Sommer für den Winter: Eingewecktes Letscho

Bekannterweise habe ich ja einen halben ungarischen Gensatz. Und als halbe Ungarin habe ich ein großes Grundbedürfnis nach Paprika und Tomaten, ich für meinen Teil in Form von Letscho/Lecsó. Ich liebe Letscho! Sobald ich die hellen ungarischen Spitzpaprika finde, wird als erstes Letscho gemacht! So kommt Letscho auch in den Fleischreis, dass die deutsche Familie regelmäßig kocht, aber die ungarische Seite gar nicht kennt. Natürlich kauf ich dafür auch Letscho aus dem Glas, aber mit selbstgemachtem schmeckt es viiel besser.

Und da ich ja dieses Jahr auf den Einwecktrichter gekommen bin, habe ich überlegt, ob ich nicht auch das leckere Tomaten-Paprika-Gemüse einkoche. Dafür habe ich ein wenig die Zubereitungsweise modifiziert. Die Paprikas wurden nicht in Ringe geschnitten, sondern in Würfel, die weniger sperrig im Glas sind und die Würfel dann nur stark angebraten. Auch benutzte ich keine frischen Tomaten, sondern bereitete eine einfache Sauce aus Dosentomaten zu. Dann wurde beides zusammen gegeben, einmal aufgekocht und in die Gläser verteilt, die dann eben 30 Minuten einkochten. Nachdem ich eins gekostet geöffnet hatte (extra ein kleines Glas gefüllt, damit ich der geneigten Leserschaft noch rechtzeitig das Rezept präsentieren kann *g*) war ich begeistert. Ich musste das Lecsó zwar noch einige Minuten im Topf erhitzen, damit die Paprikaringe nicht zu knackig waren, aber das ist gut, so verkocht das Letscho nicht so schnell. Ich habe es mit Absicht sehr pur gehalten, um es eben im Zusammenspiel mit anderen Zutaten noch in bestimmte Richtungen zu würzen oder eben um es wirklich einfach nur pur mit Würstchen oder Ei drin als schnelles Mittagessen zu genießen.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich liebe Lecsó!

Letscho zum Einwecken

Zutaten für 3 l:
2 kg helle, ungarische Spitzpaprika
1 800 g-Dose Tomaten
1 400 g-Dose Tomaten
3 Zwiebeln
Salz, Pfeffer
neutrales Öl

Weck-Gläser mit Glasdeckeln, Gummiringen und Klammern
(oder Twist-Off-Gläser)
großer Topf zum Einkochen
Küchentuch oder Küchenkrepp

(1) Die Paprikaschoten, trocknen. Das Kerngehäuse entfernen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und fein würfeln.
(2) Die Gläser vorbereiten. Dafür die Gläser und Deckel mit heißem Spüliwasser gründlich auswaschen, mit klarem, heißem Wasser nachspülen. Die Gläser in den Ofen geben, diesen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in ca. 15 Minuten sterilisieren und trocknen lassen. Die Glasdeckel und Gummiringe in einen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen, um ebenfalls alle Bakterien abzutöten.  Die Gläser aus dem Ofen holen und auf ein Holzbrett stellen, so vermeidet man das Platzen der Gläser, wenn man das heiße Lecsó einfüllt.
(3) In einem großen Topf (hier 5 l Inhalt) einen großzügigen Schluck Öl erhitzen bei hoher Hitze und die Paprikawürfel portionsweise einige Minuten anbraten bis sie etwas Farbe bekommen und beginnen zu duften. In einer großen Schüssel zwischenparken.
(4) Im selben Topf eventuell noch etwas Öl bei mittelhoher Hitze warm werden lassen (wenn keins mehr vom Paprikaanbraten übrig ist), dass der Boden bedeckt ist. Die Zwiebelwürfel zufügen und langsam anschmurgeln, dass sie schön weich und süßlich werden. Dann den Inhalt der beiden Tomatendosen hinzufügen und mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Salzen und Pfeffern. Etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die angebratenen Paprikawürfel zufügen und einmal aufkochen lassen.
(5) Das heiße Letscho in die vorbereiteten Gläser füllen, dabei ca. 1 cm Platz zum Rand lassen. Die Gummiringe über die Glasdeckel stülpen, auf die Weck-Gläser setzen und mit gegenüberliegenden Klammern verschließen.
(6) Die großen Töpfe (für die Menge brauchte ich meinen großen 5l-Topf und mein 6,5 l ovalen gusseisernen Topf) mit einem alten Küchenhandtuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen, die verschlossenen Gläser hineinstellen. Soviel heißes Wasser in den Topf gießen, dass die Gläser mindestens zu 3/4 darin stehen.
(7) Das Wasser in den Töpfen bei mittelhoher Hitze (Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab diesem Zeitpunkt die Temperatur auf Stufe 3 oder 2 zurückstellen und 30 Minuten einkochen lassen. Wer ein Küchenthermometer hat, kann die Wassertemperatur überprüfen, sie sollte bei 90°C liegen.
(8) Nach der Zeit die Gläser aus dem Topf holen (Vorsicht! Heißes Wasser!) und auf einem Holzbrett oder Untersetzern abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen und prüfen, ob die Deckel halten. Wenn nicht, das Glas in den Kühlschrank stellen und so schnell wie möglich verbrauchen oder die nicht geschlossenen Gläser nochmals einkochen.

Die fertigen Gläser (ohne Klammern) in die dunkle Vorratskammer/Vorratsschrank stellen. Wenn wirklich sauber gearbeitet wurde, sollte es locker 1 Jahr halten, aber ruhig zwischendurch mal die Deckel überprüfen.

Twist-Off-Gläser: Das Letscho kann natürlich auch in Twist-Off-Gläser eingekocht werden, dafür die Gläser und Deckel wie beschrieben vorbereiten. Das Letscho einfüllen bis 2 cm unter den Rand und die Deckel fest drauf schrauben. Dann wie beschrieben im Wasserbad einkochen.

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3 thoughts on “Sommer für den Winter: Eingewecktes Letscho

  1. Ulrike 25. September 2014 um 19:00 Reply

    soo stylische Weck®-Gläser, hach! Und du hast mich mit Letscho angesteckt, das weißt du, oder?

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    • Anikó 25. September 2014 um 19:08 Reply

      Und ich freue mich über jeden Letscho-Bekehrten *ggg*

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