Archiv für den Monat Februar 2014

Pasta mit Wirsing nach Jamie Oliver

Ich kann gar nicht soviel essen wie ich neue Gerichte ausprobieren möchte. Meistens koche ich tatsächlich ja nur 2 Portionen, die ich dann verteilt an zwei Tagen esse. Und aus dem Grund hatte ich diese Saison auch irgendwie nur einen Wirsingkohl, der es in meine Küche geschafft hat. Und aus einem kleinen Wirsing wurden wirklich ordentliche Mengen Essen. Die eine Hälfte ging in einen Wirsing-Möhren-Kartoffel-Eintopf vom Rezeptor der „Zeit“. Total lecker, die Würzung richtig gut, aber komplett unfotogen und wenn ich das schon sage … Die zweite Hälfte wollte ich andersweitig verwenden und da ich lange keine Nudeln mehr hatte, dachte ich, lässt sich doch bestimmt kombinieren. Also flugs nach „Wirsing + Pasta“ gesucht und beim Island Girl, die „Neues von der Insel“ berichtet, fündig geworden. Eine Version von Jamie Oliver, die etwas italienisch angehaucht ist mit Thymian, Pinienkernen, Parmesan und Mozzarella.

Ich war ja etwas skeptisch, aber die Kombination ist wirklich lecker! Und schnell gemacht! Ich sag mal so, wenn man alleine alles entspannt ohne Hektik macht, ist man locker in 45 Minuten fertig. Perfektes Feierabendessen! Also noch schnell einen der letzten Wirsinge ergattern, bevor wir alle nur noch in Spargel, Radieschen und Bärlauch schwelgen.

Pasta mit Wirsing, Thymian und Mozzarella

Zutaten für 2 große Portionen:
1/2 Wirsing
1 Knoblauchzehe
einige Zweiglein Thymian
1 handvoll Pinienkerne
Olivenöl
100 g Bacon in Streifen
Salz, Pfeffer
1 kleine handvoll geriebener Parmesan
1 Kugel Mozzarella (125 g)

200-250 g Nudeln (Farfalle oder Penne

(1) Den Wirsing in feine Streifen schneiden. Den Knoblauch häuten und fein würfeln. Vom Thymian die Blättchen abstreifen. Den Mozzarella abtropfen lassen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden.
(2) Ein große Pfanne (die einen passenden Deckel hat) heiß werden lassen und die Pinienkerne bei mittelhoher Hitze ohne zusätzliches anrösten. Immer dabei stehen bleiben und öfter mal an der Pfanne rütteln, damit sie nicht anbrennen. Sobald sie schön goldbraun sind, aus der Pfanne in einer Schüssel schütten.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen.
(4) In der immer noch heißen Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und die Bacon-Streifen goldbraun braten. Knoblauch und Thymian zugeben und den Knoblauch weich, aber nicht braun werden lassen. Den Wirsing und den Parmesan zufügen. Etwas salzen und pfeffern. Gut durchrühren. Einen kleinen Schluck Wasser hinzufügen, Deckel drauf und etwa 5-10 Minuten dünsten lassen.
(5) Die Nudeln abgießen und noch tropfnass zusammen mit den Mozzarellawürfeln zum Wirsing geben. Gut durchrühren, nochmals kosten und abschmecken und sofort servieren.

Genießen!

Quelle: Oliver, J. (2000): The Return of the Naked Chef. Penguin. p 133

Ungarisches Erbsengemüse – Borsófözelék

Ich liiiiebe Erbsen! Schon als kleines Kind, frisch von der Pflanze gepflückt und gleich die strahlendgrünen Kügelchen rausgeholt und in den Mund gesteckt. Auch kann ich mich noch dran erinnern, wie ich als kleines Mädchen bei meinen ungarischen Großeltern im Hof auf der Bank saß und beim Erbsenpahlen half, wahrscheinlich gab es meine geliebte ungarische Erbsensuppe den Tag zum Mittag. Und die liebe ich auch heute noch sehr! Leider haben frische Erbsen ja nur eine kurze Saison und wenn man nicht aufpasst und rechtzeitig erntet, sind sie am Strauch alt geworden, so dass sie härter sind und auch ein wenig bitter schmecken. Sehr unschön! Also rechtzeitig ernten…

