Archiv für den Monat September 2014

Sommer für den Winter: Hausgemachte Senfgurken

 

Ich bin voll im Hamstermodus! (Fast) Alles, was mir momentan an gemüse und Obst unterkommt, wird irgendwie für den Vorrat zubereitet und haltbar gemacht. Besonders haben es mir die Gurken angetan. Die ungarische Hälfte in mir liebt eingelegte Gurken und wird leicht nervös, wenn kein Glas im Vorratsschrank ist. Gewürzgurken wurden ja schon äußerst erfolgreich nach dem Rezept aus dem geliebten „Deutschland vegetarisch“ eingekocht, aber ich liebe auch Senfgurken. Die muss man doch auch selbst machen können. Also fix auf die Suche gemacht im weltweiten Zwischennetz. Fündig wurde ich auf der Seite „Spreewald Info“ und wer, wenn nicht Leute aus dem Spreewald haben die richtigen Rezepte für eingelegte Gurken?!? Interessanterweise kam da Meerrettich mit, eigentlich frisch, aber war hier nicht aufzutreiben, und nur Senfkörner. Ich hatte ja mit einer etwas komplizierteren Zubereitungsweise und Zutaten gerechnet. Aber nee. Gurken vorbereiten, alle weiteren Zutaten dazu, ziehen lassen, in die Gläser und einkochen, fertig. Simpel.

Ich hatte für die Gurken extra Schmorgurken aus der Ostseeheimat mit hier her genommen und mit einer normalen Salatgurke ergänzt. Und die Gurken sind wirklich soo gut geworden und schmecken und duften tatsächlich wie die Senfgurken, die man im Supermarkt zu kaufen kriegt. Großartigst! Leider war meine Schmorgurke etwas bitter, so dass das Bittere auch in den fertigen Gurken durchkommt, aber es ist nicht so schlimm, dass man sie nicht essen könnte.

Ich kann also jedem empfehlen, der Senfgurken mag, sie mal selbst auszuprobieren. Total einfach und sooo köstlich!

Senfgurken nach Spreewälder Art

Zutaten für 1-1,5 l:
1,5 kg Gurken (Schmorgurken oder Salatgurken)
1 Zwiebel
3,5 EL Zucker
1 EL Salz
30 g Senfkörner
110 ml Weißweinessig
2 TL Meerrettich natur aus dem Glas

Gläser mit Deckel, Gummi und Spannklammern zum Einwecken
oder
Twist-Off-Gläser
großer Topf mit Deckel

(1) Die Gurken schälen, halbieren und Kerne mit Hilfe eines Löffels entfernen. Die Gurkenhälften dann je nach Größe nochmals längs halbieren und dann in ca. 1-2 cm breite Streifen oder Halbmonde schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Beides mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
(2) Am nächsten Tag die Gläser vorbereiten. Sie gründlich in heißem Spülwasser auswaschen, mit klarem Wasser nachspülen. Die nassen Gläser in den Ofen geben, den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten darin sterilisieren und trocknen. Die Deckel und Gummiringe in einen kleinen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen. Die Gläser herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Einen großen Topf mit zwei Lagen Küchenkrepp oder einem alten Geschirrtuch auslegen.
(3) Nach einem Tag sollte sich genug Flüssigkeit gebildet haben. Die Gurken auf die Gläser verteilen bis 1-2 cm unter dem Glasrand. Die Flüssigkeit und restlichen Gewürzen gleichmäßig in die Gläser geben. Den Rand der Gläser säubern. Die Deckel und Gummiringe aus dem kochenden Wasser fischen (mache ich hier mit einer Zange). Die Ringe über die Glasdeckel legen, auf die Gläser legen und mit je zwei sich gegenüberliegenden Spannklammern befestigen.
(4) Die Gläser in den Topf stellen. Mit kaltem Wasser aus dem Hahn auffüllen bis das Wasser etwa 2 cm unter dem Glasrand steht. Deckel auf den Topf und bei mittelhoher Hitze (hier Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt des Kochens 20 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit vorüber ist, die Gläser aus dem Topf holen und auf einem Holzbrett stehend abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen. Jetzt prüfen, ob die Gläser wirklich dicht sind, indem man sie nur am Glasdeckel haltend vorsichtig hochhebt. Wenn alles dicht ist, ohne Klammern in den Vorratsschrank stellen. Falls der Glasdeckel doch nicht dicht war, entweder im Kühlschrank zwischenparken und zeitnah essen oder das Glas nochmal einkochen.

Sie sind sofort essbar, kann man aber auch aufheben.
Wenn ihr sie später öffnen wollt, dann kontrolliert, ob der Deckel noch fest drauf saß. Falls nicht, ist der Inhalt schlecht geworden. Alles sofort und komplett entsorgen!

Genießen!

Quelle: Spreewald-InfoSpreewälder Senfgurken

Und weil es so einfach ist und dabei so lecker, dabei noch saisonal, darf es bei Henriettes „Sommer, Sonne, Erntezeit“-Event mitspielen. Soll ja Leute geben, die haben in ihren Gewächshäuschen unglaubliche Mengen an Gurken und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen ;-) Ich muss Schmorgurken leider immer auf Wochenmärkten suchen oder vom Gemüsevietnamesen des Vertrauens in Rostock mitnehmen. Dabei liebe ich sie so sehr!

