Archiv für den Monat Juni 2014

Türkische Alltagsküche: Joghurt-Nudeln mit Gewürzbutter – Yoğurtlu Makarna

Instagram ist ja ganz gefährlich! Lauter Essensphotos! Die ganze Zeit! Immer! Und dann immer so leckere Sachen! Furchtbar! Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll mit dem Nachkochen und Sabbern ;-) Und letztens postete die liebe AD vom „Restaurant am Ende des Universums“ ein Bild von türkischer Alltagsküche. Es war ganz unspektakulär Nudeln mit Joghurt und einer gewürzigen Sauce. Aber das hörte sich sooo gut, dass gleich mehrere Instagrammer zu sabbern anfingen und nach dem Rezept verlangten.

Sehr zeitnah wurde es dann glücklicherweise auch gepostet *puh* Und es las sich wirklich unkompliziert und noch leckerer als in der Instagram-Beschreibung. Aber es dauerte dann doch noch fast zwei Wochen gedauert bis sich in meinem Essensplan ein freier Slot auftat. Donnerstage sind Tage, an denen ich nach der Schule noch frisch koche, weil keine Reste mehr vom Wochenende übrig sind. Aber an den Tagen muss es schnell gehen, da hängt der Magen in den Kniekehlen und in allerhöchstens 30 Minuten muss das fertige Essen im Teller sein. Und für solche Tage ist dieses Essen perfekt! Es dauert nur so lange, wie die Nudeln brauchen um gar zu werden. Perfekt! Diese Mischung aus Knoblauch.Joghurt mit einer Gewürzbutter, in die Tomaten- und Paprikamark, getrocknete Minze und Paprikapulver gerührt werden. Der Hammer! So geiles Zeug! Und mit lauter Sachen, die man im Vorrat haben kann! Ich sag’s Euch, die getrocknete Minze in der Butter macht echt den Unterschied! Ich habe mich sofort in dieses Essen verliebt!

Ich habe ja schon länger eine Vorliebe für die türkische Küche, aber jetzt muss ich doch tiefer in die Materie einsteigen, mich vielleicht intensiver mit der türkischen Alltagsküche beschäftigen. Hat jemand Empfehlungen? Gibt es Bücher, die ich mir mal intensiver angucken sollte?

Joghurt-Nudeln mit Gewürzbutter – Yoğurtlu Makarna

Zutaten für 1 Portion:
ca. 120 g Nudeln (Bandnudeln, Fleckerl, Farfalle)
100 g Joghurt
1/2 Knoblauchzehe (hier confiert)
Salz
1,5 EL Butter
1/2 TL Tomatenmark
1/2 TL Paprikasalca (oder Paprikamark)
1 TL getrocknete Minze
1/2 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Die Nudeln nach Packungsanweisung al dente garen.
(2) Den Knoblauch häuten und pressne (oder ganz, ganz fein hacken). Mit dem Joghurt verrühren. Salzen.
(3) Kurz bevor die Nudeln fertig sind, in einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen, die zwei Marksorten, Minze und Paprikapulver hinein rühren. Fertig ist die Gewürzbutter.
(4) Die abgegossenen Nudeln mit dem Knoblauch-Joghurt im Topf verrühren. Auf einen Teller verfrachten und mit der Gewürzbutter begießen. Fertig.

Genießen!

Quelle: Restaurant am Ende des UniversumsYoğurtlu Makarna

Koreanisches Sonntagsessen – Glasnudelsalat mit frittierter Zucchini und glasiertem Tofu

Ich begab mich die Tage wieder auf die Suche nach Essensinspiration. Ich hatte genug von dem europäischen Kram, den ich die letzten Wochen so aß. Also zückte ich fix, die am meisten geliebten Bücher und wühlte mich durch die japanische und koreanische Küche. Tofu war auch noch im Kühlschrank, der gerne weg wollte. Und Glasnudeln aus Reismehl warteten bestimmt schon 3 Jahre darauf, endlich mal aus ihrer Box im Vorratsschrank befreit zu werden. Also spielen wir heute auch bei Frau Magentratzerls Dauerevent „Schatzsuche im Vorratsschrank“ mit. Und da gibt es noch etliche Schätze, die geborgen werden wollen!

