Archiv für den Monat Juli 2014

Brownies – Ein Bekehrungsrezept

Eigentlich mag ich Brownies nicht. Schon zu Studienzeiten, wenn wir nach dem gemeinsamen Mensa-Essen in die Cafeteria des Theologicums gegangen sind und ein Heißgetränk der Wahl tranken, haben die anderen sich dann immer noch einen Brownie geholt, wahlweise pur, mit Walnuss oder noch zusätzlicher Schokolade. Nach einem Viertel des Stückchens war mir übel. Es war mir einfach zuviel von allem! Deswegen habe ich auch nie selbst welche gebacken. Aber letztens gelüstete mich danach, warum auch immer. Oder zumindest nach Schokolade in kuchenartiger Form (was auch eher selten ist). Ein Schoko-Kuchen erschien mir zuviel, aber so Brownies, die in entsprechend kleine Würfel geschnitten werden sollten, gehen.

Und welche Nation hat sie erfunden und macht die besten Brownies? Genau, die US-Amerikaner. Also fix im „Essential New York Times Cookbook“ nachgeschlagen (mit schnell durchgucken ist bei 900 Seiten eher nichts *g*). Und tatsächlich, ein Rezept, das im Jahr 1943 in der Zeitung veröffentlicht wurde. Die Zutatenliste überflogen und alles im Vorratsschrank da. Großartig! Dann noch diese elendigen amerikanischen Volumenmaße umrechnen (Wer hat die denn erfunden?!? *naargh*). Da sollen wirklich nur 60 g Mehl rein? Na gut, Ms. Hesser wird wissen was sie tut!

Die Zubereitung ist auch ganz einfach und dauert nicht lange. Dann nur noch 25-30 Minuten im Ofen und voila! Total saftige, schokoladige Brownies! Einen Teil der im Rezept vorgesehenen Nüsschen habe ich durch getrocknete Sauerkirschen ersetzt und sie machen sich hervorragend darin! Und die Brownies waren wirklich gut. Schön saftig, auch noch nach Tage, schokoladig, fruchtig, knackig durch die Walnüsse. Ohne größere Versuchsreihen habe ich DAS Brownie-Rezept gefunden, das mich wirklich glücklich macht!

Walnuss-Kirsch-Brownies

Zutaten für 16 kleine Stück/
20×20 cm Form:
115 g Halbbitterschokolade
125 g Butter
2 Eier
1 cup/225 g Zucker
1/4 TL Salz
1/2 TL Vanillemark
(oder Mark 1/2 Schote oder 1 TL Vanilleextrakt)
1/2 cup/60 g Mehl
1/4 cup/40 g getrocknete Sauerkirschen
1/4 cup/40 g grob gehackte Walnüsse

(1) Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine quadratische Form mit 20 cm Kantenlänge (hier eine Auflaufform) mit Backpapier auslegen.
(2) Entweder einen Topf über ein Wasserba stellen oder in einem doppelwandigem Milchtopf die Butter und Schokolade bei geringer Hitze schmelzen lassen. Von der Flamme nehmen und etwas abkühlen lassen.
(3) Die Eier in eine Rührschüssel schlagen, den Zucker dazu und so lange verrühren bis der Zucker sich fast aufgelöst hat. Vanillemark und Salz unterrühren. Dann die Butter-Schokoladen-Mischung dazu geben und mit unterrühren. Die restlichen Zutaten zugeben und kurz unterschlagen bis sich die Zutaten verbunden haben.
(4) Den Teig in die Auflaufform geben, glatt streichen wenn nötig und für 25 Minuten in den Ofen stellen. Die Brownies sind fertig, wenn man ein Holzstäbchen in den Kuchen sticht und nur noch ein bisschen Teig dran kleben bleibt.
(5) 10-15 Minuten in der Form abkühlen, dann mit Hilfe des Backpapiers auf einen Gitterrost heben und dort komplett auskühlen lassen.

In 16 kleine Stückchen aufschneiden.

Genießen!

Quelle: Hesser, A. (2010): The Essential New York Times Cookbook. Norton and Company. p 684

Und für diejenigen unter der geneigten Leserschaft, die wenig Erfahrung im Brownie-Backen haben, so sahen meine Brownies aus, nachdem sie frisch aus dem Ofen gekommen waren! Sie erinnerten mich von der Oberfläche her so ein bisschen an Russisch Brot *g*

Tomatensuppe mit Gartenkräutern – Die beste Tomatensuppe ever!