In der ungarischen Arme-Leute-Küche gibt es viele Gemüseragouts. Und ich mag sie eigentlich fast alle, egal ob mit Kürbis, Bohnen, Kartoffeln … Das, was bei uns als Gemüsebeilage gilt, wird dort als Hauptgericht verspeist. So auch dieses Erbsengemüse. Es ist so lecker cremig und süßlich. Ein unbedingtes Muss ist die Petersilie und davon wirklich reichlich. Also nicht geizig sein, denn Petersilie und Erbsen sind wirklich richtig gute Freunde! Ein wunderbar schnelles Comfort Food! Einfach schönes, frisches Weißbrot dazu und wer mag gebratene Wiener Würstchen oder Klopse/Frikadellen/Fleischpflanzerl/Buletten oder wie die mittlerer Tante es in Ungarn immer macht, ein Brathähnchen, alles sehr passend. Probiert es ruhig aus, es macht tatsächlich satt und es wird Euch nix fehlen!

Ungarisches Erbsengemüse – Borsófözelék

Zutaten für 2 Portionen:
1 mittelgroße Zwiebel
1 EL Butter
500 g TK-Erbsen
400 ml Milch
Salz, Pfeffer
1 TL Mehl
2 deutsche Bunde Petersilie

(1) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken.
(2) Butter in einem Topf bei mittelhoher Hitze schmelzen lassen und die Zwiebelwürfel andünsten.
(3) Die Erbsen hinzufügen, mit etwas 350 ml Milch bedecken. Salzen und pfeffern. Einmal aufkochen lassen.
(4) Währenddessen die restliche Milch mit dem Mehl möglichst klümpchenfrei verrühren. Unter Rühren zu den kochenden Erbsen geben und so lange kochen bis die Sauce etwas dicker geworden ist und die Erbsen gar sind.
(5) Den Topf vom Herd nehmen und die Petersilie unterrühren. Abschmecken! Fehlt noch was? Wenn ja nachwürzen, dann servieren und

genießen!

Als Beilage: gebratene Wiener Würstchen, Klopse, Brathähnchen, frisches Weißbrot

Klassischer Sandkuchen

Hier hat sich nicht viel geändert, manchmal überkommt mich die Lust auf Kuchen, aber dann immer noch eher die Klassiker, die Einfachen. Bleibt mir weg mit Cakepops und zuckersüßen, vercremte Cupcakes oder zu reichhaltigen Brownies, von denen man nach einem 1 qcm-Stück schon pappsatt ist. Her mit den Zitronen- oder Marmorkuchen, gebt mir eine einfach Erdbeertorte, jawoll ja – mit Tortenguss! Oder am allerliebsten Omas Quarktorte! Aber die lohnt sich leider nicht für mich alleine, da sind Kuchen, die sich hübsch portionsweise einfrieren lassen schon praktischer!

Erst habe ich meine persönliche Kuchenfee Frau Kochschlampe befragt, mich dann aber doch für einen anderen Kuchen entschieden. Bei ihren Berlin-Besuchen schaut Zwerg immer beim modernen Antiquariat „Extra Buch“ in Kreuzberg vorbei und meist ruft sie mich an und bringt mir ein oder zwei Bücher mit, die oft um die Hälfte reduziert sind (früher hat das Frau Kochschlampe gemacht *g*). Dort erstand sie mir letztes Jahr auch das „Basic baking„. So ein Grundbackbuch fehlte mir ja noch und es sind wirklich schöne Rezepte drin. Deutsche Klassiker wie Bienenstich, Obstkuchen in sämtlichen Spielarten vom Pflaumendatschi über die erdbeergefüllte Biskuitrolle bis zur Pfirsichcrostata, auch Kleinigkeiten wie Kekse und Madeleines fehlen nicht, bombastische Cremetorten können gebastelt werden und herzhafte Gebäcke wie verschiedenen einfache Brote, Pizza und Quiche findet der geneigte Leser ebenfalls. Eine wirklich ansprechende Mischung, für jeden was dabei! Außerdem werden wie in allen Bänden der Basic-Reihe die wichtigsten Zutaten erklärt und auch grundlegende Techniken erläutert. Was ist beim Hefeteig zu beachten? Wie wird der Mürbeteig wirklich mürbe? Wie macht man Brandteig oder Baiser? Wird alles anschaulich erklärt! Und genau solche Bücher brauche ich. S gerne ich koche und da ein bißchen Erfahrung mit Zeiten und Mengen habe, fehlt es mir fast komplett beim Backen. Dafür fabriziere ich zu selten Kuchen. Wer sollte es auch verputzen, wenn ich alle zwei Tage backe? ;-) Und weil ich so lange nichts aus dem „Basic baking“ gebacken habe, darf es bei Foodfreaks „DKduW„-Event mitspielen.