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent

Schnell war ein schön einfaches Rezept für Glasnudelsalat im „Korea-Kochbuch“ gefunden, der nur so vor Gemüse strotzte. Großartig! So mag ich Salate. Frau Kochschlampe brachte mich auf die Idee, einen mit Ahornsirup glasierten Tofu zu machen. Dass von ihr vorgeschlagene Rezept verbummelte ich, dafür fand ich eine andere Version, die sich wunderbar einfach las. Wichtig dabei ist wirklich, dass aus dem festen Tofu nochmal für mindestens 1 Stunde die überschüssige Flüssigkeit ausgedrückt wird, denn dadurch kann der Tofu die Marinade besonders gut aufsaugen und die Aromen richtig aufnehmen, auch ohne vorher stundenlang zu marinieren.

Und dann war meine erste Zucchini reif. Vom Balkon. Aus meiner kleinen, liebevoll gehegten und gepflegten Zucchinipflanze. Sie war wirklich reif! Ist sie nicht hübsch?!?

Oh, und was mache ich jetzt damit? Irgendwas damit ich den puren Geschmack genießen kann. Nichts, was die Frische überdeckt. Bei nata sah ich letztens koreanisch frittierte Zucchini, was denkbar einfach ist. Die Scheiben salzen, in Mehl und Ei wenden und dann gleich ausbacken. Perfekt! Laut missboulette ist das kurze koreanische Panierstraße, ich kenne es auch aus Ungarn und da wird es als Panieren auf Pariser Art genannt. Ich glaube einfach, dass Panieren sich in vielen Kulturen unabhängig voneinander entwickelt haben, wieso sollte auf etwas so gutes auch nur ein Volk kommen ;-)

Und die Kombination der drei Komponenten war wirklich gut! Der Glasnudelsalat ist schön gemüsig und nicht scharf (koreanisches Essen ist ja gerne mal sehr pikant bis scharf), der leicht süße Tofu passt wunderbar dazu. Und diese Zucchinischeiben! Der Hammer! Die werden im Ei-Mantel wunderbar cremig und süß! Perfekt! Das werde ich definitiv öfter machen, auch einfach so als Abendbrot-Snack! Probiert das ruhig mal aus! Am Besten alle drei Sachen ….

Koreanischer Glasnudelsalat

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
1 Stange Porree/Lauch
1 große Möhre
1 rote Paprikaschote
2 Stangen Staudensellerie
1 EL Sesamsaat
neutrales Öl
100 g Glasnudeln

Für das Dressing:
1 Knoblauchzehe (hier confiert)
2,5 cm frischer Ingwer
1 EL dickflüssiger dunkle Sojasauce
1 EL helle Sojasauce
1 TL Sesamöl
Pfeffer

(1) Erst das Gemüse vorbereiten. Vom Porree das Wurzelende und die unschönen dunkelgrünen Blätter abschneiden. Die Stange in ca. 7 cm lange Stücke schneiden. Diese dann halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Möhren schälen. Ebenfalls erst in ca. 7 cm große Stücke schneiden. Diese dann in längliche dünne Scheiben und diese Scheiben in feine Streifen schneiden. Die Paprikaschote vom Kerngehäuse befreien und dann in dünne Streifen schneiden. Die Staudenselleriestangen entfädeln und in dünne Scheiben schneiden.
(2) Die Glasnudeln in kleinere Stücke brechen und laut Packungsanweisung garen. Bei hieß das, mit kochendem Wasser übergießen und nach 5 Minuten abgießen. In eine Schüssel geben.
(3) Eine Pfanne erhitzen und den Sesam goldbraun rösten. Immer dabei stehen bleiben, er brennt schnell an. In eine Schüssel geben.
(4) In derselben Pfanne einen Schluck Öl erhitzen und das Gemüse nacheinander unter Rühren bissfest garen. Mit den hellen Sorten beginnen, damit die dunkleren nicht so abfärben. Zu den Nudeln in die Schüssel geben.
(5) Für das Dressing den Knoblauch häuten und fein reiben. Den Ingwer ebenfalls schälen (geht am Besten mit einem Teelöffel) und fein reiben. In einem Schüsselchen zusammen mit den restlichen Zutaten gut verrühren. Mit Pfeffer würzen. Das Dressing mit den restlichen Salatzutaten gut vermischen.

