Archiv für den Tag 19. August 2014

45 Minuten am Meer

Ein Ziel für den Urlaub in der Ostseeheimat war es ja mal wieder ans Meer zu kommen. Seit ich vor zwei Jahren krank geworden bin, war an einen Besuch am Strand nicht wirklich zu denken. Frau Mama hatte gestern einen freien Tag und so konnten wir vormittags einen Ausflug an die Küste machen. Wir fuhren nach Elmenhorst, einem Dorf nahe Rostock, dass über die Steilküste Zugang zur See hat.

So sieht es hier typischerweise in der Umgebung aus: ein paar Häuser, ein paar Bäume, Hecken, Wiese und/oder Feld. Wahlweise stehen da noch ein paar Windräder in der Gegend rum und machen aus dem (fast) ständig wehenden Wind Strom.

 

Auch hier beweist sich, dass alles Wasser Richtung Meer fließt, auch der kleinste Bach:

Gestern Morgen war es noch echt schön! Blauer Himmel, kein Wölkchen am Himmel. Die wurden alle von dem stürmischen Wind weggeweht. Ich hatte leise Hoffnung, dass wir nach unserem Termin noch bei Sonnenschein und blauem Himmel am Strand spazieren könnten, aber Pustekuchen. Dicke Wolken, wenig Sonne, ordentlich Wind. Frau Mama und ich waren froh ein paar Schichten mehr angezogen zu haben …

Was uns als erstes wieder auffiel als wir dann endlich am Strand ankamen: der Duft. Nach Algen. Nach Salzwasser. Nach Meer. Nach unserem Meer!

Die Pflanzenwelt mutet teilweise schon ziemlich herbstlich an. So haben die Heckenrose tiefrote Früchte …

… blühen aber auch noch. Ein kleiner Sommerhoffnungsschimmer.

Besonders niedlich fand ich die kleinen Ackerwindenblüten, die an vielen Stellen der Steilküste wuchsen. Der Botaniker in mir wieder ;-)

Besonders entspannend ist es einfach auf’s Wasser zu gucken …

… und die Wellen beobachten wie sie die vielen Steine rund schleifen. Dabei gurgelt das Wasser so lustig …

Der Blick Richtung Wilhelmshöhe (ja, nicht nur in Kassel gibt es eine Wilhelmshöhe *g*):

Eine erwachsene Möwe saß ganz ruhig auf einem algenüberwuchterten Stein im Wasser …

Noch mehr Meer. Einfach beobachten. Durchpusten lassen. Haare zerzausen lassen. Die Steine unter den Füßen spüren. Die Wolken beim Ziehen beobachten.

Dieses Stück Küste nennt sich übrigens Stolteraa und ist ein 2,8 km langes Naturschutzgebiet, das etwa 300 m breit ist. Es umfasst das Kliff mit den Küstenwäldern und den Strand samt Flachwasserbereich. Es ist einfach total hübsch und vielseitig hier!

Auf demselben Stein wie die erwachsene Möwe wenige Minuten vorher, saß dann eine junge Möwe, gut zu erkennen am braunen Gefieder, mit dem sie sich wunderbar zwischen den Steinen verstecken kann und nicht so leicht gesehen wird durch Fressfeinde wie Füchse (oder nervige Touristen).

Trotz dass wir an einem Montagmittag da waren, fand ich es echt voll. Erst Recht, weil wir nicht in Warnemünde waren, sondern etwas abseits. Lauter Kinder, Eltern, Drachensteigenlasser, Spaziergänger, herrenlos herumfliegende Sonnenschirme, Wanderer, Rumsitzer, Wasserbeobachter, Steinchenditscher, Steinesammler, Wasserplätscherer, Sandburgenbauer.

Nach ’ner dreiviertel Stunden wollten meine Beine nicht mehr und hatten doch eine arge Ähnlichkeit mit Wackelpudding. Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend es ist, über Sand und Stein zu gehen.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sah ich noch ein paar hübsche Disteln ihre Samen verbreiten (Biologischer Sinn und Zweck eines jeden Tieres und Pflanze: Fortpflanzen, Fortbestehen, Art sichern). Ich habe ein Herz für Unkraut! *g*

Auch Linaria vulgaris, das Echte Leinkraut, blüht momentan wunderhübsch gelb in der Gegend rum.

Es tat richtig gut ein paar Minuten am Meer zu sein! Sich ordentlich durchpusten lassen, mit zerzausten Haaren zurück kommen, über weichen Sand und harte Steine spazieren, dem Meeresrauschen lauschen, den Blick über den weiten Horizont schweifen lassen. Entspannung pur!

%d Bloggern gefällt das: