Archiv für den Monat Februar 2014

Pasta mit Wirsing nach Jamie Oliver

Ich kann gar nicht soviel essen wie ich neue Gerichte ausprobieren möchte. Meistens koche ich tatsächlich ja nur 2 Portionen, die ich dann verteilt an zwei Tagen esse. Und aus dem Grund hatte ich diese Saison auch irgendwie nur einen Wirsingkohl, der es in meine Küche geschafft hat. Und aus einem kleinen Wirsing wurden wirklich ordentliche Mengen Essen. Die eine Hälfte ging in einen Wirsing-Möhren-Kartoffel-Eintopf vom Rezeptor der „Zeit“. Total lecker, die Würzung richtig gut, aber komplett unfotogen und wenn ich das schon sage … Die zweite Hälfte wollte ich andersweitig verwenden und da ich lange keine Nudeln mehr hatte, dachte ich, lässt sich doch bestimmt kombinieren. Also flugs nach „Wirsing + Pasta“ gesucht und beim Island Girl, die „Neues von der Insel“ berichtet, fündig geworden. Eine Version von Jamie Oliver, die etwas italienisch angehaucht ist mit Thymian, Pinienkernen, Parmesan und Mozzarella.

Ich war ja etwas skeptisch, aber die Kombination ist wirklich lecker! Und schnell gemacht! Ich sag mal so, wenn man alleine alles entspannt ohne Hektik macht, ist man locker in 45 Minuten fertig. Perfektes Feierabendessen! Also noch schnell einen der letzten Wirsinge ergattern, bevor wir alle nur noch in Spargel, Radieschen und Bärlauch schwelgen.

Pasta mit Wirsing, Thymian und Mozzarella

Zutaten für 2 große Portionen:
1/2 Wirsing
1 Knoblauchzehe
einige Zweiglein Thymian
1 handvoll Pinienkerne
Olivenöl
100 g Bacon in Streifen
Salz, Pfeffer
1 kleine handvoll geriebener Parmesan
1 Kugel Mozzarella (125 g)

200-250 g Nudeln (Farfalle oder Penne

(1) Den Wirsing in feine Streifen schneiden. Den Knoblauch häuten und fein würfeln. Vom Thymian die Blättchen abstreifen. Den Mozzarella abtropfen lassen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden.
(2) Ein große Pfanne (die einen passenden Deckel hat) heiß werden lassen und die Pinienkerne bei mittelhoher Hitze ohne zusätzliches anrösten. Immer dabei stehen bleiben und öfter mal an der Pfanne rütteln, damit sie nicht anbrennen. Sobald sie schön goldbraun sind, aus der Pfanne in einer Schüssel schütten.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen.
(4) In der immer noch heißen Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und die Bacon-Streifen goldbraun braten. Knoblauch und Thymian zugeben und den Knoblauch weich, aber nicht braun werden lassen. Den Wirsing und den Parmesan zufügen. Etwas salzen und pfeffern. Gut durchrühren. Einen kleinen Schluck Wasser hinzufügen, Deckel drauf und etwa 5-10 Minuten dünsten lassen.
(5) Die Nudeln abgießen und noch tropfnass zusammen mit den Mozzarellawürfeln zum Wirsing geben. Gut durchrühren, nochmals kosten und abschmecken und sofort servieren.

Genießen!

Quelle: Oliver, J. (2000): The Return of the Naked Chef. Penguin. p 133

Ungarisches Erbsengemüse – Borsófözelék

Ich liiiiebe Erbsen! Schon als kleines Kind, frisch von der Pflanze gepflückt und gleich die strahlendgrünen Kügelchen rausgeholt und in den Mund gesteckt. Auch kann ich mich noch dran erinnern, wie ich als kleines Mädchen bei meinen ungarischen Großeltern im Hof auf der Bank saß und beim Erbsenpahlen half, wahrscheinlich gab es meine geliebte ungarische Erbsensuppe den Tag zum Mittag. Und die liebe ich auch heute noch sehr! Leider haben frische Erbsen ja nur eine kurze Saison und wenn man nicht aufpasst und rechtzeitig erntet, sind sie am Strauch alt geworden, so dass sie härter sind und auch ein wenig bitter schmecken. Sehr unschön! Also rechtzeitig ernten…