Noch lauwarm oder bei Zimmertemperatur servieren.

Genießen!

Quelle: ganz leicht verändert nach Kou, M., Jung S., Kim Y.-A. (2011): Das Korea-Kochbuch – Bilder Geschichten Rezepte. Jacoby & Stuart. Berlin. p30

Tofu mit Ahornsirup glasiert

Zutaten für 2-3 Portionen:
300 g fester Tofu
1 El Olivenöl
1-2 Knoblauchzehen (hier confiert)
100 ml Gemüsebrühe
1 EL Balsamicoessig
2 EL Ahornsirup
Salz

(1) Den Tofu in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Zwei Lagen Küchenkrepp auf einen Teller geben, die Tofuwürfel darauf verteilen, nochmals zwei Lagen Küchenkrepp drauf und meinem Teller beschweren (vielleicht noch eine Dose Tomaten drauf) und 1 Stunden stehen lassen.
(2) Den Knoblauch häuten und pressen (oder ganz fein hacken). Mit der Gemüsebrühe, Balsamico, Ahornsirup und Salz vermischen.
(3) In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen. Die Tofuwürfel bei mittelhoher Hitze anbraten. Dann die vorbereitete Flüssigkeit drüber gießen und so lange köcheln lassen bis der Tofu die Flüssigkeit aufgesogen hat. Dabei ab und an umrühren, damit der Tofu nicht anbrennt.

Als Beilage zu anderen asiatischen Gerichten wie gebratenem Reis oder Nudeln oder Glasnudelsalat servieren.

Genießen!

Quelle: Sweet Happy LifeMaple-Glazed Tofu

Hobak Jeon – Koreanisch frittierte Zucchini

Zutaten für 2 Portionen als Beilage:
1 Zucchini
Salz
Mehl
1 Eineutrales Öl

Zucchini in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, von beiden Seiten leicht salzen. Soviel Öl in einer großen Pfanne erhitzen, dass der Boden bedeckt ist (die Zucchinischeiben müssen nicht in Öl schwimmen). Etwas Mehl in eine Gefriertüte geben, das Ei mit einer Prise Salz in einem tiefen Teller verschlagen. Die Zucchinischeiben portionsweise in der Mehltüte schütteln. Das überschüssige Mehl von den Zucchini abschütteln, die Zucchinischeiben im Ei wenden bis es komplett überzogen ist. Dann sofort in die heiße Pfanne setzen und auf beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Noch lauwarm servieren und

genießen!

Quelle: missbouletteHobak Jeon

Wie macht man eigentlich? … Panierte Schnitzel

Bei ungarischer Küche denken ja viele sofort an Gulasch. Ist nicht verkehrt, da gibt es tatsächlich viele Variationen, ob aus Schwein, Rind, Hühnchen oder auch Kartoffeln, Pilze, Kürbis. Aber eine andere Zubereitungsweise, die ich unweigerlich mit Ungarn verbinde ist das Panieren. Ich behaupte mal, mindestens alle 3 Wochen steht in jeder ungarischen Familie am Sonntag panierte Schnitzel oder Hühnerteile auf dem Tisch. Zumindest bei meiner ist es so ;-) Und ich finde es nicht schlimm, ich mag es sogar außerordentlich gerne.

