Archiv für den Monat Mai 2014

Opfer-Quiche für die Küchengötter – Spargel-Kräuter-Quiche

Es gibt so Tage, da wollen die Küchengötter ihre Opfer haben. Eine Spargel-Quiche sollte es werden und eigentlich musste sie noch am Donnerstagabend gebacken werden, da die Schule am Freitag durch den Rechnungswesenunterricht (Rechnungswesen rockt!) länger dauern würde. Nach solchen Tagen habe ich meist eher wenig Lust noch lange in der Küche zu stehen und auf mein Abendessen zu warten. Donnerstage gehen da, da bin ich auch nachmittags/abends noch produktiver.

Also eine Spargel-Quiche! Ist ja schließlich Saison … Ein paar Rezepte habe ich mir im Internet durchgelesen und sie meiner Vorratslage angepasst. Klassischerweise wird so eine Quiche ja mit Mürbeteig gemacht, aber weil der ja eh leicht frustrationsbehaftet ist, zumindest bei mir, und auch noch Kühlzeiten benötigt, die ich Donnerstag aber nicht hatte, griff ich auf Blätterteigplatten aus dem Tiefkühler zurück. Es ist immer praktisch so ein paar davon im Vorrat zu haben, finde ich. Während die etwas zusammen geklebten, etwas ausgerollten Teigplatten blind buken, bereite ich den Spargel und die Crememasse zu. Beim Spargel noch keine Probleme, grünen muss man ja zum Glück nicht schälen, aber beim Parmesanreiben dann das erste Opfer. Volle Lotte das Daumengelenk über die Microplane gerieben *tropftropftropf* Aufgepasst, dass nichts in die Creme tropft und Pflaster drauf. Schnell die Masse zu Ende gemacht, über die blanchierten Spargelstücken auf den vorgebackenen Teig gegossen und die Quiche in den Ofen geschoben. Dabei dann die Finger am Ofen verbrannt – das zweite Opfer. Als ich dann endlich ein wenig auf dem Sofa entspannen kann, fällt mir auf, dass ich meine Hosen total eingesaut habe. Wo kommt das denn her, bitte? Das Textilopfer für die Küchengötter.

Zum Glück schmeckte die Quiche ganz wunderbar, sonst hätte ich der auch was geflüstert! Eigentlich wollte ich sie gar nicht verbloggen, weil sie nur improvisiert war, aber durch den großartigen Geschmack, kann ich der geneigten Leserschaft das Rezept nicht vorenthalten. Probiert es ruhig mal aus, noch geht die Saison gute fünf Wochen!

Spargel-Kräuter-Quiche

Zutaten für 1 große Quicheform:
4 Platte TK-Blätterteig
etwas Öl für die Form

600 g grüner und/oder weißer Spargel
Salz
Zucker
1 handvoll fein geriebener Parmesan
3 Eier
100 g Sahne
200 g Schmand
Pfeffer
½ TL Paprikapulver rosenscharf
2 TL fein gehackter Dill
4 TL fein gehackte Petersilie

(1) Den Blätterteig aus dem Tiefkühler holen, nebeneinander auf ein Brett legen und ca. 15 Minuten antauen lassen. Dn Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Wasser zum Blanchieren des Spargels aufsetzen. Wenn es kocht je eine großzügige Prise Salz und Zucker hinzufügen. Den grünen Spargel waschen, untere Enden abbrechen. Dann die Köpfe abschneiden, die Stangen halbieren und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Wenn weißer Spargel benutzt wird, vom diesem ebenfalls die Enden abbrechen und dann komplett schälen. Dann wie den grünen Spargel schneiden. In das kochende Wasser geben und etwa 5 Minuten kochen lassen bei mittelhoher Hitze. In ein Sieb abgießen, kurz kalt abbrausen und gut abtropfen lassen.
(3) Die Blätterteigplatten leicht überlappend auf einen Bogen Backpapier legen (drei nebeneinander, 1 quer unten drunter). Vorsichtig mit dem Nudelholz ausrollen bis es etwas größer als die Quicheform ist. Die Quicheform leicht einölen. Mit Hilfe des Backpapiers den Teig in die Quicheform bringen. Das Backpapier drauf lassen und mit getrockneten Bohnen/Linsen beschweren. Im vorgeheizten Ofen 10 Minuten backen. Das Backpapier samt Blindbackbohnen entfernen und nochmal 5 Minuten backen. Dabei geht der Teig ein wenig auf, aber das stört nicht weiter.
(4) Auf dem vorgebackenen Boden den Spargel gleichmäßig verteilen. Die Creme drüber gießen. Für 25-30 Minuten im Ofen auf mittlerer Stufe backen. Die Oberfläche sollte gestockt und leicht gebräunt sein. Falls der Blätterteigrand zu braun wird, mit etwas Backpapier abdecken.