Aber welchen Kuchen habe ich jetzt gemacht? Einen ganz einfachen Sandkuchen. Irgendwie habe ich nie gewusst, wieso der so heißt, aber jetzt ist es mir klar. Er war außen wunderbar knusprig und innen wunderbar weich und ja, sandig. Aber nicht im unangenehmen Sinne. Wahrscheinlich ist es die veränderte Zubereitungsform. Zunächst werden die Eier mit dem Zucker richtig schaumig aufgeschlagen, dass sich ihr Volumen vervielfacht und die Mischung ganz hell wird. Dann wird das Mehl mit der Speisestärke und dem Backpulver (ist aber echt wenig und schmeckt wirklich nicht raus) abwechselnd mit der geschmolzenen Butter eingerührt, dass ein dickflüssiger Teig entsteht:

Ich habe ihn diesmal wild aufreißen lassen und das brachte ’ne Menge knuspriger Kruste hervor. Toll, toll, toll!

Er schmeckte fein nach Zitrone und Rum (jahaa, echter Rum *g*) und wird definitiv wieder gebacken! Eine große Nachbackempfehlung für’s kommende Wochenende!

Klassischer Sandkuchen

Zutaten für 1 Kastenform (ca. 30 cm):
250 g Butter
5 Eier
150 g Zucker
3 EL Vanillezucker (oder 2 Päckchen)
2 EL Rum
1/2 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Prise Salz
125 g Mehl
125 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Für die Form:
Butter und Mehl

Nach dem Backen:
Puderzucker zum Bestäuben

(1) Als ersten die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Aufpassen, dass sie nicht anbrennt. Vom Herd nehmen und lauwarm abkühlen lassen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform ausfetten und einmehlen. Zum Ausfetten am Besten das Papier in dem die Butter war, benutzen.
(3) Die Eier in eine Schüssel aufschlagen, Zucker und Vanillezucker dazu und so lange aufschlagen bis eine cremige, fluffige Masse, die einfach mehr ist, entstanden ist.. Rum, Zitronenschale und Salz unterrühren.
(4) Das Mehl mit Speisestärke und Backpulver mischen. Etwas Mehlmischung in die Eiercreme rühren. Den Rest abwechseln mit der flüssigen Butter unterrühren.
(5) In die Form füllen, Oberfläche glatt streichen. Auf der unteren Schiene ca. 1 Stunde backen. Stäbchenprobe machen und eventuell noch länger backen.
(6) Kuchen in der Form 5-10 Minuten stehen lassen, heraus stürzen, wieder umdrehen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Mit Puderzucker zart bestäuben und

genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2000): Basic baking. Gräfe und Unzer. München. p 38

Immer mal wieder … Meine Winter-Wohlfühlessen

So als Foodblogger steht man ja immer ein wenig unter Druck, neue, tolle Gerichte auszutesten und dann zu präsentieren. Damit die geneigte Leserschaft auch neue Inspiration für die Feierabendküche oder das Sonntagsessen bekommt. Aber so wie jeder andere hat auch der Gemeine Foodblogger (Foodbloggerus typicus) Lieblingsgerichte, die auch gerne immer wieder auf den Tisch kommen dürfen. In meinem Fall ist das ja noch einfach, weil ich eigentlich nur auf meine Gelüste Rücksicht nehmen muss  ;-) So unterscheiden sich die Lieblingsessen natürlich auch je nach Jahreszeit. Im Frühling esse ich unglaublich gerne „Grüne Soße“ einfach nur mit Pellkartoffeln oder natas Spargel-Tomaten-Pasta. Im Sommer habe ich einen unglaublich hohen Verbrauch an Tomaten und ungarischen Spitzpaprika, wenn der Tag doof war und ich einfach nur ein unkompliziertes Comfort Food  brauche, ist Lecsó die ultimative Lösung.