So durfte ich natürlich schon als kleines Kind beim Panieren helfen. Gerade für Kinder eine herrliche Arbeit in der Küche: rumgatschen, so wirklich richtiges Essen machen (nicht nur rühren). Die Küche wird danach nicht sauberer aussehen, aber zumindest bleiben die Hände der Eltern vielleicht sauber ;-) Aber es soll ja auch Leute geben, in deren Familie solche Gerichte nicht gekocht wurden. Die dem zukünftigen Ehemann mal selbst Schnitzel braten wollen (ja, ich wurde tatsächlich von einer Freundin mal gefragt, ob ich ihr zeigen könnte, wie man Schnitzel macht *g*). Also nutze ich meinen kleinen Blog und zeige es mal der Allgemeinheit. Ich erhebe nicht den Anspruch des perfekten Wiener Schnitzels, das ist nochmal eine Kunst für sich (die ich leider noch nie kosten durfte), aber panierte Schweineschnitzel kriege ich super hin! Es geht natürlich auch mit Hähnchen oder Pute, je nach Vorliebe!

Allerdings gibt es auch hier ein paar Regeln, die man beachten sollte, aber die sind nicht schwer. Besonders wichtig finde ich die Qualität der Semmelbrösel. Habt ihr Euch mal die gekauften Semmelbrösel angeguckt? Ich finde, die sehen unnatürlich aus, extremst künstlich. Dabei ist es soo einfach die Dinger selbst herzustellen und gleichzeitig kann man noch Brot und Brötchen verwerten, die man sonst vielleicht weg geworfen hätte. Wenn ich Brotstückchen übrig habe, die ich nicht mehr essen mag, schneide oder rupfe ich sie in kleinere Stücke und lasse sie auf einem Tablett so lange an der Luft trocknen bis sie ganz hart sind. Diese getrockneten Stücke schreddere ich in meiner 30 Jahre alten Moulinette, es geht aber auch jeder andere Mixer. Noch schnell durch ein Sieb geben und fertig ist das selbstgemachte Paniermehl. Ich sammele immer etliche Brotreste, bewahre sie in einer Gefriertüte auf und mache dann immer eine Großschredderaktion und habe gleich Paniermehl auf Vorrat.

Um beim Panieren möglichst effektiv zu arbeiten, empfiehlt es sich vorab eine „Panierstraße“ zu bauen, damit man ohne große Umstände alle wichtigen Stationen beisammen hat. Traditionell wird das Paniergut erst in Mehl gewendet, dann mit verschlagenem Ei überzogen und zum Schluss ins Paniermehl gegeben, dann ausbacken.

Auf dem obigen Bild sieht man meine Panierstraße. Das Mehl gebe ich immer in einen relativ großen Gefrierbeutel. Das zu panierende Zeug wird dann nur portionsweise hinein gegeben, den Gefrierbeutel so zuhalten, dass auch ordentlich Luft drin ist und schütteln. Den Trick hab ich mir von Caterina Valente abgeguckt, die ihn mal in einer „alfredissimo“-Sendung zeigte. Kann sich noch einer an die Kochsendung mit Alfred Biolek erinnern? Also durch das Schütteln im Gefrierbeutel spart man eine Menge Mehl und das Fleisch ist gleichmäßig bemehlt und es muss nicht soviel abgeschüttelt werden. In einen tiefen Suppenteller wird dann Ei auf- und mit etwas Salz verschlagen. Für so vier Schweineschnitzel braucht man etwa 2 Eier zum Panieren. Das mehlierte Fleisch wird dann mit Hilfe einer Gabel durch das Ei gezogen. In einem weiteren tiefen Teller (oder bei mir Schüssel) wird das Paniermehl gegeben, wo das Fleisch als letzte Station landet. Durch das Ei vorher, hält das Paniermehl ganz wunderbar. Dabei kann auch noch mit Aromen gespielt werden. Ich habe hier noch ein paar Sesamsamen ins Paniermehl gemischt, aber es gehen auch frische Kräuter wie Thymianblättchen. Ein Tipp noch, versucht das Fleisch nur mit einer Hand anzufassen, damit eben nur eine Hand richtig klebrig wird. Das wird sich leider nicht vermeiden lassen (finden Kinder aber super *g*)!