In der ungarischen Arme-Leute-Küche gibt es viele Gemüseragouts. Und ich mag sie eigentlich fast alle, egal ob mit Kürbis, Bohnen, Kartoffeln … Das, was bei uns als Gemüsebeilage gilt, wird dort als Hauptgericht verspeist. So auch dieses Erbsengemüse. Es ist so lecker cremig und süßlich. Ein unbedingtes Muss ist die Petersilie und davon wirklich reichlich. Also nicht geizig sein, denn Petersilie und Erbsen sind wirklich richtig gute Freunde! Ein wunderbar schnelles Comfort Food! Einfach schönes, frisches Weißbrot dazu und wer mag gebratene Wiener Würstchen oder Klopse/Frikadellen/Fleischpflanzerl/Buletten oder wie die mittlerer Tante es in Ungarn immer macht, ein Brathähnchen, alles sehr passend. Probiert es ruhig aus, es macht tatsächlich satt und es wird Euch nix fehlen!

Ungarisches Erbsengemüse – Borsófözelék

Zutaten für 2 Portionen:
1 mittelgroße Zwiebel
1 EL Butter
500 g TK-Erbsen
400 ml Milch
Salz, Pfeffer
1 TL Mehl
2 deutsche Bunde Petersilie

(1) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken.
(2) Butter in einem Topf bei mittelhoher Hitze schmelzen lassen und die Zwiebelwürfel andünsten.
(3) Die Erbsen hinzufügen, mit etwas 350 ml Milch bedecken. Salzen und pfeffern. Einmal aufkochen lassen.
(4) Währenddessen die restliche Milch mit dem Mehl möglichst klümpchenfrei verrühren. Unter Rühren zu den kochenden Erbsen geben und so lange kochen bis die Sauce etwas dicker geworden ist und die Erbsen gar sind.
(5) Den Topf vom Herd nehmen und die Petersilie unterrühren. Abschmecken! Fehlt noch was? Wenn ja nachwürzen, dann servieren und

genießen!

Als Beilage: gebratene Wiener Würstchen, Klopse, Brathähnchen, frisches Weißbrot

Klassischer Sandkuchen

Hier hat sich nicht viel geändert, manchmal überkommt mich die Lust auf Kuchen, aber dann immer noch eher die Klassiker, die Einfachen. Bleibt mir weg mit Cakepops und zuckersüßen, vercremte Cupcakes oder zu reichhaltigen Brownies, von denen man nach einem 1 qcm-Stück schon pappsatt ist. Her mit den Zitronen- oder Marmorkuchen, gebt mir eine einfach Erdbeertorte, jawoll ja – mit Tortenguss! Oder am allerliebsten Omas Quarktorte! Aber die lohnt sich leider nicht für mich alleine, da sind Kuchen, die sich hübsch portionsweise einfrieren lassen schon praktischer!

Erst habe ich meine persönliche Kuchenfee Frau Kochschlampe befragt, mich dann aber doch für einen anderen Kuchen entschieden. Bei ihren Berlin-Besuchen schaut Zwerg immer beim modernen Antiquariat „Extra Buch“ in Kreuzberg vorbei und meist ruft sie mich an und bringt mir ein oder zwei Bücher mit, die oft um die Hälfte reduziert sind (früher hat das Frau Kochschlampe gemacht *g*). Dort erstand sie mir letztes Jahr auch das „Basic baking„. So ein Grundbackbuch fehlte mir ja noch und es sind wirklich schöne Rezepte drin. Deutsche Klassiker wie Bienenstich, Obstkuchen in sämtlichen Spielarten vom Pflaumendatschi über die erdbeergefüllte Biskuitrolle bis zur Pfirsichcrostata, auch Kleinigkeiten wie Kekse und Madeleines fehlen nicht, bombastische Cremetorten können gebastelt werden und herzhafte Gebäcke wie verschiedenen einfache Brote, Pizza und Quiche findet der geneigte Leser ebenfalls. Eine wirklich ansprechende Mischung, für jeden was dabei! Außerdem werden wie in allen Bänden der Basic-Reihe die wichtigsten Zutaten erklärt und auch grundlegende Techniken erläutert. Was ist beim Hefeteig zu beachten? Wie wird der Mürbeteig wirklich mürbe? Wie macht man Brandteig oder Baiser? Wird alles anschaulich erklärt! Und genau solche Bücher brauche ich. S gerne ich koche und da ein bißchen Erfahrung mit Zeiten und Mengen habe, fehlt es mir fast komplett beim Backen. Dafür fabriziere ich zu selten Kuchen. Wer sollte es auch verputzen, wenn ich alle zwei Tage backe? ;-) Und weil ich so lange nichts aus dem „Basic baking“ gebacken habe, darf es bei Foodfreaks „DKduW„-Event mitspielen.