Jetzt im Herbst und im Winter ist die Auswahl an Gemüsen etwas eingeschränkter, trotzdem können wunderbare Wohlfühlessen gezaubert werden. Kohl ist ja wirklich gut lagerfähig und sowohl gesund als auch lecker! Gerne mag ich ihn in Kohlsuppe, aber die kann nur Frau Mama richtig kochen. Und für mich selbst ist ein ganzer Weißkohl doch ein wenig zu groß. Mit Spitzkohl komme ich hingegen wunderbar klar, er ist kleiner, zarter, hat eine kürzere Garzeit. Am liebsten mache ich damit Ungarische Krautnudeln (Kápostás tészta). Dieses mal habe ich noch den Rest Bacon, der sich im Kühlschrank langweilte dazu gegeben und habe sowohl mit Pfeffer als auch Puderzucker gewürzt. Großartig! Immer wieder!

Natürlich muss so ein übrig gebliebener Spitzkohl auch verbraucht werden, zum Glück nicht innerhalb von 48 Stunden, aber schon in absehbarer Zeit. In solchen Fällen mache ich gerne japanische Okonomiyaki. Sie werden auch als japanische Pizza bezeichnet, obwohl sie mit der Pizza wie wir sie kennen, nicht allzuviel gemein haben. Es ist eher ein Pfannkuchenteig mit feingeschreddertem Kohl drin und dann eben noch alles mögliche an Zutaten, was man mag und noch im Kühlschrank nach Verwendung schreit. In meinem Fall waren das noch einige Shrimps aus dem TK und eine einsame Kochschinkenscheibe. Wirklich großartig war die Okonomiyaki-Sauce, die ich diesmal selbst schnell zusammenrührte. Tolles Zeug und wirklich wichtig für das Okonomiyaki, weil es sonst etwas fad schmeckt.

Fixe Okonomiyaki-Sauce

Zutaten für ca. 2 Portionen (50 ml):
1 EL Pflaumenmus
1 EL Ketchup
1/2 TL Currypulver
1 TL Worcestersauce
1 TL Sojasauce

Alle Zutaten gut miteinander verrühren! Fertig!
Passt zu Okonomiyaki oder auf Käsetoast oder zu Burgern (aus Fleisch, Gemüse, Fisch) …

Quelle: Dehnst, F. (2008): Itadakimasu. Christian Verlag.

Ein anderes schönes Gericht für das man wunderbar die saisonalen Wurzel- und Kohlgemüse (Petersilienwurzeln, Möhren, Rosenkohl, Blumenkohl) verwenden kann, ist britisches „Bubble and Squeak„. Wenn vom Sonntagsmittag noch Kartoffeln und einige Gemüsereste übrig sind, können die am nächsten Tag wunderbar zermanscht und in der Pfanne knusprig angebraten werden. Genossen werden kann es als vegetarisches Hauptgericht mit einem Salat dazu oder Bratwurst oder gebratenem Hähnchen. Tolles Essen!

Und da ich ja Kartoffeln nicht nur in 500 g-Packungen kaufe, schlummert meist ein Netz im Vorratsschrank. Vor allem mag ich es nicht (und ist glaube ich auch nicht sonderlich gesund), wenn die Kartoffeln anfangen übermäßig zu keimen und zu verschrumpeln. Da sind Gerichte, bei denen einen ordentliche Menge an Kartoffeln weg kommt ideal. Was ich sehr gerne mag, ist Ungarische Kartoffelgulasch (Paprikás krumpli). Würzig, sättigend, lecker, vielseitig! Und ja auch geldbeutelschonend ;-)

Das war’s dann erstmal mit den Wiederholungen in Wort und Bild. Vielleicht sollte ich die Bilder in den alten Beiträgen durch die neuen ersetzen? Hat die geneigte Leserschaft Lieblingsrezepte, die ich unbedingt mal ausprobieren sollte, auf dass sie auch mein Lieblingsgericht werden? Schreibt es einfach in den Kommentaren :-)