Ungarn auf deutsche Teller holen I: Gefüllte Paprikaschote mit österreichischem Fisolensalat

 Oh! Ich habe das kleine Blog wirklich lange vernachlässigt. Asche auf mein Haupt! Andererseits, die letzte Woche in der Ostseeheimat habe ich mich nochmal richtig entspannt, dann begann die Schule und der Stress von Neuem. Außerdem hatte ich bis Mitte letzter Woche immer noch kein stationäres Internet. Ein unhaltbarer Zustand für jemand, der (fast) ständig irgendwie online ist. Sei es auch nur, damit Skype an ist und mich Freunde/Familie antexten können, auch wenn ich nichts aktiv am Rechner mache. Aber letzten Mittwoch nahm sich ein Techniker nochmal unter lautem Fluchen des Problems an und – schwupps – es funktioniert! Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen *g*

Naja, jedenfalls war es aus Gründen hier ruhig, aber ich versuche in Zukunft wieder etwas fleißiger zu posten. Mich hat das Einweck-Virus erfasst und viele Köstlichkeiten wurden eingekocht. Auch sind noch ein paar Gerichte, die ich im Urlaub für meine Eltern kochte auf Halde, die es sich jetzt im Spätsommer/Frühherbst noch mehr als lohnt zu kochen! Also seid gespannt!

Zum Ende des Urlaubs gönnte ich mir noch ein neues Kochbuch. Endlich befindet sich das „Österreich vegetarisch“ in meinem Besitz! Durch die ungarische Hälfte meiner Gene ist mir die österreichische Küche nicht so fern, erst Recht nicht die Vorliebe für Mehlspeisen. Und es sind so schöne Rezepte drin, dass auch Frau Mama gleich glänzende Augen bekam. Ihre Worte: „Hast Du schon was zu Weihnachten für mich?“ wurden nur mit einem wissenden Nicken und „Jetzt ja!“ meinerseits quittiert.

Da unser Kleingarten von einer Buschbohnenschwemme heimgesucht wurde und noch etliche in unserer Wohnung ihrer Verwendung harrten, suchte ich mir als erstes das Fisolensalatrezept zum Nachkochen aus. Ist Fisolen nicht ein niedliches Wort? Fi-so-len! Warum haben wir in Norddeutschland nicht so schöne Gemüsebezeichnungen? Der Salat ist total einfach zu machen: während die Bohnen kochen, schnell die Zwiebel und Kräuter zerkleinern, Essig, Öl drüber, würzen und die heißen Bohnen unterrühren. Ich kann es nur nicht, die Bohnen nur 3-5 Minuten kochen zu lassen, bei mir müssen Bohnen immer gar sein und dürfen nicht mehr an den Zähnen quietschen. Seitdem wurde dieser überaus köstliche Salat schon öfter gemacht. Er eignet sich nicht nur als Beilage, sondern auch als Hauptgericht, zum Beispiel zu Kartoffelbrei. Auch Frau Friesi ist schon süchtig! Im Buch sind 300 g Fisolen für 4 Personen als Beilagensalat angegeben, uns vier Bohnenversessenen haben nur mit größtem Zusammenreißen die doppelte Menge gereicht.

Fisolensalat

Zutaten für 4 Bohnensüchtige als Beilagensalat:
600 g Buschbohnen (grün, gelb, gemischt)
1-2 milde Zwiebel (z.B. rote)
2 TL gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut)
6 EL Weißweinessig
6 EL Sonnenblumenöl (oder Raps)
Salz, Pfeffer
Prise Zucker

evtl. etwas Paprikapulver zum Bestreuen

(1) Die Bohnen putzen, je nach Vorliebe und Zustand der Bohnen das spitze Ende dran lassen, und waschen. In kochendem Salzwasser 5 Minuten für knackig oder etwas länger garen bis die Bohnen beim Kosten nicht mehr an den Zähnen quietschen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Kräuter waschen, trockenen, fein hacken. Zusammen mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker in eine ausreichend große Schüssel geben und gut verrühren.
(3) Die fertigen Bohnen abgießen, abtropfen lassen und noch heiß unter das Dressing rühren. Mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss nach Geschmack mit etwas Paprikapulver bestreuen.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkircher, M. (2012): Österreich vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p 71

 Bei uns gab es den Salat als Beilage zu ungarisch gefüllter Paprikaschote. Passte so wunderbar, dass ich es heute gleich wieder in dieser Kombination gemacht habe. Die Paprikaschote wurde nach diesem vor Äonen geposteten Rezept gemacht, nur, dass ich noch gehackte Petersilie ins Hack gegeben habe und die Sauce nicht andickte. So lange es noch die großartigen, aromatischen ungarischen Spitzpaprika zu kaufen gibt, macht ruhig die gefüllten Paprikaschoten. Es lohnt sich sowas von!

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