Und dann hat man fertig panierte Schnitzelchen. Ihr seht, sie müssen nicht hauchdünn sein, wie beim Wiener Schnitzel, aber es schadet auch nicht, sie mit Hilfe eines Topfes/Pfanne zwischen Frischhaltefolie/Gefrierbeutel auf ca. 1 cm Dicke zu klopfen. Dann werden sie einfach schneller gar und die Gefahr, dass die Panade verbrennt während das Fleisch noch roh ist, ist geringer.

Während ihr die letzten Schnitzelchen paniert, könnt ihr schon das Fett in einer Pfanne auf dem Herd heiß werden lassen. Ich bereite immer alles vor, bevor ich mir die Hände dreckig mache. Also Pfanne auf den Herd und geöffnete Ölflasche daneben. Richtig schön wäre ja Butterschmalz zum Ausbacken, aber das ist mir zu teuer. Ich benutze meist Rapsöl, das sich auch gut hoch erhitzen lässt. Ihr seht, der Pfannenboden ist nicht nur dünn mit Öl bedeckt, aber es muss bei Schnitzeln auch nicht 10 cm hoch stehen, so 1-2 cm sind völlig ausreichend, dass das Fleisch schön ausbacken kann. Für Anfänger ist eindeutiger Indikator, ob das Fett heiß genug ist, wenn ihr den Stiel eines Holzkochlöffels rein haltet, sollten dort kleine Bläschen aufsteigen. Man kann auch eine Ecke vom Schnitzelchen ins Fett halten und wenn dann Blasen aufsteigen, hat das Fett die richtige Temperatur. Dann die Schnitzel wirklich vorsichtig ins Fett gleiten lassen! Kleine Kinder sollten jetzt nicht mehr in der Nähe sein. Heißes, spritzendes Fett auf der Haut tut wirklich ernstlich weh! Aber trotzdem keine Angst, mutig sein! Wem es angenehmer ist, kann die Schnitzel gerne mit einer Kochzange o.ä. ins Fett geben, um mehr Platz zwischen sich und der Pfanne zu haben.

Dann die Schnitzel bei mittelhoher Hitze (da muss man mit dem eigenen Herd etwas experimentieren) von beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Die fertigen Schnitzelchen mit einer Zange oder Gabel hochnehmen, gut abtropfen lassen und dann auf einem Teller, der mit 2-3 Lagen Küchenkrepp belegt ist, entfetten lassen. Wenn man eine Großfamilie zu verköstigen hat und das Schnitzelausbacken länger dauert, kann man die fertigen Schnitzel auch im 50°C warmen Ofen, warm halten. Ich lege zwischen jede Schicht fertige Schnitzel wieder neues Küchenkrepp, weil fettige, labbrige Schnitzelchen mag niemand.

Und dann kann man sie einfach nur genießen! Warm mit Kartoffel- oder Nudelsalat oder mit Salzkartoffeln und Gemüse dabei oder mit Spargel oder wie bei mir oben gesehen mit aufgebratener Polenta und simpelst gekochten Stangenbohnen. Unsere Familie macht auch gerne mehr Schnitzel, weil wir sie auch kalt (also Raumtemperatur) zwischen zwei Brötchenhälften essen. Dann aber mit Ketchup *g*

Ein Träumchen so ein Schnitzel! Ich liebe es einfach!

Nachtrag:

Die großartige Lisa Neun vom Comic-Blog „Fresh Fish„, den ich gefühlt schon immer lese, ließ mir noch ein kleines Comic per Twitter zukommen: als Klein-Lisa Schnitzel panierte. Danke schön! Ich musste so lachen, weil es GENAU SO ist!

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Ich liebe Erbsen!

Das musste jetzt mal gesagt werden. Erbsen sind mit Abstand mein liebstes Gemüse, sobald es grüne Erbsen gibt, in welcher Form auch immer, lass ich alles andere stehen und liegen! Schon als kleines Kind mochte ich es total gerne bei meinen ungarischen Großeltern auf der Bank im Hof zu sitzen und die frischen Erbsen für die immer noch heißgeliebte ungarische Erbsensuppe aus ihren Schoten zu befreien.

