Klassisches Apfelmus

Dieses Jahr scheint ein gutes Apfeljahr gewesen zu sein, bei vielen Obstbauern (und auch Schrebergärtnern) hängen die Bäume voll. Einerseits gut für den Endverbraucher (sprich mich und die geneigte Leserschaft), weil das heimische Obst ziemlich preisgünstig in den Handel kommt. Andererseits nicht so gut für den Obstbauern, weil er nicht viel am Kilo Äpfel verdient und da doch einiges an Arbeit drin steckt. So las ich letztens in einem Artikel der „Berliner Zeitung“ (via holy fruit salad! auf Facebook), dass ein großer Obstbauer westlich von Berlin schon 40 ha seiner Apfelbäme rodete und nur noch 7 ha bewirtschaften möchte, da es sich finanziell nicht lohnt so große Plantagen zu unterhalten. Abgesehen davon, dass mit solchen verloren gegangenen Plantagen auch wertvoller Lebensraum für verschiedene Pflanzen und Tiere über den Jordan geht (z.B. lebt der Steinkauz bevorzugt in Streuobstwiesen), verlieren dadurch auch Menschen ihre Arbeitsplätze, sowohl Saisonkräfte als auch Festangestellte. Und dann achten viele Endverbraucher nicht drauf und essen Äpfel aus Italien, Südafrika oder Neuseeland. Also Leute, esst mehr heimische Äpfel, auch hier wachsen genug und wirklich leckere Früchte!

Nun bin ich nicht der größte Apfelesser der Welt, weil mein Körper die Fructose nicht soo super verarbeiten kann (ich bin doch Frau Mamas einzig wahre Tochter *g*), aber ich liebeliebeliebe Apfelmus! Und als es beim Supermarkt nebenan eben einen großen Korb heimischer Äpfel für wenig Geld gab, konnte ich nicht widerstehen und kaufte einen. Da der Rohverzehr ausgeschlossen war und ich alleine für einen Apfelkuchen schon 1,5 Wochen brauche, wurde kurzerhand Apfelmus daraus gekocht. In zwei Varianten, aber Variante 2, eine amerikanische Apple Butter (nein, da ist wirklich keinerlei Fett dran!) wird demnächst vorgestellt. Jetzt kommt erstmal klassisches Apfelmus. Nur hatte ich nicht wirklich ’ne Ahnung, wie man das macht. Frau Mama gefragt, die am Telefon nur mit der Schulter zuckte, weil sie es auch nur käuflich erwirbt. Hmpf! Also schnell in den sozialen Netzwerken nachgefragt. Die simpelste Antwort kam von Sabine von Hamburg kocht: „Ähm, Äpfel schnibbeln, mit etwas Wasser in den Topf und totkochen?“ Gesagt, getan. Ich habe nur noch etwas Zitronensaft und -schale zugefügt und ein bisschen Zucker. So vier Esslöffel auf 3 kg Äpfel sind nicht viel, oder? Es ist vielleicht ein µ zuviel Zitronenschale in das Mus gekommen, aber das hat es doch sehr schön frisch, fruchtig gemacht. So für mein erstes Apfelmus bin ich sehr zufrieden damit! Und werde es definitiv zu Kartoffelpuffer benutzen oder auf Palatschinken oder einfach nur so als Dessert mit ein paar Schokostreuseln oder Vanillesauce. Ich freue mich so!

Klassisches, einfaches Apfelmus

Zutaten für 2l:
3 kg Äpfel
1/2 Bio-Zitrone, Saft und Schale
4 EL Zucker
200 ml Wasser

Weck-Gläser mit Gummiringen, Deckel und Klammern
oder Twist-Off-Gläser
große Töpfe
alte Küchentücher zum Auslegen der Töpfe