Süßes Popcorn wie im Kino

Irgendwie bin ich zur Zeit ziemlich auf dem Popcorn-Trip, seit ich beim türkischen Supermarkt umme Ecke spontan 1 kg Popcorn-Mais erstand. Und das Zeug muss ja auch weg ;-) Zunächst machte ich nur salziges Popcorn, wie ich es aus Ungarn kenne und an das ich mich erstmal gewöhnen musste. Ich erinnere mich noch, als ich es das erste Mal kostete. Wir waren am Baggersee und da gab es Popcorn zu kaufen. „Oh, Papa, Papa! Können wir Popcorn haben?“  Es wurde gekauft, wir schoben eine handvoll in den Mund und spuckten es sofort wieder aus. Statt dem erwarteten zuckrig-süßen Geschmack, war das salzig! Wie eklig! Wer denkt sich sowas aus!?! Jahrelang wurde salziges Popcorn nicht mehr angeguckt. Bis ich es vor ein paar Jahren nochmals kostete und es eigentlich ganz lecker fand und manchmal exzessive Mikrowellen-Popcorn-Phasen hatte ;-) Aber das muss doch auch selbst zu basteln sein. Und da kommt das türkische Popcorn ins Spiel.

Ein paar Grundregeln

Als Richtwert kann man sagen, dass 50 g Popcorn für 1 üppige Portion oder 2 kleinere Portionen reichen. Man sollte tatsächlich einen großen Topf nehmen, auch wenn der Mais sehr wenig aussieht. Für 100 g Popcorn-Mais nehme ich schon meinen größten Topf mit 5l Inhalt. Dann sollte man nie den Deckel vergessen oder auf die Idee kommen den Deckel mittendrin abzuheben! Nein, auch nicht für einen kurzen Blick! Nie! Es sei denn man mag Popcorn überall in der Küche und heißes Öl, oder noch schlimmer, heißen Zucker, an den eigenen Händen/Armen/Gesicht. Also auf keinen Fall den Deckel heben, bis es aufgehört hat zu ploppen! Und dann das Popcorn wirklich schnell in eine Schüssel umfüllen, damit es nicht doch noch anbrennt. Auch gerne das Popcorn nochmal durchrühren in der Schüssel, damit die Restfeuchtigkeit verfliegt und es nicht matschig wird. Den Topf den kriegt man ganz schnell abgewaschen, sowohl vom salzigen als auch süßen Popcorn. Wem vor dem karamellisierten Zucker im Topf graut, Zucker ist wasserlöslich und wenn man den Topf gleich mit etwas Spülmittel und Wasser füllt, kann alles ganz einfach abgewaschen werden. Easy! Also überhaupt keine Ausreden mehr, dass Popcorn zu Hause so kompliziert zu machen sei.

Salziges Popcorn

Für das einfache salzige Popcorn einfach den Boden des heißen Topfs mit Öl bedecken – ein dünner Film, nicht zentimetertief – etwas Salz und das Popcorn einstreuen. Dann den Deckel auf den Topf, die Herdplatte ausschalten (mein Herd heizt noch stark nach) und es beginnt zu ploppen. Vielleicht zwischendurch mal den Topf schütteln. Wenn es aufgehört hat zu ploppen, das Popcorn in eine Schüssel umfüllen und sofort bei einem guten Film genießen!

Und dann wollte ich aber auch noch süßes Popcorn machen, wie im Kino! Auch das ist ganz einfach, man muss nur ein wenig mit der Hitze des eigenen Herdes experimentieren, damit der Zucker nicht verbrennt. Wenn der verbrannt ist, kann die ganze Portion entsorgt werden, schmeckt nur eklig bitter. Ich spreche aus Erfahrung! Also besser die 5 Minuten dabei stehen und perfekt karamellisiertes, süßes Popcorn genießen!

Süßes Kino-Popcorn

Zutaten für 1-2 Portionen:
4 EL neutrales Öl
3 EL Zucker
50 g Popcorn-Mais

Einen großen Topf relativ heiß werden lassen, bei mir auf Stufe 5 von 6. Öl zugeben und erhitzen, es zieht dann schlieren und wenn man die Hand drüber hält merkt man die Hitze. Den Zucker gleichmäßig einstreuen und etwa 10 Sekunden warm werden lassen. Den Mais einstreuen, etwas verrühren, dass alle Maiskörner mit Zucker überzogen sind und Deckel drauf. Den Herd dann ausstellen (meiner heizt noch ordentlich nach) oder auf die kleinste Stufe stellen. Dann fangen die Maiskörner nach kurzer Zeit an zu poppen. Bloß nicht den Deckel aufmachen! Öfter mal den Topf gut durchschütteln, damit das Popcorn mit dem Zucker am Topfboden gut durchmischt wird. Wenn es nicht mehr poppt, den Topf vom Herd nehmen und sofort in eine Schüssel umfüllen, sonst brennt der Zucker noch an. Mal durchrühren, damit nicht alles zusammen klebt. Nicht lange stehen lassen, eher bald genießen!