Und es ist immer noch eine meiner liebsten Arbeiten. So herrlich meditativ. Die Hände tun ihre Arbeit ohne, dass man großartig drüber nachdenken muss. Ab und zu verschwindet mal eines der grünen Juwelen im Mund ;-) Leider haben Erbsen ja nur eine wirklich kurze Saison. Aber als ich die Packung mit frischen Erbsen im Supermarkt nebenan sah, mussten sie einfach mit nach Hause. Egal, wie die sonstigen Essenspläne aussahen. Aber was jetzt damit machen, außer sie gleich einfach alle frisch aus der Schote zu essen? Irgendwas, wo ihr Geschmack richtig gut zur Geltung kommt und sie nicht nur eine Nebenrolle spielen. Und es sollte zum Abendbrot passen, die Mittagessenspläne wollten so bestehen bleiben. Hmm, ein Dip, der gut zu Brot passt, wäre was. Minze ist doch ein Klassiker zu Erbsen und Feta passt bestimmt auch. Gedacht, getan. Die gepalten Erbsen brauchen wirklich nicht ewig zu kochen und richtig fein müssen sie auch nicht püriert werden, ein paar Stücke schaden nicht. Und der Dip ist wirklich lecker! Also ernsthaft! Passte wunderbar zu dem Landbrot, das ich noch käuflich erstand (an Sauerteigbrot traue ich mich immer noch nicht ran) und das gekochte Ei war das i-Tüpfelchen. Ein würdiges Wochenend-Abendbrot!

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Zutaten für 2 Portionen:
500 g frische Erbsen in der Schote
(etwa 200-250 g gepalt, gern auch TK)
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
50 g Feta
5-7 Blätter frische Minze
1 Spritzer Zitronensaft

(1) Die Erbsen palen. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Minze fein hacken.
(2) In einem Topf das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebelwürfel bei mittelhoher Hitze glasig andünsten. Die Knoblauchwürfel dazu geben und kurz mit andünsten bis er duftet. Die Erbsen zugeben, etwas salzen. Deckel drauf geben und 3-5 Minuten dünsten. Wer etwas Angst davor hat, dass sie verbrennen, gibt einen wirklich winzigen Schluck Wasser dazu.
(3) Die Erbsen-Zwiebel-Mischung in ein hohes Gefäß geben (wenn noch etwas Wasser im Topf ist, das dort lassen). Mit einem Pürierstab grob pürieren, so dass einige Erbsen noch ganz sind, andere schon cremig. Den Feta und Minze drunter rühren. Mit Pfeffer, Salz und dem Zitronensaft abschmecken.

Genießen!

Passt wunderbar zu Landbrot oder geröstetem Weißbrot.

Und weil es eine so besondere Gelegenheit für mich ist, mit frischen Erbsen kochen zu können (ich rechne bei meinen eigenen jede Minute mit Blüten *g*) und es dann auch noch so lecker war, mache ich hiermit beim Garten-Koch-Event Juni „Erbsen“ mit. Danke an Sus für die Ausrichtung!

Garten-Koch-Event Juni: Erbsen [30.06.2014]

Mittel-norddeutsch-ungarischer Kartoffelsalat

Julia von German Abendbrot sucht „Kartoffelsalate aus allen Himmels-richtungen“, gefühlt hat ja jede Region so ihre Vorlieben und Eigenheiten, was das angeht. Wenn man Herrn Paul glauben darf, der sich ja ausführlich mit der vegetarischen Küche Deutschlands auseinander gesetzt, ist im Norden eher der Salat mit Mayonnaise beliebt, während die Süddeutschen auf schlotzige Kartoffelsalate mit Brühe-Dressing stehen.

Blogevent – Kartoffelsalate aus allen Himmelsrichtungen

Nun bin ich bekanntermaßen eine binationale Mischung aus Deutschland und Ungarn, geboren in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Natürlich gibt es auch Mecklenburger Versionen des Kartoffelsalats, allein ich kenne sie nicht. Die Familie mütterlicherseits kommt aus Sachsen-Anhalt, väterlicherseits nun ja aus Ungarn. Da haben sich irgendwie nie Mecklenburger Gerichte in unsere Küche verirrt.