Aber welchen Kuchen habe ich jetzt gemacht? Einen ganz einfachen Sandkuchen. Irgendwie habe ich nie gewusst, wieso der so heißt, aber jetzt ist es mir klar. Er war außen wunderbar knusprig und innen wunderbar weich und ja, sandig. Aber nicht im unangenehmen Sinne. Wahrscheinlich ist es die veränderte Zubereitungsform. Zunächst werden die Eier mit dem Zucker richtig schaumig aufgeschlagen, dass sich ihr Volumen vervielfacht und die Mischung ganz hell wird. Dann wird das Mehl mit der Speisestärke und dem Backpulver (ist aber echt wenig und schmeckt wirklich nicht raus) abwechselnd mit der geschmolzenen Butter eingerührt, dass ein dickflüssiger Teig entsteht:

Ich habe ihn diesmal wild aufreißen lassen und das brachte ’ne Menge knuspriger Kruste hervor. Toll, toll, toll!

Er schmeckte fein nach Zitrone und Rum (jahaa, echter Rum *g*) und wird definitiv wieder gebacken! Eine große Nachbackempfehlung für’s kommende Wochenende!

Klassischer Sandkuchen

Zutaten für 1 Kastenform (ca. 30 cm):
250 g Butter
5 Eier
150 g Zucker
3 EL Vanillezucker (oder 2 Päckchen)
2 EL Rum
1/2 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Prise Salz
125 g Mehl
125 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Für die Form:
Butter und Mehl

Nach dem Backen:
Puderzucker zum Bestäuben

(1) Als ersten die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Aufpassen, dass sie nicht anbrennt. Vom Herd nehmen und lauwarm abkühlen lassen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform ausfetten und einmehlen. Zum Ausfetten am Besten das Papier in dem die Butter war, benutzen.
(3) Die Eier in eine Schüssel aufschlagen, Zucker und Vanillezucker dazu und so lange aufschlagen bis eine cremige, fluffige Masse, die einfach mehr ist, entstanden ist.. Rum, Zitronenschale und Salz unterrühren.
(4) Das Mehl mit Speisestärke und Backpulver mischen. Etwas Mehlmischung in die Eiercreme rühren. Den Rest abwechseln mit der flüssigen Butter unterrühren.
(5) In die Form füllen, Oberfläche glatt streichen. Auf der unteren Schiene ca. 1 Stunde backen. Stäbchenprobe machen und eventuell noch länger backen.
(6) Kuchen in der Form 5-10 Minuten stehen lassen, heraus stürzen, wieder umdrehen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Mit Puderzucker zart bestäuben und

genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2000): Basic baking. Gräfe und Unzer. München. p 38

Immer mal wieder … Meine Winter-Wohlfühlessen

So als Foodblogger steht man ja immer ein wenig unter Druck, neue, tolle Gerichte auszutesten und dann zu präsentieren. Damit die geneigte Leserschaft auch neue Inspiration für die Feierabendküche oder das Sonntagsessen bekommt. Aber so wie jeder andere hat auch der Gemeine Foodblogger (Foodbloggerus typicus) Lieblingsgerichte, die auch gerne immer wieder auf den Tisch kommen dürfen. In meinem Fall ist das ja noch einfach, weil ich eigentlich nur auf meine Gelüste Rücksicht nehmen muss  ;-) So unterscheiden sich die Lieblingsessen natürlich auch je nach Jahreszeit. Im Frühling esse ich unglaublich gerne „Grüne Soße“ einfach nur mit Pellkartoffeln oder natas Spargel-Tomaten-Pasta. Im Sommer habe ich einen unglaublich hohen Verbrauch an Tomaten und ungarischen Spitzpaprika, wenn der Tag doof war und ich einfach nur ein unkompliziertes Comfort Food  brauche, ist Lecsó die ultimative Lösung.