(1) Die Äpfel schälen, Kerngehäuse rausschneiden und grob würfeln (hier ein Viertel in 6 Stücke schneiden). In einen wirklich großen Topf geben. Zitronensaft und -schale, Zucker und Wasser unterrühren. Etwa 45 Minuten kochen lassen.
(2) Dann mit einem Kartoffelstampfer oder Pürierstab die Äpfel gröber zerstampfen oder fein pürieren. Je nach gewünschter Konsistenz und Saftigkeit der Äpfel (meine waren äußerst saftig!) das Apfelmus noch weiter einkochen lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab.
(4) Das Apfelmus in die vorbereiteten Gläser abfüllen, ca. 1 cm Platz zum Glasrand lassen. Falls man etwas gekleckert hat, die Glasränder abwischen. Die Gummiringe über die Deckel ziehen und mit den Klammern auf den Gläser befestigen (oder die Deckel der Twist-Off-Gläser einfach gut zudrehen).
(5) Die großen Töpfe mit dem Kuchentuch auslegen (damit die Gläser nicht springen), die Gläser nebeneinander hineinstellen, sie dürfen sich ruhig berühren. Mit heißem Wasser auffüllen (immer noch die alte Regel: Das Wasser außen muss eine sehr ähnliche Temperatur wie das Einkochgut haben, also heißen Apfelmus = heißes Wasser, kaltes Apfelmus = kaltes Wasser) bis die Gläser 2/3 bis 3/4 im Wasser stehen. Deckel drauf und bei mittelhoher Hitze langsam zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt, wo das Wasser kocht, die Temperatur leicht runterstellen (das Wasser sollte 90°C haben, also nicht zu enthusiastisch kochen) und 30 Minuten einkochen lassen.
(6) Nach der Zeit die Gläser heraus holen (Vorsicht! Sehr heiß!) und auf einem Holzbrett komplett abkühlen lassen. Danach die Klammern von den Weck-Gläsern entfernen und testen, ob die Deckel halten. Wenn nicht, nochmals einkochen oder im Kühlschrank lagernd so schnell wie möglich verbrauchen. Bei Twist-Off-Gläsern sollte sich die kleine Wölbung oben mit einem kleinen Knack-Geräusch nach innen gezogen haben.

Eigentlich sollte sich das Apfelmus mindestens ein Jahr halten, wenn ihr wirklich sauber gearbeitet habt.

Dann nur noch bei Bedarf ein Glas öffnen und köstlich, frisch-zitronig schmeckendes Apfelmus

genießen!

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4 thoughts on “Klassisches Apfelmus

  1. Kirsten 7. Oktober 2014 um 21:26 Reply

    Liebe Anikó,

    ich koche gern noch eine Zimtstange oder ausgekratzte Vanilleschote mit, mache es aber sonst genauso :-)

    Liebe Grüße,
    Kirsten

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  2. […] hatte ja schon beim Klassischen Apfelmus berichtet, dass die Äpfel momentan billig sind und im Supermarkt nebenan 5 kg im Angebot waren. […]

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  3. Sophie 5. Oktober 2015 um 12:58 Reply

    Moin… also ich mach das ganz anders…

    Einen mikrowellentechnischen Topf zu 3/4 mit Apfelschnitzen füllen. (von meinem Baum)
    1 Eßl. Wasser, Zitronensaft und etwas Schale…
    Und ab in die Mikrowelle 10-13 Min. Fertig!!!
    KEIN ZUCKER ! Nicht nötig, da süß genug :-)

    Am WE habe ich ebenfalls Apfelmus gemacht, und es das erste Mal in zwei Twist-Off-Gläser gefüllt. Deckel zugeschraubt und über Kopf gestellt, wie bei Marmelade.
    Danach in den Keller.
    Bin gespannt, wie lange das Mus in den Gläsern hält, ich habe es so in einer FB-Gruppe gelesen.
    Mal einfach abwarten, die nächsten Körbe! werde ich dann wieder portionsweise einfrieren.
    Ich habe noch vom letzten Jahr Apfelmus im Freezer, der nun unbedingt weg muss :-)
    Bin ja auch allein, und meine Katzen mögen kein Apfelmus :-)

    Liebe Grüße

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