Ich schätze mal, den Grundkartoffelsalat mit Apfel, Zwiebel und Gewürzgurken hat Frau Mama von ihrer Mutter übernommen hat (kann mich leider nicht an von der besten Oma der Welt gekochte Kartoffelsalate erinnern) und dann kam der ungarische Einfluss meine Oma väterlicherseits dazu. Denn normalerweise wird in den durchgezogenen Kartoffelsalat bei uns noch Saure Sahne vermischt mit Paprikapulver gerührt. Mayonnaise kam uns früher nie auf den Tisch und auch jetzt nur gaaaanz selten, ist irgendwie nicht so unser Ding.

Auch wenn ich mittlerweile gerne süddeutsche Kartoffelsalate bastel (ich lege mich mit Absicht auf keine bestimmte Region fest, da ich noch nie dort war und Kartoffelsalat aß), so schön mit Gurkenscheibchen drin und selbstgebastelter Brühe im Dressing, ist unsere familieneigene Version immer noch meine erste Wahl. Er ist angenehm mild und fruchtig. Passt hervorragend zu Wiener Würstchen, gekochtem Ei oder Klopsen/Frikadellen/Buletten/Fleischpflanzerl, aber auch zu pikant gewürztem Grillgut bildet er einen schönen Kontrast. Ich liebe ihn einfach!

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Zutaten für 4 Portionen:
16 mittelgroße Kartoffeln, vorzugsweise festkochend
1 Zwiebel
1 Apfel
3-4 Gewürzgurken
Sud der Gewürzgurken
Salz, Pfeffer
nach Belieben: Schinkenspeck, gewürfelt
hartgekochtes Ei, gewürfelt

100-200 ml saure Sahne
2-4 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Die Kartoffeln in der Schale gar kochen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel abziehen und fein würfeln (wer empfindlich auf rohe Zwiebel reagiert: die Zwiebelwürfel mit einem Spritzer Wasser für etwa 1 Minute in der Mikrowelle garen), den gewaschenen Apfel ohne Kerngehäuse ebenfalls würfeln und dasselbe mit den Gewürzgurken machen. Alles in eine große Schüssel geben. Wenn gewünscht den gewürfelten Schinkenspeck und/oder Ei zugeben.
(3) Die gegarten Kartoffeln abgießen und kurz abkühlen lassen. Die Kartoffeln noch heiß pellen und je nach Größe entweder halbiert oder ganz in Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben.
(4) Gut salzen und pfeffern. Kartoffeln brauchen einiges an Salz! Ca. 50-100 ml des Gewürzgurkensuds durch ein feines Haarsieb über den Salat gießen. Vorsichtig durchrühren. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
(5) Die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren, dass es schön rosa aussieht. Unter den Kartoffelsalat heben. Vorsichtig vorgehen, damit die Kartoffeln nicht zu sehr zerfallen.

Genießen!

Quelle: Familienrezept

Das ist natürlich nicht der einzige Kartoffelsalat, den ich in den letzten 6 Jahren verbloggt habe, wer noch mehr ausprobieren möchte, wird hier fündig:

Immer wieder gerne – Rakott krumpli

Aus Gründen habe ich momentan wieder ziemliches Heimweh und wünschte irgendwie ich könnte gerade in Ungarn bei der Familie sein. Da ich aber erst im August Ferien habe, bleiben mir nur ungarische Gerichte, die ich für mich koche. Eines meiner liebsten sind Rakott krumpli, ein geschichteter Auflauf aus gekochten Kartoffelscheiben, gekochten Eiern, ungarischer Kolbász (eine Salamivariante, die der spanischen Chorizo nicht unähnlich ist) und saurer Sahne. Also alles billige, einfach Zutaten, die relativ zügig zu einem wohlschmeckenden und sättigenden Mittagessen verarbeitet werden können. Ich liebe dieses Gericht einfach, schon als Kind! Und dementsprechend regelmäßig kommt es auch aus meinem Ofen, wenn ich die richtige Wurst da habe *g*

