Ungarisches Alltagsessen: Zöldbableves – Grüne Bohnensuppe mit Nudelblobbs

 

Dieser Artikel sollte eigentlich schon Anfang August erscheinen. Dann vergaß ich ihn. Kommt er halt jetzt. Frische Buschbohnen gibt es immer noch zu kaufen und diese Suppe ist wirklich immer, in jeder Variante, total lecker. Das perfekte Comfort Food! Ehrlich!

Wenn ich schon nicht bei der Familie vor Ort die ungarischen Köstlichkeiten bekommen kann (aus Gründen blieb ich dann doch lieber in deutschen, angenehmer temperierten Gefilden), muss ich mir die ungarischen Gerichte eben selbst kochen. Und ich glaube, Herr Papa und Frau Mama sind dem auch nicht so ganz abgeneigt. Der Schrebergarten schmeißt gerade nicht nur mit Zucchini-Herkuleskeulen um sich, nein auch die Bohnen tragen fleißigst. Die Fuhre vom letzten Sonntag brachte tatsächlich 2 kg Bohnen hervor. Und da hatten die Eltern aber auch schon an drei Wochenenden davor geerntet. Die geneigte Leserschaft kann sich jetzt ja schnell ausrechnen, wieviel unsere paar Bohnenpflanzen so produzieren … Dementsprechend oft gab es Bohnen, meist in Butterbohnenform und auch was eingefroren. Eine weitere richtig schöne Verwendungsmöglichkeit ist in der ungarischen Alltagsküche in Form einer Suppe zu finden. Sie ist wie fast alle ungarischen Gemüsesuppe nach demselben Prinzip aufgebaut: Suppengemüse kochen, das spezielle Gemüse (Buschbohnen, Erbsen, Blumenkohl, o.a.) dazu, eine Roux/Mehlschwitze, die mit Paprika verfeinert wurde, unterrühren und eine Nudelvariante nach Wahl mit hinein geben. Entweder gekaufte Nüdelchens (gerne auch Buchstaben *g*) oder selbstgemachte Csipetke oder eben wie hier Nudelblobbs. Nudelblobbs sind sozusagen die faule Version der Csipetke *g* Wegen der Mehlschwitze braucht sich die geneigte Leserschaft keine Sorgen machen, die Suppe wird kein dicker Pamps. Es kommen auf ca. 3l Suppe 1 bis 2 Esslöffel Mehl. Das gibt eine leichte sämige, angenehme Bindung.

In Ungarn kriege ich die Suppe leider selten zu essen, weil die Saison der frischen Buschbohnen meist schon vorbei ist, bevor ich dort urlaube. Ein Teil der Bohnen reift richtig an der Pflanze aus, die dann getrocknet wird. Auf diese Weise werden die richtig reifen, trockenen Bohnenkerne als Saatmaterial für’s nächste Jahr gewonnen. Deswegen selten, frische grüne Bohnen für mich ;-) Aber hier in Deutschland findet man auch jetzt noch die grünen Bohnenköstlichkeiten und diese Suppe ist ein wirklich wunderbares Samstagessen. Macht Euch ran!

Zöldbableves – Ungarische Grüne Bohnensuppe mit Nudelblobbs

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 Bund Suppengrün
1-2 Möhren (oder Petersilienwurzel)
1 Zwiebel
500 g geputzte grüne (oder auch gelbe) Buschbohnen
Salz, Pfeffer

etwas Essig zum Abschmecken

Für die Roux/Mehlschwitze:
1 EL neutrales Öl
1 TL Paprikapulver edelsüß
2-3 TL Mehl
kaltes Wasser

Für die Nudelblobbs:
1 Ei
1 TL Salz
Mehl

(1) Das Gemüse putzen. Den Porree in Ringe schneiden, den Sellerie schälen und in mittelgroße Stücke schneiden. Die Möhren/Petersilienwurzel schälen und in mitteldicke Scheiben schneiden. Die Zwiebel häuten und vierteln. Von den Bohnen die Enden abschneiden und dann in ca. 2-3 cm lange Stücke schneiden.
(2) Das Gemüse bis auf die Bohnen in kaltem Wasser aufsetzen, salzen und pfeffern. Etwa 10 Minuten kochen bis es halbgar ist. Die Bohnen hinzufügen, soviel Wasser dazu geben, dass eine suppige Konsistenz entsteht. Nochmals ein wenig salzen und pfeffern.
(3) Zwischenzeitlich für die Nudelblobbs ein Ei mit dem Salz verrühren. Soviel Mehl unterrühren bis ein sehr dickflüssiger Teig entsteht.
(4) Für die Paprika-Roux in einer kleinen Pfanne das Öl bei mittelhoher Hitze warm werden lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen, das Paprikapulver unterrühren bis es duftet (nicht verbrennen lassen, sonst wird es bitter!). Dann das Mehl gut mit dem Paprika-Öl verrühren. Soviel kaltes Wasser unterrühren, dass eine geschmeidige Masse ohne Klumpen entsteht.
(5) Wenn das Gemüse gar gekocht ist, die Paprika-Roux unter die Suppe rühren, möglichst klümpchenfrei. So lange weiter köcheln lassen wie man benötigt, um mit einem kleinen Löffel aus dem zähflüssigen Nudelteig kleine Blobbs in die Suppe zu setzen und bis diese gar sind. Den Löffel immer komplett in die Suppe tauchen, dann löst sich der Nudelteig auch leicht.

Wenn die Nudelblobbs fertig sind, die Suppe servieren. Jeder kann dann nach Geschmack noch mit etwas Essig abschmecken.

Genießen!

Zu solch einer Suppe passen die Pogácsa/Pogatschen auch besonders gut!

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5 thoughts on “Ungarisches Alltagsessen: Zöldbableves – Grüne Bohnensuppe mit Nudelblobbs

  1. Frau Tonari 12. Oktober 2014 um 11:57 Reply

    Und für die Brühe kein Fleisch verwenden?
    Kann man doch aber, oder?
    Dann würde ich mich daran ja glatt mal versuchen.

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    • Anikó 13. Oktober 2014 um 16:58 Reply

      Nein, nein. Traditionell bestehen ungarische Mittagessen ja immer aus zwei Gängen, erst Suppe vorneweg und dann noch einen zweiten Gang. Da braucht die Suppe kein Fleisch, weil sie ja kein alleiniges Gericht ist. Außerdem hatte man früher ja auch nicht soviel Fleisch, da gab es oft Gemüsesuppen :-) Also nein, wirklich kein Fleisch in die Suppe :-)

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  2. Lila 13. Oktober 2014 um 00:12 Reply

    Oh, ja. Sieht genauso aus, wie in meiner Kindheit. Bohnen habe ich auch grad zufällig. Danke für das Rezept!

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  3. […] Ungarische Grüne Bohnen-Suppe […]

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