Die Quiche etwa 15 Minuten abkühlen und sich setzen lassen.

Genießen!

Balkon-Bewohner 2014 – Es grünt und blüht…

Nicht nur die Kartoffeln entwickeln sich prächtig, auch die anderen Balkon-Bewohner wachsen fröhlich vor sich hin. Es ist abzusehen, dass es in den Balkonkästen von Salat und Radieschen doch ein wenig eng wird. Deswegen spielte ich Herrin über Leben und Tod und entfernte einige Pflänzchen aus Bereichen, wo die Pflanzen sehr eng saßen.

Auch die Erbsen sind gekeimt und machen sich auf Richtung Licht… Zusätzlich habe ich gestern noch in einem 1m-Balkonkasten Buschbohnen gelegt, aber das Bild wäre reichlich unspektakulär, weil ja nur Erde zu sehen ist.

Die Zucchini ist auch schon größer geworden, nur haben einige Blätter so seltsame helle Flecken bekommen. Aber ich glaube, in der Mitte kommt eventuell vielleicht schon der Blütenansatz?

Die Tomate Sophia beginnt auch schon zu blühen! Wie soll das nur alles werden, wenn es nächste Woche tatsächlich wärmer wird? Ich erwarte nichts geringeres als eine Wachstumsexplosion ;-)

Auch meine Erdbeeren blühen wie wahnsinnig! So viele Blüten hatten sie in der alten Wohnung mit dem Ostbalkon nie. Die Südausrichtung der Wohnung macht sich doch sehr positiv bemerkbar!

Auch habe ich das Gefühl, dass ich langsam zum Kräutermessie werde, letztens guckten mich dieser Oregano und Salbei mit so traurigen Blättern im Supermarkt an, dass ich sie unbedingt retten musste. Sobald ich neue Blumenerde und Übertöpfe habe, kommen sie in luxuriös große Töpfe und dürfen sich dort frei entfalten.

In jedem Garten findet sich ja auch Unkraut, warum nicht auch auf meinem Balkon ;-) In meinen Husarenknöpfchen wächst tatsächlich eine Brennnessel, aber die Botanikerin in mir, die ihre Diplomarbeit über Unkraut schrieb, lässt sie in Ruhe.

Ich bin mal gespannt wie sich das alles weiter entwickelt, wann die Bohnen keimen, wann die Erdbeeren reif werden. Es bleibt spannend!

Balkon-Kartoffeln – Was für ein Schuss nach oben …

Meine Güte haben die Kartoffeln einen Satz nach oben gemacht! Vergleicht mal, wie klein sie letzte Woche noch waren.

Sie sind tatsächlich so viel gewachsen, dass es mich doch überkam und ich sie anhäufelte. Anhäufeln macht man im Garten, indem man einfach Erde um die Kartoffelpflanzen schüttet. Durch diese künstliche Dunkelheit wird die Kartoffel angeregt, entlang des Stengels mehr Kartoffelknollen zu bilden, man kriegt also eine höhere Ernte. Und genau das kann man auch im Eimer machen, indem einfach zusätzliche Erde reinschüttet. Deswegen hab ich den Eimer beim Legen der Kartoffel ja auch nicht komplett gefüllt. Mein Eimer ist jetzt also zu 2/3 gefüllt und hat noch ein bisschen Platz. Zusätzlich zur Erde kam noch ein wenig Guano-Dünger mit rein, mal sehen, ob es Vorteile bringt.

Auch die Kartoffeln im Sack machen sich prächtig …

… und wurden brav angehäufelt (ich mag das Wort „anhäufeln“ *g*). Dabei stellte ich allerdings fest, dass doch zu wenig Löcher im Erdsack waren. Ich habe noch einige Löcher mit der Schere reingepiekt, auch in den Boden des Sacks und dabei kam eine ziemlich muffige dunkle Brühe rausgeflossen (jetzt keine Sturzbäche, aber doch ein wenig), es stand also schon Wasser im Sack. Aber ich glaube, den Kartoffeln hat es noch nicht geschadet, das Grün sah ja immer ganz munter aus. Meine Schlüsse: nicht so viel gießen und auch darauf achten, dass das überschüssige Wasser richtig abfließen kann. Im Sack ist noch deutlich mehr Platz für neue Erde, das wird glaube ich eine reichere Ausbeute *g*

Saftigster Schokoladen-Mandel-Gugelhupf

Wenn ich mal einen Kuche backe, reicht dieser dann aufgrund der geringeren Bewohnerzahl dieser Wohnung (nämlich genau 1, mich *g*) für ziemlich lange. Also backe ich gerne Kuchen, die sich auch gut einfrieren lassen. Und die halten dann auch etwas länger im Tiefkühler, ich esse ja nun nicht jeden Tag 5 Stücke Kuchen ;-)