Rakott krumpli – Ungarischer Kartoffelauflauf

Zutaten für 2 Portionen:
8 mittl. Kartoffeln
4 Eier
200 gr Paprikawurst (z.B. Ung. Kolbasz, Chorizo o.ä.)
250 gr Saure Sahne
Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß
1  Handvoll  Geraspelten Käse (nach Belieben)
Öl zum Einfetten der Form

(1) Kartoffeln in der Schale kochen, wenn sie gar sind, abgießen, pellen und in Scheiben schneiden. Das kann auch gerne schon am Vortag passieren. Die Eier hart kochen, pellen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Wurst in dünne Scheiben schneiden.
(2) Ofen auf 200 Grad vorheizen.
(3) Eine kleinere Auflaufform einfetten. Die Hälfte der Kartoffeln darin verteilen, dann die Wurst- und Ei-Scheiben darauf geben. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Hälfte der sauren Sahne in Klecksen darüber verteilen. Dasselbe mit der anderen Hälfte der Zutaten machen. Den geraspelten Käse darüber.
(4) In den Ofen stellen und ca. 20-25 Minuten backen bis der Käse verlaufen ist.

Sofort heiß servieren und

genießen!

Dazu: Frischer Salat, Gurkensalat, Weißkohlsalat, eingelegte Gurken

Spargel mit Bozener Sauce

Spargelsaison ist ja auch fast vorbei. Irgendwie schade, andererseits kommen jetzt andere tolle Köstlichkeiten. Hat halt alles seine Zeit! Nicht nur in Deutschland ist Spargel bekannt und heiß geliebt, auch andere Länder haben ihre Spargelspezialitäten, die Briten beispielsweise bevorzugen grünen Spargel, in Italien gibt es eine Mailänder Variante und im südtiroler Bozen wird eine Sauce aus Ei zum gegarten Spargel gegessen. Bei Frau Küchenlatein fand ich diese Version, die sie widerum in der Süddeutschen Zeitung fand.

Eigentlich wird hier nur aus gekochtem Ei eine Mayonnaise gerührt, die noch mit etwas Kräutern verfeinert wird. Bei der Recherche im Internet zum Thema „Bozener Sauce“ bin ich auch auf etwas andere Varianten gestoßen, bei denen noch zusätzlich Petersilie reinkommt oder die Sauce etwas flüssiger gemacht wird durch Gemüsebrühe. Ich blieb bei dieser puren Variante. Wie auch bei der Mayonnaise mit rohem Ei, ist es hier wichtig das Öl langsam zum Eigelb zu geben und dabei immer gut zu rühren und nicht alles auf einmal. Sonst kommt die Emulsion nicht zustande und die Sauce bleibt so seltsam krisselig. Also sich immer rührend um die Sauce kümmern. Der Rest ist ernstlich einfach. Statt den Spargel zu kochen, gare ich ihn immer im Ofen. Irgendwie mag ich den Geschmack und die Konsistenz viel lieber :-) Dazu gab es bei mir Kartoffel-Gurken-Salat mit einem Dressing aus Brühe. Mag sich ungewöhnlich anhören, fand ich äußerst passend dazu. Und diese Sauce, da hatten die Bozener eine wirklich schöne Idee zu Spargel. Gefällt mir außerordentlich gut und wird nächstes Jahr wieder gemacht!

Bozener Sauce

Zutaten für 2 Portionen:
2 Eier
1 TL mittelscharfer Senf
50 ml Öl
2 EL Weißweinessig
1 Spritzer Zitronensaft
2 EL Schnittlauch, gehackt

Eier hartkochen, kalt abschrecken und pellen. Die Eier halbieren, das Eigelb mit einem Teelöffel herauslösen und durch ein feines Teesieb in eine Schüssel drücken. Den Senf unterrühren und danach unter ständigem Rühren das Öl dazu gießen. Den Weißweinessig unterrühren mit mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Das Eiweiß in feine Würfel schneiden und zusammen mit dem Schnittlauch unter die Sauce rühren.

Den Spargel mit der Sauce begießen und

Genießen!

Quelle: KüchenlateinSpargel mit Bozner Sauce

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