salzkartoffeln kochen, ein Bund Petersilie fein hacken. Die gekochten Kartoffeln abschütten und auf der heißen Herdplatte etwas ausdampfen lassen. Dann ein gutes Stück Butter und die Petersilie zugeben bis die Petersilie etwas zusammen gefallen ist.
  • orange Vanillemöhrchen
  • Rote Bete-Salat mit Feta: Vorgegarte Rote Bete raspeln, Petersilie und etwas Minze fein hacken. Mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, Zitronensaft und weißem Balsamico anmachen. Zum Schluss den Feta drüber krümeln und etwas durchziehen lassen.
  • Creme-Champignons: Die cremigen Champignons machten wir zwei Tage hintereinander auf unterschiedliche Art und Weise und uns hat folgende besser geschmeckt – Zwiebelwürfel glasig andünsten, fein gewürfelten Knoblauch dazu schmeißen bis er duftet. Dann die in Scheiben geschnittenen Champignons dazu und die abgezupften Blättchen einiger Thymianzweige, salzen, pfeffern und etwas andünsten lassen bis sie fast gar sind. Dann mit ein wenig Mehl abstäuben, es gut unterrühren und mit Milch auffüllen. Gut durchrühren und so lange köcheln bis eine cremige Sauce entstanden ist und die Champignons gar sind.

Aber das Highlight war für mich wirklich das Hähnchen! Wir haben uns ein Butterhähnchen aus Schleswig-Holstein geleistet, jetzt fragt mich aber nicht, ob die Butter in ihr Futter gemischt bekommen. Und dieses habe ich relativ puristisch auf unserem Hähnchenbräter zubereitet. Einfach nur Salz, Pfeffer, eine halbierte Zitrone in den Bauch und etwas Thymian unter die Haut. Mein größtes Problem, wie bei Frau Neudecker, war immer festzustellen, wann das Hähnchen gar ist, aber noch nicht puptrocken. Irgendwo las ich, dass man beim Hähnchen von 20 Minuten Garzeit je 400 g Fleisch ausgeht plus 20 Minuten extra. Bei unserem fast 2 kg Hähnchen sind das dann 120 Minuten. 100 (5 x20) Minuten für die 2 kg Hähnchen und den restlichen 20 Minuten für die Knusprigkeit. Ich habe den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze benutzt, schon zu oft las ich, dass Umluft zu sehr austrocknet. Also rechtzeitig in den Ofen geschoben und warten und immer mal wieder einen Blick durch die Glastür des Ofens riskiert. Und irgendwie war es nach den 2 Stunden tatsächlich perfekt. Gar, aber noch saftig, fein würzig. Um zu erkennen, ob es gar ist, kann man in die dickste Stelle des Schenkels stechen und gucken, ob klarer Saft austritt. Finde ich manchmal aber schwierig zu erkennen. Jamie Oliver meinte mal in einer seiner Sendungen, dass ein Hähnchen gar ist, wenn man den Schenkel leicht „abbrechen“ könnte, also einfach ein wenig am Beinchen entgegen des Gelenks ziehen und wenn es leicht runterkommen würde, ist das Hähnchen gar.

Und weil es so gut gelungen ist (vielleicht war es auch nur Zufall), darf es beim Event „Hendls für Frau Neudecker“ von „Food for angels and devils“ teilnehmen. Ich hoffe bei den ganzen tollen Ideen und Tipps werden Frau Neudeckers zukünftigen Hähnchen nicht mehr an einer Staublunge sterben ;-)

Hendls für Frau Neudecker

Saftiges Zitronen-Thymian-Brathähnchen

Zutaten für 4 große Portionen:
1 Hähnchen von guter Qualität (ca. 2 kg)
Salz, Pfeffer
1 Zitrone
einige Zweige frischer Thymian

(1) Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
(2) Das Hähnchen innen und außen waschen, gut mit Küchenkrepp abtrocknen. Ordentlich innen und außen salzen und pfeffern. Die Zitrone halbieren und in den Bauch des Hähnchens legen. Das Hähnchen dann mit Brustseite nach oben vor sich legen und vorsichtig mit den Fingern die Haut vom Fleisch lösen, das geht erstaunlich einfach. Unter die gelöste Haut vom Brustfleisch und den Keulen die Thymianzweiglein verteilen.
(3) Das fertig vorbereitete Hähnchen auf einen Hähnchenbräter stellen und in den Ofen stellen. Für 2 Stunden braten.
(4) Das Hähnchen ist gar, wenn klarer Saft aus dem Schenkel kommt, wenn man ihn an der dicksten Stelle anpiekt und sich der Schenkel ganz leicht vom Hähnchen abmachen ließe. Das Hähnchen locker mit Alufolie abgedeckt ca. 15 Minuten ruhen lassen.

Tranchieren und mit den anderen Beilagen

genießen!

In den nächsten Beiträgen zeige ich Euch dann noch die wirklich leckere, aber zu reichhaltige Vorspeise und den spontanen Nachtisch. Seid gespannt!

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7 Kommentare zu “Buntes Weihnachtsessen – rot, orange, braun, grün, knusprig

  1. Houdini 8. Januar 2014 um 13:29 Reply

    Schade um das entgangene Vergnügen mit dem saftigen Roastbeef, die Rücksicht auf Minoritäten halt, ja, verstehe sehr gut. Meine Töffsattel-Liebhaberin gestattet mir, mein Steak später in die Pfanne zu tun, und sie würde ihre Scheibe Roastbeef nachbraten und dann sagen, wie wunderbar sie jetzt sei, statt voller Blut und roh, wie sie zu rosa sagt. Der Töff ist in der Schweiz ein Motorrad :-)

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    • Anikó 8. Januar 2014 um 18:56 Reply

      Die Chance ergibt sich nochmal und dann vielleicht mit Freunden, die das zu schätzen wissen :)

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  2. kochschlampe 8. Januar 2014 um 14:39 Reply

    …. knusprig ist eine Farbe?

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    • Anikó 8. Januar 2014 um 18:58 Reply

      Kennste nicht? In ungarischen Rezepten wird es auch gerne mit rotgold als Endzustand beschrieben :-)

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  3. […] nicht zustandegekommenen Trifle, wurden schnell noch die gesunden Streusel geknetet und nach dem Hähnchen in den Ofen geschoben. Was ich so beobachtet habe, ging das wirklich schnell alles. Frau Mama […]

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  4. […] Aniko – Buntes Weihnachtsessen – rot, orange, braun, grün, knusprig […]

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  5. Andy 12. Juni 2016 um 15:31 Reply

    Hallo Aniko,

    habe zufällig auf der Suche nach einer schnellen Brühe deinen Blog gefunden, gefällt mir sehr gut.
    Da ich auch ein grosser Freund der Keramik Hähnchenbräter bin wollte ich mal was dazu anmerken.
    Bratzeit bei mir für 1200g 60 min, je weitere 200g ca. 10 min länger.
    Umluft bei 180 °C, aber 1 Tasse Wasser in den Bräter schütten und den Vogel ein paar mal einstechen damit das Fett besser heraus und die Gewürze hinein können :-)
    Ich fülle den Vogel dann mit einer Mischung aus Zwiebel, Zitrone und Blutorange, gemischt mit den Gewürzen. Dann mit Schwung auf den Bräter setzen. Bei mit bleibt er dadurch super saftig und selbst ein TK Kaufhausgockel wird zur Delikatesse gepimpt.

    Lg Andy

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