Buntes Weihnachtsessen – Tafelspitzsülze

So ein Weihnachtsessen darf doch ruhig mehrgängig sein, oder? Also jetzt werden das bei uns keine sieben Gänge, aber so Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise sind schon drin, auch wenn ich dann wirklich auf die Portionsgröße achten muss. So viel wie früher kann ich nicht mehr essen … Ich hatte in einer der letzten essen & trinken ein Rezept für eine Tafelspitzsülze gesehen und dachte das könnte passen. Bis auf Zwerg mögen wir alle Sülze, aber sie kriegt dann halt die Suppe mit ordentlich Nudeln und Gemüse, die ich ja auch für die Sülze brauchte. Das ist auch das wunderbare an dieser Vorspeise – sie lässt sich gut vorbereiten und gleichzeitig hat man noch die Suppe und den Großteil des Tafelspitzes, um weitere Mahlzeiten zu bestreiten.

So ein bisschen Manschetten hatte ich vor der Arbeit mit der Gelatine, die soll ja manchmal so ein bisschen zickig sein. Aber gleichzeitig dachte ich, dass wenn man sich an die Bastelanleitung hält, sollte das ja alles klappen. Hefeteige und ich sind ja auch gute Freunde :-) Eigentlich ist das Rezept auch ganz einfach, erfordert nur ein wenig Schnippelarbeit und dann eben Geduld bis die Sülze fest geworden ist. Der Suppenfond wird mit dem wirklich fein gewürfelten Gemüse aufgekocht und wirklich stark gewürzt, da die Gelatine einen Großteil der Würzung schluckt. Die restlichen Zutaten werden nur in den Schalen geschichtet und dann eben mit dem Fond, in dem die Gelatine aufgelöst wurde, übergossen. Dabei gibt es wohl einige Regeln, die man beim Kochen mit Gelatine beachten sollte:

  • Die Gelatine etwa 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
  • Die Gelatine darf nicht aufgekocht werden! Den Topf mit der heißen Flüssigkeit, in der die Gelatine aufgelöst werden soll, immer vom Herd nehmen!
  • Dosierung:
    Cremespeisen – 8 Blatt Gelatine (13 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Feste Gelees – 12 Blatt Gelatine (20 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Richtig feste Cremes – 16 Blatt Gelatine ( 27 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit

Aber wenn man sich daran hält, kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Und die Sülze fand ich wirklich lecker! Leider war es etwas zu viel für uns als Vorspeise, diese vier Portionen sind definitiv Hauptgerichte, zu denen Bratkartoffeln wirklich gut passen würden. Sie ist zwar ordentlich säuerlich, aber das gehört sich doch so, eine langweilig schmeckende Sülze will ja auch niemand essen. Ich kann der geneigten Leserschaft also nur empfehlen, diese Sülze mal auszuprobieren!

Tafelspitzsülze

Zutaten für 4 Portionen als Hauptgericht:
je 80 g Möhre, Knollensellerie und Lauch
1 kleine Zwiebel
700 ml Tafelspitzfond
1 Lorbeerblatt
1 Stiele Petersilie
120 ml Weißweinessig
Zucker
Salz
1 El helle Senfsaat
10 Blätter weiße Gelatine
Pfeffer
8 Kirschtomaten
6 Cornichons
2 Eier , (Kl. M; hart gekocht)
200 g gegarter Tafelspitz

(1) Möhre und Sellerie schälen und sehr fein würfeln. Den Lauch putzen, waschen und ebenfalls sehr fein würfeln. Die Zwiebel in Ringe schneiden.
(2) Den Tafelspitzfond mit dem Lorbeerblatt, Petersilienzweigen, Essig, 2 EL Zucker und 1,5 EL Salz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Die Würzmengen hören sich vielleicht viel an, müssen aber so sein, da die Gelatine Aromen schluckt.
(3) Lorbeer und Petersilie entfernen. Senfsaat, Möhren- und Selleriewürfel in den Fond geben und 5 Minuten bissfest garen. Zwiebelringe und Lauch zugeben und kurz mitgaren.
(4) Die Gelatineblätter laut Packungsanweisung 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Gelatine mit der Hand ausdrücken und im Fond unter Rühren auflösen. Der Fond darf nicht mehr kochen! Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
(5) Die Tomaten halbieren, Cornichons in feine Scheiben schneiden, Eier pellen und längs halbieren. Den Tafelspitz fein würfeln. Auf vier Schalen mit je ca. 250 ml verteilen. Fond und Gemüse in den Schalen verteilen. Mindestens 6 Stunden, besser über Nacht abgedeckt kalt stellen.

Am besten mit Bratkartoffeln zusammen

genießen!

Quelle: essen & trinken 11/13

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4 Kommentare zu “Buntes Weihnachtsessen – Tafelspitzsülze

  1. marco 10. Januar 2014 um 13:10 Reply

    Ein ordentliches Weihnachtsessen, das ihr da geniessen durftet! Habe deinen Artikel mit grosser Neugierde gelesen, denn punkto Sülze, Tafelspitz & Co. bin ich ein echtes Greenhorn! Früher als Kind hatte ich Sülze verabscheut, vielleicht liegt es daran… Zwischenzeitlich habe ich es da und dort immer wieder mal probiert und muss sagen: schmeckt tatsächlich :)

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    • Anikó 10. Januar 2014 um 18:02 Reply

      So seltsamen nicht-süßen Glibber mochte ich bis vor 5 Jahren oder so auch noch nicht, aber irgendwie gewöhnte ich mich dran und finde es mittlerweile wirklich lecker :-) Und es ist tatsächlich nicht schwer zu basteln, der Tafelspitz braucht nur wirklich Zeit zum Garen und die Sülze zum Festwerden. Lohnt sich! Ernsthaft!

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  2. Houdini 10. Januar 2014 um 14:41 Reply

    Während des Lesens über die Portionengrösse schaute ich kurz nach oben zum Bild und dachte, aha, kleine Portionen, vermutlich eine Sülze geviertelt, aber warum nicht kleine Schälchen oder Tässchen? Später im Text hat sich das geklärt :-)
    Kindheitserinnerungen wie Marco, aber die waren vom Metzger, nicht selbst gemacht. Eigene sind sicher eine andere Welt.

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    • Anikó 10. Januar 2014 um 18:13 Reply

      Ich habe die Portionsgröße vom Rezept her grandios unterschätzt! Aber jetzt weiß ich ja Bescheid :-) So Sülze bestell ich auch gerne im Restaurant schön mit Remoulade und Bratkartoffeln *g*

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