Man muss da ein wenig herum experimentieren mit dem eigenen Herd, wie der funktioniert, wann der Zucker verbrennt. Nicht entmutigen lassen, wenn mal eine Portion verbrannt ist.

Genießen!

Quelle: Perfektes Popcorn (süß)

Und demnächst probiere ich noch andere Geschmacksrichtungen aus, wie wäre es mit Barbecue-Popcorn oder Zimt-Zucker oder Chili-Curry oder mit Schokolade? So viele Möglichkeiten und auch noch so viel Popcorn im Vorratsglas :-)))

Türkisches Sonntagsfrühstück: Sucuk yumurta – Spiegelei mit Sucuk

Bekanntlicherweise wohne ich im Klein-Ankara Kassels. Und ich finde es großartig! Ich habe hier viele unterschiedliche Nationen als Nachbarn. Meine direkten Nachbarn sind Afghanen, die nasenscheinlich unglaublich gut kochen können. Manchmal duftet es so wunderbar auf meinem Balkon (ihr Küchenfenster ist nur 50 cm entfernt), dass ich am liebsten nebenan klingeln möchte, um nach dem Rezept zu fragen … Auch die türkischen Supermärkte, die es hier gefühlt alle 500 m gibt, sind wunderbar! Bei meinem umme Ecke kriege ich fast alles was das Herz begehrt: frisches Obst und Gemüse, Blumenstrauß große Bunde an Petersilie und anderen Kräutern (Minze, Koriander, Dill, Postelein), türkische Brote, Hülsenfrüchte (getrocknet, in Dose), Reis, Bulgur, Couscous, Käse (Feta etc.), Butter, Ayran, Joghurt, frisches Fleisch, Gewürze, manchmal frischen Fisch, Oliven, Honig, Tomaten, eingelegtes Gemüse, Nüsse, Knabberkram, Geschirr und Wurst. Die Wurstabteilung besteht hauptsächlich aus einer roten Wurst namens Sucuk:

Sucuk ist eine Wurst aus Rindfleisch, die mit etwas Knoblauch, einen µ Kreuzkümmel gewürzt ist und auch etwas pikanter sein kann. Es gibt sie in monströs großen Abpackungen für türkische Großfamilie, aber zum Glück auch in der Single-Probierportion. Endlich hab ich mich mal getraut und eine kleine Packung hüpfte in meinen Einkaufskorb. Aber was mache ich jetzt damit? Von berufener Seite wurde mir Ei mit Sucuk zugeflüstert und so machte ich mich auf die Suche. Man kann sich einen typischen Snack machen, bei dem Sucuk mit Käse überbacken wird. Dabei darf die Sucuk, wie hier erklärt und ausführlichst gezeigt, auf keinen Fall gewürfelt werden. Nur Scheiben sind zulässig! Ist ja ganz schön, aber für mich eher ein Abendbrot (heute vielleicht?). Dieses Video von „Koch Dich türkisch“ fand ich schon frühstückshafter und habe es als Idee genommen. Es ist natürlich auch als Rezept im weltweiten Zwischennetz niedergeschrieben, aber im Video kann die geneigte Leserschaft auch gleich noch ein wenig türkisch lernen. Nie verkehrt, oder?

Also gab es ein etwas abgespecktes, aber doch leicht türkisches Frühstück mit Sucuk yumurta, Sesamkringel und frischem Gemüse. Wirklich schön und sättigend! Sucuk schmeckt echt gut, etwas pikant, aber nicht zu scharf (andere Leute würden das wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen) und wird jetzt tatsächlich öfter in meinem Kühlschrank zu finden sein :-)

Eigentlich braucht es dafür kein Rezept, ich schreibe trotzdem mal fix auf, wie ich das Sucuk yumurta gemacht habe:

Sucuk yumurta – Spiegelei mit Sucuk

Zutaten für 1 Portion:
1/2 kleine Sucuk (ca. 40 g)
1/2 kleine Zwiebel
1/4 TL Butter
1 Ei
Salz

Die Zwiebel häuten und in Halbringe schneiden, von der Sucuk die Pelle abziehen und in dünne Scheiben schneiden. In einer kleinen Pfanne die Butter bei mittelhoher Hitze zerlassen, Sucuk und Zwiebelringe etwas anbraten. Wenn die Zwiebeln weich sind, das Ei drüber schlagen und einen Deckel auf die Pfanne legen, damit das Eiweiß auch von oben gart. Wenn das Eigelb den gewünschten Gargrad hat, auf einen Teller geben, salzen und

genießen!