Endlich gibt es sie wieder: aromatische Tomaten aus eigenen Landen (oder einfach nicht so weit weg wie Spanien oder Marokko). Jetzt habe ich wieder ständig Tomaten im Haus und es gibt sie in allen Varianten: als Salat, im Salat, ofengeröstet, als kalte Tomatensauce, als warme Tomatensauce, lauwarm mit Nudeln vermischt und natürlich als Suppe. Lange Zeit mochte ich Tomatensuppen nicht, weil sie mir immer nur wie etwas zu dünn geratene Sauce zu Nudeln schmeckte. Aber nachdem ich ein paar Rezepte ausprobierte, bin ich doch bekehrt und mag sie mittlerweile wirklich gerne. Einige habe ich auch schon hier gepostet:

Aus dem von mir (und mittlerweile auch Frau Mama) heißgeliebten „Deutschland vegetarisch“ lachte mich letztes Jahr schon die Tomatensuppe an. Aber erst im Oktober, also eigentlich schon jenseits der Tomatensaison, nur im türkischen Supermarkt umme Ecke gab es noch aromatische späte Tomaten zu kaufen. Auf die Türken ist in der Hinsicht (fast) immer Verlass ;-)

Der Clou beim Rezept sind der Fenchel und Möhre, die eine gewisse Süße und Würze geben. Außerdem werden noch getrocknete Tomaten zugegeben, die das Tomatenaroma der Suppe nochmal erhöhen. Ein weiterer Trick, den Herrn Paul öfter in seinen Rezepten anwendet, ist das Einreduzieren der Flüssigkeiten, um das Aroma zu intensivieren. Hier funktioniert das vorzüglich. Eine wirklich schöne Suppe, die es dieses Jahr bestimmt wieder geben wird! Sie war einfach zu gut! Ich würde sogar behaupten, die beste Tomatensuppe ever!

Tomatensuppe mit Gartenkräutern und Schmand

Zutaten für 4 großzügige Portionen:
800 g reife Tomaten
1 Möhre
80 g Fenchel (ca. ½ kleinere Knolle)
1 Zwiebel
4 EL neutrales Öl
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
4 getrocknete Tomaten
1 l Gemüsebrühe
500 ml Tomatensaft
Salz, Pfeffer
Spritzer Weißweinessig
150 g Schmand
½ Bund Schnittlauch
je einige Zweige Petersilie und Dill

(1) Die Tomaten grob würfeln, den Strunk herausschneiden. Möhre schälen und in Scheiben schneiden. Zwiebel häuten, vom Fenchel die äußere Schicht entfernen und beides in Streifen schneiden.
(2) Das Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse glasig dünsten. Zucker und Tomatenmark unterrühren, 1 Minute weiter dünsten. Lorbeer und getrocknete Tomaten hinein geben und wiederum 1 Minuten mitdünsten.
(3) Die Tomatenwürfel zugeben und 2 Minuten schmoren. Mit der Brühe und dem Tomatensaft auffüllen und offen 50 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Das Lorbeerblatt aus der Suppe fischen, die Suppe pürieren und mit Salz, Pfeffer und Essig würzen.
(4) Den Schmand mit Salz und Pfeffer würzen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden, die anderen Kräuter grob hacken.

Suppe mit Schmand und Kräutern anrichten.

Genießen!

Quelle: Paul S. Seiser, K (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 63

Und weil für mich zu Tomaten doch irgendwie Nudeln dazu gehören, gab es als zweiten Gang Spaghetti Carbonara-Muffins aus der Sendung „Sweet & Easy“. Sie waren wirklich lecker, aber irgendwie stimmten die Mengenangaben im Rezept nicht. Die werden nochmal gemacht mit angepasstem Rezept und dann nachgereicht. Weil lecker waren sie schon und gut einfrieren ließen sie sich auch!

Ich lass den Ungar in mir raus – Kovászos uborka

Ich erwähnt es ja schon, es war heiß! Und endlich mal nicht nur einen oder zwei Tage, sondern mehrere Tage, so dass meine ungarische Gene sofort nach Kovászos uborka, also in Salzlake gegärten Gurken schrien. In Ungarn werden sie den ganzen Sommer von gefühlt allen Familien gemacht und irgendwie kenn ich keinen, der sie nicht mag. Frau Mama hat sie natürlich auch schon öfter gemacht, wie hier dokumentiert, ich höchstselbst allerdings noch nie. Aber jetzt mit meinem Südbalkon kann ich das auch, wenn das Wetter stimmt. Und so wurden Mitte letzter Woche einige Einlegegurken (für mich brauche ich keine 2 kg Gurken machen) eingesackt im Supermarkt, ganzer Dill war nicht aufzutreiben, geschweige denn mit Blüten, aber der tiefgekühlte vom türkischen Supermarkt muss es auch tun. Ein ausreichend großes Glas hatte ich dank Lena auch und so stand dem Versuch nichts im Wege. Wenn man keine ungarische Großfamilienportionen in einem 5l-Glas macht, sind die Vorbereitungen auch schnell abgeschlossen. Dann stehen die Gurken friedlich in der Sonne und man kann jeden Tag zugucken wie sie gären und köstlich werden. Das ist soo toll!

Das Rezept ist ein wenig anders als das Grundrezept von Frau Mama, hat noch ein paar Gewürze dabei, die allerdings eine schöne Note an die Gurken abgeben. Nach knapp 4 Tagen sahen meine Gurken aus als wären sie fertig.

Schnell unter den Profis bei Facebook (die ungarische Verwandtschaft *g*) nachgefragt, ob es sein könnte, dass sie tatsächlich schon fertig sind. Da kam vom Cousin-der-nie-da-ist die Antwort, dass ich doch einfach kosten sollte. Gesagt, getan. Vorsichtig mit einer Gabel ein Gürkchen heraus gefischt und –

Oh! Mein! Gott! Sooo lecker! Perfekt gegärt, noch knackig, eine leichte Knoblauch- und Pfeffernote! Komplette Begeisterung auf meiner Seite! Jetzt kommt allerdings der etwas eklige Teil. Man muss tatsächlich dieses extrem labbrige Brot da raus holen. Klar, kann man mit Löffel oder Gabel versuchen, aber am einfachsten ist es tatsächlich mit den Händen. Also allen Mut zusammen nehmen und schnell den Teil der Arbeit erledigen. Dann die Gürkchen rausholen, in ein neues, sauberes Gefäß geben, dass gut in den Kühlschrank passt. Wenn alle Gurken raus sind, die Flüssigkeit durch ein feinmaschiges Sieb drüber gießen und im Kühlschrank zwischen parken. Was ich dann aus den Kovi ubi gemacht habe, außer einfach mal zum Kühlschrank zu tigern und eine im Stehen zu verputzen, zeige ich Euch die Tage!

Ansonsten kann ich nur nochmal eine große Nachbastelempfehlung geben. Probiert es wirklich mal aus, der zeitliche und finanzielle Aufwand ist so gering, der Genuss dafür umso größer!

Kovászos uborka

Zutaten für ein ¾ l-Glas:
500 g kleine Einlegegurken
1 Bund Dill
1 Knoblauchzehe
½ TL Senfkörner
½ TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot
750 ml Wasser
1 EL Salz

1 1l-Glas

(1) Das Glas gründlich auswaschen und richtig heiß ausspülen. Auf einem sauberen Geschirrtuch umgedreht abtropfen lassen.
(2) Die Einlegegurken in kaltem Wasser gründlich abschrubben. Die Enden und beschädigte Stellen wegschneiden. Dann drei oder vier Mal längs ein, aber nicht durchschneiden. Nur so, dass sie angeritzt sind, aber noch zusammen halten. So kann die Salzlake besser eindringen.
(3) Den Dill waschen und die Hälfte zu unterst in das Glas legen. Darauf die Gurken schichten. Sie dürfen schön eng stehen. Die gehäutete Knoblauchzehe mit reinlegen. Die Senf- und Pfefferkörner drüber streuen. Die zweite Hälfte vom Dill obenauf legen, dann zum Schluss die Scheibe Weißbrot.
(4) Das Wasser aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Kurz abkühlen lassen und das warme Wasser über die Gurken in das Glas gießen.
(5) Das Brot wird nach oben schwimmen, weil das Glas nicht komplett gefüllt ist. Mit Hilfe diverser Kleinteile (Plastiktöpfchen, Verschlüsse von Glaskaraffen) versuchen das Brot unter dem Salzwasser zu drücken. Nach draußen in die Sonne stellen und so lange gären lassen bis die Gurken fertig sind. Bei Temperaturen um die 30°C dauert das so 4-7 Tage. Dann ist ihre Farbe etwas fahler (eher Richtung militärgrün) geworden und sie sind weicher. Wenn man reinbeisst, hat man das Gefühl, es hat sich ein wenig Kohlensäure in der Gurke angesammelt.
(6) Dann die Gurken rausnehmen und in eine Aufbewahrungsbox geben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb über die Gurken gießen und im Kühlschrank aufbewahren.

Sie passen hervorragend zu Gulasch, Schnitzel, ach in Ungarn gefühlt zu fast allem.

Genießen!

Quelle: Mautner, Zs. (2014): Főzőiskola – Középfok. Libri Kiado. Budapest. p 56

Schnelles Abendessen – Koreanische Zucchinipfannkuchen

So langsam muss ich mich wirklich nach Rezepten umgucken, um die Zucchini zu verbrauchen, die meine Pflanze so produziert. Hätte ich auch nie erwartet *g* Die koreanisch frittierten Zucchinischeiben sind ja schon der Hammer, aber kann ich auch nicht 2x die Woche machen ;) Ein Link zum Blog der britischen Foodzeitschrift „Olive“ hatte ein Rezept für koreanische Zucchinipfannkuchen in sich. Na hey, wenn wir schon andauernd Zucchini auf koreanisch machen, kann ich auch mal eine andere Variante ausprobieren. Das Rezept las sich einfach, hatte wenige Zutaten und auch alles noch in der Küche vorhanden. Perfekt für ein Sommerabendessen! Der Teig ist schnell zusammen gerührt, der Dip noch fixer. Der Teig und damit die Pfannkuchen sind relativ neutral, deswegen ist der Dip wirklich wichtig und macht die Pfannkuchen erst richtig gut. Bei mir sind in einer kleinen Pfanne fünf Zucchinipfannkuchen bei rausgekommen, die gut für 2 Mahlzeiten reichten. Auch bei Raumtemperatur schmeckten sie am nächsten Morgen zum Frühstück noch vorzüglich! Die wird es öfter mal geben. Während ich so die Zucchini raspelte, verirrte sich der letzte Rest davon in meinen Munnd und Oh! Mein! Gott! So gut und saftig können richtig frische Zucchini schmecken? Was für ein Unterschied zum Supermarkt-Material! Also Zucchini sind für’s nächste Jahr definitiv wieder gesetzt! Es macht zuviel Spaß ihnen beim Blühen und Wachsen zu zugucken und dann das großartige Ergebnis zu essen!

Koreanische Zucchinipfannkuchen mit Sojasauce-Reisessig-Dip

Zutaten für 2 Portionen:
125 g Mehl
1 Prise Salz
1 Ei
100-125 ml Wasser
250 g Zucchini, geraspelt
2 Frühlingszwiebeln, feine Ringe
1 TL Öl
Pfeffer

Öl zum Ausbraten

Dip:
2 EL Sojasauce
2 EL Reisweinessig
½ Knoblauchzehe
1 TL Sesamöl
1 Prise Chiliflocken

(1) Zuerst den Pfannkuchenteig zubereiten. Dafür das Mehl mit Salz, dem Ei und Wasser zu einem dickflüssigen Teig verrühren. 10 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl ausquellen kann.
(2) Die Knoblauchzehe häuten und ganz fein würfeln oder durch die Presse drücken. Ich benutzte wieder konfierten Knoblauch. Alle Zutaten für den Dip gut miteinander verrühren und zur Seite stellen.
(3) Die Zucchini grob raspeln, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Zusammen mit dem Öl und gut Pfeffer zum Teig geben und unterrühren.
(3) Eine Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen, ein bisschen Öl hineingeben. So viel vom dickflüssigen Teig hineingeben, dass der Boden gut bedeckt ist. Von beiden Seite goldbraun backen. So oft wiederholen bis der Teig aufgebraucht ist.

Die fertigen Zucchinipfannkuchen vierteln oder sechsteln und zusammen mit dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Homepage der „Olive“ – Korean courgette pancakes with dipping sauce

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