Juhtúrós Pogácsa – Herzhafte ungarische Pogatschen mit Feta

Vor Ewigkeiten als ich noch klein und wir wieder in Ungarn urlaubten, baumelte über dem Bett vom Cousin-der-nie-da-war (damals war er es noch *g*) ein kleines weiß-blaues Stofftäschlein. Neugierig wie ich wahr, besah ich es mir genauer und fand darin ein kleines, rundes, aber steinhartes Gebäck. Seltsam. Was macht denn dieses runde kleine Ding in der Tasche? Ich wurde grob aufgeklärt, die Tasche gab es sozusagen als Abschied aus der Schule und das Gebäck, Pogácsa (gesprochen Pogahtscha) als Talisman für den neuen Weg in der darauffolgenden Schule. Später las (und sah) ich in ungarischen Märchen von Helden, die sich auf in die große, weite Welt machten und dabei von der liebenden Mutter Pogatschen mitbekamen. Als Proviant und eben Glücksbringer.

Wirklich oft habe ich sie nicht in Ungarn gegessen, erfuhr aber, dass es sie klassischerweise als Beilage zur klassischen Gulasch- oder Fischsuppe gereicht werden. Kann ich mir sehr gut vorstellen. Besonders gut machen sie sich aber auch als kleiner Snack oder auf einem Party-Buffet. Das Rezept sah ich schon vor 4 Jahren auf dem Blog „Nokedlis“ und wollte sie damals schon nachbacken. Sie blieben immer im Hinterkopf, aber erst jetzt im August bei den Eltern habe ich mich spontan an die Arbeit gemacht. Für mich alleine ist selbst die halbe Menge zuviel und zu wenig Platz im Tiefkühler. Eigentlich sind sie ganz einfach zu basteln und man kann die Arbeit wunderbar entzerren – Teig an einem Tag kneten, über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, am nächsten Tag die Pogatschen backen. Der Teig lässt sich wirklich gut verarbeiten. Leider war der Käse im Kühlschrank meiner Eltern verschimmelt, wodurch ich sie nicht final damit bestreuen konnte, aber auch so schmeckten sie einfach wunderbar. Ich war begeistert, Herr Papa und Frau Mama waren begeistert, auch unsere Nachbarn waren begeistert, die sich ein paar abholten, nachdem ich das Bild in den sozialen Netzwerken zeigte. Ein voller Erfolg! Ein klitzekleiner Wermutstropfen – am Besten schmecken sie wirklich am Tag des Backens. Wenn zu viele übrig sind, friert sie ein und nehmt dann so viel raus wie ihr wollt/braucht.

Die sind einfach zu toll! Ich sollte bald mal wieder welche backen *ggg*

Juhtúrós Pogácsa – Herzhafte ungarische Feta-Pogatschen

Zutaten für 2 Bleche:
50 ml Milch
1 Prise Zucker
25 g frische Hefe (od. 7 g Trockenhefe)
600 g Mehl
250 g Butter
250 g Fetakäse
2 TL Salz
1 Ei
150 ml Schmand

1 Ei zum Bestreichen
100 g geriebener Käse (hier vergessen) zum Bestreuen

(1) Die Milch mit dem Zucker lauwarm erwärmen (Mikrowelle leistet hier gute Dienste), nicht zu warm werden lassen, sonst stirbt die Hefe ab. Die Hefe einrühren, 5-10 Minuten stehen lassen bis die Hefe angefangen hat, Bläschen zu bilden.
(2) Währenddessen Mehl mit Salz, Butter und Feta in eine große Schüssel zerbröseln. In die Mitte eine Vertiefung machen. Das Ei, den Schmand und die Milch-Hefe-Mischung zugießen. Per Hand oder mit der Küchenmaschine eine mittelfesten Teig kneten. Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
(3) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze stellen, zwei Bleche mit Backpapier auslegen.
(4) Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche fingerdick ausrollen, mit einem Messer die Oberfläche in Karos ein wenig einritzen.

(5) Dann mit einem kleinen Glas (eins für Schnaps hat die richtige Größe) die Pogácsa ausstechen. Es hilft, wenn man den Glasrand regelmäßig in Mehl taucht, damit der Teig nicht so daran klebt und leichter raus geht. Auf dem Blech nochmals 30 Minuten gehen lassen.

(6) Das Ei verquirlen und die Pogácsa damit bestreichen. Den geriebenen Käse darüber streuen (wie gesagt, hier verpeilt *seufz*) und in den Ofen schieben. Bei meiner Größe dauerten sie ca. 15 Minuten, wenn die geneigte Leserschaft sie größer aussticht, dann entsprechend länger. Nutzt Eure Nase und Augen!

Aus dem Ofen nehmen, wenn sie schön goldbraun sind. Sind wunderbar als Snack, auf einem Buffet, zu diversen Gulaschs oder Suppen.

Genießen!

Quelle: Nokedlisjuhtúros pogácsa

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8 thoughts on “Juhtúrós Pogácsa – Herzhafte ungarische Pogatschen mit Feta

  1. kuschelflummi 10. Oktober 2014 um 10:46 Reply

    Sieht nicht übel aus… aber ich müsste es vermutlich etwas abändern… Feta Käse… nein, danke.

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    • Anikó 10. Oktober 2014 um 11:08 Reply

      Den kannst Du auch weglassen und vielleicht ein paar gekochte Kartoffeln mit reingeben oder kleingehackte Grieben? Da gibt es ein paar Möglichkeiten :-)

      Gefällt 1 Person

  2. multikulinaria 10. Oktober 2014 um 18:39 Reply

    Da mein Herr Schatz und Mittagskochoer Hefeteig sehr mag und auch Feta gern isst, werde ich ihm mit den ungarischen Glücksbringern mal ne Freude machen. Glück kann man ja auch immer gebrauchen …

    Gefällt 1 Person

    • Anikó 11. Oktober 2014 um 10:06 Reply

      Da bin ich mal gespannt, wie sie Euch schmecken :-) Und sie sind wirklich sättigend ;-)

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  3. […] solch einer Suppe passen die Pogácsa/Pogatschen auch besonders […]

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  4. Anja 24. Oktober 2014 um 08:00 Reply

    Aaaah – du hast mir grad den vollen Flashback verschafft – ich hatte völlig vergessen dass es diese Teilchen gibt und mit deinem Post kam die Erinnerung an unzählige Balaton-Urlaube und an diverse Konzertreisen nach Ungarn wieder…. und ich meine, den Geschmack dieser Teilchen grad auf der Zunge zu spüren… ;-)
    Wie geschickt dass daheim noch ein Rest Feta und Schmand ist, den es eh zu verschaffen gilt – nix wie ran heut nachmittag – dann müsst’s noch klappen auf heut abend zum Wein! Und den Krautsalat aus deinem neuesten Post produzier ich glaub heut auch noch… ;-)

    Herzliche Grüße
    Anja

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    • Anikó 24. Oktober 2014 um 08:44 Reply

      Dann viel Spaß beim Kochen und Backen heute! Hoffe die Sachen werden Euch auch schmecken!
      Was für Konzertreisen hast Du denn nach Ungarn gemacht? Selbst musiziert oder Konzerte angeguckt?

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      • Anja 24. Oktober 2014 um 08:47

        Beides ;-) – sowohl selber mit’m Akkordeon als auch als Begleitperson mit einem (Blas-)Musikverein. War immer wieder schön und ich bin jetzt schon ganz hibbelig vor lauter Vorfreude auf Kochen und Backen – ich werde berichten! :-)

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