Geburtstagsdinner: Rinderschmorbraten mit hausgemachtem Rotkohl und Petersiliewurzel-Kartoffelbrei

In den Dezember fallen für mich nicht nur Weihnachten und Silvester, Herr Papa, der Coladieb und meine Wenigkeit können auch ihre Geburtstage im letzten Monat des Jahres feiern. Herr Papa und ich sogar an eigentlich fast demselben Tag *g* Nun bin ich nicht der Typ für große Partys. Hab momentan weder Lust noch Kraft noch monetäre Möglichkeiten da viel vorzubereiten und irgendwie verteilen sich die Freunde auch wieder mal in ganz Deutschland. Das Los des Uni-Mitarbeiters mit befristeten Arbeitsverträgen.

Trotzdem machte ich mir einen gemütlichen Tag, der mit einem typischen Anikó-Frühstück begann:

Ein Eichen, gekochter selbstgeräucherter Schinken mit Senf und Meerrettich plus einem Brötchen mit Kirschmarmelade. Das stärkt erstmal für ein paar Stunden.

Aber so ein bisschen wollte ich meinen Geburtstag schon feiern und habe die Ärztin und den Coladieb zu einem netten Abendessen eingeladen. Der Ärztin war nach klassischem Schmorbraten mit Rotkohl. Na, das kriegen wir doch hin! Gut, so einen Rinderschmorbraten hatte ich noch nicht wirklich gemacht, aber Schmoren ist ja an sich nicht so schwierig. Beim Metzger des Vertrauens habe ich ein schönes Stück Rind besorgt und aus einigen Rezepten im Internet mein eigenes zusammen gebastelt.

Das schöne an so einem Schmorbraten ist, dass er wenig Arbeit und Aufmerksamkeit erfordert und es den Gästen auch nicht allzu Krumm nimmt, wenn sie ein wenig später kommen.

Man kann in Ruhe den Tisch decken …

… und schon die Hühnerbrühe, die noch im Tiefkühler schlummerte (ein Hoch auf’s Vorratskochen), auftauen und die Einlagen (Nüdelchens, Gemüse) vorbereiten, die es als Vorspeise geben soll.

Und dann ist irgendwann auch der Braten fertig und darf bewundert werden …

Klassischer Rinderschmorbraten

Zutaten für 6-8 Portionen:
2 Möhren
2 Petersilienwurzeln
2 Zwiebeln
1,5 kg Rinderschmorbraten
Salz, Pfeffer
2+2 EL neutrales Öl
2 EL Tomatenmark
2 EL brauner Zucker
250 ml Rotwein
500 ml Brühe (Rinder-, Gemüse- oder Hühnerbrühe)
1 Lorbeerblatt

(1) Den Schmorbraten ca. 1 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt aus dem Kühlschrank holen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.
(2) Die Möhren und Petersilienwurzeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und ebenfalls Würfeln.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) In einem großen Bräter, der in den Ofen darf, 2 EL Öl erhitzen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und dann im Bräter von tatsächlich allen Seiten, auch den kurzen anbraten. Dabei ruhig etwas Geduld haben. Das Fleisch rausnehmen und auf einem Teller zwischenparken. Das Gemüse in den Bräter geben und bei mittelhoher Hitze einige Minuten anbraten. Salzen, pfeffer. Dann das Tomatenmark und den braunen Zucker hinzu fügen und mit anrösten. Mit dem Wein ablöschen und einige Minuten einkochen lassen. Das Fleisch wieder einlegen, die Brühe angießen, Lorbeerblatt dazu und zum Kochen bringen. Deckel drauf und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
(5) Nach der Zeit den Braten kontrollieren, ob er zart ist. Das Fleisch rausnehmen und mit Alufolie abgedeckt zur Seite stellen. Das Lorbeerblatt aus der Sauce fischen und das Gemüse in der Sauce mit dem Pürierstab fein pürieren. Falls sie etwas zu dick sein sollte, mit ein wenig Wasser (oder Wein verlängern), wenn sie zu dünnflüssig sein sollte, etwas einkochen lassen.

Den Braten in dünne Scheiben aufschneiden und zusammen mit den Beilagen servieren.

Genießen!

Ein wunderbarer Braten, total zart und würzig mit einer schön sämigen Sauce, die ganz ohne Bindemittel auskam. Dazu gab es bei mir ganz unkompliziert und gut vorbereitbar Rotkohl nach Petra von „Chili und Ciabatta“ und Petersilienwurzel-Kartoffelbrei.