Dazu passt wunderbar frisches Fladenbrot oder Sesamkringel und ein wenig frisches Gemüse. Gerne kann auch noch mehr Gemüse mit den Zwiebeln und der Sucuk angebraten werden (etwas schärfere Paprika, Zucchini, Pilze etc.).

Quelle: nach „Koch Dich türkisch“ – Sucuk yumurta

Rosenkohl mal anders

So langsam kommen wir wieder zur normalen Alltagsküche hier (nicht dass die Festtagsküche bei mir/uns besonders festlich wäre *g*). So Wintergemüse ist ja manchmal schwierig für ein paar Leute. Entweder mögen sie es nicht oder machen es immer nur in ein- und derselben Art und Weise, was auf Dauer dann auch langweilig werden kann. Ein sehr polarisierendes Gemüse ist ja der Rosenkohl! Gibt die, die hassen ihn und gucken ihn mit’m Hintern nicht an und dann Leute, wie meine Familie und mich. Wir lieben ihn heiß und innig, schon immer! Rosenkohl wurde bei uns nur simpel gekocht, abgeschüttet, Butter und ordentlich frisch geriebene Muskatnuss drauf. Um die letzten Köhlchen entspann sich meist ein perfider Kampf!  Aber wie schon erwähnt, ist nur gekocht irgendwann langweilig.

Für andere Zubereitungsmethoden ziehe ich gerne Frau Kochschlampe zur Rate. Sie hat da wunderbare Arten Rosenkohl zu veredeln, sei es dieses Gratin mit Walnüssen oder in Pasta oder eben im Ofen geröstet. Frau Kochschlampe bastelt Aioli dazu, wir sind ohne auch sehr zufrieden. Erst habe ich es für mich selbst gemacht und war sehr begeistert. Aber die Eltern und Zwerg sollten noch überzeugt werden. Nach ein wenig Skepsis von Herrn Papas Seite („Willst Du ihn nicht doch nur kochen?“), putzte ich dann doch schnell, vermischte sie nur mit neutralem Öl, Salz und Pfeffer und gab sie in einer Lage auf ein Blech. Dabei sollte die geneigte Leserschaft darauf achten, dass möglichst viele Schnittfläche auf dem Blech liegen, weil sie dort besonders schön karamellisieren und knusprig werden (Übrigens auch bei allen anderen im Ofen geröstete Gemüse). Im heißen Ofen bleiben sie nur erstaunlich kurz und kommen wunderbar braun und aromatisch wieder raus. Dazu kann man essen was man will: Klopse/Buletten/Frikadell/Fleischpflanzerl, Kartoffelbrei, Bratwurst, andere Bratlinge. Eine wirklich köstliche Beilage! Gibt es öfter jetzt!

Und jetzt sagt mal selbst, sind so Rosenköhlchen nicht richtige Schönheiten?

Ofengerösteter Rosenkohl

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Rosenkohl
2-3 EL neutrales Öl
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze (200°C Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Den Rosenkohl putzen, Strunk abschneiden, äußere unschöne Blätter entfernen. Je nach Größe halbieren oder vierteln.  Den Rosenkohl in einer Schüssel mit Öl, Salz und Pfeffer gut vermischen. In einer Lage auf dem Backblech verteilen.
(3) Für 15-20 Minuten in den Ofen schieben und rösten bis sie angenehm braun sind.
(4) Rausholen, in eine Schüssel umfüllen, noch mit Muskatnuss würzen.

Genießen!

Quelle: Kochen für SchlampenRosenkohl aus dem Ofen

Und das ist doch ultimatives Comfort Food, oder? Kartoffelbrei, Rosenkohl, Bratwürstchen und Tante’s selbstgemachter Ketchup. Göttlich!

%d Bloggern gefällt das: