Archiv für den Monat Juli 2014

Multifunktional: Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

Ich bin ja schon so ein kleiner Hamster (okay, angesichts meiner Körperlänge eher ein großer *g*) und lege gerne Vorräte an, am liebsten natürlich aus den Früchten harter Gartenarbeit. Jetzt ist der elterliche Garten gute 450 km entfernt und per Post kiloweise Johannisbeeren und ähnliches zu schicken, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und nur um Marmelade zu kochen oder Kompott einzuwecken, kaufe ich auch nicht für teuer Geld Beeren in 125 g Schälchen. Also halte ich mich dabei etwas zurück. Sehr freute mich, als mich die beste Martina von allen fragte, ob ich ein paar schwarze Johannisbeeren aus ihrem Garten möchte. Aber hallo, will ich! Die schwarze Variante sind meine liebsten Johannisbeeren, die haben noch so ein anderes Aroma, das den roten und weißen fehlt. Also kamen am Donnerstag große tolle Johannisbeeren in einem alten Eiseimerchen bei mir an und wollten verbraucht werden. Wegen der doofen Fruktose fällt das so Wegfuttern leider größtenteils flach, also irgendwie verarbeiten.

Vor zwei Jahren (als ich die lange Zeit krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte) hatte ich mir aus Frust das großartige „Home Made“ von Yvette van Boven gekauft. Da sind so viele schöne Sachen drin, die man alle selbst machen kann! Ein Rezept war für einen Sirup aus Schwarzen Johannisbeeren mit Thymian. Was für eine großartige Kombination! Ich konnte es richtig schmecken. Wir hielten uns damals nicht genau ans Rezept, sondern Zwerg entsaftete die Beeren mit der KitchenAid unserer Eltern. Dieses Mal hielt ich mich an die Zubereitungsweise im Buch, die auch nicht viel komplizierter ist und ich einfach keine Entsaftungsanlage besitze. Die Früchte werden zerquetscht, mit dem Thymian einige Minuten gekocht, durch ein Sieb gestrichen (nicht zu fest, sonst kommen doch Kernchen in den fertigen Geleesirup) und dann kurz mit dem Zucker aufgekocht bis der sich aufgelöst hat. Aber irgendwie haben meine Johannisbeeren so viel eigenes Pektin, dass bei mir in beiden Fällen angenehmes Gelee daraus geworden ist. Umso besser, ist es multifunktional: entweder auf’s Brot schmieren oder erst mit etwas Wasser auflösen und dann mit mehr Wasser verdünnt trinken. Beides total lecker! Ich kann mir vorstellen, dass das Gelee auch toll zum Verfeinern von Bratensauce von Wild- oder Rinderbraten geeignet ist. Das probiere ich aber erst im Herbst/Winter aus, wenn die richtige Zeit für Schmorgerichte und Rotkohl ist *g*

Ich habe den Großteil des Gelees diesmal in Weck-Gläser getan und in diesem Fall müssen sie noch für 10 Minuten eingekocht werden. Also einfach die Gläser in einen großen Topf geben, heißes Wasser zufügen bis die Gläser zu mindestens 2/3 bedeckt sind. Aufkochen, Hitze runter drehen bis es nur noch blubbert und dann 10 Minuten einkochen lassen. Nur so kann sich der Druck in den Gläsern auf- oder abbauen (so genau blicke ich das Druckprinzip bei den Gläsern noch nicht). Wer das ganze in normale Gläser mit Drehdeckeln (auch Twist-Off-Deckel genannt) füllt, muss die Gläser nur für etwa 10 Minuten auf den Kopf stellen und dann weiter abkühlen lassen. Wenn die Gläser und Deckel in Ordnung waren, bildet sich dann auch dort ein wunderhübsches Vakuum. Wichtig ist in allen Fällen, dass die Gläser und Deckel vorher wirklich sauber waren. Ich wasche sie mit Spülmittel aus, spüle mit richtig heißem Wasser nach und lasse sie im 120°C heißen Ofen trocknen. Das funktioniert astrein. Wenn ich Weck-Gläser benutze, bedecke ich die Deckel und Gummis in einen kleinen Topf mit Wasser und lasse es aufkochen. So werden auch dort alle Schimmelsporen und Bakterien abgetötet.

Also, bei wem jetzt noch Schwarzen Johannisbeeren in rauen Mengen am Strauch hängen, macht Euch ran. Es lohnt sich und ist ernstlich köstlich!

Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

Zutaten für ca. 1 l:
900 g Schwarze Johannisbeeren
1 Bund Thymian
2 EL Zitronen- oder Limettensaft
800 g Zucker

(1) Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen zupfen. In einer großen Schüssel oder gleich im Topf mit einem Kartoffelstampfer zerquetschen oder mit einem Stabmixer kurz anpürieren.
(2) Den Thymian so wie er ist zusammen mit dem Zitronensaft zu den Johannisbeeren geben. Etwa 10 Minuten köcheln lassen bis die Früchte richtig weich sind. Die Früchte dann durch ein feines Sieb in einen anderen Topf geben. Mit einem Löffel die restliche Flüssigkeit aus dem Fruchtmus drücken.
(3) Währenddessen die Gläser vorbereiten. Gründlich auswaschen, mit heißem Wasser ausspülen, in den kalten Ofen stellen. Den Ofen auf 120°C heizen und wenn die Temperatur erreicht ist, etwa 15 Minuten drin lassen. Raus holen und auf ein sauberes Handtuch stellen. Die Deckel (egal ob Twist-Off und Deckel plus Gummiring für Weck-Gläser) in einem kleinen Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen.
(4) Den Johannisbeersaft mit dem Zucker vermischen. Aufkochen und so lange köcheln lassen bis der Zucker sich aufgelöst hat. Falls Schaum entsteht, den abschöpfen.
(5) Den heißen Sirup in die vorbereiteten Gläser füllen und mit den Deckeln verschließen. Wer Twist-Off-Gläser benutzt hat, einfach nur für 10 Minuten auf den Kopf stellen, dann umdrehen und abkühlen lassen. Weck-Gläser für 10 Minuten bei 90°C einwecken. Aus dem Wasser holen und ebenfalls auskühlen lassen. Die Klammern abnehmen und prüfen, ob der Deckel angezogen hat.

Dann im Winter auf’s Brot oder im Sommer als erfrischenden Sirup

Genießen!

Quelle: Boven, Y. van (2012): Home Made. DuMont Buchverlag. Köln. p 100

Andere Länder, andere Suppen: Kalte Rote Bete-Suppe aus dem Baltikum

Heiß, heiß, heiß! Aber ich will mich nicht beschweren, immerhin ist Sommer und da darf es auch mal wärmer sein. Prinzipiell freuen sich doch alle darüber, oder? Jedenfalls, wenn es nur ein paar Tage dauert und nicht in wochenlange Hitze ausartet, wie es manchmal in Ungarn der Fall ist. Und die warmen Tage sind ideal, um mal wieder ein paar neue Rezepte für kalte Suppen auszutesten, die bei moderat warmen Temperaturen einfach nicht ihre richtige Wirkung entfalten können. Schon letztes Jahr war mir eine Variante mit Roter Bete ins Auge gesprungen, die im baltischen Raum offensichtlich sehr gerne gegessen wird. So habe ich Suppen mit denselben Zutaten, aber unterschiedlichen Namen im weltweiten Internet gefunden. Scheint ziemlich beliebt zu sein, diese Suppe. Dann kann es nicht verkehrt sein, sie auszutesten. Das war genau heute der Fall! Sonst bin ich ja fast nie so schnell mit dem Verbloggen, die geneigte Leserschaft merkt schon, wie gut sie mir schmeckte!

Idealerweise wird die Rote Bete für die Suppe frisch gegart (entweder im kochenden Salzwasser garen oder in Alufolie eingewickelt im Ofen, beides ungeschält) und dann bekommt die Suppe auch eine richtig großartig pinke Farbe. Ich hatte nur die vakuumisierten Rote Bete-Knollen aus dem Supermarkt, aber auch damit kann man die Suppe machen. Frisch gekocht, schmeckt es aber wahrscheinlich besser. Wenn die Rote Bete, wie auch immer erstmal gar ist, geht der Rest ganz schnell. Grob raspeln, Gurke schälen, entkernen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel ebenfalls fein schneiden und alles mit dem Kefir, Dill, Salz und Pfeffer vermischen und im Kühlschrank kalt stellen. Das kann man auch gerne schon am frühen Morgen oder Abend vorher machen. Statt des Kefirs (oder Buttermilch) habe ich Dickmilch genommen und sie mit etwas Wasser verlängert. Dickmilch gefällt mir jedenfalls richtig gut. Muss mich mal genauer damit beschäftigen *g*

Jedenfalls ist diese Suppe schnell gemacht und zum Servieren einfach noch ein paar Pellkartoffeln und Eier kochen. Da muss man ja zum Glück auch nicht neben dem heißen Topf stehen, die kochen sich von allein *g* Und die warmen Kartoffeln zusammen mit der kalten Rote Bete-Suppe, der Hammer! Total köstlich! Ernsthaft! Sättigend und erfrischend zugleich! Sollte die geneigte Leserschaft unbedingt ausprobieren, so lange es noch warm ist!

Baltische kalte Rote Bete-Suppe

Zutaten für 2 Portionen:
1 mittelgroße Rote Bete
½ Salatgurke
2 Frühlingszwiebeln
1 Bund Dill
Salz, Pfeffer
250 g Dickmilch
(oder 250 ml Kefir)
100 g Wasser

Zum Servieren:
2 hartgekochte Eier
Pellkartoffeln

(1) Die Rote Bete garen (oder vorgegarte vakuumisierte benutzen), entweder geschrubbt in kochenden Salzwasser geben und ca. 1 Stunde garen oder geschrubbt in Alufolie einwickeln und bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 1 Stunde backen. In beiden Fällen bis sie weich sind (mit einem Messerchen reinpieken). Dann die Schale vorsichtig abziehen (am besten Chirurgenhandschuhe anziehen) und grob raspeln. In eine mittelgroße Schüssel geben.
(2) Die Salatgurke schälen, mit Hilfe eines kleinen Löffels entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Scheiben schnibbeln. Beides in die Schüssel geben. Den Dill fein hacken. Zusammen mit Salz, Pfeffer, der Dickmilch und Wasser zu den anderen Zutaten geben und gut durchrühren. Die Schüssel abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Mit frisch gekochten Pellkartoffeln und hartgekochten Eiern servieren.

Genießen!

Quelle: Inspiration Homepage der Europäischen Union

Ungarisches Sonntagsessen in vegetarisch – Panierter Blumenkohl mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat

Letztens zeigte ich Euch ja, wie Schnitzel paniert werden. Dabei ist Fleisch beileibe nicht das einzige, was in einer knusprigen Bröselkruste köstlich schmeckt. Für die fleischlosen Gelüste eignen sich auch viele Gemüse zum Panieren, seien es Kohlrabi, Sellerie, Patisson oder gar Chicoree. Aber am allerliebsten (mit Patisson zusammen) mag ich es mit Blumenkohl. Irgendwie wird der Blumenkohl süßlich und der feine Eigengeschmack noch hervorgehoben. Ich liebe es total!

Ich versuche ja sonntags etwas Besonderes zu kochen und nicht nur Nudeln mit Tomatensauce. Die Tradition des Sonntagsessen finde ich schon schön! Und an dem Sonntag war mir nach einem ungarischen Sonntagsessen. Jetzt hab ich zwar nicht extra Brühe gekocht, nicht für mich allein. Aber sonst war es schon sehr ungarisch: Panierte Hauptzutat, Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. (Wer mag, kann hier, hier und hier gucken, wie Sonntagsessen in Ungarn wirklich aussehen *g*.) Beim Salat bin ich mal von der ungarischen Variante abgewichen und machte einen Teil des Wirtshaussalats aus dem „Deutschland vegetarisch“. Zu Anfang war ich skeptisch, reicht wirklich so wenig Marinade für soviel Gurke? Aber ja! Ein Hammer! Ab sofort gibt es den Gurkensalat nur noch so! Frau Mama, dringend ausprobieren! Er schmeckt wirklich phantastisch und in Kombination mit dem Blumenkohl ein für mich wirklich würdiges Sonntagsessen!

Wirtshaus-Gurkensalat

Zutaten für 4 Portionen:
1 Salatgurke
1 EL Kräuteressig (hier: Weißweinessig)
1 EL Zucker
½ TL Salz
3 EL neutrales Öl
4 Zweige Dill

Die Gurke waschen. Jeden zweiten Streifen abschälen. Die Gurke in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Aus Essig, Zucker, Salz und Öl eine Vinaigrette anrühren und mit den Gurken vermischen. Den Dill waschen, gut trocknen und unter den Salat rühren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p21

Panierter Blumenkohl

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittelgroßer Blumenkohl
Salz
2-3 EL Mehl
2 Eier
Milch
Paniermehl

Öl zum Ausbacken

(1) Die äußeren Blätter vom Blumenkohl entfernen und dann in kleinere bis mittelgroße Röschen zerteilen. Den Blumenkohl in kochendem Salzwasser ca. 5 Minuten vorgaren. Durch ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen. Das kann auch schon gut am Tag vorher gemacht werden und dann in einer Schüssel abgedeckt bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern.
(2) Die Panierstraße vorbereiten. Eine kleine Gefriertüte mit dem Mehl füllen. In einen Suppenteller die beiden Eier aufschlagen, etwas salzen und einen Schluck Milch dazu geben. Gut verschlagen. In einem zweiten Suppenteller das Paniermehl geben. Eine Pfanne auf den Herd stellen und erhitzen, eine Flasche Öl geöffnet bereit stellen. Wenn die Pfanne heiß ist, Öl hineinschütten, dass der Boden ca. 2 cm hoch bedeckt. Das Öl ist richtig heiß zum Ausbacken, wenn an einem Holzlöffel/Holzstäbchen, das hinein gehalten wird, enthusiastisch kleine Bläschen aufsteigen.
(3) Einige Blumenkohlröschen in den Mehlbeutel geben, den Beutel zuhalten und ein paar Mal euphorisch schütteln. Von den Röschen das überschüssige Mehl abschütteln, dann in das Ei geben und mit Hilfe einer Gabel im Ei wenden. Dann werden die Röschen ins Paniermehl geben und von allen Seiten mit Bröseln bedecken. (Am Besten nur eine Hand dreckig machen.) Dann in das heiße Öl geben und bei mittelhoher Hitze von allen Seiten goldbraun ausbacken. Mit allen Röschen nach und nach so verfahren. Zum Abtropfen auf einen Teller/Schüssel, der mit mehreren Lagen Küchenkrepp bedeckt ist, das überschüssige Öl abtropfen lassen. Zwischen jeder neuen Lage mit den fertig gebackenen Blumenkohlröschen neuen Küchenkrepp legen.

Warm oder bei Zimmertemperatur mit einem Dip servieren.

Genießen!

Sommer! Sommer! Sommer!

Die nächste Hitzewelle rollt an. Die kommenden Tage soll es ja doch einen µ wärmer werden. Solche Tage erfordern besonderes Essen. Nicht die üblichen Standards und eigentlich hat man ja auch besseres zu tun als stundenlang noch zusätzliche Wärme in der eh schon warmen Küche zu produzieren. Außerdem ist es ja viel lustiger sich mit Freunden im Garten zu treffen, ein Picknick zu machen oder im Freibad/am Strand rumzulungern. Ein Standard in meiner Küche und auch in vielen anderen Länderküchen sind kalte Suppen. Meistens schnell zu machen und wenn sie erstmal kühl sind, können sie ganz schnell gegessen werden. Hier erstmal die Suppen, die ich bisher testete, allesamt sehr zu empfehlen:

Dieses Jahr geht die Suche nach kalten Suppen weiter. Die Tage werden ich eine baltische Variante mit Rote Bete basteln! Und wenn ihr noch schöne kennt, sagt mir ruhig Bescheid und ich probiere gerne aus!

Es soll ja Leute geben, die können sich wochenlang mittags von grünem Salat mit anderen gemüsigen Zutaten ernähren. Ich nicht. Mein Körper mag braucht ein paar Kohlehydrate, im Idealfall wenigstens lauwarm (wenn es keine kalte Suppe ist *g*).

 Grillen mag ich ja ganz gerne, auch wenn ich für mich alleine eher selten den Grill anschmeiße. Meine eine Bratwurst geht in der Pfanne viel schneller und unaufwendiger ;-) Aber mit der Familie oder Freunden grille ich sehr gerne und auch dafür haben sich schon einige Rezepte angesammelt, seien es Burger, ein paar Marinaden oder Sauce:

 Zum Grillen gehören natürlich auch Beilagensalate. Natürlich können auch die oben schon erwähnten Salatvariationen gemacht werden, aber auch ohne Kohlehydrate gibt es tolle Salate:

Und ganz wichtig bei der Hitze für jeden mit einem Minimalanteil an ungarischen Genen:

Kovászos uborka!

Ich liebe sie und endlich ist es mal über ein paar Tage warm genug, dass sofort eine Portion angesetzt wurde. Meine allerersten Kovi ubi! Bin ich gespannt, ob es klappt! Natürlich nicht in ungarischer Großfamiliengröße, aber so 500 g Gurken sollte selbst ich in annehmbarer Zeit wegfuttern können ;-)

Also habt viel Spaß beim Sommer! Lasst die Seele baumeln, genießt die Wärme, tankt ein wenig Vitamin D und futtert Euch an den gesunden Früchten und Gemüsen des Sommers voll!

%d Bloggern gefällt das: