Kratzete – Perfekt zu Spargel

Die südwestdeutsche Küche war ja schon immer etwas raffinierter als die norddeutsche. Da macht sich das mildere Klima, die dadurch resultierende größere Vielfalt an Obst und Gemüse und die Nähe zu den genusssüchtigen französischen Nachbarn bemerkbar. Die norddeutsche Küche ist da eher bäuerlich, rustikal, mit einer starken Vorliebe herzhaft und süß zu kombinieren.

Seit ich die simple Zubereitungsmethode im Ofen (wahlweise Auflaufform oder in der Alufolie) für Spargel entdeckt habe vor einigen Jahre, gibt es ihn bei mir in der Saison zu 75% in der Art und Weise. Für die restlichen 25% suche ich mir neue Rezepte, damit es nicht zu langweilig wird. Klassisch zu einfachem Spargel sind ja Pellkartoffeln. Und Pellkartoffeln passen wirklich wunderbar, wenn man schön aromatische Kartoffeln hat (als Kind mochte ich Pellkartoffeln so gaar nicht!). Aber da muss es ja noch andere Beilagen zu geben. Im „Deutschland vegetarisch“ fiel mir ein Rezept für Kratzete ins Auge. Das ist, ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster, die südwestdeutsche Version eines österreichischen Kaiserschmarrn, nur in herzhaft. Es wird ein fluffiger Pfannkuchen gebacken, der dann in der Pfanne zerzupft wird. Normalerweise gehört zum Rezept von Herrn Paul gekochter Spargel, den ich aber gar nicht leiden kann und Hollandaise, die mir an dem Tag zu anstrengend war zu rühren. Also purer Ofen-Spargel mit den Schnittlauch-Kratzete.

Und ich muss sagen, die Kombination ist wirklich unglaublich gut! Der feine Schnittlauch-Pfannkuchen passt wunderbar zum zarten Geschmack des Spargels. Eine große Nachbastelempfehlung von mir!

Die geneigte Leserschaft aus dem Südwesten der Republik, macht ihr Kratzete noch zu was anderem? Kann doch nicht angehen, dass ihr diese köstlichen Dinger nur im Frühling zur Spargelsaison esst. Also her mit Euren Ideen, wozu passen sie noch?

Schnittlauch-Kratzete

Zutaten für 2 Portionen als Beilage:
1 Ei
100 ml Milch
90 g Mehl (Type 405)
½ Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
2 EL Öl
1 EL Butter

(1) Das Ei trennen. Eigelb mit Milch und Mehl zu einem glatten Teig verrühren. Schnittlauch in Röllchen schneiden und unterrühren. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer fettfreien Schüssel mit dem Handmixer (oder wer lahme Handgelenke will mit dem Schneebesen) steif schlagen. Vorsichtig unter den Teig heben. Teig mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) In einer mittelgroßen Pfanne das Öl erhitzen und den Teig hinein geben. Bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten fest werden lassen. Wenden und mit Hilfe eines Pfannenwenders in Stücke reißen.
(3) Die Butter zugeben und rundrum goldbraun braten lassen.

Zum frisch gegarten Spargel servieren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 36

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4 thoughts on “Kratzete – Perfekt zu Spargel

  1. marco 26. Mai 2014 um 17:17 Reply

    Kratzete!? Noch nie gehört! Wüsst ich’s nicht besser, würde ich meinen hört sich stark nach Schwyzerdütsch an ;) Aber deine Beschreibung als herzhafter Kaiserschmarrn gefällt mir mindestens so gut ;)

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  2. Houdini 27. Mai 2014 um 07:22 Reply

    Staun, staun! Bereits beim Titel, dann von wegen süddeutsch. Dass Marco die Bezeichnung Kratzete nicht kannte, verstehe ich, er ist ja auch ein bisschen jünger, und vielleicht sagt man dem in seiner Gegend nicht so, die Dialekte unterscheiden sich gerade bei Essen erheblich, zB Flade, Wähe, Weie, Chueche für denselben Früchtekuchen. Meine Mutter machte Kratzete ab und an, genau so, wie hier beschrieben. Bezgl. Dialekt: Sie stammte aus dem Appenzellerland und wir wohnten bei St.Gallen.

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    • Houdini 27. Mai 2014 um 07:24 Reply

      Sorry, Mutter machte die Kratzete ohne Schnittlauch, und wir assen sie meist mit Apfelmus.

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  3. […] Perfekt zum Spargel – Kratzete […]

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