Der Rotkohl ist ein Standard geworden in meiner Küche und ich kann beileibe nicht verstehen, warum die Leute immer noch zu Gläsern greifen. Ja, ich gebe zu, er ist nicht so schnell gemacht wie einfach Glas auf und erwärmen. Man muss schon einen Tag Marinierzeit einplanen und etwa 20 Minuten reine Arbeitszeit, um den Kohl vorzubereiten. Er wird einfach nur feingehobelt (per Hand mit einem scharfen Messer oder per Küchenmaschine) und dann mit den restlichen Zutaten vermischt und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag mariniert gelassen. Wenn man ihn dann schmurgeln will, einfach Zwiebeln andünsten, etwas Zucker darauf karamellisieren lassen, den Kohl samt Marinade dazu kippen und 45-60 Minuten schmoren lassen. Auch total unkompliziert und man muss wirklich nicht die gesamte Zeit daneben stehen und den Rotkohl mit Pompoms anfeuern ;-) Und der Geschmack ist so unvergleichlich besser! Ernsthaft! Wurde mir schon von verschiedenen, von mir mit Rotkohl bekochten Leuten versichert. Probiert es ruhig aus und macht gleich eine größere Portion, damit ich noch was einkochen oder einfrieren könnt! Es lohnt sich wirklich!

Rotkohl mit Balsamico

Zutaten für ca. 6 Portionen:
1 mittelkleiner Kopf Rotkohl
1 Apfel

Für die Marinade:
125 ml Madeira
80 ml Balsamico
1 Orange, Saft
125 ml Rotwein
1/2 TL Zimt
2 Sternanis
1 TL Koriander, gemörsert
2 Pimentkörner
3 Nelken
Salz, Pfeffer

2 EL Butterschmalz oder neutrales Öl
1 1/2 EL brauner Zucker
2 Zwiebeln
1 EL rote Marmelade

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen, vierteln, die Strünke heraus schneiden und fein hobeln (per Hand oder in der Küchenmaschine). Die Apfel waschen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Gewürze für die Marinade in einen Papierteefilter geben, die restlichen Marinade-Zutaten verrühren und mit Salz, Pfeffer zum Rotkohl geben. Gut durchrühren und über Nacht abgedeckt an einem kühlen Ort marinieren lassen.
(2) Am nächsten Tag die Zwiebeln häuten und in Streifen schneiden. Das Butterschmalz/Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebelstreifen hinzufügen und andünsten. Mit dem braunen Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Den Rotkohl samt Marinade hinzufügen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 45-60 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss die Marmelade unterrühren und nochmals abschmecken, ob etwas fehlt.

Genießen!

Quelle: nach „Chili und Ciabatta“ – Rotkraut mit Balsamico

Da ich nicht so der Dessert-Held bin, bat ich die Ärztin darum und sie brachte diese kleinen Röllekes mit. Der Großteil mit Schoki-Creme gefüllt, der kleinere Teil mit Schinken und Käsecreme. Großartig!

Ich hatte einen so schönen Tag, ruhig, gemütlich, etwas in der Küche werkeln, mit netten Menschen lachend und quatschend verbracht. Wirklich leckeres Essen gegessen, dass auch den anderen beiden sehr gut schmeckte. Was will ich mehr!

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6 Kommentare zu “Geburtstagsdinner: Rinderschmorbraten mit hausgemachtem Rotkohl und Petersiliewurzel-Kartoffelbrei

  1. Houdini 29. Januar 2014 um 01:08 Reply

    Selbstgeräuchert? Wie denn? Möcht ich hier auch machen.
    Herrlich, das Rindfleisch-Stück, bei uns rar und eher zäh, da am Schlachttag verkauft.
    Nie gehört, Rotkohl aus dem Glas!?
    Schön ist so ein Tag, ja.

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    • Anikó 29. Januar 2014 um 08:26 Reply

      Oh, keine Ahnung wie so Schinken geräuchert wird, habe es von Freunden geschenkt bekommen …
      Aus welchen Gründen wird das Rindfleisch in Thailand so frisch verkauft? Tradition? Fehlende, richtige Lagerungsmöglichkeiten, um es richtig anhängen zu lassen? Höchstinteressant!
      Und jetzt sag nicht, dass in der Schweiz so vorgegarter Rotkohl im Glas unbekannt ist. Dann zieh ich sofort da hin ;-)

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  2. hafensonne 29. Januar 2014 um 08:31 Reply

    Nicht mit Pompoms anfeuern?!? Wie soll das gehen?

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  3. kormoranflug 29. Januar 2014 um 16:43 Reply

    Deftige Kost zum Geburtstag!

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  4. Subbotnik | hafensonne 15. Februar 2014 um 17:55 Reply

    […] mal eben so nebenbei noch ein paar Gläschen Gemüsebrühe klar. Schnippelei. Der gestern gemäß der Anordnungen des ungarischen Halbbluts marinierte Rotkohl wurde in einen Topf mit schmalzifizierten Zwiebeln getütet, dort schmort er […]

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  5. […] Rouladen zusammen mit der Sauce und Beilagen nach Wahl servieren. Klassisch ist Rotkohl und Kartoffeln oder […]

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