Jetzt im Herbst und im Winter ist die Auswahl an Gemüsen etwas eingeschränkter, trotzdem können wunderbare Wohlfühlessen gezaubert werden. Kohl ist ja wirklich gut lagerfähig und sowohl gesund als auch lecker! Gerne mag ich ihn in Kohlsuppe, aber die kann nur Frau Mama richtig kochen. Und für mich selbst ist ein ganzer Weißkohl doch ein wenig zu groß. Mit Spitzkohl komme ich hingegen wunderbar klar, er ist kleiner, zarter, hat eine kürzere Garzeit. Am liebsten mache ich damit Ungarische Krautnudeln (Kápostás tészta). Dieses mal habe ich noch den Rest Bacon, der sich im Kühlschrank langweilte dazu gegeben und habe sowohl mit Pfeffer als auch Puderzucker gewürzt. Großartig! Immer wieder!

Natürlich muss so ein übrig gebliebener Spitzkohl auch verbraucht werden, zum Glück nicht innerhalb von 48 Stunden, aber schon in absehbarer Zeit. In solchen Fällen mache ich gerne japanische Okonomiyaki. Sie werden auch als japanische Pizza bezeichnet, obwohl sie mit der Pizza wie wir sie kennen, nicht allzuviel gemein haben. Es ist eher ein Pfannkuchenteig mit feingeschreddertem Kohl drin und dann eben noch alles mögliche an Zutaten, was man mag und noch im Kühlschrank nach Verwendung schreit. In meinem Fall waren das noch einige Shrimps aus dem TK und eine einsame Kochschinkenscheibe. Wirklich großartig war die Okonomiyaki-Sauce, die ich diesmal selbst schnell zusammenrührte. Tolles Zeug und wirklich wichtig für das Okonomiyaki, weil es sonst etwas fad schmeckt.

Fixe Okonomiyaki-Sauce

Zutaten für ca. 2 Portionen (50 ml):
1 EL Pflaumenmus
1 EL Ketchup
1/2 TL Currypulver
1 TL Worcestersauce
1 TL Sojasauce

Alle Zutaten gut miteinander verrühren! Fertig!
Passt zu Okonomiyaki oder auf Käsetoast oder zu Burgern (aus Fleisch, Gemüse, Fisch) …

Quelle: Dehnst, F. (2008): Itadakimasu. Christian Verlag.

Ein anderes schönes Gericht für das man wunderbar die saisonalen Wurzel- und Kohlgemüse (Petersilienwurzeln, Möhren, Rosenkohl, Blumenkohl) verwenden kann, ist britisches „Bubble and Squeak„. Wenn vom Sonntagsmittag noch Kartoffeln und einige Gemüsereste übrig sind, können die am nächsten Tag wunderbar zermanscht und in der Pfanne knusprig angebraten werden. Genossen werden kann es als vegetarisches Hauptgericht mit einem Salat dazu oder Bratwurst oder gebratenem Hähnchen. Tolles Essen!

Und da ich ja Kartoffeln nicht nur in 500 g-Packungen kaufe, schlummert meist ein Netz im Vorratsschrank. Vor allem mag ich es nicht (und ist glaube ich auch nicht sonderlich gesund), wenn die Kartoffeln anfangen übermäßig zu keimen und zu verschrumpeln. Da sind Gerichte, bei denen einen ordentliche Menge an Kartoffeln weg kommt ideal. Was ich sehr gerne mag, ist Ungarische Kartoffelgulasch (Paprikás krumpli). Würzig, sättigend, lecker, vielseitig! Und ja auch geldbeutelschonend ;-)

Das war’s dann erstmal mit den Wiederholungen in Wort und Bild. Vielleicht sollte ich die Bilder in den alten Beiträgen durch die neuen ersetzen? Hat die geneigte Leserschaft Lieblingsrezepte, die ich unbedingt mal ausprobieren sollte, auf dass sie auch mein Lieblingsgericht werden? Schreibt es einfach in den Kommentaren :-)

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