Schon öfter sah ich schöne Gugelhupfe bei „Ginger in the basement“ oder auch Kochsendungen, die die österreichische Küche zeigten. Leider hatte ich keine richtige Gugelhupfform, ja so einen Einsatz für meine große Tortenform schon, aber keine richtige Gugelhupfform. Dann entschloss ich mich doch spontan eine zu erstehen, aber was für eine? Eine aus beschichtete Metall oder gar Silikon oder etwa schickes Emaille? Silikonformen mag ich nicht sonderlich, weil die mir zu labbrig und instabil sind, am sympathischsten war mir tatsächlich die Emailleform, weil ich das Gefühl hab, dass das Zeug sehr langlebig sein kann, ich kann es in den Geschirrspüler tun und die Form war mit ihrer dunkelblauen Farbe auch noch die hübscheste. Und die zukünftigen Kuchen sollen es ja schick haben beim Backen ;-)

Also schnell mal die Meisterin der Gugelhupfe befragt, was für ein Rezept sie empfehlen würde, woraufhin Frau Ginger gleich vier zur Auswahl stellte. Ich entschied mich für ein schokoladiges mit Nüsschen, für den ich zum Glück auch alle Zutaten im Haus hatte. Es ist ein Kuchen für den man keine Waage benötigt, weil alles was man braucht, ein Becher Schmand/Joghurt/Saure Sahne ist. Bei mir schlummerte noch ein 200 g Becher Schmand im Kühlschrank, der prompt benutzt wurde. Schnell den Schmand in ein Schüsselchen transferiert, Becher ausgewaschen und abgetrocknet und schon konnten die Zutaten abgemessen werden. Dabei empfiehlt es sich (wie bei den amerikanischen Rezepten) erst die trockenen Zutaten abzumessen und dann die feuchten, sonst ist das irgendwie unpraktisch und gibt ’ne große Schmiererei.

Nun weiß ich nicht, ob es Absicht war, aber im Rezept war kein Backpulver erwähnt, das kam mir ein wenig suspekt vor. Ich weiß, dass Kuchen mit vielen Eiern auch gut aufgehen, aber hier sind nur drei Stück drin. Also hab ich eigenmächtig mal 2 TL Backpulver dazu gegeben und hat nicht geschadet *g* Der Gugelhupf ging auch wunderschön auf im Ofen und ich hatte nur Angst, dass er eventuell nur in Kleinteilen aus der Form kommt. Emailleformen muss man wirklich gründlich einfetten und –mehlen. Aber Glück gehabt, diese saftige Schönheit blieb ganz! Ein wenig Puderzucker drauf gestäubt und dann genießen, gleich drei Stück, soooo großartigst köstlich war der! Wirklich eine dringende Nachbackempfehlung von meiner Seite! Und diese hübsche Gugelhupfform erst, oder?

Schokoladen-Mandel-Gugelhupf

Für 1 Gugelhupfform 22 cm-Durchmesser:
1 Becher (200 g) Schmand (20-25 % Fett)
3 Eier
1 Becher Zucker
2 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Becher Mehl
1 Becher gemahlene Mandeln (oder andere Nüsse)
2 TL Backpulver
1/3 Becher entöltes Kakaopulver
1/3 Becher neutrales Öl

Butter und Mehl für die Form
Puderzucker zum Bestäuben oder Kuvertüre

(1) Den Ofen auf 190°C vorheizen. Die Gugelhupfform gründlich einbuttern und ausmehlen.
(2) Den Schmand in ein Schüsselchen geben. Den Becher gut auswaschen und abtrocknen.
(3) Die Eier in eine Schüssel schlagen, den Zucker und Vanillezucker zufügen und schaumig schlagen.
(4) In einer weiteren Schüssel das Mehl mit den Mandeln, der Prise Salz, Backpulver und Kakaopulver vermischen.
(5) Das Öl und den Schmand zu der Ei-Zucker-Mischung geben, unterrühren. Dann die Mehlmischung darunter rühren bis ein homogener Teig entstanden ist, aber nicht zu lange.
(6) In den Ofen geben und ca. 50 Minuten backen. Um zu prüfen, ob er fertig ist, mit einem Holz- oder Metallstäbchen einpieken. Wenn kein Teig am Stäbchen klebt beim Rausholen, ist der Kuchen fertig.

Etwas abkühlen lassen, vorsichtig aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben oder Kuvertüre bestreichen.

Genießen!

Quelle: Ginger in the basementSchokoladiger Nussgugelhupf

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